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Luftreifen für Fahrzeugräder.
Die ursprüngliche Grundidee des Luftreifens bestand darin, innerhalb einer biegsamen Umhüllung zwischen der Strassenoberfläche und dem starren Teil des Rades ständig einen Körper von komprimierter Luft zu erhalten. In der weiteren Entwicklung der Luftreifenkonstruktion ging das Bestreben immer dahin, die Voraussetzungen zu schaffen, dass Hindernisse auf der Strassenoberfläche augenblicklich durch die Lauffläche des Luftreifens aufgenommen werden, damit Stösse soweit als möglich schon an der Stelle ihrer Entstehung ausgeschaltet werden. Die Fahrbedingungen haben sich aber in weitgehendem Masse geändert und der grösste Teil des Verkehrs spielt sich heute auf modernen Strassen ab, die eine hauptsächlich glatte, harte, von einzelnen Hindernissen freie Oberfläche aufweisen.
Die wesentlichen Merkmale der Luftreifenkonstruktion sind aber dieselben geblieben.
Heute liegt die Ursache der Abnutzung der Reifenlauffläche hauptsächlich in der Bewegung, die in der Lauffläche selbst stattfindet, wenn sie sich bei der Berührung mit der Strassenfläehe biegt. Im Sinne der Erfindung wird diese selbstzerstörende Bewegung innerhalb der Lauffläehenmasse durch eine besondere Form und Ausgestaltung des Reifens ausgemerzt und so eine lange Lebensdauer des Reifens gesichert. Dabei wird der Reifen gemäss der Erfindung nicht so leicht von spitzigen Gegenständen durchdrungen und behält auch auf eine erheblich längere Zeitdauer das auf seiner Oberfläche durch Formen hergestellte Muster, welches den Zweck hat, ein Gleiten zu verhindern.
Die Konstruktionsmethode gemäss der Erfindung beschränkt die örtliche Biegsamkeit der Lauffläche, sieht aber eine beträchtlich vergrösserte Biegsamkeit des Reifens an den Seiten der Reifengrund- fläche vor, so dass der Verlust an Stossdämpfung innerhalb der Lauffläche wettgemacht, ja sogar über-
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ursachen, dies in einer Weise, die wirksamer ist als bei den Luftreifen der gegenwärtig normalen Konstruktion mit einer mehr flexiblen Lauffläche und einer steiferen Grundfläche.
Ein weiteres Merkmal des neuen Luftreifens ist die grössere Breite des Querschnittes und infolgedessen eine grössere Belastungsfähigkeit, die ohne die Verwendung zusätzlichen Materials ermöglicht wird.
Zweckmässig wird der Luftreifen gemäss der Erfindung in Verbindung mit einer Radkonstruktion verwendet, wie sie im österr. Patent Nr. 130926 beschrieben ist, und weist folgende wesentliche Merkmale auf. Gemäss der Erfindung hat der Luftreifen eine am Umfang verstärkte, nicht dehnbare Lauffläche, die an jeder Seite von krummlinigen Seitenwänden getragen wird, welche dehnbare Ausbauchungen von einer Quersehnittshöhe bilden, die grösser ist als jene gegenüber der Innenseite der Lauffläche ;
die
Ausbauchungen sind erfindungsgemäss längs des inneren Reifenumfanges durch einen biegsamen bogen- förmigen Teil verbunden, der konkav zur Felge verläuft und in oder nahe der Mittellinie durch nicht dehnbare Wülste verstärkt ist, die in einer horizontalen Ebene höher liegen als die mit der Felge in Berührung stehenden Teile der Ausbauchungen zu beiden Seiten der Wülste. Die Grundfläehe des Reifens ist entweder gespalten oder der Reifen ist im Querschnitt geschlossen und seine Auflagefläche so ver- stärkt, dass der Reifen in bekannter Weise an der Felge befestigt werden kann.
Die Zeichnung veranschaulicht zwei Ausführurgsbeispiele des Reifens gemäss der Erfindung im
Querschnitt, u. zw. zeigt Fig. 1 einen Reifen mit gespaltener Grundfläche und Fi-, einen Reifen mit geschlossenem Querschnitt.
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Die Lauffläche J ? ist in Richtung des Umfanges nicht ausdehnbar, aber biegsam. Dies wird dadurch bewirkt, dass, wie dargestellt, Schichten von fortlaufenden Schnüren oder Drähten eingesetzt sind oder schräg verlaufende Schnüre so angeordnet sind, dass sie eine Längsdehnung der Lauf- fläche nicht zulassen. Die Seitenwände 3 und die Grundfläche 4 können so ineinander verlaufen, dass sie einen geschlossenen Reifen bilden, wie dies in Fig. 2 dargestellt ist, oder die Grundfläche kann, wie Fig. 1 zeigt, gespalten sein, in welch letzterem Falle die Ränder entsprechend verdickt und mit leichten, aber nicht dehnbaren Versteifungseinlagen 5 versehen sind.
Die Grundfläche ist zweckmässig so geformt, dass sie in der Art und Weise, wie sie im Patent Nr. 130926 des näheren beschrieben ist, auf der konvexen Felge aufsitzt, wobei die Flanschen 6 dazu dienen, den Reifen zur Ruhe zu bringen, wenn die Seitenwände und die Grundfläche durch die Belastung oder einen Stoss radial nach innen zu getrieben werden, welche Bewegung man gewissermassen als ein Versinken der Felge in die unteren Teile des Reifens bezeichnen kann und welche eintritt, wenn die Belastung oder der Stoss auf die Lauffläche wirkt.
Im grossen und ganzen ist die Querschnittsform des Reifens eine solche, dass die Deformation unter Belastung oder bei Stoss keine scharfe Biegung der Reifenwände 3 verursachen kann, dies weder an den Kanten der Lauffläche noch auch an einem andern Punkt der Wände, sondern dass sieh bei einer Verstärkung des Druckes auf die Lauffläche eine radial nach innen gerichtete Bewegung des Reifens als Ganzes ergibt, wobei die Krümmung der Seitenwände nur eine geringe oder gar keine Veränderung erfährt. Dieses charakteristische Merkmal bleibt auch bei sehr grossen Schwankungen aufrecht, weil sich hiebei die ganze Innenseite der Lauffläche der Felge nähert, die Luft innerhalb desReifens daher in der Richtung der Pfeile nach aussen getrieben wird und die normale Krümmung der Seitenwände aufrechterhält.
Der Luftreifen ist mit einem vom Laufmantel unabhängigen Luftsehlaueh 7 und einem Ventil 8 ausgestattet. An den Innenflächen des Laufmantels kann aber auch eine luftdichte Auskleidung vorgesehen werden. Der in Fig. 2 dargestellte Luftschlauch 7 kann dieser Auskleidung beispielsweise entsprechen.
Es kommt hier also durch die Vereinigung verschiedener Merkmale, von denen einzelne für sich
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die Lauffläche in der Richtung des Umfanges nicht ausdehnbar zu machen : auch flache Laufflächen sind bereits bekannt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Luftreifen, dadurch gekennzeichnet, dass er eine am Umfang verstärkte, nicht dehnbare Lauf- fläche hat, die an jeder Seite von krummlinigen Seitenwänden getragen wird, welche dehnbare Ausbuchungen von einer Querschnittshöhe bilden, die grösser ist als jene gegenüber der Innenseite der Lauffläche, und dass die Ausbauchungen längs des inneren Reifenumfanges durch einen biegsamen bogenförmigen Teil verbunden sind, der konkav zur Felge verläuft und in oder nahe der Mittellinie durch nicht dehnbare Wülste verstärkt ist, die in einer horizontalen Ebene höher liegen als die mit der Felge in Berührung stehenden Teile der Ausbauchungen zu beiden Seiten der Wülste.