AT124185B - Verfahren zur Behandlung von Veloursstumpen. - Google Patents

Verfahren zur Behandlung von Veloursstumpen.

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AT124185B
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Hermann Dr Haakh
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Hermann Dr Haakh
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Behandlung von   Veloursstumpen.   



   Velours (Bürstel)   hute   werden bisher so hergestellt, dass die aus dem Haar der Kaninchen und Hasen gefertigten Stumpen auf Mass gewalkt und alsdann gekratzt werden, worauf die Stumpen gebürstet, neu geformt, getrocknet und wieder gekratzt werden, und diese Massnahmen vielmals wiederholt werden. 



  Das nimmt etwa zwei   Arbeitswochen   in Anspruch. Es muss   hiedureh   das Haar der Decke den verlangten Glanz erhalten und jede Filzfähigkeit verlieren. Hat es seine Filzfähigkeit nicht verloren, so kriecht es beim Färben infolge der Kochung wieder ein.., Es frisst sieh ein", wie der Fachmann sagt, und muss durch Kratzen und Bürsten wieder herausgeholt werden, was neue und zeitraubende Arbeit verlangt. 



   Nach vorliegender Erfindung nun werden die fertig geschorenen Stumpen durch Behandlung mit Halogen oder Halogen abspaltenden Mitteln so verändert, dass die sämtlichen oben erwähnten Massnahmen des wiederholten Kratzens, Bürstens, Neuformens und Trocknens fortfallen können. Der Stumpen erhält nach nur einmaligem Kratzen durch die Chlorierung oder Bromierung einen sehr guten Glanz. Der Griff des getrockneten und geschorenen Stumpens ist weich und geschmeidig ; beim Färben frisst sich das Haar nicht ein, und die Farbe fällt voller und schöner aus als ohne die chemische Behandlung. Eine Nachbehandlung, etwa mit Bisulfit und Seife, kann unterbleiben, da ein Halogengeruch nicht zurückbleibt. 



  Die Behandlung mit Halogen kann, wenn nötig. wiederholt werden. 



   Es war bisher bekannt, dass eine Behandlung mit Chlor oder chlorieren wirkenden Mitteln Geweben aus Wolle ihre Fähigkeit, etwa unter dem Einfluss von Schweiss oder Schmutz, zu verfilzen, nehmen konnte. Das Verfahren als solches hat nichts zu tun mit den seither bekannten, z. B. mit den Verfahren nach der Patentschrift Nr. 95973 und der Patentschrift Nr. 97109. Das Verfahren der Patentschrift Nr. 95973 betont ausdrücklich, dass es den Zweck hat. durch Behandlung mit chlorierenden oder oxydierenden Mitteln eine neue Faserart zu gewinnen ; auch nimmt es die chlorierende bzw. oxydierende Behandlung nicht allein vor, sondern mit einem   Überschuss   von alkalisch wirkenden Mitteln.

   Die Patentschrift bezeichnet auf Zeile 40 als typisch für das Verfahren die Anwendung von Alkalien im   Überschuss.   Bei dem Verfahren der vorliegenden Anmeldung handelt es sich nicht um eine neue Faserart, sondern um eine Veredlung der Fasern, welche in ihren wesentlichen Eigenschaften nicht verändert werden dürfen, sondern die diese Eigenschaften noch weiter behalten müssen. Würde ein Filz aus empfindlicherem Tierhaar, wie Hasen-und Kaninhaar, dem Verfahren der Patentschrift Nr. 95973 unterzogen, so würde, wie durch Versuche leicht zu beweisen ist, derselbe vollkommen zerstört werden, weil er die ausserordentlich grosse Menge Chlor nicht aushalten   würde,   und weil er ferner durch das Alkali ganz zerstört werden würde. Das gleiche gilt von der Patentschrift Nr. 97109.

   Ausserdem sprechen die beiden Verfahren der Patentschriften Nr. 95973 und Nr. 97109 davon, dass anstatt des Chlors andere Oxydationsmittel treten können. Die Wirkung, welche Gegenstand der vorliegenden Anmeldung ist, kann mit oxydierenden Mitteln nicht erreicht werden, sondern lediglich mit solchen Mitteln, welche Halogen frei machen. Der grundsätzliche Unterschied zwischen dem Verfahren und dem der Patentschriften Nr. 97109 oder Nr. 95973, geht aus der Menge Chlor hervor, die dort angewendet wird. Wenn man versuchen würde edleres Tierhaar mit   8%   Chlor zu behandeln, so würde dieses Haar vollkommen zerstört werden. Die Chlormengen, mit denen die vorstehende Anmeldung arbeitet, bewegen sieh meist in den Grenzen 
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   Einer der wesentlichsten Vorteile des hier vorliegenden Verfahrens ist die   ausserordentliche   Genauigkeit, mit der die ganze Reaktion verfolgt werden kann. 



   Die Reaktion zwischen den angewandten Chlormengen und der tierischen Faser vollzieht sich mit der Glattheit und Raschheit, mit welcher sieh Halogen an eine ungesättigte Doppelbindung anlagert. 



   Sind die Chlorlauge oder das Chlorwasser oder das Oxydationsmittel, durch welches Chlor freigemacht wird, dem Gehalt nach genau bekannt, so geht die Reaktion in ungefähr 20 Minuten bei Temperaturen zwischen 15 und   200 C glatt   und restlos zu Ende, so dass kaum Spuren von freiem Halogen in der Flotte mehr nachzuweisen sind. 
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 Überschüsse von Halogen schon empfindlich sind und dadurch spröde werden und brechen. Die Raschheit der Reaktion kann durch die Temperatur geregelt werden, doch ist es   zweckmässig,   der Reaktion, wie etwa einer Färbung, der   Gleichmässigkeit   halber die nötige Zeit zu lassen. Da in sehr verdünnter Flotte gearbeitet wird, so ist ein Chlorgeruch kaum wahrnehmbar, eine   Gesundheitsschädigung   ausgeschlossen. 



   Die Apparatur kann aus gestrichenen Holzbottichen oder   ähnlichen   einfachen Gefässen, wie Emailgefässen oder Tontrögen bestehen. 



   Man hätte erwarten sollen, dass die Chlorbehandlung die Struktur von Filzen, deren   Zusammenhalt   nur auf der Filzfähigkeit des betreffenden Faserstoffes beruht, zerstören würde. Überraschenderweise ist dies nicht der Fall. Die Stumpen aus den gegen Chemikalien so empfindlichen   Hasen-und Kanin-   haaren, deren Zusammenhalt im Filz bekanntlich häufig Schwierigkeiten macht, werden durch die Halogenbehandlung in keiner Weise   geschädigt.   



   Für die Behandlung können gelöstes oder gasförmiges Chlor oder Brom Verwendung finden sowie die verschiedenen Arten der Bleichlauge, Chlorkalk, mit Chlor versetzte Sodalauge, oder die sogenannten Chloramine. Man kann den ganzen Filz durchtränken oder durch Aufbürsten oder Aufspritzen nur die Oberfläche behandeln ; die Effekte sind je nach der stärkeren oder schwächeren Konzentration des Halogens verschieden. Man verfährt beispielsweise so, dass man die auf das nötige   Mass   herunter gewalkten Veloursstumpen nach einmaligem Kratzen und gutem Netzen mit einer angesäuerten und stark verdünnten Elektrolytbleichlauge behandelt, welche pro Kilogramm Ware 5 g Chlor enthält. Nach 20 Minuten langer Behandlung mit dieser Lauge werden die Stumpen getrocknet, geschoren und dann in bekannter Weise gefärbt.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Behandlung von Veloursstumpen, dadurch gekennzeichnet, dass die Stumpen zwecks Abkürzung der Fabrikation mit chlorierend bzw. bromierend wirkenden Mitteln behandelt werden.
AT124185D 1926-08-14 1927-05-07 Verfahren zur Behandlung von Veloursstumpen. AT124185B (de)

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