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Dberstromschutz elektrischer Leitungsnetze.
Elektrische Leitungsnetze sind zur Nachtzeit meist erheblich schwächer belastet als bei Tage.
Dem geringeren Verbrauch entsprechend, laufen in den Zentralen dann auch gewöhnlich weniger Stromerzeuger. Nun muss der Überstromschutz bo eingestellt werden, dass der kleinste Auslösestrom grösser als der höchst zulässige Betriebsstrom ist, weil sonst bei hohen Belastungen, die aber noch nicht als Überströme anzusehen sind, die Schutzeinrichtungen ansprechen könnten.
Anderseits besteht aber die Gefahr, dass die wenigen des Nachts laufenden Maschinen bei Kurz- schluss nicht den zum Ansprechen der Relais erforderlichen Strom aufbringen.
Weniger abhängig als der Strom ist der Spannungsabfall von der Maschinenleistung ; doch können Relais, bei welchen sowohl das Ansprechen als auch die Ablaufzeit nur von der Spannung abhängig ist, ebenfalls nicht allen Anforderungen genügen. Gegenstand der Erfindung ist eine Relaisanordnung, bei der das Ansprechen der Relais nicht nur von der Höhe des Überstromes, sondern auch von dem durch den Überstrom erzeugten Spannungsabfall abhängt. Die Erfindung lässt sich in erster Linie bei solchen Relais anwenden, bei denen die Höhe des Stromes, bei dem das Relais anspricht, durch ein gewöhnliches Stromrelais und die Ablaufzeit von einem beliebigen andern System, beispielsweise einem wattmetrischen Relais nach dem Ferrarisprinzip, beeinflusst wird.
Gemäss der Erfindung soll nun dieses Stromrelais unter dem Einfluss eines weiteren Relais stehen, welches von der durch den Überstrom erzeugten Spannungserniedrigung abhängig ist und welches das Stromrelais bei normalem Betriebe ganz oder teilweise ausser Wirkung setzt. Beispielsweise kann die Wicklung des Stromrelais durch einen Kontakt kurzgeschlossen sein, der von einem besonderen Spannungsrelais dann geöffnet wird, wenn die Spannung um ein bestimmtes Mass zurückgegangen ist. Die Wicklung des Stromrelais ist dann natürlich so zu bemessen, dass das Relais beim kleinsten denkbaren Überstrom, der also kleiner sein kann als ein zu anderer Zeit fliessender Betriebsstrom anspricht.
Anstatt die Wicklung des Stromrelais ganz kurzzuschliessen, kann man ihr auch über einen von dem Spannungsrelais betätigten Ruhekontakt einen Widerstand parallel legen, der unter normalen Verhältnissen einen so grossen Teil des Stromes aufnimmt, dass der in der Stromspule fliessende Strom nicht genügt, um das Relais zum Ansprechen zu bringen, der aber beim Ansprechen des Spannungsrelais abgeschaltet wird, so dass dann der Gesamtstrom durch die Stromspule fliesst. Bei solchen Relais, bei denen der Ferrarisscheibe durch das Stromrelais eine bestimmte Anfangsgeschwindigkeit erteilt wird, kann man bei Verwendung des Spannungsrelais der Scheibe durch den fallenden Anker dieses Relais gleichfalls einen Anstoss geben.
In der beiliegenden Zeichnung ist in Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Ein Stromwandler a und ein Spannungswandler b liefern den Strom und die Spannung, durch die ein dreischenkliger Relaiskem c erregt wird. Der in den Spannungsspulen des Relais fliessende Strom wird über einen Kontakt d geführt, der erst geschlossen werden muss, wenn ein Drehmoment auf die Ferraisscheibe e ausgeübt werden soll. Der Kontakt d wird durch ein Stromrelais g betätigt, das an dem gleichen Stromwandler wie die Stromspule des Ferrarisrelais liegt. Im Nebenschluss zu der Wicklung dieses Stromrelais liegt ein Ruhekontakt h, der von einem Spannungsrückgangsrelais l'bei sinkender Spannung geöffnet wird. Je nachdem, ob der Kontakt h die Stromspule direkt oder unter Zwischenschaltung eines Wider-
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