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Netzansehlussgerät für die Zwecke der Lautverstärkung und Nachrichtenübermittlung und Gliih- kathoden-Gleichrichterkolben zur Verwendung bei derartigen Geräten.
Es ist an sich bekannt, Spannungsverdopplungsschaltungen, wie z. B. die sogenannte Greinacher- Schaltung, zur Stromversorgung von Netzanschlussgeräten für die Zwecke der Lautverstärkung und Nachrichtenübermittlung zu benutzen, u. zw. sind Anordnungen unter Verwendung fast aller bekannten Ventilarten benutzt worden.
Trotz der grossen Vorzüge, welche die Greinacher-Schaltung hat, hat sie doch für den erwähnten Zweck keinen Eingang in die Praxis finden können. Einige der Vorzüge der Greinacher-Schaltung sind z. B. Kurzschlusssicherheit, doppelwellige Gleichrichtung aus einer Weehselstromquelle, z. B. auch aus dem Netz ohne Zw isehenschaltung eines Transformators bei gleichzeitiger Spannungsverdopplung unter Verwendung von nur zwei Ventilen, weitgehende Ausnutzung des Transformators, wenn ein solcher verwendet wird, geringe Spannungsbeanspruehung der Transformatoren und Kondensatoren im Verhältnis zur erzielten Gleichspannung.
Der Grund, dass die Schaltung trotz ihrer Vorzüge keine Verwendung in der Praxis gefunden hat, liegt im wesentlichen darin, dass zwei Ventile benutzt werden müssen und geeignete Doppelventile, wie sie z. B. für die Divisorschaltung als Doppelwegventile längst geschaffen worden sind, zur Zeit noch fehlen.
Man hat zwar für die Röntgentechnik gelegentlich versucht, zwei Ventile, die man in Greinaeher- Schaltung benutzte, in einem Kolben unterzubringen, siehe z. B. D. R. P. Nr. 426095, Kl. 21 g. Diese Ventile sind wenig bekannt geworden, u. zw. im wesentlichen deswegen, weil ihre Ausführung für den Zweck, für den sie gedacht waren, ganz erhebliche Schwierigkeiten bezüglich des inneren Aufbaues bzw. genügender Durehschlagssicherheit machte. Bei diesen Ventilen handelt es sich nämlich um Hochvakuumglühkathoden- ventile mit Wolframkathoden für ganz extrem hohe Spannungen.
In ein neues Stadium ist jedoch die Angelegenheit dadurch gekommen, dass man durch die neuen Ventile mit hochaktivierter Kathode des Hoehvakuumtyps und durch die gasgefüllten Ventile jetzt Ventile zur Verfügung hat, die zwar nicht für die extremen Spannungen geeignet sind, wie sie die eben beschrie- benen Ventile anzuwenden erlauben, die aber ohne grosse Schwierigkeiten hohe Stromleitungen abgeben und namentlich bei Verwendung der Greinacher-Schaltung auch noch hinreichend spannungsfest sind, um alle für die Zwecke der Nachrichtenübermittlung notwendigen Gleichspannungen mit ihrer Hilfe zu erzeugen.
Doppelventile dieser Art, die für Spannungsverdopplungsschaltung geeignet sind, sind bisher nicht bekannt. Da sich der Preis eines solchen Doppelventils nur unwesentlich höher stellt als der eines Einwegventil derselben Bauart, so ergibt die Verwendung derartiger Doppelventile einen ausserordentlich grossen Fortschritt im Bau von Netzanschlussgeräten, die zur Stromlieferung für die Geräte der Lautverstärkung und Nachrichtenübermittlung, also insbesondere zur Lieferung des Anodenstromes von Elektronenröhren, bestimmt sind.
Die zur Verwendung kommenden Spannungen werden fast nie so gross, dass man die Zuleitungen zu den Elektroden der Ventile nicht in einen einzigen Quetschfuss legen könnte. Man wird daher zweckmässig diese Anordnung wählen, insbesondere, da sie die maschinelle Massenherstellung derartiger Doppelventile gestattet.
Beim Hochvakuumgleichrichter kann man dabei, wie aus dem Schaltbild der Greinaeher-Sehaltung hervorgeht, ohne weiteres eine Durchschmelzung ersparen, da im ganzen nur fünf Zuführungen zu den
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beiden Ventilen notwendig sind. Man kann natürlich auch alle sechs Elektrodenzuführungen durch den Quetschfuss führen und die Verbindung zwischen zwei der Zuführungen erst später vornehmen. Beim Gasgleichrichter macht die Abschirmung der Elektroden und auch ihrer Zuführungen gegeneinander grössere Schwierigkeiten, und man wird daher die Verbindung, die nach der Greinacher-Schaltung zwischen zwei Elektrodenzuführungen notwendig ist, erst nach der Herausführung durch den Quetsehfuss vornehmen.
Wenn es auch an sich möglich ist, alle sechs Zuführungen der beiden Ventile einem mit sechs Anschlussstellen versehenen Röhrensockel zuzuführen, so wird man wohl schon aus Ersparnisgründen für
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Sockel in der Radiotechnik normal ist.
In der anliegenden Zeichnung bedeutet : Fig. 1 ein Schema der Greinaeher-Schaltung mit zwei Einzelventilen, Fig. 2 ein Schaltbild unter Verwendung des beschriebenen Doppelventils, Fig. 3 eine Schaltung innerhalb des Ventils bei Verwendung eines Sockels mit fünf Stiften und Fig. 4 eine Ausführungsform eines Doppelventils mit Gasfüllung.
In den verschiedenen Figuren sind übereinstimmende Teile durch übereinstimmende Bezugsziffern angedeutet.
Fig. 1 zeigt zur Orientierung die bekannte Greinacher-Schaltung, bei welcher die Ventile mit 1 und 2, die Wechselstromquelle mit 3, die Kondensatoren mit 4 und 5 bezeichnet sind. An den mit 6 und 7 bezeichneten Klemmen wird der Gleichstrom abgenommen.
Das Schaltbild nach Fig. 2 bezieht sich auf eine Röhre, bei der die beiden erforderlichen Ventile in einem Kolben mit fünf Herausführungen untergebracht sind.
Aus Fig. 3 ist ersichtlich, in welcher Weise die Elektroden der Röhre mit diesen Herausführungen bzw. Anschlussdrähten verbunden sind.
Die der Gleichrichtung dienende Vorrichtung wird bei der Ausführungsform gemäss Fig. 2 aus dem Wechselstromnetz 3 über einen Transformator gespeist, dessen Primärwicklung bei 8 angedeutet ist. Die Sekundärseite weist drei Wicklungen auf, nämlich eine Wicklung 9, welche den gleichzurichtenden Strom liefert, und die Wicklungen 9a und 9b, welche die Glühkathoden 17 und 16 speisen (Fig. 3) und hiezu mit den Anschlusskontakten oder Stiften 10, 11 und 13, 14 verbunden sind. Wie aus den Fig. 3 und 4 ersichtlich, ist die eine der Anoden 18 mit dem Anschlusskontakt 10 und dadurch auch gleichzeitig mit der Kathode 17 verbunden, während die zweite Anode 19 mit einem besonderen Anschlusskontakt und Zuführungsdraht versehen ist.
Die Fig. 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel für den inneren Aufbau des Doppelventils. Zylindrische Schirme 21 und 22 umgeben die Anoden 18 bzw. 19 und verhindern die Rückzündung zwischen Kathode und Anode jedes Einzelventils. Ein weiterer Schirm 23 verhindert den Überschlag zwischen den Elektroden der verschiedenen Systeme. Für Spannungen von einigen 100 Volt pro Ventil muss dieser Trennschirm2. 3 so ausgeführt werden, dass er den Gasaustausch innerhalb des Gleichrichtergefässes nicht verhindert, aber dennoch bis nahe an die Gefässwand im ganzen Querschnitt zwischen den beiden Systemen heranreicht. Für sehr hohe Spannungen werden zwei oder mehrere voneinander isoliert aufgestellte Schirme zwischen den beiden Systemen angeordnet, welche z. B. dasselbe Potential haben, so dass zwischen diesen Schirmen ein feldfreier Raum steht.
Die Zuführungsdrähte der Anoden können, wie aus Fig. 4 ersichtlich, von Verlängerungen der zylindrischen Schirme 21 und 22 umgeben werden. Vorteilhaft werden aber auch die Zuführungsdrähte der Kathoden von zylindrischen Schirmen umgeben, wie bei der einen der Kathode durch den Zylinder 24 angedeutet wurde.
PATENT-ANSPRÜCHE :
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welchem der Anodenstrom über Ventile in Spannungsverdopplungsschaltung aus einer Wechselstromquelle entnommen wird, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden zur Spannungsverdopplung notwendigen Ventile in einem Kolben untergebracht sind.