AT139458B - Verfahren und Anordnung zur Erzeugung von künstlichem Rauch. - Google Patents
Verfahren und Anordnung zur Erzeugung von künstlichem Rauch.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren und Anordnung zur Erzeugung von kiinstlichem Rauch. Man kennt bereits seit langem ein Verfahren zur Erzeugung von künstlichem Rauch mittels konzentrierter Schwefelsäure oder Oleum, welche zur Einwirkung auf einen zusammen mit H2S04 eine grosse Wärmeentwicklung verursachenden Körper, z. B. Kalk oder, einfacher, Wasser, gebracht wird. Dieses Verfahren bietet aber zwei Übelstände : 1. Ist der so erhaltene Rauch sehr sauer und ätzend, was in der Mehrzahl der Fälle von Nachteil ist, und 2. gefriert die konzentrierte Schwefelsäure leicht, so dass das Verfahren im Winter schwer anwendbar ist. Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass : 1. In den entstehenden Rauch Ammoniakgas eingeleitet wird, der mit der konzentrierten Schwefelsäure oder dem Oleum schwefelsaures Ammonium bildet und eine nicht saure Rauchwolke zu erzielen gestattet ; 2. die konzentrierte Schwefelsäure oder das Oleum mit Chlorschwefel gemischt wird, wodurch ihr Gefrierpunkt, ohne Beeinträchtigung ihrer Eigenschaft Rauch zu entwickeln, erniedrigt wird. So ergibt beispielsweise ein Verhältnis von 40 Teilen Ch10rschwefel und 60 Teilen Schwefelsäure gute Resultate. Die Erfindung erstreckt sich überdies auf eine Vorrichtung zur Ausführung dieses Verfahrens und insbesondere zur Sicherung des Ammoniakzuflusses zur Rauchbildungsstelle sowie zur gleichzeitigen und selbsttätigen Regelung der Ammoniakgasmenge in Abhängigkeit von der gebildeten Rauchmenge. Die beiliegenden Zeichnungen veranschaulichen beispielsweise einige Ausführungsformen solcher Anordnungen. Es zeigen : Fig. 1 eine handbetriebene Apparatur im Aufriss, Fig. 2 den zugehörigen Grundriss, Fig. 3und 4 eine selbsttätig wirkende Apparatur im Auf-und Grundriss, und Fig. 5 und 6 eine Anordnung zur Regelung der Gasausströmung in grösserem Massstabe. Die in den Zeichnungen veranschaulichte Apparatur nach der Erfindung setzt sich im wesentlichen aus einer gewissen Anzahl von konzentrierter Schwefelsäure oder Oleum. enthaltenden und um Zapfen 2 schwenkbaren Behältern 1 zusammen, deren Schwerpunkt, wenn sie geladen sind, oberhalb der Zapfen und seitlich von der lotrechten, durch diese Zapfen gelegten Ebene sich befindet, so dass die Behälter durch ihr Eigengewicht nach vorn ausschwingen, sobald eine zu diesem Behuf vorgesehene Verriegelunganordnung ausgelöst ist. Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. l besteht diese Verriegelungsanordnung einfach aus einem im hinteren Teil des den Behälter tragenden Gestells angeordneten Klotz 3. Die Behälter 1 sind in ihrem oberen Teil mit Verschlüssen 4 versehen, welche mit, bei einem Schlag bzw. Stoss selbsttätig brechenden Organen, z. B. mit in Fig. 4 angedeuteten Glasbechern ausgestattet sind. Die Schwenkbewegung wird in einer solchen Lage angehalten, dass die untere Erzeugende des Zylinders (bei der Ausführung nach Fig. 1 und 2) mit der waagreehten Ebene den für den Ausfluss der im zähflüssigen Zustand befindlichen Ölschwefelsäure günstigsten Winkel einschliesst. Zweckmässig erfolgt das Anhalten durch die Rinne selbst, durch welche die Schwefelsäure in den Trog geleitet wird, in dem sich Kalk oder ein sonstiger Stoff befindet, welcher bei Berührung mit der Schwefelsäure oder Oleum eine kräftige Wärmeentwicklung verursacht. Bei der Anordnung nach Fig. 1 und 2 ist der Trog 7 in einem gewissen Abstand vor dem Behälter angeordnet und wird von einem radförmigen Körper überlagert, welcher einen Trichter 8 und eine Anzahl von an diesen angeschlossenen, radial angeordneten und der ganzen Länge nach gelochten Rohren 9 aufweist, die eine gleichmässige Verteilung der Säure über dem Kalk od. dgl. sichern. Die beschriebene Gesamtanordnung kann auf einer Rollbahn od. dgl. aufruhen, damit sie in der günstigsten Richtung mit Bezug auf den Wind einstellbar ist ; die Leistung ist am grössten, wenn die Windrichtung mit der Längsachse der Rinne 6 zusammenfällt. Der Kalktrog 7 wird im Ruhezustand unterhalb der strahlenförmig angeordneten Rohre durch eine leicht abnehmbare Decke geschlossen. Die hauptsächliche Neuerung gemäss der Erfindung besteht darin, dass im Verein mit der vorbeschriebenen Anordnung eine Ammoniakflasche 10 vorgesehen ist, welche mit irgendeinem Spannungs- regler 11 zur Regelung des Druckes des ausströmenden Ammoniaks versehen ist und durch eine ent- sprechend Leitung mit der Stelle, an der sich die Rauchwolken aus der Säure bilden, verbunden wird. Bei der Ausführungsform nach der Fig. 1 und 2 besteht dieses Leitungsgestänge aus einem nachgiebigen Rohr 12, das mit einem Steuerhahn 13 verbunden ist, und einem an den letzteren sich anschliessenden Rohr 14, das mit einem am ganzen Umfang gelochten Kranz 15 verbunden ist, durch den eine gleichmässige Mischung des Ammoniaks mit den Säurerauchgasen gesichert wird. Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 und 2 erfolgen alle Steuerungen von Hand : die Behälter 1 werden durch einen Handhebel16 betätigt und der Hahn 13 wird gleichfalls von Hand gesteuert. <Desc/Clms Page number 2> Fig. 3 und 4 zeigen eine andere Ausführungsform, gemäss welcher die Schwenkbewegungen des bzw. der Behälter und die Zuleitung von Ammoniak selbsttätig mittels elektrischer Steuerorgane gesteuert werden. Es ist auch selbstverständlich möglich, die Schwenkung der Behälter und die Zuleitung von Ammoniak gleichzeitig auszuführen. Wie nämlich aus diesen Abbildungen ersichtlich ist, sind die Behälter in ihrer Ruhelage dadurch gehalten, dass ein Anschlag 17 mit einer Klinke 18 zusammenwirkt, die bei 19 schwenkbar ist und einen Anker 20 trägt, welcher von einem Elektromagnet 21 beeinflusst wird. Wird dieser erregt, so wird der Anker 20 angezogen und daher der Anschlag 17 freigegeben. Die entsprechende Anordnung zur Steuerung der Gasauströmung ist besonders in Fig. 5 und 6 dargestellt. Die Gasausströmung wird hiebei durch ein Ventil 22 gesteuert, das geöffnet wird, sobald ein von einem Elektromagnet 24 beeinflusster Hebel 23 geschwenkt wird. Der Hebel 23 wirkt auf einen Teil 28, so dass das Gas in 29 eintritt und durch.' ? ausströmt. Es sind also gleiche Bedingungen, wie oben erwähnt, vorhanden. Ist eine Batterie von mehreren Schwefelsäure-bzw. Oleumbehältern vorhanden, so sind die elektrischen Steuerorgane derart angeordnet, dass bei jedem Stromstoss die Schwenkung eines Behälters und die Zuleitung einer entsprechenden Ammoniakmenge gesichert wird ; die Anordnung kann auch so getroffen sein. dass die Dauer der Ammoniakzuleitung im Verhältnis zur Ladung der Behälter erfolgt, die nicht notwendigerweise vollständig ist. Die Erfindung beschränkt sich keinesfalls auf die nur als Beispiele geltenden dargestellten Ausführungsformen. Besonders wird bemerkt, dass die Anordnung der Schwefelsäurebehälter mit bezug auf den Kalktrog nach Fig. 3 und 4 eine abweichende ist ; diese Behälter sind ähnlich rund. Die Ausströmung erfolgt in einem der Kreismitte gegenüber liegenden Trog, hingegen das Entweichen der Rauchgase seitlich in der durch die Leitrinne 25 angedeuteten Richtung, während die Ammoniak enthaltenden Gase quer zu dieser Leitrinne in ein Rohr 26 geleitet werden, wobei dieses Rohr mit den Gasbehältern durch Rohrstutzen 31 in Verbindung steht. PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Erzeugung von künstlichem Rauch durch Einwirkung einer sauren, zweckmässig konzentrierten Schwefelsäure oder Oleum als Grundstoff enthaltenden Flüssigkeit auf einen beim Zusammentreffen mit der besagten Flüssigkeit wärmeentwiekelten Stoff, dadurch gekennzeichnet, dass in die so gebildeten Rauchwolken ein Ammoniak od. dgl. enthaltendes Gas eingeleitet wird, um die in diesen Rauchwolken enthaltene Säure zu neutralisieren.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge des hinzugefügten Ammoniak od. dgl. enthaltenden Gases der zur Erzeugung des Rauches benutzten Menge Schwefelsäure äquivalent ist.3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das neutralisierende Gas an jener Stelle hinzugefügt wird, wo die Schwefelsäure oder Oleum enthaltende Flüssigkeit auf den Kalk, das Wasser oder ähnlichen Stoff trifft und Rauch erzeugt.4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwefelsäure ein ihren Gefrierpunkt erniedrigender Stoff, wie Chlorschwefel, od. dgl. zugesetzt wird.5. Anordnung zur Ausführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass im Verein mit einem oder mehreren, Säure enthaltenden, schwenkbar angeordneten und unter Wirkung ihres Eigengewichtes zu kippen suchenden Behältern (1) ein unter dem bzw. den Behältern angeordneter und Kalk, Wasser od. dgl. enthaltender Trog (7), ein oder mehrere, das vorzeitige Kippen des bzw. der Behälter hindernde Verriegelungsorgane (3, 17) und ein zweiter, Ammoniak od. dgl. enthaltender und mit dem besagten Trog (7) verbundener Behälter (10) vorgesehen sind.6. Anordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Kalk, Wasser od. dgl. zur Raucherzeugung dienenden Stoff enthaltende Trog (7) von ihrer ganzen Länge nach durchlochten Rohren (9) überdacht ist, die die von den umgekippten Behältern fliessende Säure leiten und sie gleichmässig im Trog (7) verteilen.7. Anordnung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen über den besagten Rohren (9) angeordneten gelochten Rohrkranz (15) aufweist, der mit dem, das neutralisierende Gas enthaltenden Behälter (1) verbunden ist und zum gleichförmigen Ausfluss des Gases dient.8. Anordnung nach Anspruch 5,6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Behälter im Ruhezustand durch einen Klotz (3), einen auf einen Arm (18) treffenden Anschlag (17) od. dgl. verriegelt sind, die ein vorzeitiges Umkippen der Behälter verhindern.9. Anordnung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Ammoniak od. dgl. enthaltende Behälter ein Ventil (22) besitzt, das den Gasausfluss regelt und durch einen Hebel. (23) gesperrt ist..10. Anordnung nach den Ansprüchen 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Arme (18) od. dgl. und der Hebel (23) durch Elektromagnete (21 und 24) betrieben sind.11. Anordnung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass sie Ventile od. dgl. aufweist, die zur Regelung des Ausflusses des neutralisierenden Gases dienen und die Ausflussmenge dieses Gases der im entwickelten Rauch enthaltenden Säuremenge äquivalent machen.
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