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Verfahren und Vorrichtung zur Beschickung von Schwefelkohlenstofföfen, insbesondere nach Art von Schachtofen.
Bei der Herstellung von Schwefelkohlenstoff ist es bekanntlich für die Ausbeute wesentlich, dass durch die Rohstoffe möglichst wenig Feuchtigkeit in die Heizzone gelangt, damit die Bildung von Kohlenoxyd oder Kohlensäure und von Schwefelwasserstoff behindert wird, bezüglich des letzteren schon aus dem Grunde der Vermehrung der Ausbeute.
Man hat sich bisher in der Praxis damit begnügt bzw. vorgeschlagen, die Holzkohle oder andere Arten poröser Kohle von adsorbiertem Wasser zu befreien durch Vortrocknung mit oder ohne Anwendung des Vakuums, gegebenenfalls auch durch ein mässiges Vorglühen in den oberen Teilen des Ofenschachtes selbst, wobei die Gase und Wasserdämpfe mit dem Schwefelkohlenstoff zusammen abgehen, welche letzteren mit ihm unter H2S-bildung reagieren. Infolgedessen war es notwendig, der sehr grossen Abgasemenge in Waschanlagen den darin enthaltenen Schwefelkohlenstoff zu entziehen und dem Betrieb eine Schwefelregenerationsanlage (Claus-Chance od. dgl. ) anzugliedern, d. h. zwei Nebenbetriebe, welche 'durch Bedienung und Heizmittel Kosten verursachen.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet eine Verfahren, welches von der Erkenntnis ausgeht, dass mit der Beseitigung des adsorbierten Wassers oder durch eine mässige Glühung die günstigsten
Verhältnisse für die Erzielung der grössten Sehwefelkohlenstoffausbeute auf Kosten der unerwünschten Schwefelwasserstoffbildung durchaus noch nicht vollständig erreicht sind und dass vielmehr die günstigsten Bedingungen erst dann vorliegen können, wenn auch die latente Quelle der Bildung von Wasserdampf und andern schädlichen bzw. Schwefel verbrauchen : 1en Gasen beseitigt ist, als welche die Anwesenheit von gebundenem Sauerstoff und Wasserstoff (aus den Zellulose- oder Ligninmolekülen) in der Holzkohle angesehen werden muss.
Dass der hier in Frage kommende Betrag an Wasserdampf und gasbildenden
Stoffen eine ganz erhebliche Rolle spielt, ergibt sich schon daraus, dass eine gewöhnliche Holzkohle des Handels durch das Ausglühen bei Temperaturen bis zu 10000 zwischen 20 und 30010 ihres Gewichtes verliert.
Das vorliegende Verfahren ist nun dadurch gekennzeichnet, dass dem Schwefelkohlenstoffofen nur praktisch vollständig, d. h. bei Temperaturen von etwa 1000 bis 1200 , ausgeglühte Holzkohle zugeführt, wird, und dies in der Art, dass die Kohle in glühendem Zustand aus einem in entsprechender Höhe angeordneten Glühofen unter Luftabschluss den Schwefelkohlenstoffofen zuläuft.
Zweckmässig bedient man sich hiezu einer Vorrichtung, welche im wesentlichen darin besteht, dass der Vorglühofen als elektrischer Widerstandsofen ausgebildet ist, in welchem auf glühende leitende Holzkohle die nichtleitende, zu entgasende Rohkohle aufgeschichtet wird. In diesem Ofen sind in einem ausgemauerten Schacht eine obere bewegliche Elektrode und eine oder mehrere feststehende Boden-
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Widerstand zwischen den Elektroden dienenden Beschickung aus Holzkohle in Berühren, stehen.
Die Auslassöffnung am Boden des Vorglühofem ist duieh ein mit bekannten Mitteln absperrbares Rohr mit der Eintragöffnullg des Schwefelkohlenstoffofens derart verbunden, dass die glühende, vollkommen entgaste Beschickung in gewünschten Zeitintervallen letzterem zulaufen kann, ohne dass Schwefelkohlen-
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stoffdämpfe in den Vorglühofen entweichen können. Das beim Vorglühen entwickelte Gas kann man ständig oder zeitweise aus dem geschlossenen Ofen durch geeignete Abschlussorgane abführen. Wird der eigentliche Schwefelkohlenstoffofen elektrisch geheizt, so tritt durch die gesonderte Vorheizung der Holzkohle dem bisher üblichen Verfahren gegenüber keine wesentliche Erhöhung des Gesamtenergiebedarfes ein.
Der lediglich durch Wärmeausstrahlung verursachte geringe Verlust wird aber mehr als aufgewogen durch die Vorteile der Zufuhr praktisch vollkommen entgaster Kohle.
Als technischer Vorteil dieser Zufuhr von entgaster Holzkohle ergibt sich nicht nur eine Erhöhung der Schwefelkohlenstoffausbeute sowohl infolge der Verminderung der an Schwefelkohlenstoffdampf gesättigten Abgasmenge wie auch infolge der Ausschaltung der Gelegenheit zu Schwefelwasserstff- bildung, sondern es entsteht auch ein reinerer Schwefelkohlenstoff, welcher wesentlich weniger Schwefel- wasserstoff, weniger organisehe Schwefelverbfndungen und weniger Flugstaubteilchen enthält, da die mit dem Ausglühen verbundene Bildung von Flugstaub jetzt nicht mehr im Sehwefelkohlenstofferzeuger
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die oberste Holzkohlenschicht bereits mit einer Temperatur in den Ofen gelangt, bei welcher die Holzkohle an der Stromleitung unmittelbar teilnimmt.
Das Verfahren lässt sich insbesondere bei Öfen, in welchen die ganze Beschickung des Schachtes als Widerstand dient, anwenden, ebenso aber auch, unter entsprechender Anpassung der Apparatur, bei allen andern Arten von Schacht-oder Retortenöfen für Schwefelkohlenstofferzeugung.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Beschickung von Sehwefelkohlenstofföfen, insbesondere nach Art von Schacht- öfen mit Holzkohle, dadurch gekennzeichnet, dass die Holzkohle unter Luftabschluss dem Schwefelkohlenstoffofen zugeführt wird, nachdem sie bei Temperaturen von 1000 bis 1200 bis zur praktisch vollständigen Entgasung ausgeglüht worden ist.