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Schiffsform.
Es ist bereits eine Schiffsform vorgeschlagen worden, bei welcher die Vorschiffsspanten unter Wasser als Erzeugende einer schraubenförmigen Aussenhautleitfläche über den wesentlichen Teil ihrer Länge gerade verlaufen, wobei sie mit der Schwimmebene einen vom Bug gegen die Schiffsmitte allmählich zunehmenden spitzen Winkel (Aussenwinkel) einschliessen. Eine solche Schiffsform besitzt einen geringeren Widerstand als die andern bisher üblichen oder bekanntgewordenen Formen. Es war naheliegend, bei dieser Schiffsform die Vorschiffsspanten auch oberhalb der Konstruktionswasserlinie CWL in dieselbe Schraubenfläche zu verlegen, der sie unter Wasser angehören.
Dementsprechend sollten nach dem eingangs erwähnten Vorschlag die Vorschiffsspanten unterhalb der OWL (im folgenden kurz "Unterwasserspanten des Vorschiffs"genannt) ober Wasser in gerader Flucht fortgesetzt werden, um den Übergang vom Unterschiff zum Oberschiff zu erleichtern.
Es wurde nun gefunden, dass die eben geschilderte Ausbildung der Vorschiffspanten oberhalb
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ein Aufschlagendes Schiffskörpers auf die Wassermassen verursachen, wodurch unerwünschte Kräfte in Erscheinung treten. Ein Nachteil der in Fig. 1 gestrichelt gezeichneten Fortsetzung der Unterwasserspanten ist auch die durch sie bedingte Bugform, welche bei gegebener Länge über alles des Schiffes, welche gemäss Fig. 2 z. B. bis zum Punkt P reicht, eine unzweckmässige und allzu scharf ansetzende Krümmung K aufweisen müsste.
Diese Mängel werden vermieden, wenn die Vorschiffsspanten im Sinne der Erfindung oberhalb der OWL den in Fig. 1 voll ausgezogenen Verlauf nehmen, so dass sie die Ebene B in den Punkten, lxj ,... der in Fig. 2 dargestellten Wasserlinie 111 treffen. Die dadurch erzielte Ersparnis an Ver- drängung ist in den Figuren der Zeichnung durch die'schraffierten Flächen angedeutet worden. Durch den steileren Verlauf der Spanten, insbesondere der bugnaheh Spanten, wird das Aufschlagen des vorderen Schiffskörpers auf die Wassermassen erheblich verringert oder sogar praktisch ganz beseitigt.
Um letzteres zu erreichen, ist es meistens zweckmässig, die Innenablenkung der Oberwasserspanten von der (gestrichelt gezeichneten) geraden Fortsetzung der Unterwasserspanten mit zunehmender Annäherung an den Bug grösser werden zu lassen. Von Vorteil ist es, wenn diese Ablenkung schliesslich so weit geht, dass alle Vorschiffspanten mit der Schwimmebene einen Winkel von ungefähr 900 bilden. Die Wasserlinie 111 verläuft in der Nähe der Bugschneide P mit einer viel schwächeren Krümmung K'als die Wasserlinie 11.
Im allgemeinen empfiehlt es sich, die Oberwasserspanten so auszubilden, dass, wie dies Fig. 2 an einem Beispiel zeigt, die Wasserlinie 111 zwischen der Konstruktionswasserlinie I und der auf der Schraubenfläche liegenden Wasserlinie Il verläuft. Dabei kann, wie bereits erwähnt, bis zu einer nicht allzu grossen Entfernung von der Sehiffsmitte ein Teil der Wasserlinie 111 mit der Linie Il zusammenfallen. Die genaue Form der Oberwasserspanten unterliegt keiner Beschränkung, sofern die erfindungsgemässe Regel eingehalten wird.
Doch soll möglichst ein solcher Verlauf der Spanten gewählt werden, welcher den Grundsätzen, die zu der Erfindung geführt haben, also der Vermeidung zusätzlicher Wasserverdrängung sowie des Aufschlagen des Vorschiffskörpers und der Erzielung einer günstigen Bugform entspricht. Dieser Verlauf kann stetig nach einer Kurve erfolgen, etwa so, wie dies Fig. 1 zeigt,, oder auch geradlinig, dann aber mit einem grösseren Neigungswinkel zur Schwimmebene, als dies bei den Unterwasserspanten der Fall ist. Der Übergang der Spanten vom Unterwasserteil zum Oberwasserteil wird meistens ein stetiger sein, doch kann auch ein unstetiger Richtungswechsel an der Übergangsstelle vorgesehen werden.
Für das Hinterschiff kann eine beliebige, zur widerstandsvermindernden Ausbildung des Vorschiffs passende Form gewählt werden, insbesondere eine solche, bei welcher die Hinterschiffsspanten gleichfalls die Erzeugenden einer schraubenförmigen Leitfläche bilden. Günstig ist es, wenn im letztgenannten Fall die Neigung der Hinterschiffsspanten gegen die Schwimmebene vom Heck zur Schiffsmitte allmählich zunimmt. Es sei jedoch bemerkt, dass Versuche gezeigt haben, dass vor allem der Ausbildung der Form des Vorschiffes entscheidende Bedeutung zukommt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Schiffsform mit Vorschiffsspanten, die unter Wasser als Erzeugende einer schraubenförmigen Aussenhautleitfläche über einen wesentlichen Teil ihrer Länge gerade verlaufen, wobei der spitze Winkel, den sie mit der Schwimmebene bilden, vom Bug gegen die Schiffsmitte allmählich zunimmt, dadurch gekennzeichnet, dass oberhalb der Konstruktionswasserlinie die von den Vorschiffsspanten gebildete Leitfläche von der nach oben fortgesetzt gedachten Schraubenfläche der Unterwasserspanten nach innen abweicht.