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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verbrennung von Müll sowie sonstigen häuslichen und gewerblichen Abfällen u. dgl. minderwertigen Brennstoffen.
Durch die Erfindung wird erreicht, dass trotz einfacher Bauart und geringer Rauminanspruehnahme des der Durchführung des Verfahrens dienenden Ofens die Leistung dadurch gesteigert wird, dass die Verbrennung bei zwangsläufig vorgeschriebenem Wege der Verbrennungsluft durch Nach-und Hauptverbrennungsrost in drei aufeinanderfolgenden Vorgängen-Vorverbrennung, Hauptverbrennung und
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indem immer mindestens zwei dieser Vorgänge zusammenarbeiten. so dass eine vollständige Unterbrechung der Wärmeerzeugung vermieden wird. Es ist also durch die Anwendung der Erfindung ermöglicht, in der Zeiteinheit mehr Müll zu verbrennen und mehr Nutzwärme (Erzeugung von Dampf, warmem Wasser u. dgl. ) verfügbar zu machen.
Wesentlich ist, dass sich die Vorgänge nicht in ungefähr der gleichen hori- zontalen Ebene abspielen, sondern stufenförmig nach der Höhe gegliedert sind, und dass die Verbrennungsluft zwangsläufig die Nach- und Hauptverbrennung der Reihe nach sichert.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des der Durchführung des neuen Verfahrens dienenden Ofens veranschaulicht, u. zw. zeigt : Fig. 1 einen senkrechten Schnitt, Fig. 2 einen Schnitt nach Linie x-x der Fig. 1.
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beweglichen Rost 7 nach unten begrenzten Verbrennungsraum 1, den darunter befindlichen, durch einen verfahrbaren Rost 20 abgeschlossenen Hauptverbrennungsraum 2 und den darunter befindlichen, durch den Rost 29 abgeschlossenen Narhverbrennungsraum 3.
An der Oberseite des Ofens befindet sieh die Beschickungsöffnung 5. deren Verschluss in üblicher Weise mittels Gewölbedeckels mechanisch oder mit der Hand erfolgen kann. Das eingefüllte Müll fällt, wobei es über eine schräge Fläche 6 gleitet, wie auf der Zeichnung angedeutet, auf den Vorverbrennung rost, dessen Stäbe 7 aus feuerbeständigem Gusseisen hergestellt sind und mit einer Kühleinrichtung ver-
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mittlung von Lenkern- ? 2 aus dem Ofen gezogen werden können, wie in Fige punktiert angegeben, so dass das auf den Roststäben liegende Müll in den Hauptverbrennungsraum 2, u. zw. auf den Rost 20 fällt. Erfindungsgemäss erfolgt das Weiterbefördern des Mülls im Ofen vom Verbrenl1ungsrost auf den
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Der Rost 20 kann an sieh beliebig gebaut sein. Eine für die Erfindung besonders zweckmässige Anordnung ist in dem dargestellten Beispiel gezeigt. Dieser Rost besteht aus zwei in bezug auf die hori- zontale Längsachse symmetrisch angeordneten Rosthälften 20. die je mittels Zahnstange oder Gewinde- spindel 21 unter Vermittlung entsprechender Getriebe 22 von der Mitte nach aussen verschoben werden
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Auf der Vorderseite des Ofens ist eine Schüröffnung 14 vorgesehen und zwischen dieser und dem Rost 20 eine auf einer Platte 15 gelenkig gelagerte Überdeckungsplatte 13 angeordnet, unter die der vordere Teil des Rostes 20 bei seiner Verschiebung gelangt.
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verbundenen Rahmen 19 auf.
Unterhalb des Rostes 20, also so, dass die Nachverbrennungsflan1l11en und die Schlackenwärme direkt auf den Hauptverbrennungsrost einwirken können, befindet sich der bunkerartig ausgebildete Nachver- brennungsraum 3, dessen unterer trichterartig ausgebildeter Teil 4 nach vorn durch eine drehbare Platte 23 und nach hinten durch einen Rost 29 abgeschlossen ist. Hinter dem Nachverbrennungsraum 3 befindet sich der durch eine Klappe 27 mehr oder weniger verschliessbare Kanal 25 für die Zuführung der Verbrennungsluft.
An die Mündung des Kanals schliesst sich ein aus Blech oder sonst geeignetem Material bestehendes Kanalverbindungsstück 26 an, welches auf der andern Seite an dem Rost 29 bzw. dem Rahmen der Klappe 23 endigt und somit eine luftdichte Verbindung zwischen dem Kanal 25 und dem bunkerartigen Nachverbrennungsraum herstellt. Das Verbindungsstück 26 ist unten mit einer Reinigungs-und Ent- lperungsöffnung 28 versehen. Mit ihren oberen Enden liegen die Roststäbe 29 auf einem Rahmen 30, der gleichzeitig als Träger für das krümmerartige Verbindungsstück 26 und auch für das innere Mauerwerk des Kanals 25 dient.
Der senkrecht unter dem Hauptverbrennungsrost angeordnete, mit einem Nachverbrennungsrost ausgestattete bunkerförmige Nachverbrenl1ungsraum 3 ist an Stelle von bekannten, mehr flach ausgebildeten Schlackenrosträumen angeordnet. Er hat diesen gegenüber den Vorzug, dass die Glutschicht in grösserer Höhe übereinanderliegt und der Luftzutritt auf einer verhältnismässig kleinen Fläche stattfindet.
Infolgedessen muss die Luft mehr oder weniger alle Glutschichtteile bestreichen, wodurch eine kräftige Nachverbrennung und, sobald diese beendigt ist, eine intensive Kühlung der Verbrennungsrückstände bzw. eine entsprechend stärkere Erwärmung der Frischluft erfolgt.
Der Raum oberhalb des Nachverbrennungsrostes 29 bildet eine Luftkammer, die jeweils unter der für den Betrieb des Ofens nötigen Druckluft steht.
Eine unter Verwendung der Erfindung ausgeführte Müllverbrennungsanlage besteht aus einer Anzahl nebeneinander gebauter derartiger Ofen, deren Müll- und Verbrennungsräume miteinander in Verbindung stehen.
Die Betriebs-und Wirkungsweise des Ofens ist folgende :
Die während des Betriebes auf dem Nachverbrennungsrost 29 liegende heisse Glutschicht wird unter der Wirkung des aus dem Kanal 25 kommenden und durch die heissen Ofenwände bereits vorgewärmten Frischluftstromes einer intensiven Nachverbrennung unterzogen.
Die dabei entstehenden Verbrennungsgase und Flammen im Verein mit der auch durch die heissen Verbrennungsrückstände erhitzten Verbrennungsluft sichern in hohem Masse die schnelle Verbrennung des auf dem Rost 2 liegenden, an sich schwer verbrennbaren Mülls, dessen Brennbarkeit aber dadurch gesteigert ist, dass es vorher beim Lagern auf dem Rost 7 allseitig teils durch die Einwirkung der Feuergase des Hauptverbrennungsrostes 2 sowie durch die Strahlungswärme des Feuerraummauerwerks der Glutsehicht 2 und des auf annähernd gleicher Feuerraumtemperatur gehaltenen Zündgewolbes 8 stark erhitzt, teils durch die in diesen Feuergasen enthaltene überschüssige Verbrennungsluft einer raschen Entzündung und wirksamen Vorverbrennung unterworfen wird.
Die Vorverbrennung erfolgt in der Weise, dass während der Verbrennungsdauer der Müllcharge im Raum 2 die Müllcharge im Raum 1 liegen bleibt. In der Zwischenzeit kann die nur wenige Augenblicke erfordernde Entfernung der Verbrennungsrückstände aus dem Raum 3 erfolgen. Die Füllung des Ofens mit einer neuen Müllcharge im Raum 1 kann anderseits erfolgen, während die Räume 2 und 3 in Tätigkeit sind und schliesslich kann auch das Ausziehen der Roste 20 erfolgen, während die Räume 1 und 3 in Tätigkeit sind.
Der Betrieb des Ofens ist also insofern ein ununterbrochener, als mindestens zwei Räume in Tätigkeit sind, während im dritten Raum eine Füllung oder eine Entleerung stattfindet.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Verbrennen von Müll und sonstigen häuslichen und gewerblichen Abfällen auf drei übereinanderliegenden Rosten, denen das Verbrennungsgut nacheinander zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbrennung auf den drei Rosten chargenweise erfolgt und die gesamte zur Verbrennung notwendige, von unten nach oben streichende Druekluftmenge (Unterwind) zwangsläufig nacheinander durch die Glutschichten des Nach-und des Hauptverbrennungsrostes und schliesslich zum Teil durch den Vorverbrennungsrost und zum andern Teil um diesen herum geführt wird.