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Strassenwalze.
Die Erfindung betrifft eine Strassenwalze und besteht in der besonderen Lagerung der Hinterwalzen auf einer ungeteilten Achse derart, dass die Hinterwalzen unabhängig voneinander in begrenztem, aber dem praktischen Bedürfnis entsprechend ausreichendem Masse frei nach beiden Seiten um die Auflagerenden der Hinterachse ohne Unterbrechung oder Störung des Antriebs ausschwingen können, um sich einem vorgearbeiteten und gegebenenfalls wechselnden Strassenprofil selbsttätig anzupassen. Das Auflager ist erfindungsgemäss hiebei derart ausgebildet, dass bei gleichmässig nachgiebiger Strassenfläche die schwingenden Walzen sich ohne Zuhilfenahme von Federn oder sonstigen elastischen Zwischengliedern automatisch in die : Mittellage einstellen und in diese Gleichgewichtslage zurückkehren.
Es ist bereits bekannt, um die Anwendung von Schwinghalbaehsen zu vermeiden, die Hinterwalzen auf einer ungeteilten Hinterachse um kugelförmige Sitzflächen schwingbar zu lagern, zu dem Zwecke, sie zwangsläufig unter einer bestimmten Neigung zur Hinterachse einstellen zu können.
Abgesehen davon, dass bei dieser bekannten Ausführung die Hinterwalzen durch komplizierte Einrichtungen in einer bestimmten Stellung zur Hinterachse gehalten oder geführt werden müssen und diese Enrichtungen bei den grossen Walzengewichten kaum so stark ausgeführt werden können, dass sie den auftretenden hohen Beanspruchungen gewachsen sind, verlangen diese beim Walzen von wechselnden Strassenprofilen, etwa von der Geraden in die Kehre, vom schwachgewölbten in das einseitig überhöhte Profil oder bei Kreuzungen in das ebene Profil jedesmal ein Neueinstellen der Vorrichtung, das überdies nicht mit der unbedingt erforderlichen Genauigkeit vorgenommen werden kann.
Auch können zufolge der mehr oder weniger zwangsläufigen Einstellung der Hinterwalzen Fehler in der gleichmässigen Auftragung der zu walzenden Schotter-, Asphalt- oder Teerasphaltschicht leicht überfahren werden.
Diese Nachteile werden durch vorliegende Erfindung vermieden. Die Bauart ist einfach und stand- sicher sowie widerstandsfähig und keinerlei Betriebsstörung ausgesetzt. An die Bedienung werden keinerlei
Ansprüche gestellt, die Walze arbeitet selbsttätig, bei wilkungsvollster und richtiger Einstellung der
Hinterwalzen und die Vorteile der Schwingwalze an sich whken sich gerade an den schwierigsten Stellen in der Kehre und in Kreuzungen bei wechselndem Profil voll und ganz aus. Locker geschichtete Stellen werden sofort durch Einschwingen der Walzen kenntlich gemacht.
Die Zeichnung zeigt in Fig. 1 eine beispielsweise Ausführung der Erfindung in einem Längsschnitt durch die eine Hinterwalze der Strassenwalze, in Fig. 2 schematisch das Kräftespiel, welches eine Rück- führung in die Mittellage bewirkt.
Auf einer normalen im Fahrrahmen festgelagerten Hinterachse 1 sitzt an jedem Ende drehbar eine zylindrische Büchse 2 mit festem Flansch und Zahnkranz an der Innenseite, welche mittels Ritzel oder Kette angetrieben wird. Auf dieser Büchse befindet sich eine frei bewegliche Büchse 3, deren innere und äussere Begrenzungslinie im Querschnitt einen hyperbelähnlichen Verlauf zeigt. Auf dieser
Büchse ist dann mit zylindrischer Bohrung der eigentliche Hinterwalzenkörper 4 aufgesetzt. Durch
Anordnung einer gelenkigen Kupplung 5, ähnlich System Oldham, zwischen dem Zahnradflansch der
Büchse 2 und dem Hinterwalzenkörper, findet die Kraftübertragung auf die Hinterwalze statt.
Es ist nun ohne weiteres ersichtlich, dass die Hinterwalzen durch Einschieben der frei beweglichen, eigen- tümlich geformten Büchsen 3 frei und unabhängig voneinander ausschwingen. d. h. sich dem vorge- arbeiteten und in den praktisch gegebenen Grenzen wechselndem Strassenprofil frei anpassen können.
Die Hinterwalze liegt in jeder Stellung frei auf der vorgearbeiteten Strassenfläche auf. einseitiger Druck wie bei zwangsläufig geführten oder auch durch elastische Zwischenglieder bis zu einem gewissen Grade
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zwangsläufig geführten Hinterwalzen kann nicht auftreten. Das besonders gefürchtete einseitige Schneiden oder Schnüren der Hinterwalzen in dem zu walzenden weichen Bitumen-, Asphalt-, Teer-oder TeerAsphalt-und ähnlichem Belag wird vermieden.
Höchste Qualität der Walzarbeit ist im vorhinein, ganz
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Konstruktion durch das freie Ausschwingen der Walzen als örtliche Vertiefung sofort erkennbar und es kann der Belag an dieser Stelle rechtzeitig ergänzt und auf gleich gewalzt werden.
Die Ausführung der frei beweglichen Buchse 3 ist so gewählt, dass sieh wie Fig. 2 zeigt, die schwingende Hinterwalze auf das Strassenprofil einstellend immer im stabilen Gleichgewicht befindet. Auch kehrt die Walze, sobald sie durch irgendwie auftretende Seitenkräfte, insbesondere durch ungleichmässige Schüttung der zu walzenden Belagschicht, zum Ausschwingen gebracht wurde, ohne Zuhilfenahme von Federn oder elastischen Zwischengliedern automatisch in die Gleichgewichtslage zurück.
Die Büchse 3 kann unter Umständen entbehrt werden, dadurch, dass man den Hinterwalzenkörper 4 direkt auf die Buchse 2 aufsetzt, welche jedoch dann nicht zylindrisch ausgeführt, sondern im äusseren Umriss den hyperbelähnlichen Verlauf zeigt, wie die Aussenfläche der Büchse 3, während gleichzeitig bei der Hinterwalze die Bohrung die gleiche Form erhält wie die Innenfläche der Büchse 3, so dass beide miteinander die gleiche Funktion erfüllen als wie nach Zeichnung mit Hilfe der eingeschobenen Büchse 3.
Die einfache Konstruktion der Erfindung ermöglicht auch billigste fabriksmässige Erzeugung einer derartige Strassenwalze und gestattet daher, diese mehr wie früher auch für gröbere Walzarbeiten, Makadamstrassen und zur Fertigstellung des Strassengrundbaues zu verwenden, was bei letzteren um so wichtiger ist, als die zweckmässige Vorbereitung und Walzung des Grundbaues die wichtigste Voraussetzung für Herstellung eines neuzeitlichen, absolut einwandfreien Bitumen-, Asphalt-, Teer-oder ähnlichen Belages bildet.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Strassenwalze, dadurch gekennzeichnet, dass die Hinterwalzen an den Enden einer ungeteilten Hinterachse nach beiden Seiten unabhängig voneinander und ohne Störung des Antriebs frei schwingbar gelagert sind.