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Kunstseidespummaschine.
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der Maschine verlaufenden Hauptantriebswelle aus die Betätigung folgender vier Gruppen von Bewegungs- mechanismen :
1. Die Spinnspulen, von deren Drehzahl eine bestimmte Abzugsgeschwindigkeit des Fadens abhängig ist, welch letztere je nach Art des Spinnbades und ferner je nach dem gewonnenen Denier (Feinheitsbezeiehnung des Fadens) verschieden sein muss. Die Abzugsgesehwindigkeit des Fadens bewegt sich praktisch zwischen 30-60 m in der Minute, was bei einem Spuiendurehmesser von 70 mm einer Umdrehungszahl der Spulenwelle von 135 bis 270 Umdrehungen entspricht. Der Antrieb der Spinnspulen erfolgt bei den bisherigen Maschinen durch die bekannten durch Riemenübertragung gekuppelten Konoidenpaare.
2. Die Spinnpumpen ; je schneller diese umlaufen, desto gröber wird der Faden und um so höher sein Denier. Praktisch wird von einer Spinnmaschine verlangt, dass man im Bereich von 50-400 Denier spinnen kann ; dieser Forderung ist die Regulierfähigkeit anzupassen.
3. Der Fadenführermechanismus, welcher den Hin-und Hergang des Fadens auf der Spule einleitet, und dadurch eine gewisse Kreuzung der Fadenlage hervorruft. Es genügt, wenn man diese Kreuzung vom Einfachen aufs Doppelte verschieben kann, wobei 15 Hin-und Hergänge des Fadens pro Minute die untere Grenze und 30 Hin-und Heigänge die obere Grenze darstellen.
4. Die Riemenvcrschiebung, welche den Zweck hat, dem auf der Spule auflaufenden Faden eine konstante Abzugsgeschwindigkeit zu geben, indem der durch die Abwicklung der Spule zunehmende
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wird. Je nach der Fadenstärke nimmt die Bewicklung auf der Spule langsamer oder sehneller zu ; deshalb muss man je nach der Fadenstärke (Denier) die Geschwindigkeit der Riemenverschiebung regulieren.
Dies geschieht bisher durch Verschieben einer ein Schaltrad betätigenden Klinke um je einen bzw. zwei bzw. drei Zähne. Zur Feinregulierung dient weiterhin die Anordnung von Wechselrädern, welche die Geschwindigkeit des Hubes staffeln.
Diese vier Gruppen von Bewegungsmechanismen der spinnmaschine werden bei den bisher üblichen Ausführungsformen von der Hauptwelle aus mittels Zahnrädern oder Schneekenübersetzungen angetrieben ; soweit eine Regulierung der Geschwindigkeit zu erfolgen hat, verwendet man den Einbau von Wechselscheren, die in Verbindung mit einem entsprechend grossen Satz von Wechselrädern zusammenarbeiten.
Für die Auswechselung muss jeweils die entsprechende Anzahl von Zahnrädern aus einer Menge von Reserverädein, die für jede Maschine mitzulicfern sind, herausgesucht werden. Hiebei ist es unvermeidlich, dass sich im Betriebe häufig Irrtümer ergeben, also die betreffenden Bewegungsmeehanismen nicht mit derjenigen Tourenzahl laufen bzw. diejenige Übersetzung liefern, die entsprechend dem Denier usw. notwendig ist. Eine Kontrolle darüber, ob die richtigen Wechselräder eingeschaltet sind oder nicht, geben die bisherigen Maschinen in keiner Weise.
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diesen Schwankungen anpasst.
Infolge der erörterten Umständlichkeit der Auswechselung und der Unmöglichkeit einer sicheren Kontrolle wird aber im praktischen Betriebe diese Ausgleichung der Schwankungen meistens unterlassen ; man nimmt also die Schwankungen im Denier in Kauf auf Kosten einer exakten einheitlichen Fadenlieferung.
Diese Nachteile sind durch den Erfindungsgegenstand beseitigt, bei welchem der Antrieb der dargestellten vier Bewegungsmechanismen durch Wechselgetriebe erfolgt, die dauernd in der Maschine eingebaut bleiben, so dass ein Auswechseln der Räder zum Zwecke der Regulierung nicht in Frage kommt. Jedes Wechselgetriebe wird-wie bei einer Werkzeugmaschine-durch Schaltung eines Hebels betätigt, welcher in einegestaffelte Aussparung des Maschinengehäuses eingreift ; jede Stellung des Hebels entspricht hiebei einer bestimmten Schaltung, die in entsprechender Weise, z. B. durch Zahlen, bezeichnet wird und sich unmittelbar leicht ablesen lässt ; die Bezeichnung bezieht sich demnach auf
1. Drehung der Spulen (Abzugsgeschwindigkeit des Fadens),
2. gesponnene Deniers,
3. Grösse der Fadenkreuzung)
4. Grösse der Riemenverschiebung.
Durch diese Anordnung ist jede gewünschte Änderung sofort einstellbar, ohne dass, wie bisher, ein oder mehrere Rädersätze ausgewechselt zu werden brauchen. Es wird weiterhin der Vorzug erreicht, dass auf einen Blick ohne weiteres übersehen werden kann, ob die erfolgte Einstellung richtig ist, und weiterhin, mit welchen Geschwindigkeitsverhältnissen, Denier usw. die Maschine arbeitet.
Der Erfindungsgedanke wird dadurch verwirklicht, dass der Antrieb der Spinnspulen, der Fadenführung und des eine konstante Abzugsgeschwindigkeit bewirkenden bekannten Riementriebes durch übereinander angeordnete Stufenrädergetriebe erfolgt, wodurch sich eine Einkapselung des ganzen Steuermechanismus ermöglichen lässt, und ausserdem eine selbsttätige Schmierung sämtlicher Räder sowie der Lager von einer zentralen Stelle aus bewirkt werden kann. Diese selbsttätige Schmierung kann z. B. dadurch eingeleitet werden, dass man mittels eines Becherwerkes das Schmiermittel an die höchsten Stellen des Triebwerkes befördert, von wo aus das Schmiermittel durch Röhren über die Breite des Antriebs verteilt wird und durch Herabtropfen die untereinander gelagerten Räder und Lager schmier.
Die vollständige Einkapselung der Tiiebwerksteile hat weiterhin den Vorzug einer Sicherung gegen Säurespritzer und Gase.
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Von der im Gehäuse gelagerten Antriebswelle 1 (Fig. 1, 2) aus wird mittels des Räderpaares 41, 42 die Welle 2 angetrieben, auf welcher ein Zahnrad 3 mittels Nut und Feder 5 längsverschiebbar ist. Dieses Zahnrad 3 sitzt ausserdem in einer in Fig. 1 gezeichneten Schere 4, mittels deren die Längsverschiebung des Zahnrades 3 auf der Welle 2 vorgenommen wird. Die Wechselschere 4 trägt weiterhin ein Über-
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an, auf der das untere Konoid 15 des zweiten Konoidenpaares sitzt, während das obere Konoid 15'des- selben wiederum durch einen Riementrieb 49 mitgenommen wird. Auf der Welle 50 des oberen Konoids 15' sitzt ein Zahnrad 51, das durch Eingriff in das Zahnrad 52 eine über die ganze Länge der Maschine sich erstreckende Welle 16 antreibt.
Diese zweite Längswelle 16 betreibt, ebenso wie die Welle 14, die andere Hälfte der Spulenwellen, also beispielsweise die geraden Spulenwellen.
Auf der Welle 2 sitzt weiterhin ein Zahnrad 63, das mit einem auf einer Welle 17 sitzenden Rad 64 in Eingriff steht. Auf dieser durch das Räderpaar 53, 54 angetriebenen Welle 17 sind drei Zahnräder 18, j, 18" von verschiedenem Durchmesser angeordnet. Von diesen drei Rädern aus erfolgt, je nach Ein- stellung einer das Zwischenrad 21 tragenden Schere 19, eine. schnellere oder langsamere Bewegungsübertragung auf die Welle 20, auf der die Schere 19 verschiebbar ist. Durch eine weitere Scherenanordnung 22,
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57, 58 die Welle 40 angetrieben, die ihrerseits durch die Wechselschere 64 auf ein Wechselgetriebe 27 einwirkt, das auf der Welle 28 sitzt. Durch ein auf dieser aufgekeiltes Zahnrad 29 wird durch Zwischen-
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Die beiden Riemen 13 und 49 (Fig. l, 4,5), welche die beiden Konoidenpaare 12, 12'und 15,15' treiben, werden durch einen Zwischenhebel31 gespannt. Dieser Spannhebel. 31 sitzt auf einer Schnecke 32 und wird längs der Konoide dadurch verschoben, dass mit der Schnecke 32 ein Schaltrad 61 gekuppelt ist, das durch eine Schaltklinke 33 gedreht wird. Letztere erhält ihren Antrieb unter Zwischenschaltung einer Schubstange 62 von einer Hubscheibe 64, welche vermittels zweier Zahnräder 66 und 66'von einer Welle 67 aus betätigt wird. Auf Welle 67 sitzt ein Wechselgetriebe 68, welches durch eine Seherenanordnung 69 vermittels eines Übertragungsrades 70 von der Welle 72 aus angetrieben wird.
Auf dieser Welle 72 ist in der Nut 71 ein von der Schere 69 getragenes Rad 74 angeordnet, welches bei seitlicher Verschiebung dem Wechselgetriebe 68 eine verschiedene Geschwindigkeit erteilt. Die Bewegung der Welle 72 erfolgt mittels der Zahnräder 73 und 73'von der Welle 11 aus.
Die im vorstehenden gekennzeichneten Einstellvorrichtungen für die Wechselgetriebe bzw. Wechselscheren werden zweckmässig in einem Gehäuse 75 untergebracht derart, dass an der Aussenseite desselben die Stellung der verschiedenen Hebel der Wechselgetriebe übersichtlich erkenntlich ist ; vgl. Fig. 3. Zu diesem Zwecke ist bei einem jeden verstellbaren Hebel od. dgl. aussen am Gehäuse eine Skala 76,77, 78 angebracht, welche Zahlen trägt derart, dass'eine jede Hebestellung durch eine bestimmte Zahl gekennzeichnet ist. Diese Zahlen bezeichnen entweder direkt den Denier der gesponnenen Seide, vgl. die mittlere Skala 77, oder die Abzugsgeschwindigkeit in Metern usw., vgl. die untere Skala 78, oder die Fadenkreuzung, vgl. die obere Skala 76.
Es können auch Hilfszahlcn in den Skalen eingetragen sein, welche indirekt mittels einer Tabelle die tatsächlichen Werte der verschiedenen Bewegungen ablesbar erkennen lassen.
Auf den Zeichnungen des beschriebenen Ausführungsbeispieles wird das Wechselgetliebe für die Spinnpumpen und das Wechselgetriebe für die Abzugsgeschwindigkeit unabhängig voneinander von der Antriebswelle der Maschine betätigt. Da nun für einen gegebenen Denier die Abzugsgeschwindigkcit
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die gesamte Bewegung der Pumpenwellen in demselben Verhältnis mit ver1indert wird. Um dies zu erreicheIl wird das Wechselgetriebe für-die Pumpenwelle nicht direkt vom Antrieb der Spinnmaschine aus betätigt,
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der Pumpenwelle überträgt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Kunstseidespinnmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb der Spinnspulen, der Fadenführung und des eine konstante Fadenabzugsgeschwindigkeit bewirkenden, bekannten Riementriebes durch übereinander angeordnete und gemeinsam eingekapselte Stufenr1idergetliebe eifolgt, die mit den zugehörigen von Hand einstellbaren Schaltgliedein (4, 19, 22, 64) eingestellt werden und eine selbsttätige Schmierung sämtlicher Getriebeteile von einer zentralen Stelle aus ermöglichen lassen.