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Uberspannungsableiter.
Die Erfindung betrifft einen Dberspannungsableiter, insbesondere einen solchen für sehr hohe
Ströme, die in manchen Fällen 100.000 Amp. oder mehr betragen können.
Bekannte Überspannungsableiter sind für Ströme in der Grössenordnung von 500, 1000, bisweilen 5000 Amp. geeignet. Wenn grössere Ströme auftreten, beispielsweise durch einen direkten Blitzschlag, dann versagen derartige Überspannungsableiter und werden zerstört. In neuerer Zeit hat man jedoch auch das Problem, Ableiter zu bauen, welche solche hohe Ströme ableiten können, in Angriff genommen.
Es ist vorgeschlagen worden, Überspannungsableiter für sehr hohe Ableiterströme nach dem Ausblasprinzip zu bauen, wobei ein Lichtbogen gezogen und ausgeblasen wird.
Die Erfindung bezieht sich auf jene Type von Überspannungsableitern, die nach dem Ventilableiterprinzip arbeiten, d. h. die die Ableiterstrecke noch während des Ableitungsvorganges in den nichtleitenden Zustand überführen und dadurch ihre innere Spannung erhöhen. Bei diesen Ableitern ist der Ableitungsvorgang wesentlich abgekürzt, gegenüber solchen Ableitern, die mit Lichtbogen arbeiten.
Eine bekannte Type von Ableitern, auf welche sich die Erfindung bezieht, besteht aus einem Körper aus lose zusammengepressten Carborundumkristallen oder ganz allgemein aus einem porösen Körper, der fähig ist, in seinen Poren eine grosse Anzahl feinster Entladungen zu führen, und diese Entladungen bei einer bestimmten Verminderung der aufgeprägten Spannung vermöge eines Wand-oder Poreneffektes zu löschen, der von den Carborundumkristallen oder Porenwandungen auf die dazwischen stattfindenden Entladungen ausgeübt wird.
Nach der Erfindung wird in einen derartigen Überspannungsableiter von porösem oder körnigem Aufbau ein Stoff eingebracht, der bei der infolge der Entladung stattfindenden Erwärmung in ein nicht leitendes Gas übergeht oder ein solches abgibt. Es wurde festgestellt, dass der Überspannungsableiter dadurch die Fähigkeit erhält, grössere Ströme abzuleiten, ohne seine gutbekannte Ventilcharakteristik zu ändern. Der bei der Hitze flüchtige Stoff soll vorzugsweise so angeordnet sein, dass er die Entladestrecken, welche durch die Poren oder zwischen den Teilchen des Arbeiters gebildet werden, nicht ausfüllt, so dass, wenn sich der Ableiter entlädt, ein Gasstrom von im wesentlichen nicht ionisierten Teilchen frei wird, der rasch die Poren und die Entladeräume ausbläst und dadurch den Ableiter auch bei hohen Strömen mit seiner Ventilcharakteristik wirksam werden lässt.
Der bei der Hitze flüchtige Stoff kann aus einem Isolieröl oder einer andern im wesentlichen nicht leitenden Flüssigkeit bestehen. Es kann auch ein fester Stoff sein, z. B. Borsäure.
In der Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise dargestellt.
Der Ableiter besteht aus einem Isoliergehäuse 1, welches einen Leitungsanschluss 2 am oberen Ende aufnimmt. An diesen ist eine Mehrfachfunkenstrecke 3 angeschlossen, die durch eine Feder 4 in der richtigen Lage gehalten wird. Die Feder 4 drückt gegen einen Körper 5 von Carborundumkristallen oder einen andern porösen Ableiterkörper, der mit Öl oder Borsäure oder einem andern bei der Erwärmung flüchtigen Stoff behandelt wurde. Der poröse Ableiterkörper 5 wird durch eine Grundplatte 6 getragen, die mit Lüftungsöffnungen 7 für die entstehenden Gase versehen ist. Der Ableiter wird vervollständigt durch einen Leiter 8, der den Strom vom Ableiterkörper 5 ableitet.
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Wenn als hitzeflüchtiger Stoff Öl verwendet wird, braucht man die Carborundumkristalle nur mit einer Ölschicht zu überziehen. Wenn Borsäure verwendet wird, können einige wenige Teilchen von Borsäurepulver zwischen den Carborundumkristallen verteilt werden.
PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Überspannungsableiter von porösem oder körnigem Aufbau, dadurch gekennzeichnet, dass er einen Stoff enthält, welcher bei der Erwärmung in ein nichtleitendes Gas übergeht oder ein solches abgibt.