AT110539B - Verfahren zur synthetischen Herstellung von Ammoniak. - Google Patents

Verfahren zur synthetischen Herstellung von Ammoniak.

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Friedrich Uhde
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Uhde Gmbh Friedrich
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  Verfahren zur synthetischen Herstellung   von Ammoniak.   



   Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die katalytische Erzeugung   von Ammoniak durch   direkte Synthese aus Wasserstoff und Stickstoff und hat zum Gegenstand,   die Überhitzung dos Katalysators   unter   Anwendung   hoher Ammoniakkonzentrationen mittels eines   Ausgleiches   der Hitze zu vermeiden. 



   Wenn ein Stiekstoff-Wasserstoffgemisch unter Druck und erhöhter Temperatur über einen Kata- 
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 keit des Gases und der   Reaktionsfähigkeit   von Anfang bis zum Ende des Kontaktes bis zu einem bestimmt- ten Gehalt an. Dieser Anstieg der Ammoniakkonzentration ist aber nicht etwa in der Weise gleichmässig, dass in der Mitte des Kontaktes die Hälfte des Ammoniaks gebildet ist, sondern so, dass in der Mitte bereits viel mehr als die Hälfte fertig gebildet ist. Die Bildung verläuft sogar im Anfang so schnell. dass schon nach kurzer Berührung mit einem verhältnismässig kleinen Teil des Kontaktes der grösste Teil des im ganzen entstehenden Ammoniaks gebildet ist. 



   Da die Ammoniakbildung eine exotherme Reaktion ist, verläuft auch die   Wärmeentwicklung   analog dem beschriebenen Verlauf der Ammoniakbildung. Es würde somit, wenn gar keine   Wärme   abgeführt würde, jeder   Ammoniakkonzentration,   resp. den Stellen des Kontaktes, wo das   Ammoniak   erzeugt wird, eine bestimmte Temperaturerhöhung über die Anfangstemperatur des Gases, resp. über den Anfang des Kontaktes entsprechen. Schickt man nun das Gas mit einer bestimmten Anfangstemperatur, die der Aktivität des Katalysators angepasst ist, über den Katalysator, so tritt in seinem ersten Teil sehr schnelle Ammoniakbildung ein, und die Temperatur steigt in entsprechendem   Mass".   



  Infolge der dabei durch die Reaktion erzeugten höheren Temperatur würde aber das   Ammoniakgleich-   gewicht resp. die Möglichkeit der Ammoniakbildung sich nach der ungünstigsten Seite hin verschieben. Es würde somit beispielsweise, wenn die schon entstandene   Ammoniakkonzentration dem Gleichgewicht   
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 eintreten, und somit würde eine Ausnutzung der letzten Teile des Katalysators gar nicht   möglich sein.   



   Um dieses zu vermeiden, hat man versucht, die reagierenden Gase im hinteren Teil des Kontaktes in der Weise zu kühlen, dass man ihnen nach dem Gegenstromprinzip durch ein oder mehrere in die Kontaktmasse eingelegte Rohre kaltes   Frischgas entgegenschickt. Dadurch   ist zwar eine bessere, aber immerhin doch sehr unvollkommene Ausnutzung des Kontaktes möglich. Denn, wenn   man   durch entsprechend Dimensionierung der Rohre und durch die Bemessung der Temperatur des   eintretenden   Frisehgases das Ende des Kontaktes nur in dem Grade kühlt, dass es wirksam bleibt, so wird dieses Frisch- 
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 nicht mehr kühlend wirken kann. Die Folge würde eine   Wärmeanhäufung und   damit eine Schädigung des Kontaktes sein.

   Gibt man dagegen dem ankommenden Frischgas eine tiefere Temperatur, lässt man es also in der Mitte des Kontaktes stärker kühlend wirken, so wird der hintere Teil des Kontaktes so stark abgekühlt, dass er keine nennenswerten Ammoniakmengen mehr bildet und somit unwirksam ist. 



   Zur Vermeidung dieser Nachteile wird nach der vorliegenden   Erfindung   das im   Gegenstrom   geführte Gas in den vorderen und mittleren Teilen des Katalysators, wo es eben höhere Temperatur angenommen hat und daher nicht mehr kühlend wirken kann, nochmals erneut abgekühlt. Dadurch kann dieses Gas wieder Wärme aus der Kontaktmasse aufnehmen, so dass die   Wärmcstauung   in der Mitte des Kontaktes vermieden wird. Die Kühlung wird nach der Erfindung in einfacher Weise dadurch 

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 masse passierenden Gases strömt, nochmals Rohre von kleinerem Querschnitt eingebaut sind, durch die das kalte Frischgas zuerst geht, u. zw. in der entgegengesetzten   Richtung,   in der das Frischgas die nachher zu passierenden weiteren Rohre durchströmt.

   Die Strömungsrichtung ist also in den inneren
Rohren, die das Gas zuerst passiert, dieselbe wie in der Kontaktmasse, während die Rohre mit grösserem Querschnitt vom Gase in entgegengesetzter Strömungsrichtung durchflossen werden. Die Gase bewegen sich also im doppelten Gegenstrom. 



   Die   Wärmeübertragung   erfolgt also in folgender Weise :
Das ankommende Frischgas nimmt zunächst während des Passierens der inneren Rohre Wärme aus dem schon vorher erwähnten Frischgas auf, dann nach dem Eintritt in die   grösseren   Rohre und somit auch nach der Umkehr der Strömungsrichtung bewirkt das schwach vorgewärmte Frischgas im letzten Teile des Kontaktes eine mässige Kühlung der Kontaktmasse, wird ausserdem durch das in den inneren Rohren   entgegenströmende   Frischgas wieder etwas abgekühlt und kann also in der Mitte des Kontaktes noch eine genügende Kühlwirkung ausüben.

   Nachdem es nun selbst nach seinem Austritt aus den weiteren Rohren durch das kühlere, ankommende, in die inneren Rohre eintretende Frischgas auf eine genügend tiefe, für das Anspringen der Reaktion günstige Temperatur abgekühlt worden ist, tritt es unter nochmaliger Umkehr seiner Strömungsrichtung in die Kontaktmasse ein und veranlasst infolge seiner richtigen Temperatur eine gleichmässige Ammoniakbildung über dem ganzen Kontakt, ohne die oben angegebenen Nachteile hervorzurufen. 



   Die richtige Einhaltung der Temperaturen in den verschiedenen Teilen des Kontaktofens ist dadurch möglich, dass man das Verhältnis der   Wärmedurchlässigkeit   und des Durchmessers der beiden ineinanderliegenden Rohre oder Rohrsystem in entsprechender Weise wählt, und ferner dadurch, dass man das Frischgas schon vor seinem Eintritt in den Ofen auf die für die Durchführung des Verfahrens und den betreffenden Ofen geeignete Temperatur bringt. 



   Nach der Erfindung'wird also die sich unter hohem Druck bei der katalytischen Reaktion von Stickstoff und Wasserstoff bildende Wärme in der leichteste Weise abgeführt oder vielmehr verwertet, so dass es   möglich   ist, auch mit   Ammoniakkonzentrationen,   die dem Gleichgewicht bei niedrigen Temperaturen   nahekommen   und die über 10 Volumenprozent betragen, zu arbeiten. Bekanntlich ist bei niedrigen Temperaturen das Ammoniakgleichgewicht viel günstiger als bei hohen, so dass man bei Anwendung eines Kontaktes, der schon bei niedriger Temperatur wirksam ist, bei Drucken von unter 100 Atm. leicht zu Volumkonzentrationen von über 10 Volumprozent Ammoniak gelangen kann.

   Hiebei entstehen durch die exotherme Reaktion allerdings Wärmemengen, die der   Durchführung   einer solchen Katalyse bis jetzt grosse Schwierigkeiten in den Weg stellten. Durch das beschriebene Verfahren der Erfindung und den zur Ausführung des Verfahrens erfundenen Ofen werden die Gase   zwecks Aufnahme   und Abgabe der Wärme in der beschriebenen Weise im doppelten Gegenstrom geleitet, so dass die früheren Schwierigkeiten   überwunden   sind. 



   Das neue Verfahren ist an einem nach der Erfindung ausgebildeten Ofen in der Zeichnung erläutert, die einen senkrechten Längsschnitt des Ofens darstellt. 



   Der Ofen besteht aus einem   Metallzylinder   A, der oben und unten durch zwei Deckel   B und C   gasdicht abgedeckt ist. Der eine Teil wird durch eine Metallplatte D, in welcher Rohre eingewalzt sind, abgeteilt. Um diese inneren Rohre I sind die das Gas   zurüokleitenden   äusseren Rohre H gelagert, um die die Kontaktmasse   K   festgestampft liegt. Durch den Stutzen F werden die Gase zugeführt, und durch den Stutzen G tritt das fertige Reaktionsgemisch aus. Die Kontaktmasse wird zweckmässig durch 
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Der äussere Durchmesser der inneren Rohre ist z. B. 15 mm, während der innere Durchmesser der äusseren Rohre 20 mm ist. 



   Aus der Zeichnung ist ersichtlich, dass das durch F eintretende Gas in die inneren Rohre verteilt wird, in den äusseren   zurückströmt,   wobei die aus dem Kontaktraum abzuführende Wärme aufgenommen wird. Die   dadurch erwärmten   Gase treten aus den äusseren Rohren aus und durchströmen die Kontaktmasse wiederum in entgegengesetzter Richtung, sodann treten sie durch den   Stutzen Gaus.   



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur synthetischen Herstellung von Ammoniak aus Wasserstoff und Stickstoff, dadurch gekennzeichnet, dass zur Vermeidung von Überhitzung des Katalysators bei hoher   Ammoniakkonzentration   das zur Reaktion gelangende Gasgemisch im doppelten Gegenstrom durch eine Anzahl im Kontaktraum lagernder Doppelrohre in der Weise geleitet wird, dass die eintretenden kalten Gase zunächst in derselben Richtung durch die inneren Rohre strömen, in der sie durch den Katalysator geleitet werden, und alsdann infolge des unteren Abschlusses der äusseren Rohre im Gegenstrom zum eintretenden und zum reagierenden Teil des Gasstromes der Reaktion zugeführt werden.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man ein mit Katalysator gefülltes Gefäss benutzt, in dem in die Masse eine Anzahl Doppelrohre eingelagert sind, wobei durch die inneren Rohre das zur Reaktion gelangende Gas eintritt, dann durch die äusseren Doppelrohre in entgegengesetzter <Desc/Clms Page number 3> EMI3.1 das Verhältnis des Inhalts der äusseren Rohre zum Inhalt des den gesamten Katalysator enthaltenden Raumes so wählt, dass zur Vergrösserung der Wärmeübertragung diese Verhältnisse vergrössert werden und umgekehrt. EMI3.2
AT110539D 1925-10-02 1926-09-30 Verfahren zur synthetischen Herstellung von Ammoniak. AT110539B (de)

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