DE2653794C3 - Verfahren zur Herstellung von Koks - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von KoksInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Koks, bei dem Einsatzkohle einem Ringherd-Verkokungsofen
zugeführt, die Kohle in einer Vorerwärmungszone zur Erzeugung von Koks und Gas auf hohe
Temperaturen erhitzt, der Koks in einer Kühlzone gekühlt und aus diesem ausgetragen wird. Unter Koks
ist hierbei sowohl ungeformter Koks als auch Formkoks zu verstehen.
Zur Roheisen- und Stahlerzeugung wird für Hochöfen bestimmter Hüttenkoks, der bestimmte Eigenschaften
besitzen muß, in großen Mengen benötigt, so daß das Verfahren zur Herstellung «ines de/artigen Kokses für
die Massenherstellung geeignet sein muß.
Nach der DE-AS 10 85 496 wird ei- Ringherd-Verkokungsofen
durch Teilverbrennung des bei der Verkokung erzeugten Gases beheizt, wobei es sich um eine
autogene Verkokung handelt Durch die Verbrennung des in der Verkokungszone erzeugten Gases ergibt sich
ein Gas, das Co2, H2O, Co, O2, N2 usw. enthält, das dann
als Heizgas dem Verkokungsofen zugeführt wird. Das dann in dem Verkokungsofen entstehende Sekundärgas
wird durch das Heizgas verdünnt bzw. vermischt, und aufgrund der zuvor genannten Bestandteile des
Heizgases wird durch diese entstehende Versetzung das Sekundärgas qualitativ verschlechtert Die in dem
Heizgas enthaltenen Bestandteile, wie Co2, O2 usw.
wirken als Oxidationsmittel bei der Koksherstellung, so daß bei einer derartigen Verfahrensweise qualitativ
minderwertiger Koks erzeugt wird.
Nach der DE-AS 14 71 575 sind Maßnahmen bekannt geworden, die die Verbrennung oder Oxidation einer
Kohleschicht verhindern. Hierzu wird Luft in den oberen Teil des Ringherd-Verkokungsofen eingeleitet
und eine aus der Kohleschicht erzeugte flüchtige Substanz wird verbrannt Die Wärmequelle für die
Beheizung des Ringherd-Verkokungsofens und insbesondere zur Beheizung der Verkokungszone ist nicht
näher angegeben und beschrieben, so daß diese frei wählbar und von irgendeiner an sich bekannten
Wärmequelle gebildet wird. Selbst wenn man eine Beheizungsweise wie bei der DE-AS 1085 496 wählt,
treten auch bei dieser Herstellungsweise von Koks die vorstehend genannten Nachteile auf.
Auch aus der DE-AS 15 46 635 ist eine indirekte Art
einer Beheizung eines Ringherd-Verkokungsofens wie bei der DE-AS 10 85 496 beschrieben. Hierbei ist
ebenfalls die Gefahr gegeben, daß durch die indirekte Beheizung wie bei der DE-AS 10 85 496, in der
Verkokungszone Oxidationsmittel in Form von Bestandteilen
des zugeführten Heizgases und durch Verbrennen des in der Verkokungszone entstandenen
Gases vorhanden sind, die die Güte des hergestellten s Kokses beeinträchtigen.
Aus der US-PS 3085947 ist es bekannt, das in der
Verkokungszone entstandene Gas zu reinigen, indem Verunreinigungen, wie Teer usw, entfernt werdui. Bei
dieser Gasreinigung wird das Gas gekühlt Ein Teil
ίο dieses bei der Gasreinigung gekühlten Gases wird dann
zum Abkühlen des Kokses in einer Kühlzone verwendet Bei anderen Kühlmethoden wird der Koks
außerhalb des Verkokungsofens mit Wasser, reduzierendem oder inertem Gas abgekühlt Bei der Verwendung
von Wasser tritt aufgrund der großen Kühlwassermenge und der großen erzeugten Dampfmenge eine
Umweltbelastung auf. Bei der Verwendung von reduzierendem oder inertem Gas steigen die Anlagekosten und die Betriebskosten sehr stark an, was
insbesondere bei einer Massenherstellung von Koks ungeeignet ist
Der Erfindung hingegen liegt die Aufgabe zugrunde, ein für die Massenherstellung von Koks geeignetes
Verfahren zu schaffen, das energiesparend ist und qualitativ hochwertigen Koks liefert
Diese Aufgabe wisd erfindungsgemäß bei einem Verfahren zur Herstellung von Koks der eingangs
genannten Art dadurch gelöst, daß ein Teil des bei der
Verkokung gewonnenen Gases außerhalb des Verko-
w kungsofens erhitzt und als Heizgas in die Verkokungszone und ein anderer Teil des Gases zur Kühlung in die
Kühlzone zurückgeführt und der restliche Teil abgezogen wird.
Da erfindungsgemäß das gereinigte und abgekühlte, in der Verkokungszone des Ringherd-Verkokungsofens entstandene Gas in den Verkokungsofen zur Abkühlung des Kokses unter reduzierender Atmosphäre zurückgeführt wird, ist die Herstellungsweise wesentlich vereinfacht und energiesparender sowie kostengünstiger. Insbesondere kann man dieses bsi der Abkühlung des Kokses in der Kühlzone aufgeheizte Gas wiederum dazu verwenden, die Einsatzkohle in der Vorerwärmungszone vorzuwärmen. Hierdurch erreicht man eine bessere Energieausnutzung der bei der insgesamt während der Verkokung von Kohle zur Herstellung von Koks vorhandenen Gesamtenergieinhalts. Aufgrund dieser besseren Ausnutzung läßt sich der Energiebedarf zur Herstellung von Koks senken, was insbesondere bei einer Massenherstellung von Koks wichtig ist Da
Da erfindungsgemäß das gereinigte und abgekühlte, in der Verkokungszone des Ringherd-Verkokungsofens entstandene Gas in den Verkokungsofen zur Abkühlung des Kokses unter reduzierender Atmosphäre zurückgeführt wird, ist die Herstellungsweise wesentlich vereinfacht und energiesparender sowie kostengünstiger. Insbesondere kann man dieses bsi der Abkühlung des Kokses in der Kühlzone aufgeheizte Gas wiederum dazu verwenden, die Einsatzkohle in der Vorerwärmungszone vorzuwärmen. Hierdurch erreicht man eine bessere Energieausnutzung der bei der insgesamt während der Verkokung von Kohle zur Herstellung von Koks vorhandenen Gesamtenergieinhalts. Aufgrund dieser besseren Ausnutzung läßt sich der Energiebedarf zur Herstellung von Koks senken, was insbesondere bei einer Massenherstellung von Koks wichtig ist Da
">° desweiteren erfindungsgemäß ein Teil des bei der
Verkokung gewonnenen Gases nach der Reinigung außerhalb des Verkokungsofens erhitzt wird, und dann
anschließend in die Verkokungszone als Heizgas eingeleitet wird, ist keine Oxidation und »omit auch
V} keine Beeinträchtigung der Atmosphäre in der Verkokungszone
durch das zurückgeleitete Gas möglich. Dieses gereinigte und erhitzte Heizgas vermischt sich
bei der Verkokung mit dem in der Verkokungszone anfallenden Gas und da das so zurückgeleitete Heizgas
h() gereinigt ist, verschlechtert sieh das insgesamt in der
Verkokungszone anfallende Mischgas qualitativ nicht Somit kann nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
Koks kontinuierlich bei vermindertem Energiebedarf und somit verminderten Kosten mit qualitativ hochwer-
''· tiger Güte ohne Umweltbelastung hergestellt werden.
Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die Zeichnung anhand eines Ausführungsbeispiels
erläutert. Dabei zeigt
F i g, 1 schematisch den Aufbau eines Ringherd-Verkokungsofens,
Fig,2 eine Schnittansicht längs der Linie A-A in
Fig. 1 und
F i g. 3 in einem Fließschema den Einsatzkohlenfluß, den hergestellten Koks, den Fluß des zur Verkokung
zurückgeleiteten Heizgases und des Verkokungsgases mit den Verunreinigungen, wie zum Beispiel Teer, die
hierbei anfallen.
Der in F i g. 1 gezeigte Ringherd-Verkokungsofen
umfaßt einen Ringherd, der sich in einer horizontalen Ebene bewegt
Im Bereich einer Beschickungsöffnung 12, Ober die Einsatzkohle zur Herstellung von Koks eingespeist
wird, bildet der Verkokungsofen eine Vorerwärmungszone
2, die in Verbindung mit einer Verkokungszone 3 steht Diese steht ihrerseits in Verbindung mit einer
Kühlzone 4. Der Kühlzone 4 ist eine Koksaustragsöffnung
13 nachgeschaltet, die im Bereich der Beschikkungsöffnung
12 für die Einsatzkohle angeordnet ist
Bei dem Verfahren zur Herstellung von Koks.gelangt
die Einsatzkohle durch die Beschickungsöffnung 12 in die Vorerwärmungszone 2 des Ringherd-Verkokungsofens. Bei der Herstellung von ungefonntem Koks wird
als Einsatzkohle unverkokbare oder schwach verkokbare Kohle verwendet
Bei der Herstellung von Formkoks wird die Einsatzkohle auf eine vorgeschriebene Korngröße und
eine Oberwachte Körnung pulverisiert und anschließend mit einem Bindemittel oder verkokbarer Kohle
vermischt Dieses Gemisch wird dann brikettiert
Aus der Vorerwärmungszone 2 bewegt sich die Einsatzkohle in die Verkokungszone 3. In der
Verkokungszone treten Temperaturen von 800 bis 1100,
vorzugsweise etwa 1000° C auf, und als Nebenprodukte
fallen Teer und Gase an. Der in der Verkokungszone gebildete Koks gelangt dann in die Kühlzone 4 und wird
kontinuierlich über die Austragsöffnung 3 abgezogen.
Bei dem in P i g. 2 im Schnitt dargestellten Ausschnitt
des Ringherd-Verkokungsofens wird der Herd von einer horizontal umlaufenden Scheibe 28 gebildet Ein
ortsfester Ofenkörper ist mit F, eine Abdichtung, wie zum Beispiel eine Wassersichtung, mit 27, eine ortsfeste
haubenförmige Abdeckung mit 1 und ein ortsfester Gasvorratsnmm mit 29 bezeichnet, de;1 in der Nähe des
unteren Teils des Ringherdes des Verkokungsofens liegt.
Ein auf ungefähr 1000° C aufgeheiztes Heizgas strömt
zunächst Ober eine Gasleitung 30 in den Gasvorratsraum 29. Von dem Gasvorratsraum 29 aus tritt das
Heizgas üb^r in dem Ringherd 28 ausgebildete
öffnungen in den Ofenkörper Fein. Mit Hilfe dieses
Heizgases erfolgt die Verkokung der Einsatzkohle.
Das bei der Verkokung entstehende Gas und der hierbei gebildete Teer vereinigen sich mit dem Heizgas
zu einem gasförmigen Gemisch, das an der Oberseite des Verkokungsofens über eine nicht gezeigte zweite
Leitung abgeleitet wird.
In F i g. 3 ist der Materialfluß schematisch dargestellt
Hiernach tritt die Einsatzkohle über die Beschickungsöffnung 12 in den Ringherd-Verkokungsofen ein,
durchläuft die Vorerwärmungszone 2, die Verkokungszone 3, die Kühlzone 4 und wird schließlich über die
Austrugsöffnung 13 als hergestellter Koks entnommen. In F i g. 3 ist mit 10 eine Aufheizeinrichtung bezeichnet,
die außerhalb des Verkokungsofens liegt und dem Verkokungsofen die zur Verkokung erforderliche
Wärme liefert. Als Heizgas für die Verkokung wird das bei der Verkokung entstandene Gas verwendet Nach
der Erwärmung des Gases mit HiUe der Heizeinrichtung
10 wird dieses Heizgas in die Verkokungszone 3 eingeleitet Vorzugsweise wird das Heizgas an dem der
Kühlzone 4 benachbarten Ende der Verkokungszone 3 eingeleitet und es wird an dem anderen von der
Kühlzone 4 entfernt liegenden Ende der Verkokungszone 3 abgezogen, so daß das Heizgas im Gegenstrom zur
Einsatzkohle strömt
ι ο Das bei der Verkokung gewonnene Gas dient auch als Brennstoff für die Heizeinrichtung 10.
In der Verkokungszone 3 wird das Heizgas mit Hilfe einer Saugeinrichtung 21 aus dem unteren Teil des
Verkokungsofens durch eine Lage aus brikettierter oder nicht brikettierter Kohle in den oberen Teil des Ofens
und danach in einen benachbarten Sektor der Verkokungszone 3 mit Hilfe einer Saugeinrichtung 22
wieder in den unteren Teil des Verkokungsofens gesaugt Das unter der Wirkung der oberen Saugeinrichtung
21 aufwärts und durch die Wt«&ung der unteren
Saugeinrichtung 22 abwärts strömende Heizgas bewirkt, daß die Einsatzkohle ausreichend erhitzt und
dabei vollständig verkokt wird, wobei Teer und Gas als Nebenprodukte anfallen.
Die iJs Nebenprodukte auftretenden Gase und
insbesondere der Teer vereinigen sich mit dem von der Heizeinrichtung gelieferten Heizgas zu einem Gemisch,
das am Ende der Verkokungszone 3 austritt Dieses aus der Verkokungszone 3 austretende Gemisch wird in
JO einem ersten Kühlturm 5 mit Ammoniakwasser gekühlt wodurch Teer und ähnliche Verunreinigungen beseitigt
werden. Das Gas wird dann durch einen Dekanter 6 und einen Ammoniakwasser-Abscheider 7 geleitet wodurch
eine Trennung in Gas, öl und Ammoniakwasser erfolgt
i' Zur Absorption von Leichtöl wird es dann durch eine
gereinigten Gases U wird in einem Behälter gesammelt
Kühlmittel verwendet und wird mit Hilfe einer Saugeinrichtung 23 aus dem unteren in den oberen Teil
des Ofens geleitet
Das in der Kühlzone bei der Abkühlung aufgewärmte Gas wird mittels einer Saugeinrichtung 24 in eine
4ϊ Vorerwärmungseinrichtung geleitet Diese Vorerwälrmungseinrichtung
liegt wie die Heizeinrichtung 10 außerhalb des Verkokungsofens und dient zur Aufwärmung
des in der Kühlzone austretenden Gases. Das dann vorerwärmte Gas strömt unter der Wirkung einer
ίο Saugeinrichtung 25 aus dem oberen in den unteren Teil
des Verkokungsofens und zwar in die Vorerwärmungszone 2, so daß die Einsatzkohle aufgewärmt wird.
Bei uern erfindungsgemäßen Verfahren zum Herstellen von Koks wird das bei der Verkokung gewonnene
t> Gas im Inneren des Verkokungsofens als Heizgas
verwendet, so daß ein Wärmeverlust dieses Gases verhindert wird. Anhand eines Beispiels wird die
Herstellung von Formkoks erläutert
Ein Gemisch aus 20% Anthrazit (Gehalt an flüchtigen Bestandteilen 8%), 44% Magerkohle (Gehalt an
flüchtigen Bestandteilen 15%), 20% weicher Kohle (Gehalt an flüchtiger Bestandteilen 40%), 10% Kokskohle
(Gehalt an flüchtigen Bestandteilen 22%) und 6% eines Bindemittels (Erweichungspunkt 80°C) wurde
pulverisiert, mit Dampf erhitzt und geknetet sowie mit einer Brikettiermaschine brikettiert. Gemäß dem
Fließschema nach F i g. 3 wurde diese Einsatzkohle bei 10000C eine Stunde lang verkokt Der so erhaltene
Koks hatte folgende Kennwerte:
| Korngröße | 40x40x40 |
| Aschengehalt | 10,2 |
| Gehalt an flüchtigen | |
| Bestandteilen % | 1,27 |
| Schwefelgehalt | 0,65 |
| Schüttdichte | 1,16 |
| Spezifisches Gewicht | 1,94 |
Norm JIS K-2151,1960) 95,0
Norm JIS K-2151,1960) 25,0
Der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Koks ist somit mit dem üblicherweise für
Hochöfen bestimmten Koks vergleichbar. Insbesondere hat er eine sehr zweckmäßige Festigkeit
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von liCoks, bei dem Einsatzkohle einem Ringherd-Verkokungsofen zugeführt, die Kohle in einer Vorerwärmungszone bei niedriger Wärme und in der Verkokungszone zur Erzeugung von Koks und Gas auf hohe Temperaturen erhitzt, der Koks in einer Kühlzone gekühlt und aus diesem ausgetragen wird, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil des bei der Verkokung gewonnenen Gases außerhalb des Verkokungsofens erhitzt und als Heizgas in die Verkokungszone und ein anderer Teil des Gases zur Kühlung in die Kühlzone zurückgeführt und der restliche Teil abgezogen wird.
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