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Durch das Stammpatent Nr. 128624 ist unter Schutz gestellt ein Verfahren zur Vorbereitung von Metallwerkstücken für eine in Stufen auszuführende mechanische Bearbeitung. wie Ziehen, Walzen.
Tiefziehen u. dgl. m., mit Erspanmg von Zwischenglühungen zwischen den Bearbeitungsstufen, wobei auf das gereinigte Werkstück ein dunner Überzug aus einem weicheren Metall (Legierung) aufgebracht wird, dadurch gekennzeichnet, dass die durch Beizen gereinigte Oberfläche des Werkstückes vor dem Aufbringen des Überzuges durch ein Ätzmittel oder mechanisch je nach der Beschaffenheit des Werkstückmaterial und des verwendeten Überzugsmetalls (Legierung) und je nach der Art und Dauer der Bearbeitung mehr oder minder stark aufgerauht wird.
Wenn das Aufrauhen durch Ätzen bewirkt werden soll, kann man die Ausgangswerkstüeke sofort mit ätzenden Stoffen behandeln, die sowohl geeignet sind, die Werkstüekoberfläche von den Unreinigkeiten zu befreien, als auch das Aufrauhen zu bewirken.
Nun gibt es Erzeugnisse aus Eisen oder Stahl (oder auch ändern Metallen geringer Duktilität), die, da sie in ihrer Form und in ihren Abmessungen sich von den Ausgangswerkstücken verhältnismässig wenig unterscheiden, nur in wenigen Arbeitsstufen aus den Ausgangswerkstücken erhalten werden sollen.
Dies gilt z. B. für Siederohre von Lokomotivkesseln, die bei Einhaltung gewisser Massnahmen in 3-4 : Arbeitsstufen (Ziehstufen) aus den Ausgangsrohrstüeken in der gewünschten Querschnitts-und Längenabmessung gewonnen werden sollten : es müsste aber auch möglich sein, sie in 1-2 Arbeitsstufen zu erhalten. Dies wäre tatsächlich auch mittels des Verfahrens nach dem Stammpatent Nr. 128624 ohne weiteres auf kaltem Wege zu erreichen, ohne dass irgendwelche Zwischenbehandlungen erforderlich wären. Doch verlohnt es sich nicht, den doch immerhin kostspieligen Überzug aus Blei oder einer Bleilegierung auf die Werkstücke aufzubringen, wenn ein solcher Überzug, der ja für viel zahlreichere Arbeitsstufen ausreicht, nicht vollkommen ausgenutzt werden würde.
Für solche Arbeiten hat man bereits vorgeschlagen, die in üblicher Weise gereinigten Werkstücke mit einem fetthaltigen Überzug zu versehen. Damit konnte man. wenn die Ziehstufe verhältnismässig klein waren, zwei bis drei Zuge ohne Erneuerung des Überzuges ausführen.
Gemäss der Erfindung werden die Werkstücke gleichfalls mit einer nicht matallischen Masse überzogen, welche Stoffe enthält, die den Reibungswiderstand vermindern, wie fett-oder ölartige Stoffe, Talkum, Federweiss, Speckstein. Graphit. Bleiglätte od. dgl., einzeln oder in Mischungen, u. zw. Stoffe, die nach dem Aufbringen auf die Werkstücke auf diesen nach dem Trocknen einen erstarrten dünnen
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diese im Sinne des Stammpatentes gereinigt und aufgerauht worden ist. Erst so ermöglicht es ein solcher Überzug, die Werkstücke ohne jede andere Behandlung in ein bis vier verhältnismässig groben Stufen kalt mechanisch zu bearbeiten, insbesondere zu ziehen oder zu walzen.
Sollen z. B. Stahlrohre in etwa 3-4 Stufen gezogen werden, so kann ein Bad folgender Zusammensetzung benutzt werden : Es wird einer Mischung von etwa 2/3 (Gewicht) Leinöl und 1/3 Terpentin 1/3 des Gesamtgewichtes dieser Mischung Bleiglätte (Bleioxyd) zugesetzt und das Ganze innig verrührt. In dieses Bad werden die Ausgangswerkstüeke getaucht und kurze Zeit darin gelassen. Nach dem Austauchen werden die Werkstücke trocknen gelassen, was ungefähr Stunde Zeit benötigt, und sie tragen
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sind, auf kaltem Wege und ohne jede Zwischenbehandlung 3-4 grob abgestuften Ziehoperationen zu unterwerfen.
Bei Rohrwerkstücken dringt die BadflÜssigkeit auch ins Innere ein und bildet auch im Innern einen Überzug, der bewirkt, dass die gezogenen Rohre auch im Innern vollkommen glatt werden.
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behandlungen zu ziehen.
Will man aber z. B. ein Rohr von 38 mm lichter Weite und 4 mm Wandstärke in zwei Arbeitsstufen auf ein Rohr von 26 mm lichter Weite und 2mm Wandstärke ziehen. so empfiehlt es sich. ein Bad folgender Zusammensetzung anzuwenden :
58 Gewichtsteile Wasser, 10 Gewichtsteile Seife, 2 Gewichtsteile Rizinus öl, 15 Gewichtsteile Wollfett und 15 Gewichtsteile Federweiss. Um ein möglichst homogenes Bad zu erhalten, wird diese Mischung auf 70-80 C erwärmt. Die Werkstücke werden in dieses Bad ungefähr 2-3 Minuten eingetaucht, dann ausgehoben und trocknen gelassen, was ungefähr 1/4 Stunde benötigt. Es bildet sich auch hier ein erstarrter Überzug, der das Kaltziehen in 1-2 Stufen ermöglicht.
Selbstverständlich können die hier als Beispiele angeführten Bäder sowohl ihrer Zusammensetzung als auch ihren Mengenverhältnissen nach geändert werden. Wichtig ist bloss, dass diese Bäder Stoffe enthalten, die nach dem Erstarren der von den Werkstücken aus dem Bad mitgenommenen Schicht einen mehr oder minder festen Überzug bilden, der zum Teil in die Vertiefungen und Kanülchen der aufgerauhten Metalloberfläche eingedrungen ist und auf diese Weise den Überzug an der Oberfläche so verankert, dass er von den Werkzeugen nicht sofort abgestreift wird. Es empfiehlt sich. mit der Bearbeitung nicht früher zu beginnen, als bis festgestellt worden ist, dass der Überzug vollkommen erstarrt und trocken ist. Dies kann auch durch Erwärmen der überzogenen Werkstücke beschleunigt werden.