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Spielzeugfiguren und Verfahren zu ihrer Herstellung.
Spielzeugfiguren, insbesondere solche, die für kleine Kinder bestimmt sind, müssen aus einem
Stoff hergestellt sein, der gegen Wasser und Reinigungsmittel widerstandsfähig ist, und müssen eine möglichst glatte, porenfreie Oberfläche aufweisen, da in etwa vorhandenen Poren Schmutz haftenbleiben würde. Gleichzeitig müssen sie so leicht als möglich und auch weich sein, so dass das Kind sich durch sie keine Verletzung zuziehen kann. Es ist ferner wünschenswert, dass das abzubildende Modell mit einem gewissen Grad von Vollkommenheit wiedergegeben wird, ohne dass die Herstellungskosten zu gross sind, wobei die Reproduktion gleichzeitig eine beträchliche elastische Deformierbarkeit aufweisen soll.
Unter den Spielzeugfiguren mit glatter, waschbarer Oberfläche erfüllen solche, die aus Zelluloid hergestellt sind, diese Forderungen nicht, da sie sehr hart sind, so dass sie das Kind, insbesondere an den Augen und am Mund, verletzen können. Ferner müssen solche Zelluloidfiguren, damit sie im Verhältnis zu ihrem Volumen leicht und nicht zu kostspielig sind, aus sehr dünnem Material hergestellt werden, so dass sich die Figuren leicht eindrücken lassen, schliesslich ihre Form verlieren und leicht brechen, wobei sie scharfe Kanten bilden, die für das Kind gefährlich sein können. Ein bedeutend besseres Material zur Herstellung von Spielzeugfiguren ist weicher Kautschuk, aus dem die Figuren durch Auftreiben in Formen hergestellt werden.
Sollen indessen diese Figuren ihre Gestalt beibehalten, so darf der Kautschuk nicht zu weich und die Wanddicke nicht zu schwach sein, so dass wiederum die Figuren verhältnismässig schwer werden und die Herstellungs-und Materialkosten entsprechend anwachsen. Dem Ideal am nächsten kamen bisher aufblasbare Spielzeugfiguren, die aus dünnen Kautschukblättern hergestellt werden. Sie haben eine glatte, porenfreie, leicht waschbare Oberfläche, ein niedriges Gewicht im Verhältnis zum Volumen und ihre Weichheit macht eine Verletzung des Kindes unmöglich. Die Figuren sind ferner biegsam, so dass sie ihre ursprüngliche Gestalt immer wieder annehmen. Sie weisen indessen den grossen Nachteil auf, dass sie mit der Zeit aufhören luftdicht zu sein, wodurch sie wertlos werden.
Bisher war es nicht möglich, Spielzeugfiguren herzustellen, die den aufgezählten Forderungen voll entsprechen.
Gemäss der vorliegenden Erfindung bestehen die Spielzeugfiguren aus einem Kern von vulka- nisiertem, verfestigtem Schaum von Kautschuklatex, der mit einem mit ihm zusammenhängend verbundenen, dünnen Kautschukfilm überzogen ist.
Der äussere dünne Kautschukfilm ist vollkommen glatt und porenfrei, auch widerstandsfähig gegen Wasser und Reinigungsmittel. Der äussere Kautschukfilm kann ausserordentlich dünn sein, seine Dicke kann selbst nur einen kleinen Bruchteil von einem Millimeter betragen, da seine Form durch den inneren Kern von schwammförmiger Struktur erhalten wird, der, obwohl sehr porös, ausserordentlich weich, von kleiner Dichte und dennoch elastisch ist und seine Gestalt beibehält. Weiter kann der innere Kern jeden gewünschten Grad von Porosität aufweisen, da der äussere Kautschukfilm eine porenfreie und glatte Oberfläche gewährleistet.
In dieser Weise ist es möglich, Kautsehukfiguren herzustellen, die ein sehr geringes Gewicht besitzen und wesentlich weicher sind als die geformten hohlen Kautschukfiguren von gleicher Formbeständigkeit. Eine weitere Gewichtsverminderung kann man dadurch erzielen, dass man den porösen Kern selbst hohl macht. Die Spielzeugfiguren gemäss der vorliegenden Erfindung sind so leicht und weich, dass jede Möglichkeit einer Verletzung des Kindes ausgeschlossen
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ist. Ferner sind die Figuren so biegsam, dass sie bis zu einem hohen Ausmass durch Biegen und Drehen verzerrt werden können und doch ihre Gestalt wieder annehmen. Dies vergrössert natürlich den Wert der Figuren als Spielzeug.
Der verfestigte Latexschaum kann leicht von Kautschuksehwamm unterschieden werden, der mittels eines aufblähenden (treibenden) Mediums hergestellt ist, da bei Kautschukschwamm die Schwammstruktur gegen die Wände der Form zu allmählich dichter wird, so dass eine verhältnismässig dicke und harte Kruste gebildet wird. Hingegen ist, wenn Latexschaum in Formen gegossen und verfestigt wird, seine Struktur durch und durch einheitlich, mit Ausnahme der ausserordentlich dünnen und porenfreien äusseren Haut. Diesem Umstand und ferner der Tatsache, dass die Poren in dem verfestigten Latexsehaum untereinander in Verbindung stehen, wogegen die Poren von in Formen erzeugtem Schwamm abgeschlossen und voneinander getrennt sind, ist zuzuschreiben, dass die Figuren aus Latexschaum viel weicher als die aus dem erwähnten Material hergestellten sind.
Die Zeichnung zeigt schematisch vier Beispiele von neuen Spielzeugfiguren im Schnitt.
Die Figuren besitzen einen inneren Kern a aus vulkanisiertem, verfestigtem Latexschaum, der mit einer ausserordentlich dünnen zusammenhängenden Kautschukhaut b bedeckt ist, welche an der gesamten Oberfläche des Kernes fest anhaftet. Der Kautschuklatex, den man zur Erhöhung der schaum- bildenden Eigenschaften mit Zusätzen, wie beispielsweise Saponin, versehen und durch Einleiten von
Gasen oder durch Schlagen zu Schaum verwandeln kann und, gewünschtenfalls, durch Beimischen von wohlbekannten Zusätzen, wie beispielsweise Natriumsilikofluorid oder Ammoniumpersulfat, Ammoniumsalzen und Oxyden zweiwertiger Metalle, hitzeempfindlich machen kann, wird in Formen gefüllt und, vorzugsweise durch Erhitzen, zum Koagulieren gebracht.
Weist bereits der Schaum einen einheitlichen Aufbau aus hinreiehendfeinen Blasen auf, so bildet sich von selbst eine dünne zusammenhängende, porenfreie Kautschukhaut unmittelbar an der Aussenfläche aus. Es ist indessen schwer, auf diese Weise mit Sicherheit zu erreichen, dass die gesamte Oberfläche vollständig porenfrei ist, so dass es sieh empfiehlt, die äussere Kautsehukhaut getrennt vom Latexschaum herzustellen. Dies kann man beispielsweise erreichen, indem man die verfestigte und vorvulkanisierte Rohfigur in Kautschuklösung oder. noch besser. in Vulkanisationsmittel enthaltenden Kautsehuklatex taucht oder auch, indem man sie in ein entsprechendes Bad bringt oder mit diesen Stoffen besprüht, worauf vulkanisiert wird.
Vorzuziehen ist es indessen, die Formen mit Latex zu überziehen oder sie mit Latex zu füllen und dann zu entleeren, ehe man den Schaum einbringt. Der dünne Latexfilm, der an den Wänden haftenbleibt, reicht aus. um die zusammenhängende, porenfreie äussere Haut zu bilden.
Da die Porosität des Kernes sehr gross ist und da ferner die Poren miteinander in Verbindung stehen, ist es möglich, in die Masse des festen Kerns eine Pfeife c einzubetten, die auf der einen Seite in die Kernmasse und auf der andern Seite in die offene Luft mündet, so dass die Figur, wenn sie zusammengedrückt wird, einen Ton von sich gibt. Wenn die Kernmasse durch ein eingebettetes Diaphragma d, das beispielsweise an der Aussenseite in einen Gürtel e endigt, luftdicht in zwei Teile geteilt ist-wie dies in Fig. 2 dargestellt ist-, wobei beide Teile durch eine Doppelpfeife c, die in das Diaphragma il eingesetzt ist, miteinander verbunden sind, so erhält man eine pfeifende Figur, die zwei Töne von sich gibt und an der Aussenseite keine Öffnung aufweist.
Bei der Herstellung von grösseren Figuren kann eine weitere Gewichtsverminderung dadurch erzielt werden, dass man den Kern hohl macht. Dies kann beispielsweise bewirkt werden, indem man in die Form, bevor man den Kautsehuksehaum einfüllt, eine aufgeblasene Kautschukblase h (Fig. 3) einbringt, die mit Hilfe eines durch sie hindurchgeführten gespannten Fadens i in ihrer Stellung, ohne dass sie aufsteigen könnte, festgehalten wird, bis der Schaum verfestigt ist.
Bei der Herstellung von pfeifenden Figuren kann man die Stellung der Blase A bis zur Verfestigung des Schaumes dadurch fixieren, dass man die aufgeblasene Blase mit der Pfeife c verbindet, das äussere Ende der letzteren ver- schliesst, die Blase in aufrechter Stellung in die Form einführt und den Schaum einfüllt. Die eingeführte Blase kann auch mit einer Flüssigkeit gefüllt werden, die dasselbe oder ein höheres spezifisches Gewicht besitzt als der Latexschaum, wobei nach Verfestigung des Schaumes die Blase entleert wird.
Die Formung kann auch in mehreren Teilen in offenen Formen erfolgen, worauf diese Teile nach Verfestigung des Schaumes, jedoch vor der Vulkanisation, durch Aneinanderkleben oder einfach durch Pressen der entsprechenden Flächen miteinander vereinigt werden. In diesem Falle können diese Figuren hohlgemacht, allenfalls mit mehreren Hohlräumen versehen werden, ohne dass hiezu die. Einführung einer Blase erforderlich ist.
Unter "Kautschuklatex" ist in erster Linie natürlicher Kautschuklatex zu verstehen, doch können natürlich auch koagulierbare, künstliehe wässerige Kautschukdispersionen verwendet werden. Dem Kautsehuklatex können die gebräuchlichen Mischungsbestandteile zugesetzt werden, wie beispielsweise Füllstoffe, färbende Stoffe u. dgl. Es ist ferner vollkommen ausreichend, die färbenden Stoffe nur dem Latex oder der Lösung, die zur Herstellung der äusseren Kautsehukhaut verwendet wird, zuzusetzen.
Wenn die Haut auf der Innenwand der Form angebracht wird, kann man die verschiedenen Stellen der Form mit Latex von verschiedenen Farben überziehen.'Natürlich können die fertiggeformten Figuren auch bemalt werden.
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EMI3.1
Erfindung besonders geeignet ist, sei Mischung angeführt, die dureil Zentrifugieren von konzentriertem Latex hergestellt wird und die einen Trockengehalt der folgenden Zusammensetzung aufweist :
EMI3.2
<tb>
<tb> Kautschuk <SEP> ...................... <SEP> ....................... <SEP> 75#0%
<tb> Schwefel <SEP> .......................................................... <SEP> 3#0%
<tb> Mineralöl <SEP> .......................................................... <SEP> 16#0%
<tb> Paraffin.................................................. <SEP> 4-0%
<tb> Berschleuniger <SEP> ............................................ <SEP> 0#6%
<tb> Antioxydationsmittel <SEP> ................................... <SEP> 0#4%
<tb> Kokosnussfettseife <SEP> ..................... <SEP> ...................... <SEP> 0#3%
<tb> Kasein <SEP> .......................................................... <SEP> 0#2%
<tb> Serumstoffe <SEP> usw. <SEP> ............................................. <SEP> 0#5%.
<tb>
EMI3.3
Die Latexmischung wird durch mechanische Mittel, beispielsweise Einschlagen von Luft, in einen Schaum übergeführt und dann. wie oben angegeben, der Schaum geformt, verfestigt und mit einem dünnen Kautschukfilm versehen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Spielzeugfiguren mit einem aus einem Kautschukfilm bestehenden äusseren Überzug, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen allenfalls mit einem oder mehreren. Hohlräumen versehenen Kern von vulkanisiertem, verfestigte Schaum von Kautschuklatex aufweisen, der mit dem äusseren Kautschukfilm unmittelbar zusammenhängend verbunden ist.