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Vorrichtungen zum Schwingen und Auspressen von Garnsträhnen.
Die Erfindung betrifft Vorrichtungen zum Schwingen und Auspressen von Garnsträhnen, die beim absatzweisen Färben (Chinieren, Ombrieren) jeweils nur mit einem Teile des Strähns in die Flotte eingehängt werden.
Die bis jetzt bekannten Färbevorrichtungen, bei welchen Garnsträhne durch innerhalb der Flotte arbeitende Bewegungsmittel hin und her geschwungen und nach erfolgter Färbung und Aushebung aus der Flotte von Hand ausgepresst werden, sind nur für Uni-nicht aber für Multifärbung geeignet.
Die Erfindung ist dagegen für Multifärbung bestimmt und besteht im wesentlichen darin, dass
Stäbe, Schienen, Röhren, Walzen od. dgl. oberhalb der Flotte sowohl in jeweils gleicher Richtung miteinander hin und her bewegbar als in jeweils verschiedener Richtung gegeneinander bewegbar angeordnet sind, derart, dass die nur bis zu der gewünschten Grenze in die Flotte eingetauchten Strähne bzw. Strähnteile in die Flotte hin und her geschwungen und nach erfolgter Färbung während des Heraushebens oder nach dem Herausheben aus der Flotte zwischen den Stäben, Walzen od. dgl. ausgepresst werden.
Solche erfindungsgemässe Vorrichtungen lassen sich verschiedenartig ausführen.
Einige Ausführungsbeispiele sind in den Fig. 1-20 dargestellt.
Die Fig. 1-10 zeigen schematisch verschiedene Ausführungsformen der oberhalb der Flotte vorgesehenen Schwing-und Pressmittel und deuten zugleich die Arbeitsweise dieser Mittel an.
Die oberhalb der Flotte befindlichen zum Schwingen und Auspressen der Strähne dienenden Stäbe od. dgl. können beliebigen Querschnitt erhalten und. auch in verschiedener Gruppierung angewandt werden, wie die Beispiele in Fig. 1-10 zeigen.
Zum Schwingen werden die jeweils nur bis zu dem gewünschten Mass in die Flotte tauchenden Strähne maschinell von einer Mittellage aus nach links und rechts bewegt, wie dies in den Fig. 1-5 nebst den im Querschnitt gezeichneten Bewegungsmitteln s, welche aus Stäben, Schienen, Röhren, Walzen od. dgl. bestehen können, dargestellt ist.
Die Strähne bzw. die jeweils gefärbten Teile der Strähne werden durch eine von oben nach unten fortschreitende Pressung ausgepresst, wozu die gleichen vorerwähnten Bewegungsmittel s dienen können, wie in den Fig. 6-8 dargestellt ist.
Über die Rundstäbe s können noch als Presswalzen wirkende, leicht drehbare Röhren P gesteckt werden, wie die Fig. 9 und 10 zeigen.
Der Pressvorgang kann auf drei Arten erfolgen : 1. Durch Aufwärtsbewegung der Aufhängewalzen W und Gegeneinanderbewegung der Pressmittel s bzw. P in gleichbleibender horizontaler Höhenlage.
2. Durch Verharren der Aufhängewalzen W in gleicher Höhenlage und Abwärtsbewegung nebst gleichzeitiger Gegeneinanderbewegung der Pressmittel s bzw. P.
3. Durch Aufwärtsbewegung der Walzen W und gleichzeitige Abwärts-und Gegeneinanderbewegung der Pressmittel s bzw. P.
Der Fall 1 ist in Fig. 9 dargestellt, Fall 2 in Fig. 10.
Die maschinelle Erzeugung der in den Fig. 1-10 gezeigten Schwing- und Auspressbewegungen ist durch Ausführungsbeispiele in den Fig. 11-18 dargestellt.
Die Fig. 11, 12 und 13 zeigen in Vorder-, Seiten-und Oberansicht bzw. Schnitten ein Ausführung- beispiel, in welchem die Schwing-und Pressstäbe s in Führungsschienen F gelagert und je zwei Strähne in Schwing-bzw. Presszustand dargestellt sind.
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Diese an Schwingträgem T aufgehängten Führungsschienen. F, können durch zwei Pleuelstangenpaare p, p und , pi zeitweise im Sinne einer gemeinsamen Hin-und Herbewegung zum Schwingen der zu färbenden Teile der Strähne St in der Flotte und zeitweise im Sinne einer Gegeneinanderbewegung zum Auspressen der gefärbten Strähneteile betätigt werden.
Zum Ausüben der Schwingbewegung kann die Betätigung der Führungsschienen durch die Pleuelstangen auf zwei Arten erfolgen : Erste Art : Die vier Pleuelstangen p, p und pi, pi greifen in vier in übereinstimmender Umfangslage auf der Welle A sitzende vier Kurbelzapfen k, wodurch bei Drehung der Welle A alle vier Führungschienen F, F, Fi, Fi in gleichem Sinn hin und her bewegt werden.
Zweite Art : Nur die zwei Pleuelstangen p, p greifen in die zugehörigen Kurbelzapfen und bewegen hiedureh die zwei Führungsschienen F, F und mittels nicht gezeichneter Kupplung auch die zwei Führungsschienen Fi, fez in übereinstimmendem Sinne hin und her ; die Pleuelstangen pi, pi sind hiebei ausgeschaltet.
Soll nicht auch Presswirkung, sondern nur Hin-und Herschwingung erzeugt werden, dann genügen bei lediglich eingelegten Stäben, Schienen od. dgl. zwei Führungsschienen F, F je eine an jeder Kufenseite.
Werden diese Stäbe s od. dgl. nicht bloss eingelegt, sondern in der Führungsschiene unverschieblieh befestigt, dann genügt sogar nur eine Führungsschiene F.
Beim Auspressen greifen die zwei Pleuelstangen p, p an den zwei Kurbelzapfen/c, X-und die zwei Pleuelstangen pi, pi an den gegenüber Tc um 1800 versetzten zwei Kurbelzapfen kl, kl an, wodurch bei Drehung der Welle A statt der Miteinander-eine Gegeneinanderbewegung der Führungsschienenpaare F, F und Fi, Fi und damit eine Presswirkung der Stäbe s'entsteht.
Diese Presswirkung kann ebenfalls auf zwei Arten, dauernd oder stossweise, erzielt werden.
Dauernde Pressung wird erreicht, wenn die Welle A durch Ausrücken des auf Antriebswelle 11 sitzenden Kegelrades r mittels Schaltgabel G*'ausgeschaltet und mittels Handhebels P und Gewichtsbzw. Federhebels L nur soweit gedreht wird, dass mittels der Pleuelstangen p und pi und der Führungsschienen F und Fi durch die Pressstäbe s die Strähne St gepresst werden.
Die Stärke der Pressung kann je nach Grösse des Handdruckes oder des Gewichts-oder Federzuges beliebig geregelt werden.
Stossweise Pressung wird erzielt, wenn die Welle A in mechanischem Antrieb verbleibt und die auf Pleuelstangen pi wirkenden zwei Kurbelzapfen nach 7cl versetzt sind.
Die Presswirkung ist durch entsprechende Einstellung der Kurbelausschläge k und k1 der Pleuel-
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schienen F l1nd Pressglieder s regelbar.
Die Schwing-bzw. Pressstäbe s können nach Erfordernis in die Führungsschienen F eingelegt und ausgehoben werden.
Werden die Stäbe, Schienen od. dgl. nicht bloss eingelegt, sondern in den Führungsschienen gut befestigt, dann genügen auch für die Presswirkung zwei Führungsschienen, je eine an jeder Seite der Kufe.
Die Fig. 14 und 15 zeigen in Seiten-und Oberansieht bzw. Schnitt ein Ausführungsbeispiel, in welchem die Schwing-bzw. Pressmittel s zum Teil an einer Hohlwelle D, zum Teil an einer in dieser Hohlwelle befindlichen zweiten Welle C derart befestigt sind, dass beide Wellen unabhängig voneinander samt ihren Stäben s sowohl in axialer Richtung verschoben als um zirka 900 gedreht werden können.
Die Strähne sind im Presszustand dargestellt. Die Wellen C und D werden mittels Gleitringe von den zwei Pleuelstangen p und pi bewegt, welche ihrerseits in der oben geschilderten Weise durch die Kurbeln der Welle A bewegt werden, welch letztere wegen beschränkten Zeiehnungsraums oberhalb statt unterhalb der Fig. 15 angedeutet ist.
Bei kleinerer Stäbezahl durch Handhebel, bei grösserer Stäbezahl durch Segmentrad, Schneckenrad od. dgl. können die beiden Wellen C, D um zirka 900 gedreht und sämtliche Stäbe derselben rasch in bzw. ausser Arbeitsstellung gesetzt werden. Die Fig. 16 und 18 zeigen ebenfalls zwei die Stäbe s tragende Wellen U, V, welche jedoch nicht ineinander, sondern nebeneinander angeordnet sind.
Die Stäbe der hinteren Welle U übergreifen mittels einer Krümmung die Stäbe der vorderen Welle V, liegen jedoch im ferneren Verlauf in der Arbeitsstellung in gleicher Horizontalebene neben den Stäben der Welle V. Beide Wellen sind unabhängig voneinander mit ihren Stäben axial verschiebbar und um zirka 900 drehbar.
In diesem Ausführungsbeispiel sind nur in Fig. 16 die Strähne im Presszustand gezeichnet, wobei durch Pfeile die Bewegungs- bzw. Dmekrichtung der Pleuelstangen, Wellen und Pressstäbe angegeben ist.
Fig. 18 zeigt die Strähne im Schwingzustand.
Bei breiteren Kufen und dementsprechend längeren Stäben s sind diese Stäbe entweder besonders kräftig zu gestalten oder an der den Wellen U, V gegenüberliegenden Seite der Kufe in Führungsschienen ähnlich der Fig. 13 einzulegen.
Die Gewichtshebel X, Y dienen dazu, die Stabgewichte auszugleichen und die Wellen U,'V bei.
Aussertätigkeitsetzung der Stäbe s leichter drehbar zu machen.
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In der eine Oberansicht darstellenden Fig. 17 werden die die Schwingstäbe s tragenden, nebeneinander gelagerten Wellen U und V nicht durch ein Kurbel-, sondern durch ein Kurvengetriebe axial bewegt, wobei der auf Welle U sitzende Zapfen J in die Nute der auf Antriebswelle M befestigten Kurvenwalze B eingreift und die Welle V durch die Kupplung 0 axial mitgenommen wird, wenn es sich um Hinund Herschwingung der Stäbe s handelt.
Soll gepresst werden, dann erhalten die beiden Wellen U, V eine gegeneinander gerichtete Bewegung, was durch zweckdienliche Vorrichtungen, beispielsweise durch die in Fig. 13 und 15 gezeigten, geschehen kann. Die Schwingstäbe der Welle U übergreifen auf die in Fig. 18 gezeigte Art die Welle V.
An Stelle des Kurbelgetriebe nach Fig. 11 oder des Kurvengetriebes nach Fig. 17 können auch andere Getriebe, z. B. ein Schraubengetriebe oder ein Exzentergetriebe treten. Das Heben und Senken der Aufhängewalzen W kann auch auf eine andere hier nicht gezeichnete Art geschehen.
Die nach Fig. 11,12 und 13 in Führungsschienen F gelagerten Schwingstäbe, s können leicht und rasch eingelegt und herausgenommen werden, ohne die Aufhängewalzen W zu berühren, die sich immer oberhalb dieser Schwingstäbe befinden.
Auch die Anordnung der Schwingstäbe auf axial verschiebbaren und um 900 drehbaren
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so verschoben und dann eine nach der andern so um 900 gedreht werden können, dass die Schwingstäbe s gut zwischen den Walzen W durchkommen.
Die an Hand der Fig. 1-20 geschilderten Schwing- und Pressvorrichtungen für Multisträhngarnfärberei gestatten daher eine gedrängte Anordnung der Aufhängewalzen, was sehr wertvoll ist, indem hiedurch Maschinen von grosser Leistungsfähigkeit und geringem Raumbedarf für Multisträhngarn- färberei ermöglicht werden.
Im allgemeinen wird durch die Erfindung, welche neue zweckmässige Vorrichtungen und Behandlungsweisen für mehrfarbig Strähngarnfärberei bietet, eine allen Anforderungen entsprechende Multifärberei erzielt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Schwingen und Auspressen von Garnsträhnen, die beim absatzweisen Färben (Chinieren, Ombrieren) bis zur jeweils gewünschten Grenze in die Flotte eingehängt werden, dadurch gekennzeichnet, dass Stäbe, Schienen, Röhren, Walzen od. dgl. oberhalb der Flotte sowohl in jeweils gleicher Richtung miteinander hin und her bewegbar, als in jeweils verschiedener Richtung gegeneinander bewegbar angeordnet sind, derart, dass die nur bis zu der gewünschten Grenze in die Flotte eingetauchten Strähne bzw. Strähnteile in der Flotte hin und her geschwungen und nach Färbung während des Heraushebens oder nach dem Herausheben aus der Flotte zwischen den Stäben, Walzen od. dgl. ausgepresst werden.