AT104389B - Verfahren und Vorrichtung zur Beschickung von Schwefelkohlenstofföfen, insbesondere nach Art von Schachtöfen. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Beschickung von Schwefelkohlenstofföfen, insbesondere nach Art von Schachtöfen.

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AT104389B
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Description


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    Verfahren und Vorrichtung zur Beschickung von Schwefelkohlenstofföfen, insbesondere nach Art von Schachtofen.   



   Bei der Herstellung von Schwefelkohlenstoff ist es bekanntlich für die Ausbeute wesentlich, dass durch die Rohstoffe möglichst wenig Feuchtigkeit in die Heizzone gelangt, damit die Bildung von Kohlenoxyd oder Kohlensäure und von Schwefelwasserstoff behindert wird, bezüglich des letzteren schon aus dem Grunde der Vermehrung der Ausbeute. 



   Man hat sich bisher in der Praxis damit begnügt bzw. vorgeschlagen, die Holzkohle oder andere Arten poröser Kohle von adsorbiertem Wasser zu befreien durch Vortrocknung mit oder ohne Anwendung des Vakuums, gegebenenfalls auch durch ein mässiges Vorglühen in den oberen Teilen des Ofenschachtes selbst, wobei die Gase und Wasserdämpfe mit dem Schwefelkohlenstoff zusammen abgehen, welche letzteren mit ihm unter   H2S-bildung   reagieren. Infolgedessen war es notwendig, der sehr grossen Abgasemenge in Waschanlagen den darin enthaltenen Schwefelkohlenstoff zu entziehen und dem Betrieb eine   Schwefelregenerationsanlage (Claus-Chance od. dgl. ) anzugliedern, d. h. zwei Nebenbetriebe, welche   'durch Bedienung und Heizmittel Kosten verursachen. 



   Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet eine Verfahren, welches von der Erkenntnis ausgeht, dass mit der Beseitigung des adsorbierten Wassers oder durch eine mässige Glühung die günstigsten
Verhältnisse für die   Erzielung der grössten Sehwefelkohlenstoffausbeute   auf Kosten der unerwünschten   Schwefelwasserstoffbildung durchaus noch nicht vollständig erreicht   sind und dass vielmehr die günstigsten Bedingungen erst dann vorliegen können, wenn auch die latente Quelle der Bildung von Wasserdampf und andern schädlichen bzw. Schwefel   verbrauchen : 1en   Gasen beseitigt ist, als welche die Anwesenheit von gebundenem Sauerstoff und Wasserstoff (aus den Zellulose- oder Ligninmolekülen) in der Holzkohle angesehen werden muss.

   Dass der hier in Frage kommende Betrag an Wasserdampf und gasbildenden
Stoffen eine ganz   erhebliche   Rolle spielt, ergibt sich schon daraus, dass eine gewöhnliche Holzkohle des Handels durch das Ausglühen bei Temperaturen bis zu   10000 zwischen   20 und   30010   ihres Gewichtes verliert. 



   Das vorliegende Verfahren ist nun dadurch gekennzeichnet, dass dem Schwefelkohlenstoffofen nur praktisch vollständig, d. h. bei Temperaturen von etwa 1000 bis   1200 , ausgeglühte Holzkohle   zugeführt, wird, und dies in der Art, dass die Kohle in   glühendem   Zustand aus einem in entsprechender Höhe angeordneten Glühofen unter Luftabschluss den Schwefelkohlenstoffofen zuläuft. 



   Zweckmässig bedient man sich hiezu einer Vorrichtung, welche im wesentlichen darin besteht, dass der   Vorglühofen   als elektrischer Widerstandsofen ausgebildet ist, in welchem auf glühende leitende Holzkohle die nichtleitende, zu entgasende Rohkohle aufgeschichtet wird. In diesem Ofen sind in einem ausgemauerten Schacht eine obere bewegliche Elektrode und eine oder mehrere feststehende Boden- 
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 Widerstand zwischen den Elektroden   dienenden   Beschickung aus Holzkohle in   Berühren,   stehen.

   Die   Auslassöffnung   am Boden des   Vorglühofem   ist duieh ein   mit bekannten Mitteln absperrbares   Rohr mit der   Eintragöffnullg   des Schwefelkohlenstoffofens derart verbunden, dass die glühende, vollkommen entgaste Beschickung in gewünschten Zeitintervallen letzterem zulaufen kann, ohne dass Schwefelkohlen- 

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 stoffdämpfe in den Vorglühofen entweichen können. Das beim Vorglühen entwickelte Gas kann man ständig oder zeitweise aus dem geschlossenen Ofen durch geeignete Abschlussorgane abführen. Wird der eigentliche Schwefelkohlenstoffofen elektrisch geheizt, so tritt durch die gesonderte Vorheizung der Holzkohle dem bisher   üblichen   Verfahren gegenüber keine wesentliche Erhöhung des Gesamtenergiebedarfes ein.

   Der lediglich durch Wärmeausstrahlung verursachte geringe Verlust wird aber mehr als aufgewogen durch die Vorteile der Zufuhr praktisch vollkommen entgaster Kohle. 



   Als technischer Vorteil dieser Zufuhr von entgaster Holzkohle ergibt sich nicht nur eine Erhöhung der Schwefelkohlenstoffausbeute sowohl infolge der Verminderung der an Schwefelkohlenstoffdampf gesättigten Abgasmenge wie auch infolge der   Ausschaltung der Gelegenheit zu Schwefelwasserstff-   bildung, sondern es entsteht auch ein reinerer Schwefelkohlenstoff, welcher wesentlich weniger Schwefel-   wasserstoff, weniger organisehe Schwefelverbfndungen   und weniger Flugstaubteilchen enthält, da die mit dem Ausglühen verbundene Bildung von Flugstaub jetzt nicht mehr im   Sehwefelkohlenstofferzeuger   
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 die oberste Holzkohlenschicht bereits mit einer Temperatur in den Ofen gelangt, bei welcher die Holzkohle an der Stromleitung unmittelbar teilnimmt. 



   Das Verfahren lässt sich insbesondere bei Öfen, in welchen die ganze Beschickung des Schachtes als Widerstand dient, anwenden, ebenso aber auch, unter entsprechender Anpassung der Apparatur, bei allen andern Arten von Schacht-oder Retortenöfen für Schwefelkohlenstofferzeugung. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Beschickung von Sehwefelkohlenstofföfen, insbesondere nach Art von Schacht- öfen mit Holzkohle, dadurch gekennzeichnet, dass die Holzkohle unter Luftabschluss dem Schwefelkohlenstoffofen zugeführt wird, nachdem sie bei Temperaturen von 1000 bis 1200  bis zur praktisch vollständigen Entgasung ausgeglüht worden ist.

Claims (1)

  1. 2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Ausbildung des Vorglühofens als elektrischer Widerstandsofen, in welchem in einem ausgemauerten Schacht zwischen Kohlenelektroden eine Schicht von Holzkohle als Widerstand dient, auf welche die zu entgasende Rohkohle aufgeschichtet wird.
    3. Anordnung nach den Ansprüchen 1 und 2, gekennzeichnet durch die Aufstellung des Vorglühofens oberhalb des Schachtofens und die Verbindung des Bodens des Vorglühofens mit dem Oberteil des Schachtofens durch ein beiderseits absperrbares Verbindungsrohr, durch welches die Holzkohle unter Luftabschluss dem Schachtofen zulaufen kann.
AT104389D 1924-07-03 1925-06-16 Verfahren und Vorrichtung zur Beschickung von Schwefelkohlenstofföfen, insbesondere nach Art von Schachtöfen. AT104389B (de)

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DE453504C (de) 1927-12-08

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