AT124536B - Verfahren zur Herstellung von Roßhaar-(Krollhaar-) oder Pflanzenfasermatten für Polsterungen aller Art. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Roßhaar-(Krollhaar-) oder Pflanzenfasermatten für Polsterungen aller Art.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> EMI1.1 Es ist bereits bekannt, Rosshaar (Krollhaar) auflagen auf Juteunterlagen aufzunadeln bzw. aufzusteppen, so dass fertige Rosshaarmatten entstehen, die insbesondere bei der Serienerzeugung von Polsterungen aller Art seit Jahren verwendet werden. So gut sich dieses Polsterungsmaterial bisher auch bewährt hat, hat es den Nachteil, dass nur jene Seite fest zusammengehalten ist, mit welcher die Juteunterlage durch Durchziehen der Haare oder Pflanzenfasern verbunden ist. An der freien Oberfläche ist das Material naturgemäss viel lockerer und, da jede Polsterung das Bestreben hat sich von der Stelle der Inanspruchnahme nach den Seiten hin zu verschieben, gibt vor allem die obere lose Schichte zuerst nach. Dadurch entstehen Mulden, ja selbst von Füllungsmaterial freie Stellen, welche bewirken, dass die ursprüngliche Form der Polsterung sich zum Nachteil des äusseren Aussehens verändert und die notwendige Elastizität verliert. Selbst eine beiderseitige Juteauflage, bei der die Krollhaarschichte zwischen zwei Jutestreifen zu liegen kommt, ergibt bei längerem Gebrauch keinen genügenden Schutz gegen Verschleiss und kann durch diese Massnahme auch nicht die gewünschte notwendige und dauernde Elastizität des Polsterungsmaterials erzielt werden. Alle vorbeschriebenen Nachteile werden gemäss der Erfindung dadurch behoben, dass die freie Oberfläche der Krollhaarmatte durch ein elastisches Mittel, beispielweise durch eine gummi-, lack-oder harzartige Lösung zusammengehalten wird. Dadurch, dass die sich kreuzenden Fasern oder Haare der Oberschicht fest und doch elastisch miteinander verbunden werden, lassen die darunter befindlichen natürlichen Hohlräume des Materials bei Belastung wohl ein Eindrücken zu, bringen aber sofort nach Aufhören des Druckes das Material genau in die ursprüngliche Lage zurück. Dies bewirkt eine bisher bei Polsterungsmaterial noch nie erzielte Elastizität von andauernder Wirkung. Das Aufbringen des elastischen Bindemittels kann durch Aufspritzen bzw. entsprechendes Tauchen in Lösungen oder Aufwalzen, Aufkleben oder Anheften einer Platte aus elastischem Material, imprägniertem Textilgewebe u. dgl. erfolgen. Bei Verwendung von Lösungen empfiehlt es sich, zur Vermeidung einer nachträglichen klebrigen Konsistenz die Matte zu vulkanisieren bzw. selbstvulkanisierende Lösungen zu verwenden. Ein besonderer Vorteil ergibt sich bei der Verarbeitung der erfindungsgemäss hergestellten Matten durch die fast vollkommene Ausschliessung des durch Herausfallen des kurzfaserigen Materials entstehenden Abfalles. Es ist auch möglich, die Juteunterlage ganz wegzulassen und das Zusammenhalten des Materials lediglich durch beiderseitige Behandlung der Haar-oder Fasernschichte gemäss der Erfindung zu bewirken. Weiters ist es auch möglich, bei der Verarbeitung der vorliegenden Matte die übliche Abdeckung der Oberschicht durch ein Gewebe (Molino u. dgl. ) zu ersparen, was eine nicht unwesentliche Verbilligung des Produktionsganges in der Polsterungsindustrie gewährleistet. Ganz abgesehen von der praktisch unbegrenzten Haltbarkeit des neuen Füllmaterials, bildet der beim allfälligen Vulkanisieren verwendete Chlorschwefel auch einen gewissen Schutz gegen Mottenfrass und gewährleistet eine gründliche Desinfektion des Materials im letzten Produktionsstadium. Gegebenenfalls könnte für besondere Zwecke die Imprägnierung gemäss der Erfindung nicht nur an der Oberschicht, sondern auch durchgängig erfolgen. Bemerkt wird, dass für andere als die vorstehend beschriebenen Zwecke Haar-und Fasermaterial bereits mit Bindemitteln verschiedener Art imprägniert wurde.
Claims (1)
- PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Herstellung von Rosshaar- (KrolIhaar-) oder Pflanzenfasermatten für Polsterungen aller Art, dadurch gekennzeichnet, dass die freie Oberfläche der auf einer Juteunterlage befestigten Haarschichte od. dgl. mit einer Gummi-, Lack- oder Harzlösung versehen wird, welche ein elastisches Zusammenhalten der Haare oder Fasern bewirkt.2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Zusammenhalten der Haarschichte od. dgl. durch die Auflage einer Platte aus elastischem Material, imprägniertem Gewebe od. dgl. erfolgt.3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die die Haarschichte zusammenhaltende Lösung durch Aufspritzen oder entsprechende Tauchung aufgebracht wird.4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Haar-oder Faserschichte unter Fortfall einer Juteunterlage lediglich durch beiderseitiges Aufbringen des elastischen Verbindungsmittels zusammengehalten wird.5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Haar-oder Fasermaterial durchgängig mit einer Gummi-od. dgl. Lösung imprägniert wird.6. Verfahren nach Anspruch 1, 3, 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Matte nach Aufbringung des Verbindungsmittels vulkanisiert bzw. eine selbstvulkanisierende Verbindungslösung benutzt wird.
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