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Verfahren und Vorrichtung zur Beförderung der Abbindung und Trocknung von
Formstiicken aus mit Sorelzement od. dgl. verkitteten Faserstoffen.
Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von leichten, porösen Formstücken (Platten, Ziegeln od. dgl.), wie sie durch Verkittung sperriger Fasern mit Hilfe von Sorelzement od. dgl. entstehen.
Solche Formstücke werden, hauptsächlich unter Verwendung von Holzwolle, Torf, Schilf od. dgl. zum Aufbau des Fasergerüstes, in der Weise hergestellt, dass man die Fasern mit Sorelzement überzieht, das so vorbereitete Material verformt und die Formlinge schliesslich abbinden lässt.
Die kontinuierliche Herstellung solcher Formstücke wurde durch entsprechende Ausgestaltung der zur Fabrikation von Faserstoffplatten üblicherweise verwendeten Maschinen ermöglicht, die aus einem von Transportbändern gebildeten Kanal bestehen, der das Rohmaterial an einem Ende einzieht und am ändern Ende als geformten Strang abgibt. Eine Formvorrichtung dieser Art bildet den Gegenstand des Patentes Nr. 110078.
Wenn das Formstück, z. B. eine Platte, eine solche Formmaschine verlässt, enthält es noch ziemlich bedeutende Mengen Wasser, die entfernt werden müssen, um dem Formstück die für die unmittelbare Versandbarkeit erforderliche Festigkeit und Härte zu verleihen. Hiezu dient die vorliegende Erfindung.
Das den Gegenstand der Erfindung bildende Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass ein erhitztes, vorzugsweise kohlensäurehaltiges gasförmiges Medium durch das Formstück abwechselnd von oben nach unten und umgekehrt hindurchgepresst wird. Durch diese Behandlung wird die Abbindung und Trocknung von Formstücken aus mit Sorelzement od. dgl. verkitteten Faserstoffen sehr beschleunigt.
Ausserdem ermöglicht diese Arbeitsregel die Verwendung von hocherhitzte Heizmedien. Wollte man solche nur einseitig durch das Formstück hindurehdrücken, so hätte dies die Folge, dass die Seite, auf welche sie auftreffen, überhitzt werden würde, wogegen die andere Seite feucht bliebe. Durch den Wechsel der Strömungsrichtung wird dies vermieden.
Eine zur Durchführung dieses Verfahrens geeignete Vorrichtung, welche im Anschluss an eine einen fortlaufenden Strang der Faserstoffmasse abgebende Formmaschine die Herstellung unmittelbar versandfähiger Ware im kontinuierlichen Betrieb ermöglicht, besteht gemäss der Erfindung ihrem Wesen nach darin, dass der Strang durch eine Trockenkammer, nur an den Kanten unterstützt, im übrigen aber freiliegend, derart hindurchgeführt wird, dass er die Kammer in zwei Hälften teilt, in die das erhitzte gasförmige Medium abwechselnd eingedrückt oder eingesaugt wird, um durch die andere Kammerhälfte abzuziehen.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung schematisch dargestellt. Fig. 1 zeigt die Vorrichtung zum Teil in Ansieht, zum Teil im Längenschnitt, Fig. 2 zeigt einen Querschnitt nach der Linie a, a der Fig. 1 in vergrössertem Massstab.
Mit 1 ist ein horizontal gelagertes Gehäuse, z. B. ein Rohr 1 von 10 bis 20 m Länge bezeichnet, das an beiden Enden mit je einem geschlitzten Deckel 2 verschlossen ist. 3,4 sind zwei schmale Transportbänder oder Ketten ohne Ende, die, durch Auflagen 5 geführt, beiderseits der Rohrwand entlang laufen, 6 ist eine Antriebsrolle, 7 eine Spannrolle. Das Rollenpaar 8, 8 bringt den von einer Formmaschine bekannter Art fortlaufend abgegebenen rechteckigen Strang 9 des geformten Materials der Trockenkammer 1 zu. An einer beliebigen Stelle, vorzugsweise in der Mitte, ist an das Rohr 1 eine Vorrichtung zum Einsaugen oder Eindrücken von heisser Luft oder Heizgasen angeschlossen.
Diese Vorrichtung besteht nach dem dargestellten Ausführungsbeispiel aus einem Gebläse 10, einem Gehäuse 11 mit zwei Klappen 12
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