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Vorrichtung zum Ziehen von Glas in Tafeln.
Die Erfindung bezieht sich auf jene Verfahren zur Herstellung von Glastafeln durch vertikales Ziehen aus einem Glasbad, bei welchen zur Erhaltung der Form der Glastafel eine in das Glasbad etwas unter die Linie des Entstehens der Glastafel getauchte Führungsstange aus feuerfestem Material und zur Verhinderung des Einziehens der Tafel bzw. der Bewegung der Tafelränder gegen innen zu ein als Randhalter bezeichnetes Organ verwendet wird, welches oberhalb des Badniveaus und nächst diesem angeordnet ist und vorzugsweise die Gestalt einer Schale mit radialem Schlitz aufweist, in welchem der Rand der Glastafel liegt.
Bei diesem Ziehverfahren kann man oft feststellen, dass jeder Rand eine ausgesprochen Ver- dickung aufweist, welche die nachfolgenden Übelstände nach sich zieht :
1. Die Verdickung muss beim Beschneiden entfernt werden, wodurch Glasverluste entstehen ;
2. kühlt sie schlecht und ruft Spannungen in der Tafel hervor, die Brüche oder Risse zur Folge haben ;
3. die Verdickung ist sehr hart und daher nur schwer zu durchbohren, was aber notwendig ist, um Sprünge oder Risse zum Stillstand zu bringen ;
4. ruft diese Verdickung infolge des von ihr auf die übrige Glastafel ausgeübten horizontalen Zuges die Bildung einer an die Verdickung anschliessenden verdünnten Zone hervor, längs welcher sich Sprünge oder Risse fortsetzen und häufig den vollständigen Zusammenbruch des Randes verursachen ;
dies ist ein schwer wiegender Unfall, der zu einem Stillsetzen der Maschine führen kann.
Weiters haben die Ränder häufig das Bestreben, sich zu verwinden und nicht in der Ebene der Tafel zu verbleiben. Man sagt dann, dass diese Ränder schief oder gebogen sind, und sie können Brüche an der Stelle des kleinsten Durchmessers durch den Druck der Asbestwalzen hervorrufen, sobald der gänzlich hart gewordene Rand mit diesen Walzen in Berührung kommt. In diesem Falle kann man feststellen, dass der Rand häufig am Randhalter "klebt" und so ein Zerreissen des Glases sowie ein sehr schlechtes Kühlen oder Glühen desselben hervorbringt.
Schliesslich kann es sich ereignen, dass ein Rand normaler Form sehr schlecht gekühlt oder geglüht ist und Brüche der Tafeln nach deren horizontalem Abschneiden hervorruft, wenn man diesen Rand abtrennen will.
Die Ursachen, welche diese Verdickungen hervorbringen, müssen in den Temperaturunterschieden oder in der schlechten Verteilung der Temperaturen des Glases bei der Bildung der Ränder gesucht werden.
Es wurden schon verschiedene Vorschläge gemacht, um diese Übelstände zu beseitigen, doch w urde bisher ein vollkommen zufriedenstellendes Ergebnis damit nicht erlangt. Die vorliegende Erfindung betrifft eine Einrichtung, welche diese Schwierigkeiten in allen möglichen Fällen mit vollkommener Wirksamkeit überwinden lässt.
Die Einrichtung besteht darin, dass eine Anzahl Schirme bildender Körper zu beiden Seiten jedes Randhalters gegenüber jedem der Ränder der Tafel angeordnet sind und einerseits den Zutritt kalter Luft von aussen zu der beim Randhalter befindlichen Glasfläche hintanhalten, anderseits aber durch Reflexion den Rand selbst um so stärker erwärmen, je näher sie an diesen herangerückt werden, so dass man durch Heranrücken der Schirme oder Körper an die Glastafel oder durch Abrücken derselben von dieser Tafel, u. zw. entweder an nur einer Seite der Tafel oder an deren beiden Seiten oder durch Ver- änderung der Winkelstellung der Schirme, allen Verhältnissen gerecht werden kann, die in der Praxis hinsichtlich der Bildung von Verdickungen oder abnormalen Formen der Tafelränder auftreten können ;
man kann dagegen leicht Abhilfe schaffen, wodurch man die Gestalt und das Kühlen oder Glühen des Glases an diesen Stellen oder in der Nachbarschaft derselben verbessern kann.
Die Schirme sind vorzugsweise im Wesen horizontal, annähernd im Niveau der Organe verlegt, welche zur Verhinderung des Einziehens der Glastafelränder bestimmt sind und mit Randhalter bezeichnet werden mögen. Die Schirme können zum Teil vom Randhalter und zum Teil von L-förmigen Blöcken getragen und unterstützt werden, welche zu beiden Seiten der Tafel angeordnet sind und den Ziehraum begrenzen.
Jeder der Schirme kann entweder aus einem einzigen Ziegel oder aus mehreren übereinanderliegenden Ziegeln bestehen ; letztere Ausbildung ermöglicht, im Notfalle die Wirkung dieser Ziegel zu vergrössern und dem ganzen Schirm die für den zu erzielenden Zweck jeweils erwünschte horizontale Querschnittsform zu geben und auf diese Weise die Feinheit der Regelung zu erhöhen. Die Schirme können auch aus ein oder mehreren Stücken, die auch metallisch sein können, hergestellt und von aussen durch ein System von Hebeln, ohne Einführung eines besonderen Werkzeuges in den Ziehraum, verstellbar sein ; beispielsweise können diese Stücke mit Hebeln verbunden sein, die an den Tragarmen der Randhalter oder an irgendeinem andern ortsfesten Teil des Zielschachtes angelenkt sein können.
In den Zeichnungen ist Fig. 1 eine Teilansicht (lotrechter Querschnitt) des Ziehschaehtes, bei welchem die Erfindung in Anwendung steht. Fig. 2 ist eine zugehörige Druntersicht ; die Fig 3 und 4
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sind Vertikalsehnitte nach den Linien 3-3 bzw. 4-4 der Fig. 1. Die Fig. 5-10 zeigen verschiedene Gestalten, welche der Rand der durch Ziehen gewonnenen Glastafel aufweisen kann. Die Fig. 11 und 12, 13 und 14 sowie 15 und 16 stellen in Aufriss und Draufsicht verschiedene Formen von als Schirme ver- w endeter Ziegel dar. Die Fig. 17-21 sind Draufsichten, welche die verschiedenen Stellungen veranschaulichen, welche man den Ziegeln in bezug auf den Glastafelrand je nach der Form desselben geben kann.
Die Fig. 22 und 23 sowie 24 und 25 stellen in Ansieht und in Draufsicht Schirme dar, welche zur Regelung ihrer Wirkung aus übereinanderliegenden und voneinander getrennten Ziegeln bestehen. Die Fig. 26 und 27 schliesslich zeigen in Ansicht und Draufsicht eine Einrichtung zur Betätigung der Schirme von der Aussenseite des Ziehofens.
Wie in den Fig. 1-4 dargestellt, wird die Glastafel a, wie üblich, durch vertikales Ziehen aus einem Glasbad b erzeugt, das in einem Becken c enthalten ist. Die Glastafel wird durch eine Führungsstange d aus feuerfestem Material begrenzt, die in das Glasbad etwas unter die Linie x-x taueht, bei \\ elcher die Glastafel entsteht. Diese Stange d besitzt einen Spalt oder eine axiale Langöffnung d1 und wird in einem bestimmten und einstellbaren Niveau durch den Arm el eines Hebels e gehalten, der an einem (nicht dargestellten) Träger angelenkt und zu diesem verstellbar ist. Die Glastafel a geht zwischen den Walzen hindurch und gelangt zu endlosen (nicht dargestellten) Transportbändern.
Oberhalb des Niveaus des Glasbades und in unmittelbarer Nähe desselben ist gegenüber jedem der Ränder a1 der Glastafel a in bekannter Weise ein Organ f angeordnet, das dazu dient, den Tafelrand zurückzuhalten und seine Verstellung nach einwärts hintanzuhalten ; dieses Organ hat, wie dargestellt, vorzugsweise die Gestalt einer Schale mit einem radialen Sehlitz fl, in welchem der zugehörige Rand a1 der Glastafel a liegt. Dieses schalenartige Organ f hängt an einer Stange f'2, die auf einem (nicht dargestellten) Träger derart montiert ist, dass sie sowohl in der Längsrichtung als auch in der Höhe und im Winkel verstellt und damit eingestellt werden kann.
Zu beiden Seiten der Glastafel laufen parallel und in Abstand Rohre g, in welchen eine Kühlflüssigkeit umläuft. Diese Rohre erstrecken sich über die grösste Länge der Tafel mit Ausnahme ihrer Endpartien, die in den Schlitzen f'1 der Randhalter f'liegen.
Blöcke h von winkelförmigem Querschnitt, die beiderseits der Tafel parallel zu ihr und in Abstand
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dem Profil des Randhalters f anpasst. Dieser Ziegel j ruht auf zwei Tragleisten j2, die zu beiden Seiten des Armes e1 des Hebels e liegen, welcher Arm die Führungsstange d für die Glastafel trägt.
Um zu verhindern, dass die kalte Luft, welche an jedem Ende des Ziehschaehtes von aussen zutreten und rings um die Tragstange f'2 des Randhalters f, unterhalb der beweglichen Türe i1 und zwischen
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zwei, Schirme bildende Körper k, k bei jedem Randhalter f dem Tafelrand al gegenüber angeordnet. Diese Schirme können, wie in den Fig. 1, 2 und 3 veranschaulicht, aus einfachen Ziegeln bestehen, die zum Teil auf dem Randhalter f und zum Teil auf Auskragungen aufruhen, die an den horizontalen Armen h1 der Blöcke vorgesehen sind und welche annähernd im gleichen Niveau wie die obere Fläche des Randhalters liegen, so dass die Ziegel selbst also annähernd eine horizontale Lage einnehmen.
Infolge dieser Anordnung ist klar, dass diese Ziegel k einerseits das Auftreffen der kalten Aussenluft auf die Oberfläche des Glases hindern, welche sieh beim Randhalter befindet, und anderseits durch Reflexion den Rand al der Tafel erhitzen, und dies um so mehr, je näher sie bei diesem Rand liegen. Die schirmen wirkenden Ziegel schützen die Ränder auch vor der Kühlwirkung der Rohre g.
Die Ziegel können die Form eines regelmässigen Parallelopipedes (Fig. 11 und 12) aufweisen oder an einer Seite bei ihren Enden ausgenommen sein (Fig. 13 und 14), oder es kann die Ausnehmung sich über das eine Ende erstrecken (Fig. 15 und 16). Letztere Ziegelform ist auch in den Fig. 1-3 veranschaulicht, und sie erleichtert die Anbringung der Kühlrohre g (Fig. 2). Nähert man diese Ziegel k entweder nur einer Seite oder beiden Seiten der Glastafel oder entfernt man sie von ihr, oder ändert man ihre Winkelstellung, so kann hiedurch allen Übelständen abgeholfen werden, die mit der Bildung einer Verdickung oder einer abnormalen Gestalt des Tafelrandes während des Ziehvorganges verbunden sind.
Fig. 5 zeigt die normale Randgestalt der Glastafel. In diesem Falle bringt man die Ziegel k in die Stellung nach Fig. 17. Wenn der Rand pal der Glastafel, wie aus Fig. 6 ersichtlich, eine Verdiekung a2 aufweist, die wohl eine wesentliche ist, aber nur geringe Ausdehnung hat, so bringt man die Ziegel kin die Stellung nach Fig. 18, um hiedurch die Wirkung der lokalen Wärmerückstrahlung der Ziegel auf
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Fig. 19 zeigt die Stellung der Ziegel, wenn ein schiefer oder krummer Rand a3 (Fig. 7) wegzuschaffen ist : hiebei nähert man dem Rande jenen Ziegel k, der auf der Seite liegt, gegen welche sich der Tafelrand verzogen hat.
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Fig. 20 zeigt die den Ziegeln zu gebende Stellung, wenn der Tafelrand am Randhalter klebt. Dieser Fall ist dem vorhergehenden in bezug auf die Verstellung der Ziegel analog und ist im übrigen vielfach auch dem vorhergehenden Fall hinsichtlich der Ursache seines Entstehens und des Zustandes des Randhalters gleich.
Fig. 21 zeigt die Ziegel vom Tafelrand mehr abgezogen, damit ein zu heisser Rand gekühlt werde ; dies ist ein sehr seltener Fall.
Die Fig. 22 und 23 zeigen die Verwendung von aus übereinanderliegenden Elementen k. kl bestehenden Ziegeln für den Fall eines dicken, zähen Randes a4, der sich beträchtlich weit gegen die Mitte der Tafel zu zieht (Fig. 8). Diese Verdickung a4 des Randes, die ziemlich grosse Ausdehnung hat, kann die Bildung einer eingeschnürten, dünneren Zone zur Folge haben, wie sie bei a5 in Fig. 9 veranschaulicht ist, u. zw. infolge des Zuges, den diese Verdickung auf die Tafel ausübt. Dank der übereinanderliegenden Ziegel kann man die Wirkung einfacher Ziegel verstärken und der Gesamtheit der Ziegel die erwünschte Gestalt im horizontalen Querschnitt geben und dadurch die Feinheit der Regelung erhöhen.
Die Fig. 24 und 25 zeigen die den aus übereinanderliegenden Elementen k, kl bestehenden Ziegeln zu gebende Stellung für den Fall eines zu kalten Randes, der einen dünnen oder selbst schneidenartigen Randteil a6 zeigt, wie dies insbesondere in Fig. 10 veranschaulicht ist. In diesem Falle bildet die Gesamtheit des Randhalters f und der Ziegelpaare k, kl eine Art geschlossener Büchse, welche den Rand bei seinem Entstehen vollkommen vor der kalten Aussenluft schützt und selbst auch vor dem Luftstrom, der vom Innern des Ofens kommt und welcher stets kälter als das Glas ist, welches eben gezogen wird.
Die Fig. 26 und 27 zeigen eine Ausführungsform, bei welcher die Schirme k, die aus Platten aus Metall oder anderem Material bestehen können, von der Aussenseite des Ziehschachtes leicht zu betätigen sind, u. zw. mit Hilfe von Stangen k2, die bei k3 an diese Schirme k angelenkt sind und etwa auch durch ein Gelenk od. dgl. bei Jc4 von der Tragstange f2 des Randhalters f gehalten sind. Hiebei sind keine Spezialwerkzeuge, wie Hacken oder Spaten, deren Handhabung Vorsieht und Geschicklichkeit erfordert, notwendig, damit der Arbeiter die Ziegel oder die andern Schirme bildenden Organe verstellen kann.
Es ist klar, dass die Schirme jegliche Dicke und alle zweckentsprechenden Formen aufweisen und dass sie aus feuerfesten Ziegeln, aus metallischen Platten oder jedem andern Material bestehen können.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Ziehen von Glas in Tafeln mit einer Einrichtung (Randhalter) zur Erhaltung der Lage der Ränder solcher Tafeln und zur Verhinderung ihrer Bewegung nach innen zu, gekennzeichnet durch zu beiden Seiten jedes Randhalters und gegenüber jedem Tafelrand angeordnete Schirme, welche einerseits den Zutritt kalter Aussenluft zu der beim Randhalter befindlichen Glasfläche hindern und anderseits durch Reflexion der Wärmestrahlen den Rand selbst um so stärker erwärmen, je näher sie an diesen herangerückt werden,
so dass durch Heranrücken der Schirme an die Tafel oder durch Abrücken derselben von der Tafel-und dies entweder an beiden Seiten oder an bloss einer der Seiten der Tafel-oder durch Winkelverstellung der Schirme die Gestaltung der Tafelränder hinsichtlich Verdickungen oder abnormaler Formen derselben beeinflusst und das Kühlen und Glühen des Glases an diesen Stellen und nächst derselben verbessert werden kann.