AT134607B - Verfahren zur Herstellung von Spinnfasern aus Pflanzen ohne vorheriges Rösten. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Spinnfasern aus Pflanzen ohne vorheriges Rösten.

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AT134607B
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   Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Spinnfasern aus faserhaltigen Pflanzen wie Flachs, Hanf u. dgl., ohne vorheriges Rösten. 



   Nach der üblichen Methode wird z. B. Flachs zuerst geröstet, dann gebrochen und darauf in einer
Sehwingmaschine bearbeitet. Das Rösten ist ein langwieriger Vorgang, der sieh über Tage oder Wochen erstreckt, und es wurde deshalb verschiedentlich versucht, ihn abzukürzen oder durch eine andere Behandlung zu ersetzen. So wurde z. B. vorgeschlagen, die holzhaltigen Fasern in einer wässerigen   Glyzerin-oder Milchsäureesterlosung zu kochen.   Es wurde jedoch festgestellt, dass die Fasern dabei angegriffen werden und leiden, und Alkalisalze zur Schonung zugefügt werden müssen. Ein anderes Verfahren besteht darin, die Fasermasse in Alkalien zu kochen, wobei ebenfalls die Fasern stark angegriffen werden. 



   Gemäss der Erfindung geht der   Nassbehandlung   ein Brechen und Schwingen voraus, wobei die Fasern von allen holzigen Bestandteilen befreit werden. Dann werden die Fasern bei Zimmertemperatur in eine in bekannter Weise lösend auf die Klebestoffe der Fasern wirkende wässerige Lösung von Glyzerin getaucht, worauf sie nach der Befreiung von dieser Flüssigkeit und nach dem Trocknen zum Hecheln und Spinnen fertig sind. Die Kerne der   ungerösteten   Pflanzenstengel werden in kurze Stücke gebrochen, die vor dem Eintauchen von den ungerösteten Fasern vollständig entfernt werden. Die wässerige Glyzerinlösung ist frei von Alkalien. Die Fasern werden etwa 10-20 Minuten in dem Bade gelassen, wonach die   klebstoffhaltigen   Bestandteile der Fasern gelöst sind. 



   Durch dieses Verfahren wird eine Spinnfaser von hoher Spannungsfestigkeit und ausgezeichneter Qualität hergestellt, die eine lange, feine, weiche, seidenartige Struktur besitzt. 



   Ist die Faser von ihren holzartigen Bestandteilen getrennt, so kommt die ungeröstete Faser in eine Lösung, die einen vorzugsweise organischen, chemischen Bestandteil enthält, der auf die   wachs-   artigen Bestandteile der Faser wirkt und diese entfernt oder löst und gleichzeitig auch eine leicht bleichende Wirkung ausübt. 



   Als wirkungsvollster chemischer Stoff zum Auflösen der wachsartigen Bestandteile der Faser, der ausserdem ein leichtes Bleichen hervorruft, wurde eine wässerige Lösung mit ungefähr   6-12% %   reinem Glyzerin gefunden. Obgleich es nicht unbedingt erforderlich ist, so wird weiches Wasser-wie   z.   B. Regen-,   See-oder Flusswasser-vorgezogen,   das keine Karbonate, Alkalien und Mineralien in Lösung enthält. Der geschwungene, ungeröstete Flachs oder anderes Fasermaterial wird in die Glyzerinlösung bei Zimmertemperatur getaucht, u. zw. erfordert eine   12%%igue   Glyzerinlösung ein Bad von ungefähr zehn Minuten. Ein geringerer Prozentsatz von Glyzerin erfordert eine entsprechend längere Einwirkung. Hierauf wird die Faser von der Lösung des Bades auf geeignete Weise, wie z.

   B. durch Auswinden oder durch Fliehkraft, befreit, sie wird an Luft getrocknet und ist in der Form für die   übliche   mechanische Weiterbehandlung zur Herstellung des Spinnfadens. 



   Es ist bekannt, dass die Elementarfaser von Flachs eine Länge von 17 bis 32 mm hat. Die Fasern liegen blätterartig aneinander und werden durch die klebstoffhaltige Substanz zusammengehalten, die einen nicht   wünschenswerten   Bestandteil der Spinnfasern bildet. 



   Vermutlich löst das verdünnte Glyzerin den Grossteil der klebestoffhaltigen Bestandteile und entfernt sie zum Teil. Der Rest des gelösten Klebestoffes verbleibt in der Faser und hilft die blätterartig aneinanderliegenden   Faserteilchen   zusammenhalten. Dadurch wird eine grössere Spannfestigkeit erreicht als die besten Fasern besitzen, die nach dem Röstverfahren getrennt sind. 

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     Der obengenannte Prozentsatx : ui Glyzerin   gibt die besten Ergebnisse in der erwähnten Zeit. Es   kann   jedoch auch ein grösserer Prozentsatz Glyzerin für das Bad verwendet werden, ohne die Faser zu 
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 grösserer Verlust beim Hecheln ein. Wird die Faser zu lange in dem normalen Bade gelassen, so kann auch dies von Nachteil sein. Statt Glyzerin können auch andere Verbindungen höherer Alkohole verwendet werden, wie z. B.   Diäthylenglykol, Trimethylenglykol,   Glyzerol u. ä. Das Glyzerin ist deshalb vorzuziehen, weil es verhältnismässig billig ist und vorteilhaft bei gewöhnlicher Zimmertemperatur verwendet werden kann. 



   Vorteilhaft ist es auch. die frisch geschwungene Faser mit klarem Wasser zu waschen. Es hilft nämlich   das Wasser schädliche Farbbestandteile   und andere Verunreinigungen zu entfernen, nachdem die Faser dem   Schwingprozess   unterworfen wurde, d. h. nachdem sie von ihren hölzernen Bestandteilen befreit wurde. Durch die Hinzufügung von Glyzerin wird die Wirkung des Wassers verbessert und eine reine, hochwertige Faser geschaffen. 



   Die nach dem Verfahren erhaltene   Spinnfaser hast   eine   naturliehe,   cremeartige Farbe und besitzt Hochglanz. Sie kann leicht noch in feinere Fasern geteilt werden zum Spinnen feiner   Gewebefäden.   
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 da das Stroh geschwungen werden kann, wenn es trocken genug zum Aufstapeln ist. Die   ungerosteten   Teile, die durch das Schwingen des Strohes erhalten werden, sind ausserdem ein gutes Viehfutter, das noch verbessert werden kann. wenn es mit dem Samen gemischt wird. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Spinnfasern aus faserhaltigen Pflanzen ohne vorheriges   Rösten,   dadurch gekennzeichnet, dass die Fasern nach dem Brechen erst von allen holzigen Bestandteilen   durch   Schwingen befreit, dann in eine in bekannter Weise lösend auf die Klebstoffe wirkende wässerige   Lösung   von Glyzerin bei Zimmertemperatur getaucht werden, worauf sie nach der Befreiung von dieser Flüssigkeit und nach dem Trocknen zum Hechseln und Spinnen fertig sind.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kerne der 1gerösteten Pflanzenstengel in kurze Stücke gebrochen werden, die vor dem Eintauchen von den ungerösteten Fasern vollständig entfernt werden.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die wässerige Glyzerinlösung frei von Alkalien ist.
    4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Faser etwa 10 bis 20 Minuten in dem Bade gelassen wird. wonach die klebstoffhaltigen Bestandteile der Faser gelöst sind.
AT134607D 1931-09-10 1931-09-10 Verfahren zur Herstellung von Spinnfasern aus Pflanzen ohne vorheriges Rösten. AT134607B (de)

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