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Chronometerhemmung.
Die Anmeldung betrifft eine Chromometerhemmung mit schwingender und gleichzeitig umlaufender Unruhe, bei der der Antrieb der Unruhe und die Betätigung der Wippe od. dgl. zur Auslösung des Gangrades durch die Unruhfeder bewirkt wird. Bei den bekannten Hemmungen dieser Art findet entweder eine sichere Auslösung durch die geringe Kraft der Spiralfeder nicht statt, u. zw. wenn die Zähne des Ankers od. dgl. zu stark in die Zähne des Gangrades gezogen oder gedrückt werden, oder aber es kann ein unerwünschter Ablauf des Gangrades eintreten, wenn die Zähne des Ankers od. dgl. nicht in die Zähne des Gangrades gezogen oder gedruckt werden.
Die Erfindung bezweckt bei einer solchen Hemmung, bei der die in das Gangrad eingreifende Wippe mit genügend grosser Kraft gegen die Zähne des Gangrades gedrückt wird, eine sichere Auslösung zu erzielen. Dies wird gemäss der Erfindung dadurch erreicht, dass die Unruhfeder am äusseren Ende eines koaxial am Gangrad gelagerten Hebels angreift, der die Auslöserolle mit den Auslösesteinen trägt, und dass die Auslösesteine wiederum an einem längeren Hebelarm der Wippe od. dgl. angreifen, während der kürzere Hebelarm der Wippe mit seiner Ruhepalette in einen Zahn des Gangrades eingreift. Durch diese doppelte Hebelübersetzung wird die schwache Federkraft der Unruhe derart vervielfacht, dass die sichere Auslösung des Gangrades durch die Ruhepalette gewährleistet ist.
In der Zeichnung ist die erfindungsgemässe Hemmung schematisch dargestellt, u. zw. in der beispielsweisen Ausführung als sogenannte Wippenhemmung. Fig. 1 zeigt diese Hemmung im Aufriss, Fig. 2 im Grundriss und Fig. 3 im Schnitt.
Die Achse 21, auf der die nichtgezeichnete Unruhe befestigt ist, ist einerseits im Kloben 1, anderseits im Kloben 9 gelagert. Die Unruhfeder y ist mit ihrem einen Ende an dem Balken 24 befestigt, welcher durch die Rolle 22 an der Achse 21 festgeklemmt ist. Das andere Federende ist bei 37 an dem Hebel 14 befestigt. Derselbe sitzt auf dem Formstück 10, das entsprechend der Zahl der Gangradzähne 35, z. B. neun radial angeordnete Auslösesteine 13 trägt. Am unteren Teil des Formstückes 10 ist eine Scheibe 33 befestigt, die am Rande eine Ausnehmung 45 besitzt, in der sich der Begrenzungsstift 34 bewegen kann. Letzterer ist am Gangrad 2 mit den neun Zähnen 35 befestigt.
Das Formstück 10 besitzt eine Achse 6, die einerseits mit dem Zapfen 7 im Gangradmittelpunkt, anderseits mittels des Zapfens 8 im Kloben 9 gelagert ist. Das Formstück. 10 kann sich jedoch unter dem Einfluss der Unruhfeder 17 um seine Achse 6 nur so weit drehen, als dies der Begrenzungsstift 34 zulässt. Zweckmässig ist der durch die Eingriffstiefe der Wippenfeder 27 mit den Steinen 35 bestimmte Verdrehungswinkel halb so gross wie der von zwei Zähnen des Gangrades eingeschlossene Winkel, oder etwas weniger, er beträgt also ungefähr 200. Eine Wippe 25, 26, 28 ist in der Platine I'durch den Kloben 32 oder mittels einer dÜnnen Blattfeder schwingbar gelagert und wird durch die Feder 31 an den Begrenzungsstift 30 der Platine r sanft angedrückt.
Die Zähne 35 des Gangrades 2 greifen in die Ruhepalette 46 des Teiles 28 der Wippe ein, wodurch das Gangrad festgehalten wird. Ein Rad des angeschlossenen Zählwerkes greift in den Trieb 5 auf der Achse 3 des Gangrades ein.
Das eine Ende der Unruhfeder wirkt über den Hebel 14, der mit der Auslöserolle 12 mit den Aus-
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andere Ende der Unruhfeder ist über den Hebel 24 an der Welle 19 der Unruhe befestigt. Der Hebel 14 ist in der Verlängerung der Achse des Gangrades und der Unruhe gelagert, d. h. Gangradachse 3, Hebelachse 6 und Unruhachse 19 liegen in einer Geraden.
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Wird die Unruhe um ihre Achse gemäss Fig. 2 in dem der Uhrzeigerbewegung verkehrtem Sinne um 3000 gedreht, so wird dadurch die Unruhfeder gespannt, die dann den Hebel 14 mit dem Formstück 10 bis zum Anschlag an den Begrenzungsstift 34 dreht. Da bei dieser Drehung des Teiles 10 ein Auslösestein 13 die Feder 21 der Wippe 26 zum Schwenken bringt, gibt die Ruhepalette 46 einen Zahn des Gangrades frei, wodurch das Gangrad gemäss Fig. 2 im Uhrzeigersinn weiterspringt. Bei dieser Bewegung des Gangrades wird jedoch das Formstück 10 mit dem Hebel 14 durch den Stift 34 mitgenommen, u. zw. um etwa 400, wodurch die Unruhfeder zusätzlich gespannt wird. Dadurch erhält die Unruhe ihren Impuls. Sie schwingt nun um etwa 3000 zurück, um dann um zirka 280 wieder vorzuschwingen.
Von da ab wiederholt sich der gleiche Vorgang, nämlich die Auslösung und der Antrieb. Die Unruhe bleibt im vollen Schwunge. Den nötigen Impuls erhält sie durch die plötzlich erfolgende, aber sanft wirkende Nachspannung der Spirale am Ende jeder Vorschwingung. Die Schwingungsweite beträgt etwa 5800. Ausser dieser Schwingung vollführt die Unruhe nach neun Doppelschwingungen noch einen vollen Umlauf. Beim Rüekschwingen des Hebels 14 gibt die Feder 27 unter dem Drucke des zurückgehenden Auslösesteines 13 nach und gibt den Weg für die Weiterbewegung des Steines frei, ohne dabei die Wippe 25, 26 mitzunehmen.
Hätte das Gangrad mehr wie neun, z. B. zwanzig Zähne, dann würde die Spiralfeder der Unruhe beim Antrieb zu wenig gespannt werden, da der jeweilige Drehwinkel des Gangrades zu klein wäre.
Hätte das Gangrad jedoch weniger als neun Zähne, so würde dadurch nicht allein die Übersetzung vom Sekundenrade ab und damit die Zähnezahl dieses Rades grösser als vorteilhaft, sondern es entstände
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Die Anordnung der Scheibe 33 mit dem Eingriff auf den Stift 34 stellt in der Zeichnung nur eine bevorzugte Ausführungsart dar. Die Mitnahme des Formstückes 10 bzw. des Hebels 14 durch das Gangrad 2 könnte auch ohne Stift 34 erfolgen, z. B. lediglich dadurch, dass sich der obere Arm des Klobens 9 an den Rand der Ausnehmung des Formstückes 10 legt und so bei der Drehung des Gangrades das Formstück. 10, um die Zapfen 7 und 8 drehend, mitnimmt. Der obere Arm des Klobens 9 dringt nämlich mit einem gewissen notwendigen Spielraum in die Ausnehmung des Formstückes. M ein, um dort als Lager der beiden Zapfen 20 und 8 zu dienen.
Die Verzahnung des Triebes 5 wird zweckmässig schräg ausgeführt, um die Gangradachse 3 auf die Gegenplatte 4 zu drücken, um damit eine Entlastung des Unruhzapfens 20 herbeizuführen, wenn der Zeitmesser in eine andere Lage gebracht werden würde. Die Schwingung der Unruhe ist vollkommen frei ; auf ihre Achse (Welle) wirkt kein Stoss und keine Reibung beim Antrieb derselben oder bei der Auslösung des Gangrades.
Es könnte auch innerhalb oder ausserhalb jedoch konzentrisch zur beschriebenen Unruhfeder eine zweite Unruhfeder eingebaut werden, von der das eine Ende mit der Welle der Unruhe, das andere Ende'hingegen unmittelbar mit dem Gangrade verbunden ist. Die erste Feder besorgt dann die Auslösung und den Antrieb und die andere dient dann hauptsächlich zur Regelung des genauen Ganges des Chronometers.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Chronometerhemmung mit schwingender und gleichzeitig umlaufender Unruhe, bei der der Antrieb der Unruhe und die Betätigung der Wippe od. dgl. zur Auslösung des Gangrades durch die Unruhfeder bewirkt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Unruhfeder am äusseren Ende eines koaxial am Gangrade (2) gelagerten Hebels (14) angreift, der die Auslöserolle (12) mit den Auslösesteinen (13) trägt.
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