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Sieb zum Entstauben und Sortieren gemischtkörniger Materialien.
Bei Anlagen zum Entstauben und Sortieren gemischtkörniger Materialien stehen geneigte und allenfalls gerüttelte Plansiebe in Verwendung. Zur Erhöhung des Wirkungsgrades und insbesondere zur Entfernung des Staubes feinster Körnung, des Flugstaubes, werden diese Siebe mit Druck-oder mit Saugwind belüftet. Solche Plansiebe haben aber den Nachteil, dass die Luft beim Durchströmen der Siebmaschen von unten nach oben den Flugstaub wohl abführen kann, dagegen das Abtrennen der gröberen Siebkörner wegen der der Schwerkraft entgegengesetzten Wirkung erschwert. Wenn der Wind die Siebmaschen von'oben nach unten durchstreicht, ist die Wirkung noch ungünstiger.
In diesem Falle drückt die Luft den oberhalb des bewegten Gutes aufgewirbelten Flugstaub auf das Gut herab und stört den durch das Rütteln eingeleiteten Vorgang der Kornentmischung, wodurch sowohl der Flugstaub als auch die schwereren Siebkörner nur zum Teile abgetrennt werden.
Diese Plansiebe haben neben der ungünstigen statischen Beanspruchung (eingespannte Siebe insbesondere bei schweren Aufgabematerialien) den weiteren Nachteil, dass sie wegen des unvermeidlichen Durchhanges eine ungleiche Verteilung sowohl des Rohgutes als auch der Luftströmungen mit sich bringen und auch aus diesen Gründen nicht genügend entstauben und aussieben.
Gegenstand der Erfindung ist die Ausbildung eines Siebes zum Entstauben und Sortieren gemischtkörniger Materialien, welches die vorerwähnten Nachteile vermindert.
Ein solches Sieb ist auf der Zeichnung in den Fig. 1 bis 6 dargestellt. Das Wesen der Erfindung besteht darin, dass in der Siebfläche Matenahinnen oder Falten vorgesehen sind, deren Bodenflächen vorwiegend zum Abtrennen der gröberen Siebkörner dienen, während die lotrechten oder geneigten Seiten-
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mitreisst.
In den Fig. 1 bis 3 der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel für ein erfindungsgemässes Sieb in Grundriss, Seitenansicht und Schnitt dargestellt. Fig. 4 zeigt ebenfalls einen solchen Querschnitt samt Verteilung des darauf befindlichen Gutes und der Windströmung.
In den Figuren sind mit 1 das Sieb, mit 2 die Materialrinnen oder Falten, mit 3 die eigentlichen Siebböden und mit 4 die Seitenwände der Materialrinnen bezeichnet.
Fig. 5 zeigt noch andere Beispiele von Querschnittsformen von Faltensiebell, deren Ausbildung aber damit keinesfalls begrenzt ist.
In Fig. 6 ist der Querschnitt eines Faltensiebes dargestellt, bei dem die Seitenwände der Material- rinnen als Sieb, dagegen die Seitenwände J als Vollwände ausgebildet sind.
Die Wirkungsweise ist folgende :
Durch die Bewegung des Aufgabegutes auf dem Sieb tiitt eine Kornentmischung ein ; die feineren Körner rücken allmählich in tiefere Lagen 6 des Materialstromes, während die grösseren Körner in höhere Schichten 7 wandern (Fig. 4). Hiebei wird das Ablösen des Haftstaubes von den Gutkörnern durch deren Anschlagen und Reiben an den Seitenwänden der Materialrinnen äusserst begünstigt. Die kleineren
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feinste Körner als Staub aufgewirbelt, jedoch, statt nach unten in das Gut zurückgedrückt zu werden, seitlich durch die Windströmung in der Pfeilrichtung 9 oder auch in entgegengesetzter Richtung hiezu (je nachdem das Sieb von unten oder von oben belüftet wird) vom Luftstrom mitgerissen.
Da diese Seitenwände 4 vom Rohgut nicht verlegt werden. setzen sie dem Durchtritte des Luftstromes einen ungleich geringeren Widerstand entgegen als die mit Material bedeckten Siebböden 3
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der Rinnen, so dass fast der ganze Windstrom nur durch die Seitenwände gehen wird. Hiedurch wird bei vermindertem Luftbedarf infolge der gleichmässig über das ganze Sieb verteilten Luftströmungen eine gesteigerte Entstaubung ermöglicht.
Unabhängig von dieser Entstaubung erfolgt die Ausscheidung der feineren Siebkörner durch die
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sind. Auch die Maschenweiten beiderlei Siebzonen, also der Seitenflächen der Materialrinnen und deren Bodenflächen können verschieden gehalten und den. Bedürfnissen entsprechend angepasst werden.
Die in Fig. 6 dargestellten Vollwände 5 versteifen das Sieb und dämpfen dessen unerwünschte elastischen Schwingungen, wodurch eine durchgreifende Rüttelung des Rohgutes erzielt wird. Sie wirken ferner als Windschirme, womit Fliessrichtung und Verteilung des Windstromes entsprechend beeinflusst werden können.
Diese Siebe kommen sowohl als selbständige Aggregate wie auch als eingebaute Bestandteile für Maschinen, welche die Entstaubung und Sortierung gemischtkörniger Materialien (Sehotter, Sand, sonstige Mineralien, Getreide usw.) bewirken, in Verwendung.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Sieb zum Entstauben und Sortieren gemischtkörniger Materialien, dadurch gekennzeichnet, dass in der Siebfläche Materialrinnen oder Falten vorgesehen sind, deren Bodenflächen (3) vorwiegend zum Abtrennen der gröberen Siebkörner dienen, während die lotrechten oder geneigten Seitenflächen (4) derselben den Durchtritt eines Luftstromes ermöglichen, welcher die leichteren Materialteilehen mitreisst.