DE3407052C2 - Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von ungebrannten Pellets - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von ungebrannten Pellets

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Abstract

Das erfindungsgemäße Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung ungebrannter Pellets besteht darin, daß grüne Pellets, die ein karbonisierendes Bindemittel enthalten, kontinuierlich in einen Vertikal-Reaktor eingebracht und fortlaufend nacheinander durch eine Vortrocknungszone, eine Karbonisierzone und eine Trocknungszone im Vertikal-Reaktor hindurchgeleitet werden, ein Vortrocknungsgas einer relativen Feuchtigkeit von bis zu 70% und einer Temperatur von 40-250°C in die Vortrocknungszone eingeblasen wird, um die darin enthaltenen grünen Pellets auf einen Wassergehalt im Bereich von 1-7 Gew.-% vorzutrocknen, ein eine Temperatur von 30-98°C besitzendes Karbonisiergas aus 5-95 Vol.-% gasförmigem Kohlendioxid und 5-95 Vol.-% Sattdampf in die Karbonisierzone eingeblasen wird, um das in den grünen Pellets enthaltene karbonisierende Bindemittel zu karbonisieren, und ein Trocknungsgas einer Temperatur von 100-300°C in die Trocknungszone eingeblasen wird, um in letzterer die grünen Pellets zu härten. Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur kontiniuierlichen Herstellung von ungebrannten Pellets durch Mischen eines karbonisierenden Bindemittels und Wasser mit Ausgangsstoffen in Form von zumindest Eisenerzfeinmaterialien. Nichteisenerzfeinmaterialien und/oder eines hauptsächlich Oxide von Eisen- oder Nichteisenmetallen enthaltenden Staubs zwecks Bildung eines Gemisches, Ausformen dieses Gemisches zu grünen Pellets oder Briketts (im folgenden unter der Sammelbezeichnung »grüne Pellets« zusammengefaßt) und Karbonisieren des in den so hergestellten grünen Pellets enthaltenden karbonisierenden Bindemittels zum Aushärten der grünen Pellets ohne Brennen zwecks Herstellung ungebrannter Pellets oder Briketts (im folgenden als »ungebrannte Pellets« bezeichnet).
Für die Herstellung von ungebrannten Pellets durch Härtung grüner Pellets ohne Brennen mittels Karbonisierung eines in den grünen Pellets enthaltenen karbonisierenden Bindemittels ist das Verfahren nach der JP-OS 50-45 714 (24.4. 1975) bekannt, bei dem ein karbonisierendes Bindemittel enthaltende grüne Pellets in einen Reaktor eingebracht werden und ein gasförmiges Kohlendioxid enthaltendes Karbonisiergas einer vorgeschriebenen Temperatur in den Reaktor eingeblasen und dabei mit den darin enthaltenen grünen Pellets in Berührung gebracht wird, um das in letzteren enthaltene karbonisierende Bindemittel zu karbonisieren und dadurch die grünen Pellets zu ungebrannten Pellets auszuhärten.
Dieses bisherige Verfahren ist jedoch mit den folgenden Problemen behaftet:
1. Für die Karbonisierung des in den grünen Pellets enthaltenen karbonisierenden Bindemittels sind Wasser und eine Erwärmung der grünen Pellets erforderlich. Beim bisherigen Verfahren wird das genannte karbonisierende Bindemittel durch das in den grünen Pellets enthaltene Wasser und Erwärmung derselben mittels des karbonisierenden Gases auf die vorbestimmte Temperatur karbonisiert. Wenn dabei jedoch der Wassergehalt der grünen Pellets durch Erwärmung derselben verringert wird, wird die Karbonisierung des karbonisierenden Bindemittels verzögert, was eine ungenügende Härtung der grünen Pellets zur Folge hat. Demzufolge wird die Herstellung hochfester ungebrannter Dellets in kurzer Zeit unmöglich.
2. Wenn die grünen Pellets andererseits zur Förderung oder Begünstigung der Karbonisierung des karbonisierenden Bindemittels viel Wasser enthalten, ergibt sich ein anderes Problem bezüglich eines
Zerfallens oder Zusammenbackens oder Festklebens der grünen Pellets im Reaktor, wodurch nicht nur das Ausbringen an Erzeugnis herabgesetzt wird, sondern auch die grünen Pellets an den Innenflächen der Seitenwände des Reaktors anhaften. Bei der kontinuierlichen Einbringung von grünen Pellets in den Reaktor zwecks fortlaufender Herstellung ungebrannter Pellets wird demzufolge die zügige Bewegung der grünen Pellets durch den Reaktor behindert, bis schließlich die Herstellung ungebrannter Pellets unmöglich wird.
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Aus diesen Gründen besteht ein großer Bedarf nach der Entwicklung eines Verfahrens und einer Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung hochfester ungebrannter Pellets ausgezeichneter Güte, mit hohem Ausbringen und in kurzer Zeit, wobei durch kontinuierliche Einbringung der ein karbonisierendes Bindemittel enthaltenden grünen Pellets in einen Reaktor und Einblasen eines gasförmiges Kohlendioxid enthaltenden Karbonisiergases einer vorbestimmten Temperatur in den Reaktor zwecks Kontaktierung dieses Gases mit den grünen Pellets und Karbonisierung des in den grünen Pellets enthaltenen karbonisierenden Bindemittels, um dadurch die grünen Pellets zu ungebrannten Pellets auszuhärten. die Karbonisierung des karbonisierenden Bindemittels zum Härten der grünen Pellets ohne Zerfallen oder Zusammenbacken derselben im Reaktor begünstigt wird. Ein derartiges Verfahren und eine entsprechende Vorrichtung sind jedoch bisher noch nicht vorgeschlagen worden.
Aufgabe der Erfindung ist damit die Schaffung eines Verfahrens und einer Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von hochfesten ungebrannten Pellets ausgezeichneter Güte mit hohem Ausbringen und in kurzer Zeit, wobei bei der kontinuierlichen Einbringung von ein karbonisierendes Bindemittel enthaltenden grünen Pellets in einen Reaktor und beim Karbonisieren dieses Bindemittels zur Gewinnung ungebrannter Pellets die Karbonisierung des Bindemittels so begünstigt werden soll, daß die grünen Pellets ohne ein Zerfallen oder Zusammenbacken im Reaktor entsprechend gehärtet werden.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von ungebrannten Pellets, bei dem ein karbonisierendes Bindemittel und Wasser mit mindestens Eisenerzfeinmaterial. Nichteisenerzfeinmaterial und/oder hauptsächlich Oxide von Eisen- oder Nichteisenmetallen enthaltendem Staub vermischt wird, das Gemisch zu grünen Pellets ausgeformt wird, die grünen Pellets kontinuierlich in einen Reaktor eingegeben werden und ein eine vorgeschriebene Temperatur besitzende Karbonisiergas in Form eines gasförmiges Kohlendioxid enthaltenden Gases in den Reaktor eingeblasen und dabei mit den grünen Pellets im Reaktor in Beruhrung gebracht wird, um das karbonisierende Bindemittel in den grünen Pellets zu karbonisieren und damit letztere zu ungebrannten Pellets zu härten, erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß als Reaktor ein Vertikal-Reaktor mit einer Vortrocknungszone, einer dieser nachgeschalteten Karbonisierzone und einer auf diese folgende Trocknungszone verwendet wird, daß die grünen Pellets in der angegebenen Reihenfolge kontinuierlich nacheinander durch Vortrocknungs-, Karbonisier- und Trocknungszone geleitet werden, daß ein Vortrock- b5 nungsgas einer relativen Feuchtigkeit von bis zu 70% und mit einer Temperatur von 40 bis 250°C in die Vorirockungszone eingeblasen wird, um die in let/terer befindlichen grünen Pellets auf einen Wassergehalt von 1 bis 7 Gew.-% vorzutrocknen, daß als Karbonisiergas ein eine Temperatur von 30 bis 98°C besitzendes Gas aus 5 bis 95 Vol.-% gasförmigem Kohlendioxid und 5 bis 95 Vol.-% Sattdampf verwendet und in die Karbonisierzone eingeblasen wird, um in dieser das karbonisierende Bindemittel in den grünen Pellets zu karbonisieren, und daß ein Gas einer Temperatur von 100 bis 300"C in die Trocknungszone eingeblasen wird, um in dieser die grünen Pellets zu trocknen und damit zu härten.
Gegenstand der Erfindung ist auch eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens, wie sie im Patentanspruch 5 angegeben ist. Weitere Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Mit dem Ziel der Lösung der angegebenen Aufgabe wurden umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, als deren Ergebnis sich folgendes herausstellte:
Es ist möglich, die Karbonisation eines in grünen Pellets enthaltenen karbonisierenden Bindemittels zum Härten der grünen Pellets ohne ein Zerfallen und Zusammbacken oder Festkleben derselben in einem Reaktor zu begünstigen und damit kontinuierlich hochfeste ungebrannte Pellets ausgezeichneter Güte mit hohem Ausbringen und in kurzer Zeit herzustellen, indem die ein karbonisierendes Bindemittel enthaltenden grünen Pellets kontinuierlich in einen Vertikal-Reaktor eingebracht werden, der — in der angegebenen Reihenfolge — eine Vortrocknungszone, eine dieser nachgeschaltete Karbonisierzone und eine anschließende Trocknungszone aufweist, die grünen Pellets fortlaufend nacheinander durch diese drei Zonen geführt werden, ein Vortrocknungsgas einer relativen Feuchtigkeit von bis /u 70% und einer Temperatur von 40 bis 250°C in die Vortrocknungszone eingeblasen wird, um in dieser die grünen Pellets bis auf einen Wassergehalt von 1 bis 7Gew.-% vorzutrocknen, ein karbonisierendes Gas oder Karbonisiergas aus 5 bis 95 Vol.-% gasförmigem Kohlendioxid und 5 bis 95 VoL-% Sattdampf und mit einer Temperatur von 30 bis 98°C in die Karbonisierzone eingeblasen wird, um darin das in den grünen Pellets enthaltende karbonisierende Bindemittel zu karbonisieren, und ein Trocknungsgas einer Temperatur von 100 bis 300°C in die Trocknungszone eingeblasen wird, um in dieser die grünen Pellets zu trocknen und damit zu härten.
Der Zweck der in der Vortrocknungszone mittels des Vortrocknungsgases einer relativen Feuchtigkeit von bis zu 70% und einer Temperatur von 40 bis 250"C erfolgenden Vortrocknung der grünen Pellets besteht darin, bei der noch zu beschreibenden Karbonisation des in den grünen Pellets enthaltenen karbonisierenden Bindemittels mittels des Karbonisiergases in der Karbonisierzone das Zerfallen oder Zusammenbacken bzw. -kleben der grünen Pellets aufgrund eines zu großen Wassergehalts derselben unter dem Einfluß des im Karbonisiergas enthaltenen Sattdampfes zu verhindern.
Wie erwähnt, soll das Vortrocknungsgas eine relative Feuchtigkeit von bis zu 70% und eine Temperatur im Bereich von 40 bis 250°C besitzen. Bei einer relativen Feuchtigkeit von über 70% ist es schwierig, die grünen Pellets in der Vortrocknungszone in einem vorbestimmten, noch anzugebenden Ausmaß in kurzer Zeitspanne vorzutrocknen. Wenn das Vortrocknungsgas eine Temperatur von unter 400C besitzt, lassen sich die grünen Pellets nicht innerhalb kurzer Zeit auf einen vorgeschriebenen Wassergehalt vortrocknen: bei einer Temperatur von über 2"500C können andererseits die in der Vortrocknungszone befindlichen grünen Pellets auf-
"11
grund des durch das Vortrocknungsgas ausgeübten thermischen Schockeffekts zerbrechen bzw. zerfallen.
Die grünen Pellets sollten in der Vortrocknungszone vorgetrocknet werden, bis ihr Wassergehalt im Bereich von 1 bis 7 Gew.-% liegt. Wenn ihr Wassergehalt nach dem Vortrocknen unter 1 Gew.-% liegt, ist es schwierig, das in den grünen Pellets enthaltene karbonisierende Bindemittel in der Kärbonisierzone zu karbonisieren; folglich hissen sich in diesem Fall keine ungebrannten Pellets ausgezeichneter Güte herstellen. Bei einem Wasscrgehalt von über 7 Gew.-% ist es andererseits beim Karbonisieren des genannten Bindemittels in den grünen Pellets in der Karbonisierzone mittels des Karbonisiergases unmöglich, das Auftreten eines Zerfallens oder Zusammenbackens der grünen Pellets aufgrund eines zu großen Wassergehalts unter dem Einfluß des im Karbonisiergas enthaltenen Sattdampfes zu verhindern.
In der Karbonisierzone wird ein gasförmiges Kohlendioxid und Sattdampf enthaltendes Gas als Karbonisiergas für das in den grünen Pellets enthaltene Bindemittel aus den folgenden Gründen benutzt. Es ist auf diese Weise möglich, über zumindest einen Teil des im Karbonisicrgus enthaltenen Sattdampfes den in der Kärbonisierzone befindlichen grünen Pellets das Wasser zuzuführen, das für die Karbonisation des in ihnen enthaltenen karbonisierenden Bindemittels erforderlich ist, und die grünen Pellets können aus dem Grund wirksam erwärmt werden, daß bei einer Temperaturabnahme des Karbonisiergases infolge eines Wärmeaustauschs mit den grünen Pellets in der Karbonisierzone zumindest ein Teil des im Karbonisiergas enthaltenen Sattdampfes kondensiert und dabei Kondensationswärme erzeugt, die den Wärmeverlust des Karbonisiergases aufgrund eines Wärmeaustauschs mit den grünen Pellets kornpensiert bzw. ausgleicht.
Der Kohlendioxidgasgehalt des Karbonisiergases sollte im Bereich von 5 bis 95 VoL-0Zo, der Sattdampfgehiilt im Bereich von 5 bis 95Vol.-% liegen. Bei einem Gehalt an gasförmigem Kohlendioxid von unter 5 Vol.-% ist die Karbonisation des in den grünen Pellets enthaltenen karbonisierenden Bindemittels unzureichend, so daß sich keine ungebrannten Pellets ausgezeichneter Güte herstellen lassen. Bei einem Kohlendioxidgehalt von über 95 Vol.-% wird andererseits der Satldampfgehalt des Karbonisiergases vergleichsweise kleiner, was eine ungenügende Wasserzufuhr vom Sattdampf zu den grünen Pellets und eine ungenügende Erwärmung derselben zur Folge hat. In diesem Fall kann die Karbonisation des genannten Bindemittels nicht mehr begünstigt werden. Wenn der Sattdampfgehait im KarboniMcigas unter 5 Vol.-% liegt, werden, wie vorstehend angegeben, die Wasserzufuhr vom Sattdampf /u den grünen Pellets und das Erwärmen derselben unzureichend. Bei einem Sattdampfgehalt von über 95 VoI.-% ist andererseits der Gehalt an gasförmigen Kohlendioxid entsprechend kleiner, was — wie erwähnt — eine ungenügende Karbonisation des karbonisierenden Bindemittels in den grünen Pellets zur Folge hat.
Die Temperatur des Karbonisiergases sollte im Bereich von 30 bis 98 C liegen. Bei einer Temperatur von unter 30r'C werden die grünen Pellets nur unzureichend erwärmt, so daß die Karbonisation des karbonisierenden Bindemittels in den grünen Pellets nicht gefördert oder begünstigt werden kann. Bei einer Karbonisiergastemperatur von über 98°C ergibt sich andererseits ein Kohlendioxidgasgehalt des Karbonisiergases von unter 5 VoL-%, was wiederum eine unzureichende Karbonisation des genannten Bindemittels zur Folge hat.
Der Zweck der Trocknung der grünen Pellets in der End-Trocknungszone mittels des in diese Zone eingeblasenen Trocknungsgases besieht darin, den grünen Pellets, deren karbonisierendes Bindemittel in der Karbonisierzone karbonisiert worden ist, Wasser /u entziehen und damit ungebrannte Pellets einer hohen Druckfestigkeit zu gewinnen. Die Temperatur des Trocknungsgases sollte im Bereich von 100 bis 300'C liegen.
Eine Trocknungsgastemperatur von unter 100uC hai nur einen begrenzten Einfluß auf die Verbesserung der Druckfestigkeit der ungebrannten Pellets. Bei einer Trocknungsgastemperatur von über 300"C zeigen die ungebrannten Pellets andererseits eine verringerte Druckfestigkeit.
Durch Einblasen eines gasförmiges Kohlendioxid in einer Menge von mindestens 5 VoL-% enthaltenden Gases als Trocknungsgas in die Trocknungszone kann die Druckfestigkeit der ungebrannten Pellets ganz erheblich verbessert werden. Beim Trocknen der grünen Pellets nach dem Karbonisieren ihres Bindemittels mittels des Trocknungsgases, das mindestens 5 VoL-% an gasförmigem Kohlendioxid enthält, werden nicht nur die grünen Pellets vollständig getrocknet, vielmehr wird auch das in den grünen Pellets verbliebene karbonisierende Bindemittel durch das im Trocknungsgas enthaltene Kohlendioxid und das in den grünen Pellets verbliebene Wasser karbonisiert. Hierdurch können ungebrannte Pellets verbesserter Druckfestigkeit gewonnen werden. Bei einem Kohlendioxidgehalt des Trocknungsgases von unter 5 Vol.-% läßt sich jedoch die erwähnte Wirkung bezüglich der verbesserten Druckfestigkeit der ungebrannten Pellets nicht erzielen.
Als karbonisierendes Bindemittel wird beim erfindungsgemäßen Verfahren zumindest gelöschter Kalk, eine bei der Stahlgewinnung anfallende Schlacke, wie Konverter- oder Elektroofenschlacke. undZodereine bei der Herstellung einer Ferrolegierung anfallende Schlakke verwendet. Insbesondere die bei der Herstellung von mittelgekohltem Eisenmangan anfallende Schlacke eignet sich wegen der vergleichsweise schnellen Karbonisation durch das Karbonisiergas unter niedrigen Kosten als karbonisierendes Bindemittel.
Im folgenden sind bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Vorrichtung gemäß einer Ausführi'ngsform der Erfindung,
F i g. 2 eine schematische Darstellung einer Vorrichtung gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung,
Fig. 3 eine schc-rnatischc Darstellung einer Vorrichtung gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung,
F i g. 4 eine schematische Darstellung einer Regeleinrichtung zur Regelung der einem Kühler als einer der Einheiten der Vorrichtung nach F i g. 3 zugeführten Kohlendioxidgasmenge und der in den Kühler eingespritzten Wassermenge,
Fig.5 eine graphische Darstellung der Druckfestigkeit der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten ungebrannten Pellets,
Fig.6 eine graphische Darstellung der Druckfestigkeit der gemäß einem anderen Ausführungsbeispiel der
b5 Erfindung hergestellten ungebrannten Pellets und
Fig. 7 eine graphische Darstellung der Druckfestigkeit der gemäß einem weiteren Ausführungsbeispie! der Erfindung hergestellten ungebrannten Pellets.
Gemäß F i g. 1 umfaßt ein Vertikal- bzw. Schacht-Reaktor 1, der an seinem oberen Ende einen Einlaß 2 für grüne Pellets und an seinem unteren Ende einen Auslaß 2 für ungebrannte Pellets aufweist, eine Vortrocknungszone A zum Vortrocknen der über den Einlaß 2 kontinuierlich eingebrachten grünen Pellets mittels eines Vortrocknungsgases einer relativen Feuchtigkeit von bis zu 70% und einer Temperatur im Beteich von 40 bis 25O0C bis zu einem Wassergehalt der grünen Pellets im Bereich 1 bis 7 Gew.-%, eine Vortrocknungszone A nachgeschaltete Karbonisierzone B zum Karbonisieren des in den so vorgetrockneten grünen Pellets enthaltenen karbonisierenden Bindemittels mit Hilfe eines Karbonisiergases, das gasförmiges Kohlendioxid in einer Menge von 5 bis 95 Vol.-% und Sattdampf in einer Menge von 5 bis 95 Vo!.-% enthält und eine Temperatur von 30 bis 98' C besitzt, sowie eine der Karbonisierzone B nachgeschaltete Trocknungszone C zum Trocknen der grünen Pellets, deren Bindemittel bereits karbonisiert worden ist. mit Hilfe eines Trocknungsgases einer Temperatur von 100 bis 3000C. Die Vortrocknungszone A, die Karbonisierzone B und die Trocknungszone C sind in der angegebenen Reihenfolge von oben nach unten angeordnet. Die kontinuierlich über den Einlaß 2 in den Vertikal-Reaktor 1 eingegebenen grünen Pellets durchlaufen die drei Zonen A. B und C fortlaufend in dieser Reihenfolge.
Die Vortrocknungszone A weist in ihren gegenüberliegenden Seitenwänden 1 a und 1 b mindestens eine Einblasöffnung 4 bzw. 4' zum Einblasen des Vortrocknungsgases und mindestens eine unter den Einblasöffnungen 4,4' befindliche Ausblasöffnung 5 bzw. 5' für das Vortrocknungsgas auf, um das über die Einblasöffnung 4,4' in die Vortrocknungszone A eingeführte Vortrocknungsgas nach außen abzuführen.
Die Karbonisierzone B weist in einer Seitenwand Xa mindestens eine Einblasöffnung 6 zum Einblasen von Karbonisiergas und in der gegenüberliegenden Seitenwand Xb mindestens eine Ausblasöffnung 7 zum Ausblasen des Karbonisiergases auf, das über die Einblasöffnung 6 in die Karbonisierzone B eingeführt worden ist.
Die Trocknungszone C enthält in der einen Seitenwand la mindestens eine Einblasöffnung 8 zum Einblasen des Trocknungsgases und in der anderen Seitenwand Xbmindestens eine Ausblasöffnung9 zum Austragen des über die Einblasöffnung 8 in die Trocknungszonc C eingeleiteten Trocknungsgases. Gemäß Fi g. 1 ist unter dem unteren Ende des Vertikal-Reaktors 1 ein Förderer 15 angeordnet, der zum Abführen der über den Auslaß 3 ausgetragenen ungebrannten Pellets dient.
Die einen Wassergehalt von 6 bis 20 Gew.-% besitzenden, über den Einlaß 20 am oberen Ende des Vertikal-Reaktors 1 kontinuierlich in diesen eingegebenen grünen Pellets werden in der Vortrocknungszone A mittels des Vortrocknungsgases der angegebenen relativen Feuchtigkeit und Temperatur, das über die genannte Einlaßöffnung 4, 4' in die Vortrocknungszone A eingeblasen wird, auf einen Wassergehalt von 1 bis 7 Gew.-% vorgetrocknet.
Das in den so vorgetrockneten grünen Pellets enthaltene karbonisierende Bindemittel wird in der Karbonisierzone B mittels des beschriebenen, über die mindestens eine Einblasöffnung 6 eingeblasenen Karbonisiergases karbonisiert.
Wie in F i g. 1 durch die ausgezogen eingezeichneten Pfeile angedeutet, wird das Karbonisiergas über die mindestens eine Einblasöffnung 6 in der einen Seitenwand la in die Karbonisierzone B eingeblasen und über die mindestens eine Auslaßöffnung 7 in der anderen Seitenwand löaus der Karbonisierzone B ausgetragen bzw. entlassen. Wie durch die gestrichelten Pfeile in F i g. 1 angedeutet, kann die Strömung des Karbonisicrgases in gewissen Zeitabständen umgeschaltet werden, so daß das Karbonisiergas durch die mindestens eine Auslaßöffnung 7 in der anderen Seitenwand Xb in die Karbonisierzone B eingeblasen und über die mindestens eine Einblasöffnung 6 in der ersten Seitenwand la ausgetragen wird. Auf diese Weise können die in der Karbonisierzone B befindlichen grünen Pellets unter Förderung oder Begünstigung der Karbonisation des in den grünen Pellets enthaltenen Bindemittels gleichmäßiger erwärmt werden.
Die grünen Pellets, deren karbonisierendes Bindemittel in der Karbonisierzone B karbonisiert worden ist, werden in der Trocknungszone C mittels des eine Temperatur von 100 bis 3000C besitzenden Trocknungsgases, das über die Einblasöffnung 8 eingeblasen wird, getrocknet und zu ungebrannten Pellets gehärtet, die dann kontinuierlich über den Auslaß 3 ausgetragen werden.
Auf die beschriebene Weise werden die einen Wassergehalt von 6 bis 20 Gew.-% besitzenden, über den Einlaß 2 kontinuierlich in den Vertikal-Reaklor 1 eingegebenen grünen Pellets in der Vortrocknungszone A auf einen Wassergehalt von 1 bis 7 Gew.-% vorgetrocknet. Beim Karbonisieren des in den grünen Pellets enthaltenen karbonisierenden Bindemittels in der Karbonisierzone B mittels des Karbonisiergases kann es daher in keinem Fall vorkommen, daß die grünen Pellets unter dem Einfluß des im Karbonisiergas enthaltenen Saudampfes einen zu großen Wassergehalt erhalten, der zu einem Zerfallen oder Zusammenbacken bzw. -kleben der grünen Pellets führt. Beim Karbonisieren des Bindemittels der so vorgetrockneten grünen Pellets in der Karbonisierzone B liefert zumindest ein Teil des im Karbonisiergases enthaltenen Sattdampfes Wasser und die für die Karbonisationsreaktion erforderliche Wärme. Hierdurch wird die Karbonisation des Bindemittels unter Ermöglichung einer Härtung der grünen Pellets gefördert. Nach dem Karbonisieren des Bindemittels werden die grünen Pellets in der Trocknungszone C mittels des Trocknungsgases weiter getrocknet. Es ist somit möglich, kontinuierlich hochfeste ungebrannte Pellets ausgezeichneter Güte mit hohem Ausbringen und in kurzer Zeit herzustellen.
Bei der in Fig.2 dargestellten abgewandelten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung besteht die Trocknungszone aus einem getrennten Trocknungsgefäß 10. Letzteres umfaßt eine im oberen Bereich angeordnete Trocknungszone C'und eine nachgeschaltete, darunter angeordnete Kühlzone Dzum Kühlender in der Trocknungszone C" getrockneten ungebrannten Peliets mittels eines Kühlgases. Das getrennte Trocknungsgefäß 10 weist an seinem oberen Ende einen Einlaß 11 zur Aufnahme der kontinuierlich von der Karbonisierzone B gelieferten grünen Pellets, deren karbonisierendes Bindemittel bereits karbonisiert worden ist, und am unteren Ende einen Auslaß 12 für ungebrannte Pelletsauf.
Die Trocknungszone C weist im unteren Bereich ihrer Seitenwand 10a mindestens eine Trocknungsgas-Einblasöffnung 8' und im oberen Bereich der Seitenwand 10a mindestens eine Trocknungsgas-Auslaßöff-
b5 nung 9' zum Ableiten des eingeblasenen Trocknungsgases auf.
Die Kühlzone D enthält im unteren Bereich ihrer Seitenwand 10a mindestens eine Kühlgas-Einblasöffnung
13 zum Einblasen eines Kühlgases in die Kühlzone D und-im oberen Bereich der Seitenwand 10a mindestens eine Kühlgas-Ausblasöffnung 14 zum Entlassen des in die Kühlzone D eingeblasenen Kühlgases. Ein Förderer 16 (F i g. 2) dient zur Überführung der nach dem Karbonisieren des Bindemittels über den entsprechenden Auslaß 3' des Vertikal-Reaktors 1 ausgetragenen grünen Pellets zum Einlaß 11 des getrennten Trocknungsgefäßes 10, während ein Förderer 17 zum Abführen der über den Auslaß 12 des Trocknungsgefäßes 10 ausgetragenen ungebrannten Pellets dient.
Die einen Wassergehalt von 6 bis 20 Gew.-°/o besitzenden grünen Pellets, die kontinuierlich über den obersciligen Einlaß 2 in den Vertikal-Reaktor 1 eingegeben werden, werden — wie bei der Ausführungsform nach F i g. I — in der Vortrocknungszone A vorgetrocknet, wobei das karbonisierende Bindemittel der so vorgetrockneten grünen Pellets in der Karbonisierzone B karbonisiert wird, worauf die grünen Pellets über den Aushiß 3' ausgetragen werden. Diese grünen Pellets werden über die Förderer 15 und 16 am oberseitigen Einlaß 11 kontinuierlich in das getrennte Trocknungsgefäß 10 überführt und in der Trocknungszone Czu ungebrannten Pellets getrocknet. Die ungebrannten Pellets werden in der an die Trocknungszone C anschließenden Kühlzone D gekühlt, über den Auslaß 12 ausgetragen und dann durch den Förderer 17 abgeführt.
Bei der Ausführungsform nach F i g. 2 kann das gelrennte Trocknungsgefäß 10 so aufgebaut sein, daß die Kühlzone D nicht vorhanden ist und die grünen Pellets nach dem Karbonisieren des Bindemittels nur getrocknet werden. In diesem Fall werden die im Trocknungsgefäß 10 getrockneten und gehärteten ungebrannten Pellets über den Auslaß 12 ausgetragen, wobei sie während ihrer Beförderung auf dem Förderer 17 an der freien Luft spontan abkühlen können.
Bei der in Fig.3 dargestellten dritten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung umfaßt die Trocknungszone, wie bei der Ausführungsform nach F i g. 2, ein getrenntes Trocknungsgefäß 10, das seinerseits im oberen Bereich eine Trocknungszone C und darunter eine anschließende Kühlzone D aufweist. Die Trocknungszone C enthält im unteren Bereich einer Seitenwand 10a mindestens eine Trocknungsgas-Einblasöffnung 8' und im oberen Bereich der anderen Seitenwand 10Z) mindestens eine Trocknungsgas-Ausblasöffnung 9'. Die Kühlzone D weist im unteren Bereich der Seitenwand 10a mindestens e;ne Kühlgas-Einblasöffnung 13 und im oberen Bereich der anderen Seitenwand 10ύ mindestens eine Kühlgas-Ausblasöffnung 14 auf.
Die grünen Pellets werden nach dem Karbonisieren des karbonisierenden Bindemittels über den oberseitigen Einlaß 11 kontinuierlich in das getrennte Trocknungsgefäß 10 eingegeben und in der Trocknungszone C zu ungebrannten Pellets getrocknet und gehärtet, und zwar mittels eines Trocknungsgases, das über eine Trocknungsgas-Speiseleitung 22 und die mindestens eine Einblasöffnung 8' in die Trocknungszone C eingeblasen wird. Die ungebrannten Pellets werden in der Kühlzone D mittels eines Kühlgases gekühlt, das über eine Kühlgas-Speiseleitung 32 und die mindestens eine Einblasöffnung 13 in die Kühlzone D eingeblasen wird.
In Fig.3 ist bei 18 ein Hochtemperatur-Gaserzeugungsofen angedeutet, der als Trocknungsgasgenerator zur Lieferung des eine Temperatur von 100—300°C besi'zenden in die Trocknungszone C einzublasenden Trocknungsgases dient Ein Wärmetauscher 19 dient ebenfalls als Trocknungsgasgenerator. Der Gaserzeugungsofen 18 verbrennt einen Brennstoff in Form von Schweröl, Erdgas, Propangas, Hochofen-Gichtgas. Koksofengas und/oder Stahlgewinnungs-Konvertergas. das über eine Brennstoff-Speiseleitung 20 zugeführt wird; die Verbrennung erfolgt dabei mittels der über eine Luft-Speiseleitung 21 zngeführtcn Luft zwecks Erzeugung eines Hochtemperatur-Verbrennungsabgases,. Die Temperatur des letzteren wird auf z. B. 310 C durch
ίο Zumischung eines Teils des Trocknungsgases eingestellt, das aus der Trocknungszone C über die mindestens eine Ausblasöffnung 9' abgeführt und über Leitungen 24 und 26 in den Hochtemperatur-Gaserzeugungsofen 18 eingeleitet wird. Der Wärmetauscher 19 kühlt das Verbrennungsabgas vom Gaserzeugungsofen 18 mittels eines Wärmeaustausches mit der Umgebungstemperatur besitzenden, über eine Wärmeaustauschluft-Speiseleitung 23 zugeführten Luft zwecks Lieferung eines Trocknungsgases einer Temperatur von z. B.
21O0C.
Das auf diese Weise im Wärmetauscher 19 erzeugte Trocknungsgas wird über die Trocknungsgas-Speiseleitung 22 und die mindestens eine Trocknungsgas-Einblasöffnung 8' des getrennten Trocknungsgefäßes 10 in dessen Trocknungszone C eingeblasen. Durch den Wärmeaustausch mit dem heißen Verbrennungsabgas im Wärmetauscher 19 erwärmte Luft wird zusammen mit dem Kühlgas, das in die Kühlzone über die Einbli'söffnung 13 des Trocknungsgefäßes 10 eingeblasen und über die Ausblasöffnung 14 und eine Leitung 34 aus ihm abgeführt wird, über eine Leitung 33 und die mindestens eine Vortrocknungsgas-Einblasöffnung 4, 4' des Vertikal-Reaktors 1 als Vortrocknungsgas einer Temperatur von z. B. 120"C in die Vortrocknungszone A eingeblasen.
Das nach dem Trocknen der grünen Pellets, deren Bindemittel karbonisiert worden ist. aus der Trocknungszone C über die mindestens eine Ausblasöffnung 9' des getrennten Trocknungsgefäßes 10 abgeführte Trocknungsgas einer Temperatur von 130cC und mit einem Dampfgehalt von z. B. 310g/Nm3 wird über die Leitung 24 in einen Zyklon 25 eingeleitet, in welchem dem Trocknungsgas Staub entzogen wird, und dann über eine andere Leitung 27 in einen Kühler 28 zur Lieferung eines Karbonisiergases eingeführt. Ein Teil des im Zyklon 25 vom Staub befreiten Trocknungsgases wird auf beschriebene Weise über die Leitung 26 in den Kochtemperatur-Gaserzeugungsofen 18 eingeführt und in diesem mit dem heißen Verbrennungsabgas vermischt, um dessen Temperatur einzustellen.
Das aus der Mischzone C'in den Kühler 28 eingeführte Trocknungsgas wird im Kühler 28 mit einer vorbe stimmten Menge gasförmigen Kohlendioxids vermischt. das über eine an die Leitung 27 des Kühlers 28 angeschlossene Kohlendioxidgas-Speiseleitung 29 geliefert wird, worauf dieses Trocknungsgas im Kühler 28 mittels des über eine Kühlwasser-Speiseleitung 30 in den Kühler 28 eingespritzten Kühlwassers auf eine vorbestimmte Temperatur abgekühlt wird, um ein Karbonisiergas zu erzeugen, das eine Temperatur von z. B. 650C besitzt und gasförmiges Kohlendioxid sowie Sattdampf jeweils in vorbestimmter oder vorgeschriebener Menge enthält. Dieses Karbonisiergas wird aus dem Kühler 28 über eine entsprechende Speiseleitung 31 und die mindestenseine Karbonisiergas-Einblasöffnung6 des Vertikal-Reaktors 1 in die Karbonisierzone B eingeblasen. Nach dem Kühlen des Trocknungsgases im Kühler 28 wird das Kühlwasser ans Hem K iihler 28 ahcrpfiihri
Um im Kühler das genannte Kn?bonisiergas der vorgeschriebenen Temperatur zu gewinnen, müssen die Menge des in ilen Kühle, 28 eingeleiteten gasförmigen Kohiendioxids sowie die Menge des eingespritzten Kühlwassers jeweils zweckmäßig geregelt werden. F i g. 4 veranschaulicht schematisch eine Ausführungsform einer Regeleinrichtung zur Einstellung der Kohlendioxid- und Kühlwassermengen. Gemäß Fig.4 sind in die Karbonisiergas-Speiseleitung 31 ein Kohlendioxidgas-Konzentrationsmesser 35 zur Messung des Kohlendioxidgehalts im Karbonisiergas und ein Thermometer 37 zur Messung der Temperatur des Karbonisiergases eingeschaltet In die Kohlendioxidgas-Speiseleitung 29 zur Lieferung des gasförmigen Kohlendioxids in den Kühler 28 ist ein entsprechendes Regelventil 36 zur Einstellung der Strömungs- oder Durchsatzmenge an gasförmigen Kohlendioxid eingeschaltet. In der Kühlwasser-Speiseleitung 30 zum Einspritzen des Kühlwassers in den Kühler 28 befindet sich ein entsprechendes Regelventil 38 zur Einstellung der Strömungs- oder Durchsatzmenge des Kühlwassers.
Der Kohlendioxidgehalt des im Kühler 28 erzeugten Karbonisiergases wird mittels des Konzentrationsmessers 35 ständig gemessen und dabei durch Einstellung des Regelventils 36 nach Maßgabe des so gemessenen Konzentrationswerts auf eine vorgeschriebene Größe eingestellt oder geregelt. Weiterhin wird die Temperatur des Karbonisiergases mittels des Thermometers 37 kontinuierlich gemessen und durch Einstellung des Regelventils 38 nach Maßgabe des Temperaturmeßwerts auf eine vorgeschriebene Größe eingestellt.
Bei der dritten Ausführungsform der Erfindung kann die für das Vortrocknen der grünen Pellets, das Karbonisieren des karbonisierenden Bindemittels in den grünen Pellets und das Trocknen derselben erforderliche Wärmemenge erheblich verringert werden. Wenn nämlich die Temperatur des in die Vortrocknungszone A einzublasenden Vortrocknungsgases auf 13O0C, die Temperatur des in die Karbonisierzone B einzublasenden Karbonisiergases auf 650C und die Temperatur des der Trocknungszone C zuzuführenden Trocknungsgases auf 210=C eingestellt werden, ist für die Erwärmung der betreffenden Gase auf die angegebenen Temperaturen eine Gesamtwärmemenge von 260 Meal pro Tonne der hergestellten ungebrannten Pellets nötig. Andererseits kann die Gesamtwärmemenge für die Erwärmung dieser Gase auf die angegebenen Temperaturen auf nur 140 Meal pro Tonne hergestellter ungebrannter Pellets verringert werden, wenn als Karbonisiergas das nach dem Trocknen der grünen Pellets unter Karbonisieru^ig ihres Bindemittels in der Trocknungszone C erhaltene Trocknungsgas und als Vortrocknungsgas das nach dem Kühlen der ungebrannten Pellets in der Kühlzone D erhaltene Kühlgas und die durch Wärmeaustausch mit dem Hochtemperatur-Verbrennungsabgas im Wärmetauscher 19 erwärmte Luft verwendet werden, beispielsweise bei der Ausführungsform gemäß F i g. 3.
Bei der Ausführungsform gemäß F i g. 3 kann das getrennte Trocknungsgefäß 10 ohne Kühlzone D ausgelegt sein. Die grünen Pellets werden daher nach dem Karbonisieren ihres Bindemittels lediglich getrocknet. Bei einem solchen Aufbau des Trocknungsgefäßes 10 werden die darin getrockneten und gehärteten ungebrannten Pellets über den entsprechenden Auslaß 12 ausgetragen, wobei sie während der Abfuhr durch den l'ördercr 17 an der freien Luft spontan abkühlen. Hierbei wird nur die durch Wärmeaustausch mit dem heißen Verbrennungsabgas im Wärmetauscher 19 erwärmte Luft über die Leitung 33 und die mindestens eine Vortrocknungsgas-Einblasöffnung 4, 4' des Vertikal-Reaktors 1 in die Vortrocknungszone A eingeblasen.
Im folgenden ist die Erfindung anhand von Beispielen näher erläutert
Beispiel 1
Bei der Herstellung von mittelgekohltem Eisenmangan anfallende Schlacke in einer Menge von 10 Gew.-%, als karbonisierendes Bindemittel, und Wasser in vorgeschriebener Menge werden mit Eisenerzfeinmaterial in einer Menge von 9OGew.-°/o als Ausgangsstoff vermischt Das resultierende Gemisch wird zu grünen PeI-lets eines durchschnittlichen Wassergehalts von 9,9 Gew.-°/o und einer mittleren Teilchengröße von 13 mm ausgeformt Die so hergestellten grünen Pellets werden der Vorrichtung gemäß Fig.2 zugeführt, um das Vortrocknen. Karbonisieren des Bindemittels, Trocknen und Kühlen sequentiell unter den folgenden Bedingungen vor sich gehen zu lassen:
1. Vortrocknungsgas: Luft, Temperatur 60° C,
2. Vortrocknunfszeit: etwa 1 Stunde,
3. Temperatur der grünen Pellets nach dem Vortrocknen: 40° C,
4. Wassergehalt der grünen Pellets nach dem Vortrocknend Gew.-%,
5. Karbonisiergas: ein Gas einer Temperatur von 65° C aus 19,7Vol.-% Sattdampf und 80,3 Vol.-% gasförmigen Kohlendioxid,
6. Karbonisierzeit für das karbonisierende Bindemittel: etwa 9 Stunden,
7. Temperatur der grünen Pellets nach dem Karbonisicrcn des Bindemittels: 50°C,
8. Trocknungsgas: Luft von 200° C.
9. Trocknungsdauer: etwa 1,5 Stunden,
10. Kühlgas: Luft von Umgebungstemperatur,
11. Kühldauer: etwa 1 Stunde.
F i g. 5 veranschaulicht in graphischer Darstellung die Druckfestigkeit der unter den oben angegebenen Bedingungen hergestellten ungebrannten Pellets. Gemäß F i g. 5 besitzen die grünen Pellets, deren Bindemittel in der Karbonisierzone karbonisiert worden ist, eine mutiere Druckfestigkeit von 85 kg pro Pellet, während die ungebrannten Pellets nach dem Trocknen in der Trocknungszone eine durchschnittliche Druckfestigkeit von 130 kg pro Pellet besitzen. Ersichtlicherweise lassen sich
so somit auf die beschriebene Weise hochfeste ungebrannte Pellets ausgezeichneter Güte mit hohem Ausbringen, d. h. hoher Produktionsleistung, herstellen. Hierbei läßt sich über eine lange Zeitspanne hinweg kontinuierlich ein stabiler, sicherer Betrieb durchführen, ohne daß ein Zerfallen oder Zusammenbacken der grünen Pellets bei ihrer Bewegung durch den Vertikal-Reaktor auftritt.
Beispiel 2
bo Gelöschter Kalk als karbonisierendes Bindemittel in einer Menge von 10 Gew.-% und Wasser in vorgeschriebener Menge werden mit als Ausgangsstoff verwendeten Eisenerzleinmaterialien in einer Menge von 90Gew.-% vermischt. Das entstehende Gemisch wird
b5 zu grünen Pellets eines durchschnittlichen Wassergehalts von 9.5 Gew.-% und einer mittleren Teilchengröße von 13 mm ausgeformt. Die so hergestellten grünen Pellets werden in der Vorrichtung gemäß Fig. 2 sequcn-
tieller Vortrocknung und der Karbonisierung des karbonisierenden Bindemittels unter denselben Bedingungen wie in Beispiel 1 unterworfen, sodann etwa 2 Stunden lang mit Luft von 200°C oder einem eine Temperatur von 2000C besitzenden, 5 Vol.-0/« gasförmigen Kohlcndioxid enthaltenden, als Trocknungsgas dienenden Gas getrocknet und anschließend unter den in Beispiel 1 angegebenen Bedingungen abgekühlt
F i g. 6 veranschaulicht in graphischer Darstellung die Druckfestigkeit der unter den vorstehend angegebenen Bedingungen hergestellten ungebrannten Pellets. In Fig.6 zeigt die die Druckfestigkeit im Trocknungsschritt angebende ausgezogene Linie den Fall an, in welchem als Trocknungsgas ein 2000C warmes, 5 Vol.-% gasförmiges Kohlendioxid enthaltendes Gas verwendet wird, während die entsprechende gestrichelte Linie für die Druckfestigkeit bei Verwendung von 200°C warmer Luft als Trocknungsgas steht. Gemäß F i g. 6 besitzen die grünen Pellets nach dem Karbonisieren ihres Bindemittels eine durchschnittliche Druckfestigkeit von 115 kg pro Pellet, während die ungebrannten Pellets nach dem Trocknen unter Verwendung von Luft als Trocknungsgas (in der Trocknungszone) eine durchschnittliche Druckfestigkeit von 140 kg pro Pellet und die ungebrannten Pellets nach dem Trocknen mitlels des gasförmiges Kohlendioxid enthaltenden Gases als Trocknungsgas eine durchschnittliche Druckfestigkeit von 150 kg pro Pellet besitzen. Bei Verwendung des Kohlendioxid enthaltenen Gases lassen sich somit ungebrannte Pellets ausgezeichneter Güte und höherer Festigkeit mit hohem Ausbringen herstellen. Wie im Fall von Beispiel 1 tritt auch im vorliegenden Fall kein Zerfallen oder Zusammenbacken bzw. Festkleben der grünen Pellets im Vertikal-Reaktor auf.
35
Seispiel 3
15Gew.-°/o Koksgrus als Reduziermittel, 10Gew.-% bei der Herstellung mittelgekohlten Eisenmangars angefallene Schlacke als karbonisierendes Bindemittel und eine vorgeschriebene Menge Wassers werden mit 75 Gew.-'Yo Manganerzfeinmaterial als Ausgangsstoff vermischt. Das resultierende Gemisch wird zu grünen Pellets eines mittleren Wassergehalts von 9,9 Gew.-% und einer mittleren Teilchengröße von 13 mm ausgeformt. Diese grünen Pellets werden in die Vorrichtung gemäß F i g. 2 eingegeben und sequentiell der Vortrocknung, Karbonisierung des karbonisierenden Bindemittels, Trocknung und Kühlung unter den folgenden Bedingungen unterworfen:
1. Vortrocknungsgas: Luft von 85C C,
2. Vortrocknungsdauer: etwa 30 Minuten,
3. Temperatur der grünen Pellets nach dem Vortrocknen: 400C,
4. Wassergehalt der grünen Pellets nach dem Vortrocknen:4,5 Gew.-%,
5. Karbonisiergas: Gas von 90 C, bestehend aus 69 Vol.-% Sattdampf und 31 Vol.-% gasförmigen Kohlendioxids,
6. Karbonisierdauer für das Bindemittel: etwa 9,5 Stunden,
7. Temperatur der grünen Pellets nach dem Karbonisieren des Bindemittels: 900C,
8. Trocknungsgas: Luft von 2000C.
9. Trocknungsdauer: etwii 1,5 Stunden,
10. Kühlgas: Luft von Umgebungstemperatur,
11. Kühldauer: etwa 1 Stunde.
F i g. 7 veranschaulicht in graphischer Darstellung die Druckfestigkeit der unter den oben angegebenen Bedingungen hergestellten ungebrannten Pellets. In F i g. 7 steht die ausgezogene Druckfestigkeitslinie für die Karbonisierung des karbonisierenden Bindemittels unter Atmosphärendruck, während die entsprechende, gestrichelte Linie die Druckfestigkeit für den Fall der Karbonisierung des Bindemittels unter einem Druck von 2 bar angibt Bei diesem Beispiel enthalten die grünen Pellets Koksgrus als Reduziermittel zwecks Verbesserung der Reduzierbarkeit der ungebrannten Pellets. Es wird allgemein angenommen, daß solche, Koksgrus enthaltenden grünen Pellets auch durch Karbonisierung des karbonisierenden Bindemittels keine ausreichende Druckfestigkeit erhalten können. Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren besitzen jedoch die ungebrannten Pellets nach der Trocknung in der Trocknungszone eine mittlere Druckfestigkeit von 60 kg pro Pellet auch dann, wenn das Bindemittel unter Atmosphärendruck karbonisiert wird; im Fall einer Karbonisierung unter einem Druck von 2 bar besitzen die ungebrannten Pellets sogar eine mittlere Druckfestigkeit von 80 kg pro Pellet. Es lassen sich somit ersichtlicherweise ungebrannte Pellets ausgezeichneter Güte und ausreichender Festigkeit zur Verwendung als Charge für einen Elektroofen mit hohem Ausbringen bzw. hoher Produktionsleistung herstellen. Wie bei Beispiel 1 tritt auch in diesem Fall im Betrieb kein Zerfallen oder Zusammenbacken bzw. Festkleben der grünen Pellets bei ihrem Durchgangdurch den Vertikal-Reaktor auf.
Beispiel 4
Zur Herstellung von ungebrannten Pellets als Ausgangsrr.ateria! für die Herstellung vün Süiziunimangan (siliconmanganese) werden 14Gew.-% Koksgrus als Reduziermittel, 12 Gew.-°/o bei der Herstellung von mittelgekohltem Eisenmangan auffallende Schlacke als karbonisierendes Bindemittel und eine vorgeschriebene Menge Wassers mit Ausgangsstoffen in Form von 64Gew.-% Manganerzfeinmaterial und 10Gew.-% Eisenerzfeinmaterial vermischt. Das resultierende Gemisch wird zu grünen Pellets eines mittleren Wassergehalts von 9,7 Gew.-°/o und einer durchschnittlichen Teilchengröße von 13 mm ausgeformt. Die angegebenen Mischungsverhältnisse der Ausgangsstoffe, des Reduziermittels und des karbonisierenden Bindemittels sind dieselben wie für die Ausgangsstoffe zur Herstellung von Siliziummangan.
Die hergestellten grünen Pellets werden in der Vorrichtung gemäß F i g. 2 der sequentiellen Vortrocknung, Karbonisierung des Bindemittels, Trocknung und Kühlung unter den in Beispiel 1 angegebenen Bedingungen unterworfen. Die nach der Trocknung in der Trocknungszone erhaltenen ungebrannten Pellets besitzen eine mittlere Druckfestigkeit von 60—70 kg pro Pellet. Die hergestellten ungebrannten Pellets besitzen ausgezeichnete Güte und ausreichende Festigkeit zur Verwendung als Charge eines Elektroofens. Wie im Fall von Beispiel 1 konnte kein Zerfallen oder Zusammenbacken bzw. Festkleben der grünen Pellets bei ihrer Bewegung durch den Vertikal-Reaktor festgestellt werden. Die bei diesem Beispiel verwendete, als karbonisierendes Bindemittel zugesetzte Schlacke von der Herstellung von Eisenmangan stellt auch ein Ausgangsmaterial als Manganlieferant für die Herstellung von Siliziummangan dar. Das hierbei als Manganlieferant verwendete. genannte Ausgangsmaterial dient somit auch als kurbo-
17
nisierendcs Bindemittel, wodurch die äußerst wirtschaftliche Hersteilung der ungebrannten Pellets ermöglicht wird.
Mit dem im einzelnen beschriebenen Verfahren und der Vorrichtung gemäß der Erfindung ist es bei kontinuierlicher Eingabe grüner Pellets in einen Vertikal-Reaktor und Karbonisieren eines in den grünen Pellets enthaltenen karbonisierenden Bindemittels zwecks Härtung der grünen Pellets möglich, unter Begünstigung oder Förderung der Karbonisierung des Bindemittels kontinuierlich ungebrannte Pellets herzustellen, wobei die grünen Pellets entsprechend gehärtet werden und außerdem in einem kontinuierlichen Herstellungsvorgang hochfeste ungebrannte Pellets ausgezeichneter Güte mit hohem Ausbringen in kurzer Zeit erhalten werden, ohne daß die grünen Pellets zerfallen oder zusammenbacken bzw. festkleben. Die Erfindung bietet diesbezüglich zahlreiche industrielle Nutzeffekte.
Hierzu 5 Blatt Zeichnungen 20
40
45
b0

Claims (9)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von ungebrannten Pellets, bei dem ein karbonisierendes Bindemittel und Wasser mit mindestens Eisenerzfeinmaterial, Nichteisenerzfeinmaterial und/oder hauptsächlich Oxide von Eisen- oder Nichteisenmetallen enthaltendem Staub vermischt wird, das Gemisch zu grünen Pellets ausgeformt wird, die grünen Pellets kontinuierlich in einen Reaktor eingegeben werden und ein eine vorgeschriebene Temperatur besitzendes Karbonisiergas in Form eines gasförmigen Kohlendioxid enthaltenden Gases in den Reaktor eingeblasen und dabei mit den grünen Pellets im is Reaktor in Berührung gebracht wird, um das karbonisierende Bindemittel in den grünen Peiiets zu karbonisieren und damit letztere zu ungebrannten Pellets zu härten, dadurch gekennzeichnet,
daß als Reaktor ein Vertikal-Reaktor mit einer Vortrocknungszone, einer dieser nachgeschalteten Karbonisierzone und einer auf diese folgenden Trocknungszone verwendet wird,
daß die grünen Pellets in der angegebenen Reihenfolge kontinuierlich nacheinander durch Vortrocknungs-. Karbonisier- und Trocknungszone geleitet werden,
daß ein Vortrocknungsgas einer relativen Feuchtigkeit von bis zu 70% und mit einer Temperatur von 40 bis 250°C in die Vortrocknungszone eingeblasen wird, um die in letzterer befindlichen grünen Pellets auf einen Wassergehalt von 1 bis 7 Gew.-% vorzutrocknen,
daß als Karbonisiergas ein eine Temperatur von 30 bis 98°C besitzendes Gas aus 5 bis 95 Vol.-% gasförmigem Kohlendioxid und 5 bis 95 Vol.-°/o Sattdampf verwendet und in die Karbonisierzone eingeblasen wird, um in dieser das karbonisierende Bindemittel in den grünen Pellets zu karbonisieren, und
daß ein Gas einer Temperatur von 100 bis 3000C in die Trocknungszone eingeblasen wird, um in dieser die grünen Pellets zu trocknen und damit zu härten.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als in die Trocknungszone einzublasendes Trocknungsgas ein Gas mit mindestens 5 Vol.-% gasförmigem Kohlendioxid verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als karbonisierendes Bindemittel zumindest gelöschter Kalk, eine bei der Stahlerzeugung anfallende Schlacke und/oder eine bei der Erzeugung einer Ferro- oder Eisenlegierung anfallende Schlacke verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als karbonisierendes Bindemittel eine bei der Erzeugung von mittelgekohltem Eisenmangan anfallende Schlacke verwendet wird.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 4 mit einem Reaktor zur Aufnahme von grünen Pellets, die durch Vermischen eines karbonisierenden Bindemittels und von Wasser mit Ausgangsstoffen in Form von zumindest Eiscnerzfeinmaterial, Nichteisenerzfeinmaterial und/ oder hauptsächlich Oxide von Eisen- oder Nichteisenmetallen enthaltendem Staub und Ausformen b5 dieses Gemisches hergestellt worden sind, und zum Karbonisieren des in den grünen Pellets enthaltenen karbonisierenden Bindemittels mittels eines eine vorgeschriebene Temperatur besitzenden Karbonisiergases mit gasförmigem Kohlendioxid zum Härten der grünen Pellets, wobei der Reaktor am oberen Ende einen Einlaß für grüne Pellets und am unteren Ende einen Auslaß für ungebrannte Pellets, mindestens eine Karbonisiergas-Einblasöffnung zum Einblasen von Karbonisiergas und mindestens eine Karbonisiergas-Ausblasöffnung zum Abführen des eingeblasenen Karbonisiergases aus dem Reaktor aufweist, dadurch gekennzeichnet,
daß der Reaktor ein Vertikal-Reaktor (1) ist mit einer Vortrocknungszone (A) zum Vortrocknen der über seinen oberseitägen Einlaß (2) in ihn eingegebenen grünen Pellets, einer der Vortrocknungszone (A) nachgeschalteten Karbonisierzone (B)zum Karbonisieren des in den vorgetrockneten grünen Pellets enthaltenen karbonisierenden Bindemittels und einer auf die Karbonisierzone (B) folgenden Trocknungszone (C)z\ivc\ Trocknen der grünen Pellets,
daß die Vonrocknungszone (AJ, die Karbonisierzone (B) und die Trocknungszone (C) in der angegebenen Reihenfolge von oben nach unten angeordnet sind,
daß die Vortrocknungszone (A) mindestens eine Vortrocknungsgas-Einblasöffnung (4, 4') zum Einblasen des Trocknungsgases in die Vortrocknungszone (A) und mindestens eine Vortrocknungsgas-Ausblasöffnung (5, 5') zum Abführen des so eingeblasenen Vortrocknungsgases aus der Vortrocknungszone fAJ aufweist,
daß die Karbonsierzone (B) mindestens eine Karbonisiergas-EinbIasöffnung(6)zum Einblasen des Karbonisiergases in die Karbonisierzone (B) und mindestens eine Karbonisiergas-Ausblasöffnung (7) zum Abführen des so eingeblasenen Karbonsiergases aus der Karbonsierzone (^aufweist, und
daß die Trocknungszone (C) mindestens eine Trocknungsgas-Einblasöffnung (8) zum Einblasen des Trocknungsgases in die Trocknungszone (C) und mindestens eine Trocknungsgas-Ausblasöffnung (9) zum Abführen des so eingeblasenen Trocknungsgases aufweist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Trocknungszone ein getrenntes Trocknungsgefäß (10) mit einem am oberen Ende vorgesehenen Einlaß (11) zur Aufnahme der kontinuierlich von der Karbonisierzone (B) zugeführten grünen Pellets und einen am unteren Ende vorgesehenen Auslaß (12) zum Austragen der ungebrannten Pellets umfaßt und
daß das getrennte Trocknungsgefäß (10) mindestens eine Trocknungsgas-Einblasöffnung (8') zum Einblasen des Trocknungsgases und mindestens eine Trocknungsgas-Ausblasöffnung (9') zum Abführen des eingeleiteten Trockungsgases aufweist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das getrennte Trocknungsgefäß (10) in seinem oberen Bereich eine Trocknungszone (C") und in seinem unteren Bereich eine anschließende Kühlzone (D) zum Kühlen der in der Trocknungszone (C) getrockneten ungebrannten Pellets mittels eines Kühlgases aufweist.
daß die Trocknungszone (C) mindestens eine Trocknungsgas-Einblasöffnung (8') und mindestens eine Trocknungsgas-Ausblasölfnung (9') zum Einblasen des Trocknungsgases in die Trocknungszone (C") bzw. zum Abführen aus ihr aufweist und
daß die Kühlzone (D) mit mindestens einer Kühlgas-
Einblasöffnung (13) sowie mindestens einer Kühlgas-Ausblasöffnung (14) zum Einblasen des Kühlgases in die Kühlzone (D) bzw. zum Abführen aus ihr versehen ist
8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Trocknungsgasgenerator (23,19) zur Erzeugung des in das getrennte Trocknungsgefäß (10) einzublasenden Trocknungsgases vorgesehen ist, umfassend einen Hochtemperatur-Gaserzeugungscfen (18) zum Verbrennen eines Brennstoffs zwecks Erzeugung eines Hochtemperatur-Verbrennungsabgases und einen Wärmetauscher (19) zum Kühlen des so erzeugten Verbrennungsabgases auf eine vorbestimmte Temperatur durch Wärmeaustausch mit Luft von Umgebungstemperatur zwecks Erzeugung des Trocknungsgases, das vom Wärmetauscher (19) über mindestens eine Einblasöffnung (8') in das getrennte Trocknungsgefäß (10) eingeblasen wird, während die durch den Wärmeaustausch im Wärmetauscher (19) erwärmte Luft als Vortrocknungsgas über mindestens eine Einblasöffnung (4,4') des Vertikal-Reaktors (1) in die Vortrocknungszone (A) eingeblasen wird, und
daß ein zur Erzeugung oder Lieferung des Karbonisiergases dienender Kühler (28) vorgesehen ist, in welchem das über die Trocknungsgas-Ausblasöffnung (9') des getrennten Trocknungsgefäßes (10) ausgetragene Trocknungsgas mit einer vorgeschriebenen Menge von über ein Kohlendioxidgas-Regelventil (36) in den Kühler (28) eingeleitetem gasförmigen Kohlendioxid gemischt und im Kühler (28) durch über ein Kühlwasser-Regelventil (38) in ersteren eingespritztes Kühlwasser auf eine vorgeschriebene Temperatur, um das Karbonisiergas zu erzeugen. gekühlt wird, wobei das so erzeugte Karbonisiergas aus dem Kühler (28) über mindestens eine Karbonisiergas-Einblasöffnung (6) des Vertikal-Reaktors (1) in die Karbonisierzone (B) eingeblasen wird.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Trocknungsgenerator (18, 19) zur Erzeugung des in das getrennte Trocknungsgefäß (10) einzublasenden Trocknungsgases vorgesehen ist, umfassend einen Hochtemperatur-Gaserzeugungsofen (18) zum Verbrennen eines Brennstoffs zwecks Erzeugung einer. Hochtemperatur-Verbrennungsabgases und einen Wärmetauscher (19) zum Kühlen des so erzeugten Verbrennungsabgases auf eine vorbestimmte Temperatur durch Wärmeaustausch mit Luft von Umgebungstemperatur zwecks Erzeugung des Trocknungsgases, das vom Wärmetauscher (19) über mindestens eine Einblasöffnung (8') des getrennten Trocknungsgefäßes (10) in dessen Trocknungszone (C) eingeblasen wird, während die durch Wärmeaustausch im Wärmetauscher (19) erwärmte Luft als Vortrocknungsgas zusammen mit dem Kühlgas, das über mindestens eine Kühlgas-Einblasöffnung (13) des getrennten Trocknungsgefäßes (10) in die Kühlzone (D) eingeblasen und über mindestens eine Kühlgas-Ausblasöffnung (14) abgeführt wird, über mindestens eine Vortrocknungsgas-Einblasoffnung (4, 4') des Vertikal-Reaktors (1) in die Vortrocknungszone (A)eingeblasen wird, und daß ein zur Erzeugung oder Lieferung des Karbonisiergases dienender Kühler (28) vorgesehen ist, in welchem über die Trocknungsgas-Ausblasöffnung (9') des getrennten Trocknungsgefäßes (10) ausgetragene Trocknungsgas mit einer vorgeschriebenen Menge von über ein Kohlendioxidgas-Regelventil (36) in den Kühler (28) eingeleitetem gasförmigen Kohlendioxid gemischt und im Kühler (28) durch über ein Kühlwasser-Regelventil (38) in ersteren eingespritztes Kühlwasser auf eine vorgeschriebene Temperatur, um das Karbonisiergas zu erzeugen, gekühlt wird, wobei das so erzeugte Karbonisiergas aus dem Kühler (28) über mindestens eine Karbonisiergas-Einblasöffnung (6) des Vertikal-Reaktors (1) in die Karbonisierzone (B) eingeblasen wird.
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