AT114873B - Verfahren zur Gewinnung von Futtermitteln durch Aufschließen von Stroh, Gras, Schilf u. dgl. - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von Futtermitteln durch Aufschließen von Stroh, Gras, Schilf u. dgl.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Gewinnung von Futtermitteln durch Aufschliessen von Stroh, Gras, Schilf u. dgl. Man hat bereits vorgeschlagen, aus Stroh und ähnlichen pflanzlichen Stoffen durch Behandlung mit kochendemWasser, heisser Luft oder Dampf unter einem Druck von etwa 5 bis 6 Atmosphären Futtermittel zu gewinnen. Dabei wurde das Material zumeist im gehäckselten Zustande in einen Behälter eingelegt, so dass es mit dem kondensierten Wasserdampf in Berührung bleibt. Erfindungsgemäss werden nun die Ausgangsmaterialien, Stroh, Schilf, Gras u. dgl. pflanzliche Stoffe, wenn möglich in ganzen Pressballen, nach Anfeuchtung und ohne mit den Kesselwänden oder den Kondensaten in Berührung zu kommen, unter kontinuierlicher Entfernung der Kondensate der Einwirkung von Dampf während 2-4 Stunden-je nach der Art des Rohmaterials-bis zur vollständigen Aufschliessung in feste und lösliche Substanzen ausgesetzt, dann mechanisch zerfasert und gegebenenfalls noch getrocknet. Es hat sich dabei gezeigt, dass die Dämpfung des Gutes nach dem erfindungsgemässen Verfahren ein gleichmässigeres Produkt und eine vollständigere Aufschliessung und Lösung der löslichen Substanzen sowie Ausbeuten bis 94 /o mit einer Verdaulichkeit von etwa 87'60/0 und dies ohne Verwendung von Chemikalien ergibt, gegenüber von Ausbeuten von kaum 900/0 mit einer Verdaulichkeit von 60 /o bei den bekannten, viel teueren Aufschliessverfahren mit Natron. Bringt man das erfindungsgemäss behandelte Gut aus dem Behälter aus, so kondensiert sich der Dampf und infolge der späteren Abkühlung koagulieren die vegetabilischen Leime während die andern gelösten Substanzen mit dem kondensierten Wass er eine Lösung bilde, welche mehr als 900/0 der löslichen Nährstoffe enthält, die im trockenen Ausgangsgut vorhanden sind. Diese Nährstoffe sind durch die Dämpfung mehr oder weniger modifiziert ; da jedoch kein chemischer Stoff verwendet wurde, sind sie rein und weiters infolge ihrer Lösung in der Form, in welcher sie am leichtesten assimilierbar sind. Unterwirft man das gedämpfte Gut einer Entfaserung, ohne hiebei Wasser zuzusetzen, z. B. in einer Schlagmühle oder ähnlichen Vorrichtung, so erhält man einen Brei, welcher sich in frischer oder getrockneter Form als Viehfutter verwenden lässt oder sich durch mechanische Pressung oder einen ähnlichen Vorgang in feste und flüssige Bestandteile trennen lässt. Die Feststoffe können zur Herstellung von Papier oder Pappe verwendet werden. Die, wie schon vorhin angegeben, gewonnene Flüssigkeit kann als Viehfutter oder zur Erzeugung von solchen verwendet werden. Die Erfahrung hat aber auch gezeigt, dass man sie mit Vorteil auch für die Herstellung von Zucker, Alkohol ausnutzen kann. Das Verfahren kann in der nachfolgenden Weise durchgeführt werden : Das Ausgangsgut, z. B. Gräser, Schilf und Pflanzen ähnlicher Art in trockenem Zustande und insbesondere Stroh von Zerealien werden, vorzugsweise in Gestalt gepresster Ballen, in Wasser getaucht und in einen Behälter derart eingeführt, dass das Gut darin nicht in Berührung mit dem Boden oder den Seitenwandungen dieses Behälters steht, welcher mit einer Einrichtung versehen ist, mit deren Hilfe kondensiertes Wasser konstant abgeführt wird. Die <Desc/Clms Page number 2> Anfeuchtung kann natürlich auch im Behälter geschehen, wenn man dafür sorgt, dass die Überschussflüssigkeit entfernt wird. Der Behälter wird hierauf unter einem Druck von 5 bis 6 Atmosphären gesetzt und dieser Druck während 2-4 Stunden - je nach dem verwendeten Ausgangsgut-aufrechterhalten. Das so behandelte Gut wird ohne Zusatz von Wasser in einer Schlagmühle oder einer ähnlichen Vorrichtung entfasert und der so erhaltene Brei ohne weiteres oder nach Trocknung als Viehfutter verwendet oder in feste und flüssige Stoffe getrennt. Die Feststoffe werden zur Herstellung von Papierstoff u. dgl. verwendet, die flüssigen Stoffe entweder so wie sie sind oder nach Einengung als Viehfutter oder für die Herstellung eines solchen oder auch zur Erzeugung von Zucker, Alkohol und sonstigen gewinnbaren Produkten verwendet. Durch die Trennung des gedämpften und entfaserten Gutes in einen festen und einen flüssigen Teil erzielt man zuerst eine Ökonomie bei der späteren Behandlung des Breis, da das Waschen viel leichter und demzufolge auch das Ergebnis ein höheres ist und weiters zieht man einen beträchtlichen Teil der Nährstoffe ab, deren Gewinnung leicht und deren Ausnutzung vorteilhaft ist.
Claims (1)
- PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Gewinnung von Futtermitteln durch Aufschliessen von Stroh, Gras, Schilf u. dgl., insbesondere Getreidestroh mittels Dampf unter Druck von 5 bis 6 Atmosphären, dadurch gekennzeichnet, dass das angefeuchtete Rohmaterial, ohne mit den Kesselwänden oder den Kondensaten in Berührung zu kommen, unter kontinuierlicher Entfernung der Kondensate der Einwirkung von Dampf während 2-4 Stunden - je nach der Art des Rohmaterialbis zur vollständigen Aufschliessung in feste und lösliche Substanzen ausgesetzt wird, dann mechanisch zerfasert und gegebenenfalls noch getrocknet wird.
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| DK114873X | 1926-10-09 |
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| AT114873B true AT114873B (de) | 1929-11-11 |
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|---|---|---|---|
| AT114873D AT114873B (de) | 1926-10-09 | 1927-10-06 | Verfahren zur Gewinnung von Futtermitteln durch Aufschließen von Stroh, Gras, Schilf u. dgl. |
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1927
- 1927-10-06 AT AT114873D patent/AT114873B/de active
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