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Sandstreuvorrichtung für Fahrzeuge.
Um die Adhäsion von Fahrzeugen, welche auf Schienen rollen, zu erhöhen, werden
Sandstreuer benutzt. Bei Eisenbahnfahrzeugen wird vielfach die Sandstreuung dadurch bewirkt, dass in der Nähe der Räder Sandkästen vorgesehen sind, von welchen über eine Stufe der Sand durch ein Abfallrohr mittels einer Düse zwischen Rad und Schiene geblasen wird. Als Blasemittel wird gewöhnlich Wasserdampf bei Dampflokomotiven und Luft bei elektrischen Lokomotiven benutzt.
Die vorstehend beschriebenen Einrichtungen haben den Nachteil, dass sie sehr unzuverlässig arbeiten und viel Wartung und Instandhaltung benötigen. Das häufige Versagen hat verschiedene Ursachen, u. zw. geschieht es unter anderm durch Verstopfen der Düsen mit Sandkörnern oder durch Steckenbleiben des Sandes vor der Düse. Der Sand rutscht dann nicht nach, und die Düse blast leer. Dagegen sind zwar Anordnungen bekannt mit zwei Düsen, von welchen eine zum Auflockern des Sandes und die andere zum Abtransport des Sandes dient, jedoch haben auch solche Einrichtungen keine verlässliche Lösung der Sandung gebracht.
Insbesondere ist der Übelstand nach wie vor aufrechtgeblieben, dass der Sand in etwas feuchtem Zustande steckenbleibt und nicht zur Düse nachrutscht. Um das Steckenbleiben zu vermeiden, ist es notwendig, die Sandkasten möglichst oft zu entleeren und frisch mit trockenem Sand zu füllen. Dies verursacht viel Zeit-und auch Lohnkosten.
Die vorliegende Erfindung löst die Frage der Sandstreuung, wie aus der Zeichnung (Mittelschnitt) ersichtlich, in einfacher Weise dadurch, dass ein Teil des Bodens des Sandkastens 1 je nach Bedarf in Drehung versetzt werden kann. Zu diesem Zwecke ist der Boden 2 mit einem Flügelkranz F ausgestattet oder mit diesem in feste Verbindung gebracht, welcher durch ein Druckmittel, wie etwa Dampf, Luft, Gas, Wasser, in drehende Bewegung versetzt werden kann. Die Drehung des Kastenbodens kann selbstverständlich auch durch andere Mittel, wie von Hand aus oder automatisch, elektrisch od. dgl. mehr erfolgen. Dadurch wird der auf ihm befindliche Sand 3 durch die Fliehkraft nach Aussen getrieben.
Durch Sandführungen in Form von stets offenen Kanälen oder durch einfach vorgesehene Öffnungen im drehbaren Bodenteil fällt dann der Sand nach abwärts, wo er den vom Flügel kommenden Ableitungsstrom trifft, welcher den Sand durch das Sandabfallrohr 4 durchtreibt und auf die gewünschte Stelle etwa zwischen Rad und Schiene bläst. Der drehbare Bodenteil ist beispielsweise durch ein Rollenlager 5 in verdeckter und dem angedeuteten Sandstrom entzogener Weise gelagert.
Der vorstehend genannte Flügel kann je nach Bedarf einfach oder mehrfach beaufschlagt sein. In der Zeichnung ist er beispielsweise zweifach beaufschlagt, indem zwei Einströmkammern K vorgesehen sind. Damit der Sand auch immer in genügender Menge zuläuft, kann auf dem drehbaren Boden eine Rührspindel 5 angebracht werden, welche in den Sandraum hineinragt und durch ihre Querarme 6 den Sand bei jeder Betätigung des Sandstreuers auflockert.
Diese Querarme können wie 6a zeigt auch schraubenflächenförmig in der Weise ausgebildet sein, dass sie die Abwärtsbewegung der über dem drehbaren Bodenteil befindlichen Sandsäule begünstigen. Leitrippen 7 an der Basis der Rührspindel erleichtern das Erfassen des Sandes über dem drehbaren Boden durch die Fliehkraft. Je nach Bedarf und Art des verwendeten Sandes kann die rotierende Rührspindel entsprechend verlängert werden, oder es werden
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noch weitere Auflockerungsspindeln im Sandkasten vorgesehen. Eine solche von Hand aus zu betätigende Auflookerungsspindel ist durch 8 angedeutet. Dadurch wird es ermöglicht, dass Sand, wenn er auch schon längere Zeit im Sandkasten war, vor Fahrtantritt aufgelockert werden kann und das zeitraubende Umfüllen des Sandkastens entfällt.
Dies trägt zur Vereinfachung und Verbilligung in der Wartung wesentlich bei.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Sandstreuvorrichtung für Fahrzeuge, dadurch gekennzeichnet, dass der Sand von der Fliehkraft durch einen in Umdrehung versetzten Teil des Sandkastenhodens bewegt wird und sodann aus eigener Schwere unter die Räder fällt oder getragen von einem Druckmittel, wie etwa Druckluft, Wasserdampf oder Druckgase, durch das Sandabfallrohr unter die Räder geblasen wird.