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Verfahren zum Entschwefeln von Kohlendestillationsgasen,
Die heute übliche trockene Reinigung der Kohlendestillationsgase von Schwefelwasserstoff unter Verwendung @ von Raseneisenerz, Luxmasse, ertrahierten und/oder aktivierten Gasmassen od. dgl. wird im allgemeinen derart durchgeführt, dass diese Massen in verschiedenen Einzelaggregaten, wie z. D.
Kästen, Turmreinigern u. dgl., untergebracht und mehrere, mebt drei oder vier dieser Einheiten zu
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oder vier Reiniger nacheinander und wird hier vollständig vom Sr. h\vefplwa : < sprstoii befreit. In der Regel setzt man ausserdem dem zu behandelnden Gas an geeigneter Stelle Luit und/oder Dampf zu, um neben der Bindung des Schwefelwasserstoffes an das Eisen gleichzeitig eine Regeneration des gebildeten Sehwefeleisens unter Abscheidung des elementaren Schwefels durchzuführen.
Die trockene Gasreinigung arbeitet zwar ausserordentlich zuverlässig. Ein grosser Nachteil bei
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Gases und hinreichende Schwefelanreicherung der Masse erzielt werden soll. Es ist daher nicht möglich, die Reinigungssysteme mit höheren Gasdurchsätzen und Gasmengen zu belasten. Wenn man auch zeitweilig schon ein solches Reinigungssystem etwa mit der doppelten Gasgeschwindigkeit betrieben, also höhere Belastungen zugelassen hat, so war dies doch nur für Stunden oder einige Tage möglich, da andernfalls sehr rasch Schwefelwasserstoff im Reingas auftrat. Auf jeden Fall war es bis heute unmöa'- lieh, auf die Dauer die Reinigungsanlagen mit höheren Durchsätzen zu belasten, wie vorhin angegeben ist.
Die Erfindung vermeidet diesen Übelstand und gelangt zu Durchsätzen, welche im Dauerbetrieb die heutige Durchsatzgeschwindigkeit des Gases in den Kästen übertreffen, dadurch, dass das Gas nach Verlassen des ersten Reinigers erwärmt und die weitere Behandlung des Gases in den folgenden Reinigern bei erhöhten Temperaturen durchgeführt v. ird.
Untersuchungen der Erfindern haben nämlich ergeben, dass die Herausnahme der überwiegenden
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dann, wenn man diesen mit erheblich höheren Geschwindigkeiten belastet, gelingt die Herausnahme der Hauptmenge des Schwefelwasserstoffes aus dem Rohgas ohne weiteres. Die nunmehr erforder1iehe und in den letzten Kästen des Reinigersystems durchzuführende Feinreinigung des Gases erfolgt dagegen erheblich langsamer. Es dürfen hier die vorhin genannten Geschwindigkeiten und Belastungen regelmässig nicht überschritten werden, will man ein reines Gas erzeugen.
Neben der Herausnahme des Schwefels aus dem Gas in der trockenen Gasreinigung geht gleichzeitig die Regeneration des gebildeten Sehwefeleisens einher. Diese Regeneration des gebildeten Schwefel- eisens erfolgt gleichfalls erheblich langsamer als die Aufnahme der überwiegenden Mengen des Schwefelwasserstoffes im ersten Reiniger. Aber nur dann, wenn das sich bildende Schwefeleisen dauernd regeneriert
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reicherungen der Masse an Schwefel zu gelangen. Die langsame Regeneration des S vei'eleisens war bisher ein weiterer Grund dafür, die Gasgeschwindigkeiten in den Aggregaten eines Reinigersystems niedrig zu halten.
Denn würde man mit hohen Gasgeschwindigkeitcn arbeiten, so wurde der Reiniger sehr rasch unwirksam werden, weil die Regeneration des Schwefeleisens der schnelleren Bindung neuen Schwefelwasserstoffes durch die Masse nicht zu folgen vermag und daher nachhinkt.
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und langsame Reaktionen, nämlich die Herausnahme der letzten Reste des Schwefels aus dem Gas und die Regeneration der Masse, abspielen. Die langsamen Reaktionen bestimmen aber die Geschwindigkeit, mit der das Gesamtsystem betrieben werden kann.
Um die sich in den auf den ersten Reiniger Ma. euden
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Reiniger zulässig ist, auch wirklich auszunutzen,
Durch die Erfindung wird dieser Missstand beseitigt und ermöglicht, das gesamte Reinigersystem
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Reaktionen im ersten Aggregat angleicht.
Man kann beispielsweise derart arbeiten, dass man das im ersten Kasten grob gereinigte Gas in geeigneten Wärmeaustauschern, z. B. mit Abdampf, künstlich auf Temperaturen über Tagestemperatur,
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neue Wärmezufuhr auf dieser Temperatur in dem zweiten, dritten und folgenden Aggregat belässt. Erfindungsgemäss wird also die Temperatur des Gases in dem zweiten, dritten und folgenden Reiniger um etwa 10 oder mehr über die Gastemperatur im ersten erhöht. Der Grad der Temperaturerhöhung
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zulässigen Ausmass zu belasten.
Man kann für ein Reinigersystem einen Wärmeaustauscher vorsehen und das grob gereinigte Gas nach dem ersten Reiniger in diesem Wärmeaustauscher aufheizen und dann den weiteren Reinigern zuführen. Man kann aber auch jeden einzelnen Kasten, Turmreiniger usw. mit einem gesonderten Wärme-
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es möglieh, die heute übliche Wechselschaltung der Kästen durchzuführen, derart nämlich, dass man in einem bestimmten Turnus den an letzter Stelle befindlichen Reiniger an die erste Stelle schaltet usw. Dieses sogenannte Rüekwärtssehalten der Kasten unterstützt weiterhin eine völlige Regeneration der Masse in den Kästen. Die Arbeitsweise ist aber keineswegs an diese Schaltung der Kästen gebunden.
Auch beim Arbeiten unter erhöhtem Druck ist das Verfahren vorteilhaft anzuwenden.
Man hat bereits vorgeschlagen, das Rohgas vor Eintritt in das erste Aggregat der trockenen Gas-
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dadurch unmöglich gemacht, die erhöhten Geschwindigkeiten im ersten Aggregat im gesamten System auszunutzen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Entschwefeln von Kohlendestil1ationsgasen in einer mit Erwärmungsvor-
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zum Gase bei gewöhnlichem oder erhöhtem Druck, dadurch gekennzeichnet, dass das Gas nach Verlassen der ersten aus einem oder mehreren Reinigern bestehenden Reinigerstufe erwärmt und die Behandlung des Gases in den folgenden Reinigern bei einer Temperatur, welche 100 oder mehr über derjenigen des Gases in der ersten Reinigerstlfe liegt, ausgeführt wird.