AT146806B - Verfahren zur Herstellung von selbsterhärtenden Lacken. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von selbsterhärtenden Lacken.

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AT146806B
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  Verfahren zur Herstellung von   selbsterhärtenden   Lacken. 



   Es wurde gefunden, dass selbsterhärtende Lacke erhalten werden, wenn man lösliche Phenolaldehydharze mit Mennige, Cadmiumoxyd oder ein Gemisch dieser Oxyde in Gegenwart oder Abwesenheit eines Lösungsmittels anreibt. Vorteilhafterweise führt man das Verfahren in Gegenwart eines organischen Lösungsmittels, wie Sprit, Methylcyclohexanon od. dgl. aus. Es ist aber auch möglich, ohne Verwendung eines organischen Lösungsmittels beispielsweise die wässrige Suspension des   Phenolformaldehyd-Konden-   sationsproduktes zu verwenden, wie sie bei dem Kondensationsvorgang anfällt. 



   Dieses Verfahren eignet sich vorzugsweise für die Herstellung von selbsterhärtenden Lacken. 



  Die mit Hilfe der Metalloxyde und der hydroxylhaltigen Harze hergestellten Lacke gehen ohne Anwendung weiterer Massnahmen, wie Erhitzen od. dgl. von selbst aus einem flüssigen,   streich-oder   spritzbaren Zustand in einen in der Hauptsache homogenen festen Zustand über. 



   Im Gegensatz zu dem Trocknungsprozess der bekannten Öllacke besteht das Erhärten der Lacke in einem Abbinden, einer Art von Cementation. Die als Ausgangsmaterial dienenden Phenole und Aldehyde sind leicht und in grossen Mengen zugänglich, die Herstellung der neuen Lacke ist daher einfach und wirtschaftlich. 



   In erster Linie eignen sich für das Verfahren die alkalisch hergestellten härtbaren   Phenolformal-   dehydkondensationsprodukte, soweit sie sich noch in einem löslichen Zustand befinden ; man kann aber auch sauer kondensierte Phenolaldehydharze zu dem Verfahren verwenden. Weiterhin ist es im Fall der Verwendung der neuen Cementationslacke, z. B. für den   Eisenschutz,   ein besonders wertvoller Vorteil, dass auch hier vorzugsweise Mennige Verwendung finden kann, die in den seitherigen Öllacken als besonders rostschützend in allen Fachkreisen bekannt ist. Ein weiterer grosser Vorteil der neuen Cementationslacke besteht darin, dass sie mit billigen Lösungsmitteln oder Füllstoffen oder beiden verdünnt werden können, z. B.

   Sprit, Methylalkoholsprit, Methylenchlorid,   Methoxybutanol, Methylcyclohexanon,     Asbestp'lver, Graphit   usw. Man kann den Lacken die üblichen Weichmachungsmittel, wie z. B. chloriertes Diphenyl, zugeben. Durch Hinzufügen von inerten Stoffen, wie z. B. Graphit und besonders 
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 sitzen zeigen und die sich auch bei längerem Stehen mit Leichtigkeit wieder aufrühren lassen. 



   Die Lacke können durch Streichen, Spritzen, Tauchen usw. aufgebracht werden. Die Überzüge zeichnen sich durch besondere Haft-und Widerstandsfähigkeit gegen Witterungseinflüsse und vor allem durch hohe Säurebeständigkeit aus. Sie haben sich besonders dort überall bewährt, wo Salzsäuregase, Chlordämpfe,   Schwefelsäuredämpfe   auftreten. Die zum Vergleich herangezogenen   Öl-,     Öllack-,   Bitumenusw. anstriche stehen in diesen Fällen den hier beschriebenen Anstrichen bei weitem nach. 



   Auch wird das Verfahren vorteilhaft für die Herstellung von Grundierungsanstrichen mit oder ohne weitere Füllstoffe angewendet, weil das Lösungsmittel der darüber zu lackierenden Deckschicht den an der Luft gehärteten Grundanstrich wenig oder kaum mehr anlöst. Als Deckanstrich kann sowohl ein ähnlich zusammengesetzter Lack Verwendung finden als auch ein   Öl-bzw. ÖUackanstrich ange-   wandt werden. Ausserdem hat sich ein   Chlorkautschuk- oder Benzylcellulose- od.   dgl. Deckanstrieh als geeignet erwiesen. 



   Die   Phenolharz-Mennige-oder Cadmiumoxydanstriche   sind gegen eine Reihe von organischen Lösungsmitteln, wie z. B. Benzin, Benzol usw. absolut unlöslich. Ebenso besitzen sie eine vollkommene   Ölunempfindlichkeit.   Man kann Eisenteile, aber auch Holz, Mauerwerk und Wände streichen. Bewährt hat sich auch der Anstrich zum Korrosionsschutz von warmen Eisenteilen, wie z. B. Dampfleitungsröhren. 



   Indessen können die hier beschriebenen Produkte nicht nur für die Herstellung von Lacken sondern auch für die Herstellung von selbsterhärtenden formbaren Massen jeder Art, weiterhin für die Herstellung von Kitten oder von Überzügen jeglicher Art Verwendung finden. Die mit Hilfe von Mennige oder Cadmiumoxyd oder mit einem Gemisch der beiden Metalloxyde gehärteten Phenolaldehydharze stellen bräunliche bis rote Massen dar, die je nach Zusammensetzung einen matten Farbton bis hohen Glanz besitzen können. 



   Beispiele :
1. 200 Gewichtsteile Mennige werden mit 268 Gewichtsteilen Phenolformaldehydkondensationsprodukt   (75%ige alkoholische   Lösung) unter Zusatz von 64 Gewichtsteilen Sprit innig vermischt. Es entsteht ein gut streichfähiger Lack, der nach dem Auftragen erhärtet, ohne dass von aussen eine Wärmezufuhr notwendig ist. Der Anstrich ist bereits nach einigen Stunden so trocken, dass ein weiterer Anstrich mit demselben Lack erfolgen kann. An Stelle desselben kann aber auch ein   ein-oder zweimaliger 01-   anstrich als Decklack aufgebracht werden. 



   2.200 Gewichtsteile disperse Mennige, 200 Gewichtsteile Phenolformaldehydkondensationsprodukt, gelöst in 105 Gewichtsteilen Sprit werden unter Zusatz von 35 Gewichtsteilen   Metylcyclohexanon   

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   innig vermengt. Man kann mit dieser Lackzusammensetzung sehr hochglänzende Lackanstriche erzeugen, die ebenfalls ohne Wärmezufuhr an der Luft erhärten. 



  Die vorerwähnten Lacke eignen sich besonders bei Zusatz von Mennige als Untergrundanstriche, doch können sie in gleicher Weise auch als Deckanstrich verwendet werden. 



  Um dem Lack andere Farbtöne zu verleihen, kann man ferner gefärbte Pigmente zusetzen. 



  3. Ein dunkelbrauner Farbton wird z. B. erhalten, indem man dem Lack gemäss Zusammensetzung nach Beispiel l 9% Russ-Schwarz, z. B. sogenanntes Frankfurter Schwarz, zusetzt. 



  Bei Verwendung von Bleiweiss können sehr hell gefärbte Anstriche erzeugt werden, die in der üblichen Weise ebenfalls gemischt werden können. Gelbliche Anstriche werden bei Verwendung von Bleioxyden erhalten. 



  4.800 Gewichtsteile Mennige werden mit einer Auflösung von 200 Gewichtsteilen Phenolformaldehydkondensationsprodukt (hergestellt durch Kondensation in alkalischer Lösung unter nachträglichem Neutralisieren) in 200 Gewichtsteilen Alkohol innig verrieben und mit soviel Verdünnungsmittel (bestehend aus einem Gemisch von Äthylglykol und Alkohol im Verhältnis 1 : 1) versetzt, dass ein gut strichfähiger Lack entsteht. Derselbe eignet sich sowohl für Grund-als auch für Deckanstriche und kann gegebenenfalls mit andern Pigmenten vermengt werden. 



  5. 200 Gewichtsteile Phenolformaldehyd, hergestellt durch Kondensation von Phenol mit 30% iger Formaldehydlösung unter Zusatz einer Base (z. B. Ammoniak, Piperidin usw. ) als Katalysator und Abdestillieren des Wassers im Vakuum nach beendeter Kondensation, werden sofort mit 200 Gewichtsteilen Sprit verdünnt. Mit dieser Lösung werden 200 Gewichtsteile Cadmiumoxydpulver angerieben. 



  Es entsteht ein gut streichfähiger Lack von braunem Farbton ; er eignet sich sowohl für Grund-als auch für Deckanstriche. 



  6.100 Gewichtsteile Phenolformaldehydkondensationsprodukt, hergestellt durch saure Kondensation von 2 Mol Kristallphenol mit 1 Mol Formaldehyd, werden in 100 Gewichtsteilen Sprit gelöst und mit 300 Gewichtsteilen Mennige angerieben und wie vorher weiter verarbeitet. 



  7. 500 Gewichtsteile Mennige werden mit 500 Gewichtsteilen einer etwa 68% igen wässrigen Suspension eines Phenolformaldehydkondensationsproduktes, wie sie bei dem Kondensationsvorgang anfällt, innig vermischt. Es entsteht ein gut streichfähiger Lack, der nach dem Austrocknen des Wassers vollständig erhärtet, ohne dass eine Wärmezufuhr erforderlich ist. 



  8. 28 Gewichtsteile Cadmiumoxyd werden mit 10 Gewichtsteilen einer 75% igen Phenolformaldehydharzlösung innig vermischt ; die entstehende kittartige Masse kann zum Ausfugen oder zum Ausspachteln benutzt werden. 



  9. In 120 Gewichtsteile Phenolharzlösung (42% ige Spritlösung) werden 15 Gewichtsteile Mennige und 5 Gewichtsteile Cadmiumoxyd eingerührt und der Lack wie oben beschrieben verwendet. 



  10. Zu 100 Gewichtsteile einer neutralen 50%igen Phenolharzlösung, hergestellt durch Kondensation von Phenol und Formaldehyd in saurer Lösung, werden 250 Gewichtsteile Mennige eingerührt und mit 10 Gewichtsteilen Äthylglykol verdünnt. Es entsteht ein Lack, der wie oben beschrieben verwendet werden kann. 



  11.200 Gewichtsteile einer 50%igen Phenolharzlösung mit Sprit als Lösungsmittel (hergestellt durch alkalische Kondensation von 1 Gewichtsteil Phenol mit 1-4 Gewichtsteilen Formaldehyd in schwach alkalischer Lösung) werden mit 200 Gewichtsteilen disperser Mennige und 200 Gewichtsteilen Graphit angerührt. Es entstehen gut streichbare Lacke, die auch nach längerem Stehen ohne weiteres wieder aufgerührt werden können. Die Anstriche lassen sich auf Hochglanz polieren. 



  PATENT ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Herstellung von selbsterhärtenden Lacken, dadurch gekennzeichnet, dass löslichen Phenolaldehydkondensationsprodukten Mennige oder Kadmiumoxyd oder ein Gemisch beider Oxyde zugesetzt werden.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in Gegenwart eines organischen Lösungsmittels gearbeitet wird.
AT146806D 1934-06-30 1934-06-30 Verfahren zur Herstellung von selbsterhärtenden Lacken. AT146806B (de)

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