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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Beschweren won natur- oder kunstseidenem oder Natur-oder Kunstseide enthaltendem Textilgut beliebiger Art. z. 13. in Garn-, Strang-, Bandform oder in Form von Geweben, in der das Textilgut in einem fortlaufenden Arbeitgang ohne Unterbrechung durch Waschen, Absäuern oder Neutralisieren zwischen den einzelnen Arbeitsstufen in kürzester Zeit ausreichend und einwandfrei beschwert werden kann.
Die Beschwerung von naturseidenem oder Naturseide enthaltendem Textilgut ohne das fabrikatorisch und wirtschaftlich nachteilige Auswaschen, Absäuern oder Neutralisieren des aus einem Beschwerungsbade kommenden Textilgutes vor dem Übergang in das nachfolgende Beschwerungsbad ist erst ermöglicht worden durch die Erkenntnis. dass man auf diese lästige. Zwischen- behandlmg des Textilgutes verzichten kann, wenn man die Behandlung des Textilgutes mit der
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oder sauren Salzen vornimmt, die entweder vor der Metallsalzbehandlung auf das Textilgut zur Einwirkung gebracht oder der Metallsalzlösung zugesetzt werden.
Kunstseidene oder Kunstseide enthaltende Erzeugnisse liaben überhaupt erst technisch einwandfrei beschwert werden können, nachdem man die obige Erkenntnis gehabt hat.
Die Erfindung betrifft nun eine Vorrichtung zum Beschweren von Seide beliebiger Herkunft enthaltendem Textilgut beliebiger Art, die zur Durchführung nach dem oben beschrie.
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für das Textilgut angeordnet sind. Der Unterteil dieser Kammer ist als Aufnahmebehülter für Beschwerungsflüssigkeiten ausgebildet und an ein Rohrleitungssystem mit Fordereinrichtung angeschlossen, das den Kreislauf der Beschwerungsflüssigkeit, die Füllung des Aufnahme- behälters mit Beschwerungsuüssigkeit und seine Entleerung gegebenenfalls unter Rucktuhr der Beschwerungsflussigkeit in die Vorratsbehälter ermöglicht.
Es empfiehlt sich, als Träger für das zu beschwerende Textilgut horizontal angeordnete, feststehende oder drehbare Hohlträger zu verwenden, die mit feinen anstrittsöffnungen im Mantel verschen und an das Kreislaufsystem für die Beschwerungsflüssigkeit angeschlossen sind. Besonders geeignete Hohlkörper dieser Art sind einfache zylindrische Rohre mit Mantelöfi'nungen. Die Kammer selbst, in der die Beschwerung des Textilgutes vorgenommen wird, ist mit einer Absaugevorriciitung für überschüssige Beschwerungs- flüssigkeit aus dem Textilgut und Dämpfe in der Kammer versehen. Vorzugsweise arbeitet diese Absaugevorrichtung über den Öffnungen in Mantel des Hohlträgers.
Zur Reinigung der Beschwerungseinrichtung empfiehll sich der Anschluss einer Wasserzuleitung an das Rohrsystem für den Kreislauf der Beschwerungsflüssigkeit. wodurch alle Rohre und die Kammer einwandfrei durchgespült und ausgewaschen werden können.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in zwei Abbildungen beispielsweise dargestellt. Es zeigen : Fig. 1 eine Seitenansicht und Fig. 2 eine Aufsicht der neuen Einrichtung.
In einem durch eine Tür verschliessbaren Behälter 1, der in seinem unteren Teil als
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mit Öffnungen in den Wandungen, z. B. zylindrische Rohre 3 mit einer Vielzahl im oberen Teil angebrachter Öffnungen, angeordnet. Aus den die einzelnen Beschwerungsflüssigkeiten enthaltenden Behältern A, B, C und D führt eine Rohrleitung 4 in das Reservoir 2 ; Hähne 5 ermöglichen es, Beschwerungsflüssigkeiten aus den Behältern B, C, D in beliebiger Reihenfolge, getrennt oder zusammen, dem Reservoir 2 zuzuführen. Dieses besitzt zwei Ablaufrohr 6 und 7 mit Verschlusshähnen 8 und 9. Das Ablaufrohr 6 mit dem Hahn 8 lässt die Flüssigkeiten aus der Apparatur ablaufen, während das Ablaufrohr 7 mit Hahn 9 mit einer Zentrifugalpumpe 10 in Verbindung steht.
Diese Pumpe 10 fördert die aus dem Reservoir 2 durch Rohr 11 kommende Flüssigkeit je nach Stellung der Hähne 12, 13 entweder durch Rohr 15 in die mittels Vorrichtung 14 eventuell drehbar gestalteten mit Austrittsöffnungen für die Flüssigkeit versehenen Träger 3 oder durch Rohr 16 über einen der Hähne 17 in den entsprechenden Behälter A, B, C und D. Die Wasserzuleitung 18 mit Hahn 19 dient dazu, sowohl die Trägerrohre 3'durch Rohrleitung 11 und 15 mit Wasser zu durchspülen, wie auch das Reservoir 2 auszuwaschen ; das Wasser wird dann durch Ablaufrohr 6 abgelassen.
Mit den Trägern 3 steht eine Vakuumpumpe (nicht eingezeichnet) durch Rohrleitung 20 mit Verschlusshahn 21 in Verbindung, die dazu dient, dem auf den Trägern 3 liegenden Textilgut die überschüssige Flüssigkeit zu entziehen, die durch Rohr 23 nach Schliessen des Hahnes 22 und Öffnen des Hahnes 24 dem Reservoir 2 wieder zugeführt werden kann, um von da durch die Zentrifugalpumpe 10 in die Behälter A, B, C und. D zurückzugelangen.
Der Arbeitsvorgang dieser Apparatur ist beispielsweise folgender :
Das zu beschwerende Textilgut wird an die Träger 3 gehängt, der Kasten 1 geschlossen und Hahn 5 des Behälters der die Vorbehandlungsflüssigkeit, z. B. Ameisensäure, enthält, sowie Durchlasshalm. 22 so lange geöffnet, bis genügend Flüssigkeit in das Reservoir 2 eingeströmt ist. Nach Öffnung des Hahnes 9 fliesst die Säure zu der laufenden Zentrifugalpumpe 10, die sie nach Schliessen des Hahnes 12 und Öffnen des Hahnes 13 durch Rohrleitungen 11 und 15 in die sich gegebenenfalls drehenden Träger 3 pumpt, durch deren Öffnungen sie austritt, das Textilgut durchtränkt und, an demselben herabströmend, sich im Reservoir 2 wieder sammelt.
Nach der wenige Minuten dauernden Behandlung-die Säure macht unter Umständen einen Kreislauf durch Reservoir 2, Pumpe 10 und Träger 3 - wird durch Schliessen des Hahnes 13 und Öffnen der Hähne 12 und 17 A die Flüssigkeit durch Rohrleitungen 11 und 16 in den Behälter A zurückgeleitet. Hierauf wird in der gleichen Weise der Inhalt des Behälters B in Kreislauf gesetzt, um das Gut mit dem im Behälter B vorhandenen Beschwerungsmittel, z. B. einer Chlorzinnlösung, zirka 5 Minuten weiterzubehandeln.
Nunmehr kann man nach Schliessen des Halmes 13 und Öffnen der Hähne 21 und 24 die Absaugevorrichtung in Tätigkeit bringen, wodurch bei stossweiser Betätigung der Vakuumpumpe und gleichzeitiger Drehung der Träger mittels der Drehvorrichtung 14 das Textilgut stückweise von der überschüssigen Flüssigkeit befreit wird, wobei das Gut gleichzeitig vor der Weiterbehandlung mit der Luft in Berührung kommt.
An Stelle dieser durch die Trägerrohre geleiteten Absaugevorrichtung kann auch an andern als der Auflagestelle des Gutes eine nach der Grösse des Gutes einstellbare Absaugevorrichtung vorgesehen sein.
Nachdem das ganze Gut die Absaugevorrichtung passiert hat. wobei die entzogene überschüssige Flüssigkeit durch Rohrleitung 23 dem Reservoir 2 wieder zugeführt wurde, wird dieselbe nach Schliessung der Hähne 21 und 24 und Öffnen der Hähne 9, 12 und 17 B durch die Zentrifugalpumpe wieder in den Behälter B zurückgeleitet.
Hierauf wird das Gut in der gleichen Weise mit der im Behälter 0 vorhandenen Fixierlösung, z. B. einer Phosphatlösung, durchtränkt und diese nach einer Zirkulation von zirka 6 Minuten in den-Behälter C zurückgeleitet. Hierauf werden die Hähne 12 und 17 G geschlossen, und durch Öffnen der Hähne 19 und 8 wird eine vollständige Spülung der Apparatur durch Wasser aus dem Rohr 18 vorgenommen.
Nach Schliessung der Hähne 19, 8 und Öffnen des Hahnes 22 wird das Gut in beschriebener Weise mit einer weiteren im Behälter D sich befindenden Beschwerungsflüssigkeit, z. B. Wasserglaslösung, weiter behandelt und nach Zurückpumpen der überschiessenden Flüssigkeit in den Behälter D durch Öffnen der Hähne 19 und 8 nach Schliessung der Hähne 12 und 17 mit Wasser ausgewaschen, worauf das Gut fertig beschwert zur Trocknung gelangt.
An Stelle der Flüssigkeitszufuhr durch die mit Austrittsöffnungen versehenen Träger kann dieselbe z. B. auch in der Weise erfolgen, dass durch besondere Organe das auf Trägern liegende oder hängende Gut von aussen her bespritzt wird.
Durch die Behandlung des seidenhaltigen Textilgutes in einer einzigen Apparatur ohne Abnehmen des Gutes und ohne jeweiliges Auswaschen, Absäuern und Neutralisieren zwischen den einzelnen Behandlungen werden sowohl hinsichtlich der Qualität des beschwerten Gutes wie auch hinsichtlich der Zeitdauer und Materialersparnis ausserordentliche Vorteile erzielt.