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Muldenrostfeuerung.
Die Erfindung betrifft eine Muldenrostfeuerung. Sie unteiselheidet sieh von bekannten Feuerungen dieser Art dadurch, dass der Rost als Vorschubrost mit übereinanderliegenden und gegeneinander verschiebbaren Rostkörpern ausgebildet ist, auf denen der Brennstoff vorvergast und brennend von zwei gegenüberliegenden schräg angeordnet (n Rostflächen nach einer gemeinsamen tiefsten Stelle hin mechanisch gefördert wird, wo er, vollständig verbrannt, als Brennstoffrfickstand ankommt.
Ausserdem ist das den Rost geschlossen oder durchbrochen überspannende Gewölbe vollständig oder teilweise so heruntergezogen oder so ausgebildet, dass die vom Rost und von den Flammen ausgehende Wärme- strahlen durch das Gewölbe in möglichst grossem Masse und in kürzesten Entfernungen auf das Be- schickungsende des Rostes zurückgeworfen werden. Dadurch, dass der Rost als Vorsehubrost ausgebildet ist und die ganze Wärme des Gewölbes auf ihn unter Vermeidung nicht genügender Verbrennung des Brennstoffes zurückgestrahlt wird, kann ein selbsttätiges schnelles Abwärtsbefördern des Brenn- stoffes bei dauerndem guten Ausbrand erfolgen. Versuche haben ergeben, dass bis zu 600 kg Kohle pro
Quadratmeter Rostfläche verbrannt werden können.
Durch das Herunterziehen oder die besondere
Ausbildung des Gewölbes erzielt man eine scharfe Abgrenzung einzelner Zonen im Brennstoff. In der ersten Zone findet eine Verdampfung des in der Kohle enthaltenen Wassers statt, in der zweiten Zone erfolgt die Vergasung der Kohle und schliesslich in der dritten Zone die Verbrennung. Infolge dieser
Anordnung kann man jede Braunkohle, auch wenn sie sehr wässerig ist, ohne besondere Vortrocknung zum Beschicken der Feuerung verwenden.
Vorschubrost und Gewölbe können aber nur dann vorteilhaft wirken, wenn auch für sie eine schnelle Entschlackung gesorgt wird. Zu diesem Zwecke sind die sich waagrecht an der ganzen Länge des Rostes nach gegeneinander verschiebenden Rostkörper in der Mitte an der tiefsten Stelle, an der der Brennstoff bereits vollständig verbrannt ist und sich nur noch Brennstoffrückstände befinden, so angeordnet, dass sie zwischen sich einen offenen Spalt freilassen, durch welchen die Verbrennungsrüek- stände hindurchfallen.
Aus Obigem ergibt sich, dass der Rost und das Gewölbe zusammenwirken, um eine gute und voll- kommene Verbrennung. bei hohen Temperaturen zu erzielen. Man kann die Wirkung dadurch noch erhöhen, dass der mittlere Gewölbeteil nach oben gezogen wird und sich zum Kessel hin öffnet, wodurch eine bessere Beheizung des Kessels erreicht wird. Auch bietet sich so die Möglichkeit, an dieser Stelle eine bekannte Kohlenstaubzusatzfeuerung anzubringen.
In der Zeichnung ist die Muldenrostfeuerung in zwei Ausführungsbeispielen dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 einen Querschnitt durch eine Feuerung gemäss der Erfindung, Fig. 2 einen Querschnitt und Fig. 3 einen Längsschnitt durch die Feuerung nach der zweiten Ausführungsform.
Der Rost (Fig. 1) besteht aus feststehenden Rahmenteilen 1, die Querstangen 2 tragen, auf welchen
Rostplatten 3 ruhen. Zwischen den Rahmenteilen 1 sind Rahmenteile 4 auf Rollen 5 waagrecht verschiebbar angeordnet. Die Rahmenteile 4 tragen Stangen 6, auf welchen Rostplatten 3'ruhen, die mit den Rostplatten 3 abwechseln. Unter dem Kohlenschacht 7 ist in den Rahmenteilen 1 ein Schwing- hebel 8 gelagert, dessen oberes Ende in eine Aussparung eines Brennstoffschiebers 9 greift. Dieser mit einer dachförmigen Oberfläche versehene Kohlenschieber ist frei beweglich auf der oberen feststehenden
Rostplatte gelagert und nicht überdacht.
Dadurch wird der Vorteil erzielt, dass bei der Vorwärtsbewegung ) des Kohlensehiebers etwa vorhandene, grössere Kohlenstüeke durch den Kohlenschieber gegen die untere
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gangsstelle des Schachtes in dem Brennraum stecken bleiben und die Kohlenzufuhr zeitweilig unterbrechen.
Der untere Teil des Schwinghebels ist durch eine Gelenkstange 10 mit den beweglichen Rahmenteilen 4 verbunden. Beim Hin-und Herschwingen des Hebels 8 werden der Kohlenschieber 9 und die Rostplatten 3'im entgegengesetzten Sinne bewegt und bewirken den Vorschub des Brennstoffes. Die Bewegung des Schwinghebels erfolgt durch einen Hebel 11 der mit einem Druekwassermotor ? mit hin-und hergehenden Gestänge gekuppelt wird, der am zweckmässigsten von der Speisewasserleitung gespeist wird.
Am unteren Ende des Rostes ist ein einstellbarer Staurost 13 angeordnet.
Über dem Rost ist das Zündgewolbe angeordnet, u. zw. ist die innere Kohlenschachtwand 14 nach dem Feuerraum hin derart überhängend gestaltet, dass die von diesem Teil ausgehenden, senkrechten Strahlen auf den auf dem gegenüberliegenden Rostteil lagernden Brennstoff fällt, so dass dieser stark erhitzt wird und sich schnell entzündet. Das über dem Rost liegende Gewölbe 15 ist derart ausgebildet, dass die von ihm ausgehenden, senkrechten Strahlen auf den der gleichen Seite eintretenden Brennstoff fallen. Ebenso werden die vom unteren, heissen Rostteil auf das Gewölbe einstrahlenden Wärmestrahlen vom Gewölbe auf den eintretenden Brennstoff zurückgeworfen.
In der Ausführungsform nach Fig. 2 und 3 handelt es sich um eine Muldenrostfeuerung für einen grossen Steilrohrkessel. Der Rost selbst ist in derselben Weise ausgebildet, wie in Fig. 1 ; die nach dem Feuerraum zu gelegene Schaehtwand 16 selbst kann in der Höhenrichtung einstellbar und als Wehr ausgebildet werden. Das Zündgewölbe j ! J überdeckt nur einen Teil des Rostes. In der Mitte des Rostes
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Rost liegende Glut die Kesselrohre unmittelbar bestrahlt.
Diese Anordnung eignet sich besonders für den Einbau einer Kohlenstaubzusatzfeuerung. Das
Gewölbe 17 wird dann an den dem Kessel gegenüberliegenden Enden hochgezogen, so dass der Kohlenstaubbrenner 18 entsprechend hoch über dem Rost zu liegen kommt. Es wird dadurch eine für die Entziindung der Kohlenstaubstrahles dienliche Nische 19 gebildet.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Muldenrostfeuerung, dadurch gekennzeichnet, dass der Rost als Vorschubrost mit übereinanderliegenden und gegeneinander verschiebbaren Rostkörpern (3, 3') ausgebildet ist und dass das den Rost geschlossen oder durchbrochen überspannende Gewölbe, welches sich seitlich an die sich nach unten bis nahe oberhalb des Rostes erstreckenden, die Verlängerung der inneren Kohlenschaehtwand bildenden Ansätze (14) anschliesst, nach der Mitte hin nach unten gezogen ist, so dass nicht nur durch die Ansätze (14), sondern auch durch den nach unten gezogenen Teil des Gewölbes in der Mitte die Rückstrahlung auf den eintretenden frischen Brennstoff erhöht wird.
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