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Handgranate.
Gegenstand der Erfindung ist eine Aufschlagzünderhandgranate, die sowohl für den Wurf aus der Hand als auch aus einem Werfer geeignet ist.
Die Wirkung des Zünders ist für den Gebrauch aus der Hand auf die zwei hiebei auftretenden
Kräfte aufgebaut, u. zw. auf den Druck der die Handgranate umfassenden Hand und den Schwung, mit dem sie zum Ziele geschleudert wird, für den Gebrauch aus dem Werfer lediglich auf die in der Achsrichtung der Granate auftretende beschleunigende Kraft.
Die Sicherheit beim Gebrauche dieser Handgranate wird dadurch erreicht, dass die für ihre Zündung erforderliche Entriegelung der Sicherungsglieder nicht erfolgen kann, solange die Handgranate von der
Hand des Werfenden gehalten ist bzw. solange sie beim Schuss aus dem Werfer das Rohr noch nicht ver- lassen hat. Dabei ist es beim Wurfe aus der Hand gleichgültig, ob sie ruhig gehalten oder geschwungen wird. Wird sie nicht oder nicht mehr geschwungen, so kann sie gefahrlos weggelegt oder fallen gelassen werden.
Die Einrichtung des Zünders ist so getroffen, dass die Entriegelung der Sicherungsglieder beim
Wurfe aus der Hand nur dann erfolgen kann, wenn der Werfende sie im Schwung auslässt, d. h. also sie wirft. Die Zündung der Sprengladung, d. i. die Explosion, kann auch bei diesem Wurfe nur dann erfolgen, wenn dieser genügend weit ist (z. B. mindestens 6-8 m).
Geht die Handgranate aus irgendeinem Grunde blind, so ist sie ebenso gefahrlos wie ein beliebiger anderer zünderloser Sprengkörper samt Sprengkapsel.
Die Einrichtung der Handgranate gemäss der Erfindung besteht in der Kombination einer durch den Druck der haltenden Hand betätigten Entriegelungseinriehtung, einer infolge Massenträgheit durch den Schwung des Wurfes ausgelösten Zündeinrichtung, die einen Zeitsatz zündet und eine in allen Freiheits- graden durch Massenträgheit wirkende Schalteinrichtung, die den Feuerstrahl des Zündsatzes beim
Auffallen der Handgranate zur Sprengkapsel leitet.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist zwischen Zündkapsel und Schalteinrichtung ein
Verzögerungssatz eingeschaltet und die Schalteinrichtung so eingerichtet, dass sie beim Inwirkungtreten den zum Zeitsatz führenden Zündkanal sperrt. Hiedurch wird verhindert, dass die Handgranate bei zu kurzen Flugzeiten und dementsprechend kleinen Wurfweiten explodiert.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Die Fig. 1 und 2 zeigen die Zündeinrichtung der Handgranate im Längsschnitt in zwei verschiedenen Wirkungsstellungen. Die
Fig. 3 zeigt einen Querschnitt und die Fig. 4-7 zeigen Einzelheiten.
Die Handgranate besteht aus der Hülle 1 mit der Sprengladung 2, in der zentral die Zündeinrichtung sitzt, deren äussere Form im wesentlichen einen mehrfach abgesetzten Zylinder bildet. Diese besteht aus einem sogenannten Ventilziinder, der sich aus der in einem Mantelrohr gleitbaren Hülse 3 und der kurz Ventil genannten Umschalteinrichtung 4 zusammensetzt. In der Hülse 3 ist der Zeitsatz 5 und die Sprengkapsel 6 mit dem Brisanzsatz 7 in parallelen Hülsen untergebracht. Das Ventil 4 ist gegen die schwache Feder 8 in der Hülse 3 verschiebbar. Es hat eine mit der Hülse des Brisanzsatzes 7 korrespon- dierende Bohrung 9, eine mit der Hülse des Zeitsatzes 5 korrespondierende untere Anbohrung 10 und einen diese Anbohrung mit der Bohrung 9 verbindenden Kanal 11.
Der Zeitsatz 5 ist oben frei, während der Brisanzsatz durch seine oben geschlossene Hülse abgedeckt ist. Die Hülse hat jedoch unter dem oberen Abschluss eine seitliche Öffnung 12. In der in Fig. 1
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gezeichneten Stellung kann ein von oben kommender Zündstrahl durch die Bohrung 9, den Kanal 11 und die Anbohrung 10 den Zeitsatz 5 zünden, nicht aber den Brisanzsatz 7 bzw. die Sprengkapsel 6, da die Bohrung 12 durch die Seitenwand der Bohrung 9 abgedeckt ist. Wird jedoch das Ventil 4 in die in Fig. 2 gezeichnete Stellung herabgeschoben, so kommt der Kanäle mit der Bohrung 12 in Übereinstimmung, so dass unter Vermittlung des Brisanzsatzes 7 die Zündung der Sprengkapsel 6 und durch diese die Detonation der Sprengladung 2 erfolgt.
Das Ventil 4 wird gegen die Hülse 3 durch einen zwischen beide eingesetzten elastischen Bügel 14 (Fig. 4) gegen Verschiebung gesichert. Der Bügel wird durch eine später zu beschreibende Einrichtung in seiner Lage gehalten und erst bei Wirksamwerden der Zündeinrichtung freigegeben, so dass er in die in Fig. 2 gezeichnete Stellung springt und das Hineingehen des Ventils 4 in die Hülse 3 gestattet.
Die Verschiebung des Ventils erfolgt, sobald dieses vom Bügel. M freigegeben ist, durch den Schwungkörper 15. Dieser hat einen halbkugelförmigen Fuss 16, der in einem kalottenförmigen Aufsatz der Hülse 3 schwenken kann. Kippt beim Auffallen der Handgranate der Körper 15 durch Massenträgheit nach irgendeiner Richtung in die in Fig. 2 gezeichnete Stellung, so drückt der Rand seines Fusses 16, sich auf das Ventil 4 stützend, dieses in die Hülse 3 hinein. Fällt die Handgranate in der Achsrichtung auf, so wird ebenfalls durch die Trägheit der Körper 4 und 15 bzw. der Hülse 3 samt Zeitsatz 5 die Spannung der schwachen Feder 8 überwunden und das Ventil 4 einwärts bzw. die Hülse 3 samt Zeitsatz 5 auswärts geschoben.
Der Körper 15 ist bis in seinen Fuss 16 hinein zentral durchbohrt und hat einen Verzögerungsatz 17, der, wie später beschrieben, beim Abschleudern der Handgranate gezündet wird. Ist der Verzögerungssatz während des Fluges der Handgranate durchgebrannt, so schlägt die Zündung durch die Bohrung 9, den Kanal 11 und die Anbohrung 10 zum Zeitsatz 5, diesen entzündend. Um den Brenngasen einen Ausweg zu gestatten, ist der Fuss 16 mit mehreren Bohrungen versehen. Fällt die Handgranate auf, so wird, wie bereits beschrieben, das Ventil 4 hineingeschoben, so dass der Kanal 11 mit der zum Brisanzsatz 7 führenden Bohrung 12 in Übereinstimmung kommt, wodurch über Brisanzladung'7 und die Sprengkapsel 6 die Sprengladung 2 zur Explosion gebracht wird.
Fällt die Handgranate jedoch bei zu geringer Wurfweite schon auf, bevor der Verzögerungssatz 17 durchgehrannt ist, so ist, wie aus Fig. 2 ersichtlich, der Weg zum Kanal 12 gesperrt, es erfolgt keine Zündung des Zeitsatzes 5, und die Handgranate geht blind.
Die Zündung des Verzögerungssatzes 17 erfolgt durch die Kapsel 18, die durch den Zündstift 19 angeschlagen wird. Um die Zündung erst beim Freilassen der zum Wurfe geschwungenen Handgranate zu bewirken, dient folgende Sicherungseinrichtung. Den Sehwungkörper. 15 umgebend und für diesen einen Hohlraum freihaltend ist eine Blechbüchse 20 (Fig. 5) eingesetzt, innerhalb der ein Massenring M (Fig. 6) verschiebbar liegt. Wieder innerhalb des Massenringes liegt die Sicherungsbüchse 22 (Fig. 7), die durch die Feder 24 nach oben gedrängt wird. Um sie daran zu hindern, sind an der Blechbüchse 20 (Fig. 5) Lappen 25 nach einwärts gebogen, die in die Ausschnitte 26 des Massenringes 21 (Fig. 6) greifen und ihn an deren unteren Rand abstützen, so dass er sich nicht bewegen kann.
Die Lappen 25 sind mit Fensterausschnitten 27 in Zähnen 28 der Sicherungsbüchse 22 gefangen und halten diese gegen den Federdruck 24 in der unteren Stellung. Die Sicherungsbüchse greift mit Fortsätzen 29,29'über den elastischen Bügel 14 und hindern diesen am Herausspringen aus seiner Lage zwischen Hülse 3 und Ventil 4. Ferner trägt die Sicherungsbüchse 22 oben Keilflächen 30, 30', auf die die äusseren am Handgranatenkörper schwenkbar angebrachten, gefederten Taster 31, 31'mit Bügeln 32, 32' einwirken, sobald sie beim Erfassen der Handgranate zusammengedrückt werden. Hiedurch wird die Sicherungsbüchse nach unten geschoben, und die Lappen 25 mit ihren Fensterausschnitten werden aus den Zähnen 28 der Sicherungsbüchse ausgehoben.
Wird die Handgranate, ohne sie zu schwingen, ausgelassen, etwa fallen gelassen, so klinken die
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zeichneten Stellung festgehalten wird. Wird die Handgranate jedoch zum Wurf geschwungen, so drängt der Massenring 21 durch Fliehkraft nach oben, biegt die Lappen 25 zurück und hindert sie, beim Loslassen der Handgranate wieder die Zähne 28 abzufangen. Da die nunmehr freigegebenen Taster 31, 31'die Sicherungsbüchse 22 nicht mehr hindern, nach oben zu gehen, so geht diese unter dem Druck der Feder 24 in die in Fig. 2 gezeichnete Stellung. Hiebei kommen die Fortsätze 29, 29'über dem elastischen Bügel 14 zu stehen, dieser wird frei und das Ventil kann der Massenwirkung des Schwungkörpers 15 nachgeben.
Die Sicherungsbüchse 22 trägt an einem aufrecht stehenden Arm einen Sperrklotz 33 (Fig. 1, 2, 3 und 7), gegen den sich das hammerförmig Ende 34 (Fig. 7) einer gespannten Torsionsfeder 35 (Fig. 1 und 7) stützt, deren anderes Ende am Handgranatenkörper befestigt ist. Geht die Sicherungshülse beim Abwurf der Handgranate nach oben, so wird das Hammerende frei und schlägt unter dem Sperrklotz durch auf das hintere Ende des Schlagbolzen 19. Dieser schlägt auf die Zündkapsel 18, die den Verzögerungssatz 17 zündet.
Beim Gebrauch aus dem Werfer wird die Treibladung in den Boden der Handgranate eingesetzt.
Die Entriegelung erfolgt hier dadurch, dass durch die grosse Beselhleunigung die Sicherungsbüchse 22 und die Blechbüchse 20 zurückbleiben, sich also nach unten bewegen, während der sowieso unten aufsitzende Massenring 1 am Ort bleibt. Hiedurch werden die Lappen 25 auf den Zähnen 28 ausgeklinkt.
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Die Sicherungsbiichse wird nach Aufhören des Beschleunigungsdruckes durch die Feder 24 nach oben geschoben, so dass das Hammerende 34 der Torsionsfeder 35 in der früher beschriebenen Weise frei wird und die Zündkapsel anschlägt.
Beim Gebrauch aus dem Werfer kann auf die Handgranate eine splitterbildende Hülse aufgeschoben werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Handgranate, gekennzeichnet durch die Kombination einer durch den Druck der haltenden Hand betätigten Entriegelungseinrichtung (31, 32, 30), einer infolge Massenträgheit durch den Schwung des Wurfes ausgelösten Zündeinrichtung (18, 19), die einen Zeitsatz (17, 5) zündet und eine durch Massenträgheit betätigte Schalteinrichtung (3, 4, 15, 16), die den Feuerstrahl des Zündsatzes (5) beim Auffallen der Handgranate zur Sprengkapsel (6) leitet.