AT104378B - Verfahren zum Färben von Textilgut, Papier und ähnlichen Stoffen. - Google Patents

Verfahren zum Färben von Textilgut, Papier und ähnlichen Stoffen.

Info

Publication number
AT104378B
AT104378B AT104378DA AT104378B AT 104378 B AT104378 B AT 104378B AT 104378D A AT104378D A AT 104378DA AT 104378 B AT104378 B AT 104378B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
dye
etching
paper
oil
dyeing
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Original Assignee
Rhenania Ossag Mineraloelwerke
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Rhenania Ossag Mineraloelwerke filed Critical Rhenania Ossag Mineraloelwerke
Application granted granted Critical
Publication of AT104378B publication Critical patent/AT104378B/de

Links

Landscapes

  • Coloring (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zum Färben von   Textilgut, Papier und ähnlichen Stoffen.   



   Das Fixieren von Farbstoffen auf Geweben oder anderem Textilgut geschieht bisher in der Regel durch langsames Ausfärben in der Flotte, oder bei nur flüchtigem Auftragen des Farbstoffes, wie   z. B.   beim Aufklotzen oder Aufdrucken, wird das Fixieren durch nachträgliche Behandluhng im Dampfkasten bewirkt. In beiden Fällen ist zur Fixierung des Farbstoffes ein grosser Zeitaufwand mit hohen Unkosten erforderlich :
Demgegenüber beruht die vorliegende Erfindung auf der neuen Erkenntnis, dass sich mit gewissen Mitteln eine ganz aussergewöhnlich rasche Fixierung erreichen lässt, welche es ermöglicht, die Ware nach nur kurzer Behandlung mit Farbstoff, z.

   B : durch Aufdrucken oder Aufklotzen in fortlaufender Bahn durch das Fixiermittel hindurchzuführen und in Verbindung mit dieser Schnellfixierung ein neues Färbeverfahren zu schaffen, welches die bisherigenFärbeverfahren an Güte undLeistungweit übertrifft. Undzwar lässt sich gemäss der Erfindung eine besonders schnelle und dauerhafte Fixierung des Farbstoffes dadurch erreichen, dass man das Textilgut nach dem Auftragen des Farbstoffes durch heisses Wachs, 01 oder die indifferenten Lösungsmittel dieser Stoffe   hindurehführt.   Wie die Versuche gezeigt haben, eignet sich für dieses Verfahren vorzugsweise ein auf   80-100  C   erhitztes Mineralöl mit den Siedegrenzen von 160 bis   220 .   Aber auch beim Eintauchen in eine kochend heisse Salzlösung, wie Koch-oder Glaubersalz, der 10% Essigsäure beigefügt ist,

   erfolgt nach den Versuchen der Erfinderin ebenfalls eine schnelle und gute Fixierung des Farbstoffes. Die so fixierten Farbstoffe sind denen durch Dämpfen fixierten mindestens ebenbürtig, und in vielen Fällen überlegen, denn eine ganze Anzahl Farbstoffe sowohl basische als auch substantive. und saure, welche bei dem bisherigen Farbeverfahren nicht wasserecht, nicht tropfeneeht oder nicht reibecht waren, haben sich bei Behandlung nach dem Verfahren gemäss vorliegender Erfindung als wasser-, reib-und tropfenecht erwiesen, die meisten können sogar bei   400 geseift   werden. Schliesslich zeichnet sich das neue Verfahren noch durch eine wesentliche Ersparnis   an Heizstoffen und Arbeits-   kräften aus. 



   Die Behandlung gefärbter Stoffe mit heissem Öl ist zwar an sich bereits bekannt. Bei den bekannten Verfahren erfolgt diese Behandlung jedoch erst, nachdem der Stoff in der bisherigen umständlichen Weise fertig ausgefärbt und fixiert worden ist. Die Behandlung mit heissem Öl erfolgt dabei nur zu dem Zweck, dem Stoff ein besseres Aussehen zu geben. Ebenso hat man auch schon den fertiggefärbten und fixierten Stoff nachträglich mit einer Salzlösung imprägniert und dann mit heissen Walzen nachbehandelt, um das Aussehen des Stoffes zu verbessern. Eine Abkürzung und Verbesserung des Färbeverfahrens ist jedoch bei diesen beiden vorbekannten Verfahren weder beabsichtigt noch erreicht worden. 



   Bezüglich der Entfernung des restlichen Fixiermittels hat die praktische Anwendung des Verfahrens inzwischen gezeigt, dass bei Verwendung des als besonders geeignet erprobten Mineralöles mit den Siedegrenzen von   160-220  C   die Entfernung des restlichen Fixiermittels einfach durch Abquetschen und nachfolgendes Trocknen erfolgen kann. Etwa noch verbleibende kleine Ölreste sind jedenfalls nicht   schädlich   und wirken vielmehr ähnlich günstig wie das bisherige Ölen".

   Bei Verwendung von heissem Wachs oder ähnlichen höher siedenden Kohlenwasserstoffen kann die Entfernung des restlichen Fixiermittels gegebenenfalls dadurch erfolgen, dass die Ware nach dem Abquetschen noch durch einen leichter siedenden erwärmten Kohlenwasserstoff hindurchgeführt wird, welcher als Lösungsmittel für den ersteren dient und ihn beim nachfolgenden Trocknen mitentfernt. Irgend welche Schwierigkeiten ergeben sich dabei nicht, im Gegenteil wird das Verfahren unter Benutzung von heissem Wachs als Fixiermittel inzwischen auch in der sogenannten Batik-Färberei mit grossem Erfolg benutzt. 



   Für die Zeugdruckerei, für den Handdruck, für den Spritzdruck, für die Schablonen- und Handmalerei ergibt sich folgender einfacher Arbeitsgang. Der Stoff oder das Gewebe wird in der gewöhnlichen Weise mit Farbstofflösung bedruckt und passiert dann am besten sofort eines der oben genannten Bäder, u. zw. zweckmässig ein auf 80  C. erhitztes   Mineralölbad   mit den Siedegrenzen von etwa   160-220  C.   



  Da die Fixierung der Farbstoffe dabei sofort, u. zw. in etwa 1 Minute vollständig erfolgt, ist es gleichgültig, ob der Stoff sich beim Ablegen berührt. Dann wird derselbe abgequetscht und zwecks Entfernung des restlichen Fixierungsmittels getrocknet, wobei das verdunstende Fixierungsmittel gegebenenfalls nach einem der bekannten Verfahren wiedergewonnen werden kann. Erforderlichenfalls kann der gefärbte Stoff dann noch gespült oder geseift werden. 



   Bei der   Stückfärberei   verwendet man am besten die Klotzmaschine. Die Ware passiert in der 
 EMI1.1 
 von   900 C   bestehen kann, und worin der Stoff nur etwa 1 Minute verbleibt. Darauf wird   abgequetscht,     getrocknet und gegebenenfalls nachbehandelt. Bei hellen Farben und mittleren Farben wird bei Stapelware   eine Nachbehandlung nicht nötig sein. Der Farbstoff wird bei richtiger Behandlung restlos fixiert und die entsprechend zugesetzte Verdickung gibt eine leichte Appretur. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Ein besonderer Vorteil ergibt sich bei der Verarbeitung basischer Farbstoffe. Um letztere wasserecht oder waschecht zu machen, verfuhr man meist in der Weise, dass man das Gewebe mit Tannin vorbehandelte, dann ausfärbte und mit Brechweinstein nachbehandelte. In der Zeugdruckerei setzte man das Tannin der Druckfarbe zu, dämpfte, behandelte mit Brechweinstein nach und erzielte auf diese Weise die Bildung von Tanninlack, wodurch die basischen Farbstoffe erst   wasserecht   und zum Teil auch waschecht wurden. 



   Es hat sich nun ergeben, dass sich basische Farbstoffe sehr leicht ohne jede Vor-und Nachbehandlung wasserecht und waschecht fixieren lassen, wenn das zu behandelnde Gut mit Farbstofflösung geklotzt, abgequetscht, oder für Zeugdruck der Farbstoff aufgedruckt wird und dann der Stoff nach dem Verfahren gemäss vorliegender Erfindung fixiert wird. Die bisherige Nachbehandlung mit   Brechweinstein   wird dadurch überflüssig. 



   In entsprechender Weise lässt sich das neue Verfahren auch beim Ätzen von Farben anwenden. 



  Bisher war es üblich, Stoffe und Gewebe, die mit einer Ätze oder Buntätze bedruckt werden sollten, zuerst in der Flotte in bekannter Weise mit einem ätzbaren Farbstoff zu färben. Nach dem Färben wurde getrocknet, dann die Ätze oder Buntätze aufgedruckt und wieder getrocknet. Als letztes erfolgt die Fixierung der Ätze oder Buntätze im Dampfkasten oder Mather-Platt. 
 EMI2.1 
 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Färben von Textilgut, Papier und ähnlichen Stoffen, dadurch gekennzeichnet, dass der Farbstoff zunächst in bekannter Weise mit einer Klotz-oder Druckmaschine aufgetragen und dann das so vorgefärbte Gut statt der bisherigen Behandlung im Dampfkasten mit heissem Öl oder heissem Wachs behandelt wird.

Claims (1)

  1. 2. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an Stelle von Öl oder Wachs ein heisses indifferentes Lösungsmittel (z. B. ein leicht flüchtiges Mineralöl, Benzin, Toluol, Tetrachlorkohlenstoff od. dgl. ) benutzt wird.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Fixierungsmittel EMI2.2 dabei auf etwa 80-100'gehalten wird.
    4. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an Stelle von Öl oder Wachs eine kochend heisse Salzlösung benutzt wird.
    5. Verfahren nach Anspruch 1, unter Verwendung von Ätzen und Buntätzen, dadurch gekennzeichnet, dass das mit einem ätzbaren Farbstoff vorgefärbte Gut mit Ätze oder Buntätze bedruckt und dann mit einem der unter Anspruch 1 bis 4 genannten Fixierungsmittel behandelt wird.
AT104378D 1923-07-25 1923-07-25 Verfahren zum Färben von Textilgut, Papier und ähnlichen Stoffen. AT104378B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT104378T 1923-07-25

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT104378B true AT104378B (de) 1926-10-11

Family

ID=3622334

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT104378D AT104378B (de) 1923-07-25 1923-07-25 Verfahren zum Färben von Textilgut, Papier und ähnlichen Stoffen.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT104378B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1619120C3 (de) Verfahren zur Erzeugung eines latenten Musters auf Polyamidmaterial
DE2627149A1 (de) Verfahren zur verbesserung der eigenschaften von cellulosefasern und zum faerben derselben
EP0029804B1 (de) Verfahren zum Bedrucken oder Klotzfärben von Textilmaterial aus Cellulosefasern in Mischung mit synthetischen Fasern sowie Druckpasten oder Klotzflotten zur Durchführung dieses Verfahrens
AT104378B (de) Verfahren zum Färben von Textilgut, Papier und ähnlichen Stoffen.
DE1183470B (de) Farben oder Bedrucken von Fasermaterial aus Polyestern oder Cellulosetriacetat
DE1040501B (de) Verfahren zum Faerben von Fasern aus aromatischen Polyestern
DE1059398B (de) Verfahren zum Faerben oder Bedrucken von Textilien aus natuerlichen Protein- oder synthetischen Fasern
DE2440055C3 (de) Verfahren zum Färben eines Polyestermaterials
EP0021055A1 (de) Verfahren zum örtlichen &#34;Weissätzen&#34; oder &#34;Buntätzen&#34; von Färbungen auf textilen Flächengebilden
DE69109362T2 (de) Färbeverfahren auf Florprodukten gemäss einem vorbestimmten Muster.
DE390841C (de) Verfahren zum Faerben, Bedrucken und AEtzen von Textilfasern, Papier u. dgl.
DE1032211B (de) Verfahren zum Faerben von Polyamidfasermaterial
DE123691C (de)
DE3000647A1 (de) Kontinuierliches verfahren zum faerben von textilmaterial nach der transferdruckmethode
DE1610980C3 (de)
DE113238C (de)
DE371597C (de) Verfahren zur Herstellung echter Drucke oder Faerbungen
DE392527C (de) Verfahren zur Herstellung von Batikaetzmustern
AT105585B (de) Verfahren zum Appretieren und Mustern von Geweben.
DE508561C (de) Verfahren zur Erzeugung von Halbtoneffekten auf Textilfasern oder anderen Stoffen
DE622227C (de) Verfahren zum Bedrucken von Textilstoffen mit wasserfreien Druckpasten im Flachdruck
DE696270C (de) Verfahren zur Herstellung von Azofarbstoffen auf der Faser im Druck- oder Klotzverfahren
DE266343C (de)
DE217238C (de)
DE145375C (de)