AT122466B - Verfahren zur Behandlung von Bierhefe zwecks späterer Verwendung derselben bei der Brotfabrikation, Zuckerbäckerei u. dgl. - Google Patents

Verfahren zur Behandlung von Bierhefe zwecks späterer Verwendung derselben bei der Brotfabrikation, Zuckerbäckerei u. dgl.

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  Verfahren zur Behandlung von Blerhefe zweeks späterer Verwendung derselben bei der Brotfabrikation, Zuckerbäckerei u. dgl. 



   Es sind schon viele   Versuche gemacht worden, um   die in der Brauerei z. B. aus den Gärbottichen abfallende, mit Bitterstoffen   imprägnierte Hefe durch Entziehung der   Bitterstoffe für   Ernährungszweeke   brauchbar zu machen. Eine Entbitterung der Hefe ist in ziemlich zufriedenstellender Weise nach verschiedenen Verfahren gelungen und die entbitterte Hefe liess sieh auch z. B. durch Trocknung in eine für die menschliche   Ernährung   oder zu pharmazeutischen Zwecken geeignete   Dauerform überfuhren.   



   Es war aber bisher nicht   möglich,   die Entbitterungsverfahren so zu leiten, dass eine Hefe resultierte, die die für Baekzweeke erforderlichen   Eigenschaften besass, d. h.   die an Stelle von Presshefe bei der Brotfabrikation,   Zuekerbäekerei   u. dgl. verwendet werden konnte. Eine solche Hefe zu erhalten, ist der Gegenstand der vorliegenden Erfindung. 



   Nach einem bekannten Verfahren wird Bierhefe in der Weise entbittert, dass die Hefe mit Säure und nach dem Entfernen der festen   Hopfenbestandteile   mit Alkali und endlich wieder mit Säure behandelt wird. Bei der Behandlung der Bierhefe mit irgendwelchen Säuren und nachfolgender Neutralisierung mit irgendeinem Alkali wird zwar eine gute Entbitterung erzielt, die die Hefe nach der Trocknung 
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 dass sie bald verdirbt, und für Bäckercizwecke schon wegen der geringen Triebkraft ungeeignet ist. 



   Nach dem Verfahren vorliegender Erfindung wird nun die Bierhefe dadurch entbittert, ohne in ihrer   Lebensenergie geschädigt zu   werden, dass sie nacheinander mit solcher Säure und Lauge behandelt wird, die ein Salz bilden, das die Lebensfunktionen der Hefe aufrechterhält bzw. sogar stärkt ; sie ist daher fähig, alle Manipulationen der   Entbitterung,   Waschung u. dgl. auszuhalten, ohne geschwächt und damit für Backzwecke ungeeignet zu werden. Das Verfahren besteht im spezielen in einer   Behand-   lung mit Phosphorsäure und späterer Neutralisierung mit Ammoniak, wobei Ammoniumphosphat entsteht, das von der Hefe assimiliert werden kann und zu ihrer Ernährung dient. Weder durch Behandlung z.

   B. mit Salzsäure und nachfolgender Neutralisation mit Natron-oder Kalilauge, wobei   sieh   als Umsetzungsprodukt Natrium- bzw. Kaliamchlorid bildet, oder bei der Behandlung mit   Schwefelsäure   unter Neutralisation mit Natron- oder Kalilauge, wobei   Natrium-oder Kaliumsulfat   entstehen, aber auch bei der Neutralisation der Phosphorsäure mit einem anderen Alkali, wie Ammoniak,   lässt   sich eine Hefe gewinnen, die zu Verwendungszwecken im Sinne der vorliegenden Erfindung geeignet ist. 



   Nach aufeinanderfolgender Behandlung mit Phosphorsäure und Ammonialk verträgt die Hefe Waschungen mit Ammoniumkarbonat, mit Wasser u. dgl. ohne   Schädigung.   



   Um die fertig gewaschene Hefe besonders haltbar zu machen, hat es   sieh   als zweckmässig erwiesen, das letzte Waschwasser nicht bloss zu nentralisieren, sondern stark mit Essigsäure anzusäuern und die Hefe dann aus dieser sauren Lösung abzupressen und in den Handel zu bringen.   Erfindungsgemäss   hält sich also die Hefe in einem sauren Milieu, das durch Essigsäure geschaffen wird, besonders gut. 



   Das Verfahren spielt sich in folgender Weise ab :
Die Bierhefe wird mit Wasser verdünnt und   zweckmässig durch   Einleiten von Luft fein verteilt. 



  Darauf wird die Suspension mit Phosphorsäure in solcher Menge angesäuert, dass die Hefe in   Staubform   
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   Die Hefe wird dann in ein anderes Gefäss abgegossen und nun mit Ammoniak neutralisiert, wodurch die Hefe flockt und sich zu Boden setzt. 



   Man lässt jetzt die Flüssigkeit eine Zeitlang in Ruhe stehen, sowohl um das Absetzen fest zu   machen   als auch um der Hefe die Möglichkeit zu geben, Ammoniumphosphat zu assimilieren, wodurch sie fiir die nun folgenden Waschungen gestärkt wird. Stickstoff und Phosphor stellen bekanntlich eine   s'ute   Nährquelle für die Hefe dar. 



   Nach dem Absetzen und Ruhen wird erneut dekantiert und die Reinigung durch   mehrmaliges   Waschen mit Wasser unter Dekantieren fortgesetzt. 



   Um die letzten Spuren von Bitterstoff zu beseitigen und die Hefe weiss zu machen, folgen dann noch einige Waschungen mit Ammoniumkarbonat und Trennung durch Dekantieren. 



   Um das   Ammoniumkarbonat zu   entfernen, wird dann wieder mehrere   Male mit Wasser nach-   gewaschen. 



   Dem letzten Waschwasser wird zweckmässig eine kleine   Menge Ammoniumphosphat zuKeeben.   um eine erneute Assimilation und Kräftigung der Hefe zu bewirken. 



   Nach eingehaltener Ruhezeit wird dann mit Essigsäure zunächst neutralisiert und darauf stark angesäuert. Zur Aufnahme der   Essigsäure durch   den Hefeorganismus wird vor dem nun erfolgenden 
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 nur die Säure zurückbleibt, die während der letzten Digestion von den Zellen absorbiert werden konnte. 



     Um möglichst   kräftige Waschungen zu erzielen und ausserdem die Lebenstätigkeit der Hefe zu fördern, hat es sieh als vorteilhaft erwiesen, die Hefe durch kräftiges Lüften mit der jeweiligen Waschflüssigkeit zu vermischen. 
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AT122466D 1928-09-28 1929-09-10 Verfahren zur Behandlung von Bierhefe zwecks späterer Verwendung derselben bei der Brotfabrikation, Zuckerbäckerei u. dgl. AT122466B (de)

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