AT114864B - Verfahren zur Verarbeitung von Zelluloseesterlösungen zu Filmen, Zelluloid, Kunstseide u. dgl. - Google Patents

Verfahren zur Verarbeitung von Zelluloseesterlösungen zu Filmen, Zelluloid, Kunstseide u. dgl.

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AT114864B
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  Verfahren zur Verarbeitung von Zelluloseesterlösungen zu   Filmen,   Zelluloid,   Kunst-   seide u. dgl. 



   Um Zelluloseester, insbesondere Acetyl- oder Nitrozellulose, zu verspinnen, presst man seine acetonischen oder alkoholacetonischen Lösungen durch eine geeignete Mündung. Es ist in gewissen Fällen von erheblicher Wichtigkeit, auf die Erreichung der   höchstmöglichen Konzentration   hinzuwirken, soweit diese praktisch erreichbar ist und mit den übrigen Anforderungen, welche die technische Apparatur und ihre Teile vertragen. zu vereinbaren ist. 



   Die vorliegende Erfindung beruht auf der neuen Erkenntnis, dass man ganz überraschende und neue Resultate, die für den Spinnvorgang und für die weitere Behandlung der besagten Erzeugnisse ausserordentlich vorteilhaft sind, erhält, wenn man der Actyl- oder Nitrozellulose- 
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 auseinandergesetzt wird. verfeinert ist. Die gleichen Resultate werden erzielt, wenn man die Galle schon dem Lösungsmittel dieser Ester vor der Lösung der Ester selbst zugibt. 



   Es wurde festgestellt, dass die Beigabe zunächst eine Erhöhung der Licht-und Farbenbrechung des gewählten Zelluloseesters herbeiführt. Diese Erhöhung ist gekennzeichnet durch eine Erniedrigung der   Viskosität.   welche sich praktisch in einer erheblichen Erniedrigung der erforderlichen   Arbeitsdrücke   und bei dem Endprodukt in einer besseren Gleichmässigkeit der optischen Eigenschaften auswirkt. 



   Weiterhin wurde festgestellt, dass die Zugabe von Galle eine Seide liefert, welche für ein sofortiges Anfeuchten geeignet ist und sich in Färbebädern ganz   gleichmässig verhält.   Es ist dies auf die Anwesenheit von Ochsengalle   zurückzuführen, welche die Oberflächenspannung     zwischen   den Flüssigkeiten und dem festen Erzeugnis herabsetzt. Die daraus folgende   ausserordent-   liche Leichtigkeit der Anfeuchtung hat also die Vermeidung von Feldern zur Folge, welche beim Färben infolge   ungleichmässiger Farbenaufnahme eintreten   und die sonst in jedem Falle möglich sind. 



   Bei Zelluloid oder hei Filmen wurde weiterhin eine Verfeinerung des Oberflächenglanzes als Folge der Anwesenheit der Galle festgestellt. Die zur Verwendung kommende Galle, insbesondere Ochsengalle, wird präpariert, indem man sie von ihren alburninoiden Bestandteilen durch Behandlung in einer gleichen Menge Ätyl- oder Methylalkohol befreit und nitriert. Die Anwesenheit von Alkohl ist im   allgemeinen     nicht schädlich.   



   Selbstverständlich kann man auch andere tierische Gallen in gleicher Weise verwenden oder auch den trockenen Extrakt der ursprünglich in Lösung befindlichen Galle oder noch besser die Mischung bestimmter chemischer Stoffe, aus welcher die menschliche oder tierische Galle besteht, vie Cholesterin, Natriumglykokolate usw. 



   Bei der   Durchführung des   Verfahrens kommt es auf die zugegebene Menge der   präparierten   Galle wesentlich an, da das Verfahren die für die Zellulose wichtige Licht- und Farbenbrechung bestimmt, welche ja dem Endprodukt schliesslich die hervorragendste optische Eigenschaft verleiht. 



   Während die   Viskosität   einer reinen acetonischen Lösung 220 Einheiten beträgt, setzt 
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 von 8% besagter Galle den niedrigst möglichen Wert von   195'5 Einheiten   für die Viskosität. 



    Zusammenfassend ist also zu sagen, dass die Zufügung von Galle folgende Wirkungen ausübt : Sie vermehrt innerhalb einer gewissen in einzelnen Fallen von den flüchtigen Lösungsmitteln   

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 und dem gewählten Ester abhängigen Grenze die   Farbenbrechung des   Esters, in dem also zusammengesetzten"Sol '. Sie erleichtert also ganz erheblich das Anfeuchten der Fäden im Wasser oder Färbebädern, insbesondere bei der Herstellung der Kunstseide, infolge der Herabsetzung der   Oberflächenspannung.   die durch die   Anwesenheit   der Galle in der Gespinstmasse hervorgerufen ist. Sie vermehrt weiterhin den Oberflüchenglanz der aus diesem neuen Kollodium hergestellten Erzeugnisse :
Beispiel 1 : 100 kg Nitrozellulose werden aufgeweicht, durchknetet mit 10 kg Aceton. 



    38 " Kampfer, 130 , denaturiertem Alkohol. welcher 0#5 l Ochsengalle enthält.   



   Nach Durcharbeitung und einiger Umdrehung unter der Walze wird die plastische Masse durch eine Düse gepresst (bei einem Druck von 200   kg/cm2 und bei 45#50 ).   



   Nach Trocknung in einer leicht mit Alkohol angereicherten Atmosphäre-zur Vermeidung von Deformierungen-erhält man vollkommen glatte Stäbchen. 
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 worden ist, nach sorgfältiger   Filtrierung   des Ganzen. Nach der Filtrierung kann die   Lösung zu   Kunstseide verarbeitet werden, indem sie mit einem Druck   von 25 leg durch   eine   Mehrfach-   spinndüse gesponnen wird. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Verarbeitung von   Zelluloseesterlösungen   zu Filmen, Zelluloid. Kunstseide u.   dgl.,   dadurch gekennzeichnet, dass dem   ursprünglichen Kollodium eine gewisse   Menge Galle zugegeben wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an Stelle der Galle deren Derivate oder die die Galle. bildenden chemischen Stoffe hinzugegeben werden.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Galle od. dgl. bereits dem flüchtigen Lösungsnuttel, beispielsweise Aceton. Alkohol und Äther, zugegeben wird. EMI2.2
AT114864D 1928-03-06 1928-07-13 Verfahren zur Verarbeitung von Zelluloseesterlösungen zu Filmen, Zelluloid, Kunstseide u. dgl. AT114864B (de)

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