<Desc/Clms Page number 1>
Vorrichtung zum Betrieb von Xohlenstaubfeuerungen filr Lokomotiven.
Den Gegenstand der Erfindung bildet eine neuartige Vorrichtung zum Betrieb von Kohlenstaubfeuerungen, insbesondere für Lokomotiven.
Die Kohlenstaubfeuerungen mit starr miteinander gekuppelten Antrieben für die Förderung der
Verbrennungsluft und des Brennstaubes-z. B. bei Verwendung einer einzigen Antriebsmaschine für Staubfördereinrichtung und Gebläse-haben bekanntlich den Nachteil, dass bei Verminderung der
Staubmenge infolge Verkleinerung der Drehzahl an der Hauptantriebswelle die Luftgeschwindigkeit quadratisch abnimmt. Unterschreitet dabei die Luftgeschwindigkeit eine bestimmte Grenze, so wird schliesslich der Kohlenstaub nicht mehr in der Schwebe gehalten, er fällt aus der Luft aus. Ferner erfolgt, sobald die Luftgeschwindigkeit geringer als die Rückzündungsgeschwindigkeit der Flamme wird, ein Zurücksehlagen derselben in die Zuführungsleitung.
Man ging daher vielfach dazu über, beide Fördereinrichtungen mit voneinander unabhängigen Antriebswellen laufen zu lassen, sei es, dass man zwei vollkommen getrennte Antriebsmaschinen verwandte, sei es. dass man durch Zwischenschaltung von Übersetzungsgetrieben und Kupplungen unter Beibehaltung nur einer Antriebsmaschine für beide Fördereinrichtungen eine entsprechende gegenseitige Unabhängigkeit schuf.
Diese Unabhängigkeit beider Antriebe voneinander muss aber zweckmässigerweise für die Periode des Anfahrens und des Stillsetzen der Maschine insofern aufgehoben werden, als beim Anfahren zwangläufig die Luftförderung vor der Staubförderung ein-und umgekehrt beim Stillsetzen die Staubförderung vor der Luftförderung auszuschalten ist, damit ein Verstopfen der Gemischleitungen und Brennerdüsenöffnungen mit Staub und dadurch die bereits erwähnte Rückzündungsgefahr vermieden wird.
Die Erfindung gibt eine besonders zweckmässige Anordnung einer solchen gegenseitigen Verreglung von Staub- und Luftförderung an.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 in schaubildlicher Darstellung eine Verrieglungsvorriehtung, wobei zur Vereinfachung der Zeichnung mehrere, in Fig. 2 und 3 mitdargestellte Teile fortgelassen sind, Fig. 2 den Aufriss einer weiteren Ver- rieglungsvorriehtung, die nur geringe Abweichungen gegenüber derjenigen nach Fig. 1 aufweist. Die linke Hälfte der Fig. 2 gibt einen Schnitt nach Linie 11-77 der Fig. 3, die rechte Hälfte die zwischen Schnitten II und 11-II gemäss Fig. 3 gelegenen Teile wieder. Fig. 3 ist ein Seitenriss zu Fig. 2.
In allen drei Figuren sind gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen. Die nachfolgende Beschreibung bezieht sich, soweit nichts besonders vermerkt ist, auf alle drei Darstellungen.
Mit der Ventilspindel 1 des Frischdampfventils 9 einer Turbine 10, die ein Gebläse 11 zu Förderung der Verbrennungsluft antreibt (Fig. 3), ist ein Winkelhebel 2 beispielsweise folgendermassen verbunden : Auf der Spindel 1 ist drehbar, aber in axialer Richtung nicht verschiebbai, eine Muffe 13 (s. besonders Fig. 1) gelagert, die bei Drehung der Spindel 1, d. h. beim Öffnen und Schliessen des Ventils 9 mit der Spindel 1 hin und her wandert. Die Muffe 13 greift seitlich in Schlitze 14 der Gabel 15 des Hebels 2 ein.
Hebel 2 steht durch eine Zug-und Schubstange 3 bei der Ausführung nach Fig. 1 mit einem als Winkelhebel ausgebildeten Sperrstück 4, bei der Ausführung nach Fig. 2 und 3 jedoch zunächst mit einem Winkelhebel 16 in Verbindung, der eine Zug- und Schubstange 17 antreibt. Von Stange 17 aus werden so viele Sperrhebel 4'angetrieben, als Kohlenstaubfördereinrichtungen vorhanden sind.
<Desc/Clms Page number 2>
In der Bahn eines.'Sp'errhebels 4 bzw. 4'ist ein nach Art einer Mutter ausgebildetes Anschlag- stück 5 angeordnet, das auf einer mit Gewinde 12 versehenen Spindel 6längsverschieblich gelagert und durch einen Bolzen 7, der mit einer Ausnehmung 8 des Stückes 5 in Eingriff steht, gegen Drehung gesichert. Die Spindel 6 steuert in bekannter Weise über Hebel 18 eine Kupplung 19 eines vom Gebläse-
EMI2.1
und Schneckentrieb 24 einen Absperrschieber 8J im Kohlenstaubauslaufstutzen 26.
Die gesamte Sperrvorrichtung ist in der Weise am Gestell für den Kohlenstaubbehälter und die Fördereinrichtungen, am Tender oder an der Lokomotive befestigt, dass sich einzelne Hebel und Gestänge mit ihren festen Lagerpunkten darauf abstützen, u. zw. Hebel 2 in Drehpunkt a, Sperrhebel 4 bzw. 4 !
EMI2.2
bei g befestigt.
Ist das Dampfventil 9 zum Gebläseantrieb 10 geschlossen, so ist das Anschlagstück 5 durch Hebel 4 bzw. 4'gesperrt, wie in Fig. 1-3 dargestellt ist. Die Kohlenstaubförderung kann dann nicht angelassen werden, weil bei Drehung der Spindel 6 in Richtung des Pfeiles C, die das Einkuppeln des Schneckenantriebes 20, 21 und das Öffnen des Kohlenstaubabsper'schiebers 25 zur Folge hat, das undrehbare Anschlagstück 5 im Sinne des Pfeiles B bewegt werden müsste. Erst wenn das Dampfventil 9
EMI2.3
in die in Fig. 1 strichpunktiert gezeichnete Lage gebracht worden und damit die Bewegung des Anschlagstückes 5 freigegeben ist, kann die Kohlenstaubförderung angestellt werden.
Umgekehrt ist beim Abstellen der Feuerung ein Schliessen des Dampfventil 9 erst dann möglich, nachdem das Anschlagstück 5, das jetzt in der Bahn des Sperrhebels 4 bzw. 4'sitzt und dessen Bewegung sperrt, wieder in seine Ausgangslage zurückgelangt ist.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Betrieb von Kohlenstaubfeuerungen, insbesonsere für Lokomotiven, mit gegenseitiger Verrieglung der Luft-und Staubförderung beim Anfahren und Stillsetzen, dadurch gekennzeichnet, dass die Einschaltvorrichtung für Luftförderung (1) mit einem Sperrglied (4) verbunden ist, das in der Nullstellung in den Weg eines an der Einschaltvorrichtung für die Staubförderung (6) sitzenden Anschlages (5) hineinragt, so dass beim Anstellen der Feuerung mit der Staubförderung erst nach Einschaltung der Luftförderung begonnen werden kann.