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Verfahren und Vorrichtung zum elektromagnetischen Fernsehen.
Bekanntlich erfordert die drahtlose Übertragung von unbewegten und bewegten Bildern bisher umständliche Vorrichtungen, die für Nichtfachleute zu verwickelt und zu kostspielig sind.
Die Erfindung hilft nun diesem Übelstande ab durch ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
Bildübertragung unter Verwendung von Stahlbändern, Drähten od. dgl., wie solche als Poulsendrähte bekannt sind, indem jedes einer bestimmten Anzahl von Bändern zwischen den Polen eines Elektro- magnets verschoben wird, durch den ein von einer photoelektrischen Zelle modulierter und entsprechend verstärkter Strom führt.
Diese Bänder dienen zur magnetischen Aufzeichnung der mehr oder weniger leuchtenden Punkte, in die das bewegte, zu übertragende Bild zerlegt wird. Da jede photoelektrische Zelle nur einen Teil des ganzen Bildes aufzunehmen hat, ist die Anzahl der Zellen sowie die gleich grosse Anzahl der Stahl- bänder je nach ihrer Empfindlichkeit verschieden.
Nachdem die Stahlbänder derart magnetische Eindrücke erhalten haben, lässt man sie der Reihe nach zwischen den Polen eines Elektromagnets vorüberziehen, der die Stelle des Mikrophons eines gewöhnlichen drahtlosen telephonischen Senders einnimmt. Gleichzeitig werden an der Empfangsstelle ähnliche Bänder zwischen den Polen eines Elektromagnet bewegt, der den Hörer oder Lautsprecher ersetzt. Zur Wiedergabe des Bildes lässt man hierauf die Stahlbänder an der Empfangsstelle gleichzeitig zwischen den Polen vom Elektromagneten vorüberziehen, welche die Stromkreise eines zur Widergabe des Bildes auf einem Schirme bestimmten optischen Systems modulieren.
Die Zeichnung veranschaulicht den Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel in schematischer Darstellung. Die Figur zeigt die photoelektrischen Zellen in Verbindung mit den Strom- kreisen, Verstärkern, Elektromagneten und Metallbändern ; diese Darstellung gilt auch für die Verbindung zwischen den Elektromagneten und dem optischen System an der Bildwiedergabestelle.
Die photoelektrischen Zellen sind durch Stromkreise mit Verstärkern 2 und Elektromagneten 3 verbunden. Die Stahlbänder 4, die zur Raumersparnis spiralförmig auf Scheiben 4a aus unmagnetischem
Material befestigt sind, können sich zwischen den Polen der Elektromagnete 3 verschieben. Die Scheiben sitzen nämlich auf einer Welle 5, von der sie gleichzeitig gedreht werden, wobei jeder Elektromagnet zwischen den Windungen eines Stahlbandes ähnlich wie die Nadel in einem Grammophon in den Rillen der rotierenden Platte geführt wird.
Die Sendung wird durch die Bänder 4 moduliert, während der Empfänger die modulierte Sendung für die Bildwiedergabe auffängt.
Die photoelektrischen Zellen 1 sind netzartig angeordnet, so dass keine Lücken zwischen den empfindlichen Zeilen der Nachbarzellen bestehen und das Bild in jeder Richtung, Länge oder Breite ohne Unterbrechung aufgenommen werden kann, wobei jedes Element den n-ten Teil des wiederzu- gebenden Bildes erforscht, wenn n photographische Zellen vorhanden sind. Eine Art der Zellenanordnung ist in der Figur angedeutet, in der das fixe Zellennetz senkrecht zur Zeichenebene gedacht ist. Ein Dreh- spiegel führt die Bilder an dem Zellennetze vorüber.
Jeder der n Stromkreise, zu denen die n photoelektrischen Zellen gehören, geht durch ein geeignetes
Verstärkersystem 2. Die entsprechend verstärkten Ströme führen nach ihrem Austritt aus den Verstärkern zu n Elektromagneten, welche die sich zwischen den Polen ununterbrochen abrollenden n Stahlbänder magnetisch beeinflussen.
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Hierauf lässt man die n Stahlbänder in der gegebenen Anordnung und mit entsprechender Geschwindigkeit der Reihe nach zwischen den Polen eines Elektromagnet abrollen, der statt des Mikrophons an jeder beliebigen Sendestelle angeordnet sein kann und auf die Stahlbänder tragenden Scheiben gesetzt wird, so wie man z. B. die Nadel eines Grammophons auf die Platten setzt.
Die Stahlbänder modulieren die Sendung der Sendestelle ähnlich einem Mikrophon. Die Sendung kann von einem gewöhnlichen Empfänger, dessen Hörer oder Lautsprecher durch einen Elektromagneten ersetzt wird, aufgefangen werden. Der Elektromagnet beeinflusst n Stahlbänder, die der Reihe nach mit
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werden.
Nach ihrer Beeinflussung werden die Stahlbänder an der Empfangsstelle in der der Sendestelle entsprechenden Anordnung zwischen den Polen von M Elektromagneten gleichzeitig und mit entsprechender Geschwindigkeit abgerollt. Jeder dieser Elektromagnete ist mit einem geeigneten Verstärkersystem verbunden und verändert die durchgehenden elektrischen Ströme infolge des ihn beeinflussenden Stahlbandes. Die verstärkten Ströme verändern die Leuchtkraft eines geeigneten, z. B. aus Neonlampen bestehenden optischen Systems. Es sind ebensoviel Lampen als photoelektrische vom aufzunehmenden Bilde beeinflusste Zellen vorhanden. Diese Lampen verursachen infolge einer Bewegung, die der den photoelektrischen Zellen die Bildaufnahme ermöglichenden Bewegung analog ist, Lichtwirkungen, die das übertragene Bild auf einem Schirm wiedergeben.
Die beschriebene Vorrichtung ermöglicht ausser den erwähnten Vorteilen auch eine wesentliche Vereinfachung des Synchronisierens, zu dem hier eine einfache Taschenuhr genügt.
Da die Magnetisierung der Stahlbänder so lange besteht, bis diese beispielsweise mittels eines permanenten Magnets ausgelöscht wird, kann man das übertragene Bild so oft als gewünscht wiedergeben.
Nach Auslöschung der Magnetisierung sind die Stahlbänder zur Aufnahme neuer magnetischer Eindrücke bereit.
Zwecks Raumersparnis sind die Stahlbänder spiralförmig eingerollt und in dieser Form durch eine unmagnetische Scheibe festgehalten. Sie können über diese Scheibe auf beiden Seiten vorstehen und auf jeder Seite wie eine Grammophonplatte beeinflusst werden. Die Anzahl der Scheiben wird derart um die Hälfte verringert.
Die Einzelheiten der Konstruktion und Anlage können auch abgeändert werden. Übrigens können auch die verschiedenen zusammenhängenden Elemente und Materialien des Erfindungsgegenstandes durch andere, welche den gleichen Zweck und das gleiche Ergebnis haben, ersetzt werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum elektromagnetischen Fernsehen mittels vorteilhaft aus Stahl bestehender Bänder oder Drähte, dadurch gekennzeichnet, dass die Bänder oder Drähte an der Sendestelle zuerst gleichzeitig zwischen den Polen von die Lichtwirkungen der Bildelemente magnetisch aufzeichnenden Elektromagneten, hierauf der Reihe nach zwischen den Polen eines die Sendung modulierenden Elektromagnets bewegt werden und der Empfangsstelle ebensoviel Metallbänder oder Drähte zuerst der Reihe nach zwischen den Polen des den Empfang vermittelnden Elektromagnet, hierauf gleichzeitig zwischen den Polen von die magnetischen Aufzeichnungen in Lichtwirkungen verwandelnden Elektromagneten vorübergeführt werden.