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Antriebsvorrichtung für Einrichtungen zur Bearbeitung kontinuierlich fortschreiten- der Materialbahnen.
Die Erfindung hat eine Antriebsvorrichtuug für Einrichtungen zur Bearbeitung ununterbrochen fortschreitender Materialbahnen, z. B. des Zigarettenstranges bei Zigarettenstrangmaschinen, des Mundstückpapierstreifens an Zigarettenhülsenmasehinen u. dgl. zum Gegenstand.
Es ist bekannt, den Antrieb eines in einer Kreisbahn geführten Werkzeuges von einem Kurbelzapfen abzuleiten, der zwei zu einem Kreuzsupport vereinigte Schlitten in senkrecht sich kreuzenden Bahnen hin und her führt. Dadurch bewegt sich der das Werkzeug tragende Schlitten, der an beiden sich senkrecht kreuzenden Komponentenbewegungen teilnimmt, in einer Kreisbahn.
Dieser Antrieb hat den Nachteil, dass die bauliche Ausführung der sich kreuzenden Schlitten grosse Massen erfordert, deren Schwingungen Erschütterungen der Maschine verursachen.
Erfindungsgemäss wird dieser Übelstand dadurch beseitigt, dass ein Kurbelzapfen drei zueinander parallele Wellen hin und her bewegt, wobei die axialen Bewegungen aller drei Wellen ständig gleich sind und nur der Abstand einer dieser Wellen, welche das Werkzeug trägt, von den andern zwei sich fortwährend ändert. Hiebei können die Wellen als dünnwandige Rohre ausgebildet sein.
In der erfindungsgemässen Ausführung der Antriebsvorrichtung sind die beweglichen Massen auf ein Mindestmass reduziert, so dass der Antrieb auch bei schnellaufenden Maschinen keine störenden Erschütterungen auslöst.
Die Angleichung der axialen Geschwindigkeit des Werkzeuges an die Geschwindigkeit der Materialbahn während der Betätigung des Werkzeuges findet erfindungsgemäss durch die Änderung der Exzentrizität des Kurbelzapfens statt, wie dies bei Maschinen andrer Art bereits bekannt ist. Die Stellbarkeit des Abstandes des Kurbelzapfens von seiner Drehachse während des Ganges der Maschine wird dadurch erzielt, dass der Kurbelzapfen in einer Geradführung gegen einen Stellkegel angepresst ist, welcher mittels Sohraubenspindel und Handrad längs der Drehachse des Kurbelzapfens hin und her verstellt werden kann.
Der Erfindungsgegenstand ist in der Verwendung als Antrieb des Schneidmessers für den Zigarettenstrang einer Strangmaschine in den beifolgenden Zeichnungen in beispielsweiser Ausführung schematisch veranschaulicht. u. zw. ist Fig. 1 eine Vorderansicht und Fig. 2 eine Seitenansicht der erfindungsgemäss angetriebenen Schneidvorrichtung. Fig. 3.4 und 5 zeigen schematisch drei Stellungen des Schneidmessers während des Arbeitsganges, und Fig. 6 stellt eine Draufsicht des Messerwellenantriebes dar.
Auf der Welle 1 (Fig. 1) der Maschine ist ein Zahnrad 2 befestigt und wird kontinuierlich und gleichmässig angetrieben. Das Zahnrad ; 3 greift in das Zahnrad 3, welches auf einer Seite mit einer Kurbelscheibe 4 starr verbunden und auf der andern Seite als Lagerbüchse 5 ausgebildet ist, die im Lager 6 umläuft. In der Kurbelscheibe 4 (Fig. 6) sind in einer Geradführung zwei Gleitstücke 7 und 8 vorgesehen, welche durch zwei kräftige Federn 9 und 10 miteinander verbunden und gegen die Mitte der Kurbelscheibe 4 gepresst werden. Das kegelige Ende 11 (Fig. 2) einer Spindel 12, welche mit einem Handrad 14 und Schraubengewinde 13 versehen ist und durch das Zahnrad 3 und die Kurbelscheibe 4 ragt, passt in eine entsprechende
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Aussparung zwischen den Gleitstücken 7,8. Das Gleitstück 7 ist mit einem Kegelrad 16 starr verbunden.
Ein Kurbelzapfen 15 ist im Kegeirade-Zss und im Gleitstücke 7 drehbar gelagert und am Ende mit einem Kopf 1'7 versehen, durch dessen Bohrung die Messerwelle 18 läuft.
Auf der Messerwelle 18 sind zwei Kreuzlager 19 und 20 und ein Kegelrad 21 befestigt und am Ende der Messerwelle 18 ist der Messerhalter 22 mit dem Sichelmesser 23 befestigt. In den Kreuzlagern 19 und 20 sind die Führungsstangen 24 bzw. 25 befestigt, die in zwei Paaren
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zur Messerwelle parallelen Welle 32, welche in den ortsfesten Lagern 30, 31 hin und her gleitet, befestigt, während die. Kreuzlager 27 und 29 auf der in den Lagern 33,34 gleitenden Welle 35 befestigt sind (Fig. 1). Auf der Welle 32 ist ein Halter mit einer oder mehreren Schleifscheiben 36 stellbar befestigt. Die Welle 33 trägt die Führungstube 37, durch welche der Zigarettenstrang 38 läuft.
Die Wirkungsweise der Antriebsvorrichtung ist nun folgende. Beim Umlaufen der Welle 1 mit dem Zahnrad 2 rotiert des Zahnrad 3 mit der Kurbelscheibe 4, dem Kegelrad 16 und dem Kurbelzapfen 15 um die Mittelachse des Zahnrades 3. Die Messerwelle 18 bewegt sich hiebei so, dass jeder Punkt der Welle 18 und der mit ihr verbundenen Teile Kreisbahnen durchlaufen, wobei die Welle 18 durch Einwirkung des mit dem Kegelrad 16 kämmenden Kegelrades 21 rotiert und durch ihre Lagerung in den Kreuzlagern 19, 20 stets waagrecht und parallel zu den Wellen 32 und 35 bleibt. Die Führungsstangen. 24, 25 bewegen sich wie die Messerwelle, u. zw. so, dass ihre Punkte Kreise durchlaufen, wobei die Stangen stets senkrecht bleiben.
Sie erteilen den Wellen 32 und 35 hin und her gehende Bewegungen, deren Geschwindigkeiten mit der waagrechten Geschwindigkeitskomponente der Messerwelle 18 stets übereinstimmen. Das Zusammenarbeiten der Schleifscheiben 36 und der Führungstuben 37 mit dem Sichelmesser 23 wickelt sich dadurch so ab, als ob erstere ruhen und letzteres zwischen ihnen ohne axiale Lageänderung kreisen würde.
Zur Einstellung der axialen Geschwindigkeit des Schneidmessers im Einklang mit der des Zigarettenstranges wird das Handrad 14 mit der Schraubenspindel 13 und dem Kegelkopf 11 hinein (nach rechts in Fig. 2) oder hinaus gedreht, wodurch die Gleitstücke 7,8 mehr oder weniger auseinander gedrückt werden. Mit dem Gleitstück 7 wird auch der Kurbelzapfen 15 verstellt, was auch während des Ganges der Maschine gemacht werden kann.
Die neue Antriebsvorrichtung könnte auch zum Antrieb des Stern-oder Zackenapparates für den Mundstückstreifen an Zigarettenhülsenmaschinen verwendet werden. Zu diesem Zweck genügt es, die rotierende Messerwelle 18 durch eine mit einem Stanzkopf versehene Schiene zu ersetzen, und an der Welle 35 an geeigneter Stelle eine entsprechende Stanzmatrize anzubringen. Die Kegelräder 16 und 21 kämen dabei in Wegfall, wodurch der Antrieb noch einfacher sich gestaltet.
Durch eine sinngemässe Änderung des Antriebes kann in derselben Weise ein Watteapparat für kontinuierlich fortschreitenden Kartonstreifen oder ein kombinierter Watte-und Sternapparat von dem Antriebe gemäss der Erfindung betätigt werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Antriebsvorrichtung für Einrichtungen zur Bearbeitung kontinuirlich fortschreitender Materialbahnen, insbesondere des Zigarettenstranges an Strangzigarettenmaschinen u. dgl., mit einem in einer Kreisbahn geführten Arbeitswerkzeug, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kurbel-
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wobei die axialen Bewegungen aller drei Wellen ständig gleich bleiben und nur der Abstand der das Werkzeug tragenden Welle (18) von den andern zwei Wellen (32, 35) sich fortwährend ändert.