AT143457B - Verfahren zur Gewinnung immunisierender Heilmittel. - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung immunisierender Heilmittel.

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AT143457B
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Gewinnung immunisierender Heilmittel. 
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Bleiaeetat, Phosphorwolframsäure, Ammonsulfat, Sublimat, Sulfosalicylsäure, Formaldehyd, Alkohol u. dgl., versetzt. Es fällt ein Rückstand aus, den man abtrennt etwa durch Filtration oder Zentrifugieren und der dann in an sich bekannter Weise zwecks Abtrennung der Schwermetalle, also etwa mit Hilfe von Schwefelwasserstoff, zersetzt wird. In der vom Sulfidniedersehlag nunmehr abgetrennten Lösung sind die wirksamen Antikörper enthalten. Diese Lösung wird   sodann noch zweckmässig   einer Dialyse unterworfen. Zur Entfernung des   überschüssigen     Schwefelwasserstoffes   wird nach erfolgter Fällung mit Luft oder irgendeinem inerten Gas entlüftet. 



   Die Arbeitsweise kann auch so durchgeführt werden, dass man den Harn zwecks Entfernung dialysabler Stoffe, wie Harnsäure, Phosphorsäure u. dgl.. vor der Fällung mit den Eiweissfällungsmitteln einer Dialyse unterwirft. 



   Man kann auch so arbeiten, dass man den Harn mit einem   fettlösenden,   mit Wasser nicht mischbaren organischen Lösungsmittel, wie z. B. Äther, vom Ballast befreit. An Stelle von Äther können auch andere fettlösenden organisehen Lösungsmittel, die mit Wasser nicht mischbar sind, verwendet werden, wie z. B. Benzin, Petroläther, Essig-und andere Äther, Benzol usw. Der so entgiftete Harn wird dann zweckmässig mit Hilfe eines verteilten (dispergierenden) indifferenten Mittels eingetrocknet. Man bringt ihn in mehreren Portionen z. B. auf Kochsalz und trocknet diese Mischung in einem Luftstrom oder im Vakuum bei Temperaturen nicht über 40  C. Als dispergierende Mittel eignen sich Milchzucker, Aluminiumhydroxyd und alle ungiftigen anorganischen und organisehen Stoffe.

   Bei dieser   Arbeitsweise bilden sieh mitunter geringe Zersetzungen stickstoffhaltiger   Körper, die sieh durch Ammoniakgeruch bemerkbar machen. Um die Präparate ganz von gebildetem Ammoniak zu befreien, hat sich eine Trocknung bzw. Naehtrocknung über Schwefelsäure als zweckmässig erwiesen, die ebenfalls im Vakuum durchgeführt werden kann. 



   Man verfährt beispielsweise wie folgt :   1l   Harn eines von Diphterie Genesenden wird mit 50   cm3   Äther durchgeschüttelt und nach der Trennung in zwei Schichten vom Äther befreit. Der so entgiftet 
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 einer zweitägigen   Nachbehandlung   im   Vakuumexsikkator   über Schwefelsäure unterworfen. 



   Besonders reine Stoffe lassen sieh auch dadurch gewinnen, dass man den Harn, gegebenenfalls wieder nach vorheriger Filtration durch bakteriendichte Filter entweder im dialysierten oder nicht dialysierten Zustande der Einwirkung von Adsorptionsmitteln aussetzt, indem man den Harn z. B. mit Aluminiumhydroxyd   ausschüttelt.   Das Aluminiumhydroxyd adsorbiert hiebei die wirksamen Antikörper", die mit dem Aluminiumhydroxyd sodann gemeinsam etwa durch Filtration abgeschieden werden können. Der   Rückstand   auf dem Filter wird sodann durch wiederholte Waschung mit physiologischer   Kochsalzlösung   gereinigt und dann mit physiologischer Kochsalzlösung digeriert.

   Dabei lösen sich die spezifischen Antikörper vom Adsorptionsmittel wieder ab und gehen in die physiologische Kochsalzlösung, die dann zu   Imnmnisierungszwecken   verwendet werden kann. Auf diese Art ist eine Trennung von den Polypeptiden   möglich,   die bei der Behandlung des Harns mit dem Aluminiumhydroxyd von diesem ebenfalls adsorbiert werden. Legt man auf die Trennung   des "wirksamen Antikörpers" von   den Polypeptiden keinen Wert, so kann das Aluminiumhydroxydgel sofort zu   Immunisierungszweeken   verwendet werden. 



   Die Art des Adsorptionsmittels ist nicht spezifisch. Ausser Aluminiumhydroxydgel können auch Kaoline, Fullererde, Kieselgur, Kieselsäuregel, Calciumcarbonat, Calciumphosphat od. dgl. verwendet werden. Auch kann man so vorgehen, dass man nicht das fertige Adsorptionsmittel dem Harn zugibt. sondern dieses im Harn selbst erzeugt, z. B. in an sich bekannter Weise durch Fällung von Aluminiumsalzen mit Laugen im Harn. 



   Die   Untersuchungen   haben endlich auch noch ergeben, dass zwischen dem Toxingehalt und dem   wirksamen Antitoxin"ein   gewisser Quotient besteht, der sieh mit der Zeit ändert ; es verschwindet das Toxin, während das Antitoxin zunimmt. Die Aufarbeitung des Harns auf die Antikörper wird man zweckmässig erst dann beginnen, wenn der Toxingehalt praktisch auf ein Minimum gesunken ist. In der beiliegenden Zeichnung ist diese zeitliche   Veränderung   des   Toxin-bzw. Antitoxingehaltes   mit der Zeit schematisch für einen Idealfall dargestellt. 



   Auf der Abzissenachse ist die Zeit t in willkürlichen Einheiten aufgetragen, auf der Ordinatenachse der Toxin-bzw. Antitoxingehalt des Harns. Die gestrichelt ausgezogene Kurve veranschaulicht rein schematisch den Verlauf des Antitoxingehaltes des Harns in Abhängigkeit von der Zeit, die voll ausgezogene Kurve den Verlauf des Toxingehaltes mit der Zeit. 



   Die Verarbeitung des Harns auf die Antikörper soll erst dann vorgenommen werden, wenn der Toxingehalt sein Minimum erreicht hat, also nach der Zeit a im Idealfall gemäss der schematischen Zeichnung, wenn er also den Wert Null erreicht hat. 



   Arbeitet man auf diese Weise, so genügt es, den Harn, sobald der Toxingehalt praktisch versehwunden ist, mit Äther oder einem sonstigen   organisehen,   mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel   auszuschütteln,   ihn gegebenenfalls durch eine zweite Behandlung von noch vorhandenen Ballaststoffe in an sich bekannter Weise zu befreien und den   Rückstand,   zweckmässig nach entsprechender   Konzen-   tration, etwa durch Eindunstung im Vakuum zu verwenden. 

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   Einige Ausführungsbeispiele mögen die neue Arbeitsweise im einzelnen noch näher erläutern : 
Beispiele :
1.   10 l   Harn werden mit Ammonsulfat gesättigt, der Niederschlag abfiltriert und in destilliertem
Wasser aufgenommen. Das Gemisch wird so lange dialysiert, bis es frei von Sulfat ist. Es wird dann mit soviel konzentrierter   Kochsalzlösung   versetzt, dass ein Gehalt von   0'9% Kochsalz   entsteht. Die nach
24stündigem Stehen in Lösung gegangenen Substanzen werden abfiltriert. Das Filtrat stellt ein immuni- sierendes Heilmittel dar. 



   2.   50 l   Harn werden durch einen Berkefeldfilter filtriert und dann der Dialyse unterworfen. Zur
Vermeidung neuer Infektionen wird während der Dialyse mit Toluol   überschichtet.   Nachdem sieh die Leitfähigkeit des Harns nicht mehr ändert, wird mit Bleiacetat ausgefällt, der Niederschlag abfiltriert und in   Vmo     Essigsäure   aufgenommen und Schwefelwasserstoff eingeleitet. Das gebildete Bleisulfid wird abfiltriert und das Filtrat dialysiert. Das Filtrat wird auf einem Volumen von   5l im Vakuum   eingeengt bei Temperaturen nicht über   40  und   kann als solches verwendet werden. 



   3.   50 l   Harn werden mit   4 l   Äther einmal 15 Minuten lang   geschüttelt,   die Flüssigkeit sich selbst überlassen, bis eine klare Trennung des Äthers vom Harn eingetreten ist, und der Harn durch einen Heber abgezapft. Der Rückstand kann als solcher im Vakuum auf   5 l   eingeengt und verwendet werden. Er kann aber auch nach Ausführung des Beispieles 2 weiterbehandelt werden. 



   4.   50l   Harn werden nach Beispiel 2 durch Dialyse von den dialysierbaren Substanzen befreit, nach Beispiel 1 durch Sättigung mit Ammonsulfat ausgefällt und nach Entfernung des Ammonsulfates aus dem Niederschlag dieser mit 5 kg Traubenzucker versetzt, im Vakuum getrocknet und dann bis zur Abfüllung über Schwefelsäure im Vakuum behandelt. 



   5.   50 l   Harn werden durch Berkefeldfilter filtriert, bis zum Minimum der Leitfähigkeit dialysiert und dann mit 3'5 kg Aluminiumhydroxyd ausgeschüttelt. Das Aluminiumhydroxyd wird abfiltriert, auf der Zentrifuge ausgeschleudert, im Vakuum getrocknet und über Schwefelsäure im Vakuum behandelt. 



   6. Die im Beispiel 5 gewonnenen 3'5 kg Adsorbat werden dreimal mit je 15   l   physiologischer Kochsalzlösung gewaschen, im Vakuum nicht über   400 eingeengt   und bis auf einen Kochsalzgehalt von   ho   dialysiert. Das Verfahren wird so eingerichtet, dass nach der Dialyse etwa   4'5l   Flüssigkeit entstanden sind, die dann auf genau   5 l gebracht werden.   



   7. Der Harn einer diphtheriekranken Person wird mit etwa 8% seines Volumens Äther mindestens 30 Minuten lang geschüttelt. Von diesem gereinigten Harn erhält je ein Meerschweinchen 0'5 cm3 bzw. 



    1'0 cm3 intracutan   injiziert. Bleiben die Tiere am Leben und zeigen lokal keine für Diphtherie spezifischen pathologischen Veränderungen, so kann der Harn zur Weiterverarbeitung nach den oben angegebenen Verfahrensbeispielen benutzt werden. Er wird dann mit Toluol überschichtet, in einer   Sammelflasehe   im Eisschrank aufbewahrt und mit andern Portionen von Harn, die bei diesem bzw. bei andern erkrankten Personen gewonnen werden, gesammelt. 



   PATENT-ANSPRÜCHE : 
1. Verfahren zur Gewinnung immunisierender Heilmittel aus Stoffwechselprodukten, dadurch gekennzeichnet, dass aus diesen Stoffwechselprodukten, u. zw. insbesondere aus dem Harn von Menschen oder Tieren, die von einer Infektionskrankheit genesen sind, die Toxine abgeschieden und die, wirksamen   Antikörper"daraus   isoliert rein dargestellt werden.

Claims (1)

  1. 2. Ausbildung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Harn, gegebenenfalls nach einer Filtration durch bakteriendichte Filter und etwaiger Abtrennung dialysabler Anteile durch Dialyse mit bekannten eiweissfällenden Stoffen, wie Bleiacetat, Phosphorwolframsäure, Sublimat, Sulfosalyzilsäure, Formaldehydlösung, Alkohol, Ammonsulfat u. dgl., versetzt, der abgetrennte Rück- stand in an sich bekannter Weise durch Ausfällung der Sehwermetalle durch Schwefelwasserstoff zersetzt und aus dem Filtrat gegebenenfalls durch nochmalige Dialyse die spezifischen Antikörper durch Eindunsten od. dgl. abgeschieden werden.
    3. Ausbildung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Harn durch Ausschütteln mit einem fettlösenden, mit Wasser nicht mischbaren organischen Lösungsmittel von dem Ballast befreit und der Rückstand auf schonende Weise konzentriert wird.
    4. Ausbildung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass der nach dem Ausschütteln verbleibende Rückstand mit dispergierenden Stoffen bei Temperaturen nicht über 40 , gegebenenfalls im Vakuum getrocknet und im Bedarfsfalle einer Nachtrocknung über Schwefelsäure, wenn erforderlich im Vakuum, noch unterworfen wird.
    5. Ausbildung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Harn gegebenenfalls nach Filtration durch bakteriendichte Filter und etwaiger vorheriger Dialyse mit hinzugefügten oder in ihm erzeugten Adsorptionsmitteln, wie Aluminiumhydroxyd, Kaoline, Fullererde, Kieselgur, Kieselsäuregel, Calciumcarbonat, Calciumphosphat od. dgl., behandelt und von der überschüssigen Flüssigkeit abgetrennt wird. <Desc/Clms Page number 4>
    6. Ausbildung des Verfahrens nach den Ansprüchen l und 5, dadurch gekennzeichnet, dass die gewonnenen Adsorbate mit physiologischer Kochsalzlösung ausgewaschen werden.
    7. Ausbildung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Harn erst zu dem Zeitpunkt verarbeitet wird, wenn der Gehalt an Toxinen ein Minimum erreicht hat. EMI4.1
AT143457D 1932-11-11 1933-09-02 Verfahren zur Gewinnung immunisierender Heilmittel. AT143457B (de)

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