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Verfahren zum Färben von Textilgut, Papier und ähnlichen Stoffen.
Das Fixieren von Farbstoffen auf Geweben oder anderem Textilgut geschieht bisher in der Regel durch langsames Ausfärben in der Flotte, oder bei nur flüchtigem Auftragen des Farbstoffes, wie z. B. beim Aufklotzen oder Aufdrucken, wird das Fixieren durch nachträgliche Behandluhng im Dampfkasten bewirkt. In beiden Fällen ist zur Fixierung des Farbstoffes ein grosser Zeitaufwand mit hohen Unkosten erforderlich :
Demgegenüber beruht die vorliegende Erfindung auf der neuen Erkenntnis, dass sich mit gewissen Mitteln eine ganz aussergewöhnlich rasche Fixierung erreichen lässt, welche es ermöglicht, die Ware nach nur kurzer Behandlung mit Farbstoff, z.
B : durch Aufdrucken oder Aufklotzen in fortlaufender Bahn durch das Fixiermittel hindurchzuführen und in Verbindung mit dieser Schnellfixierung ein neues Färbeverfahren zu schaffen, welches die bisherigenFärbeverfahren an Güte undLeistungweit übertrifft. Undzwar lässt sich gemäss der Erfindung eine besonders schnelle und dauerhafte Fixierung des Farbstoffes dadurch erreichen, dass man das Textilgut nach dem Auftragen des Farbstoffes durch heisses Wachs, 01 oder die indifferenten Lösungsmittel dieser Stoffe hindurehführt. Wie die Versuche gezeigt haben, eignet sich für dieses Verfahren vorzugsweise ein auf 80-100 C erhitztes Mineralöl mit den Siedegrenzen von 160 bis 220 . Aber auch beim Eintauchen in eine kochend heisse Salzlösung, wie Koch-oder Glaubersalz, der 10% Essigsäure beigefügt ist,
erfolgt nach den Versuchen der Erfinderin ebenfalls eine schnelle und gute Fixierung des Farbstoffes. Die so fixierten Farbstoffe sind denen durch Dämpfen fixierten mindestens ebenbürtig, und in vielen Fällen überlegen, denn eine ganze Anzahl Farbstoffe sowohl basische als auch substantive. und saure, welche bei dem bisherigen Farbeverfahren nicht wasserecht, nicht tropfeneeht oder nicht reibecht waren, haben sich bei Behandlung nach dem Verfahren gemäss vorliegender Erfindung als wasser-, reib-und tropfenecht erwiesen, die meisten können sogar bei 400 geseift werden. Schliesslich zeichnet sich das neue Verfahren noch durch eine wesentliche Ersparnis an Heizstoffen und Arbeits- kräften aus.
Die Behandlung gefärbter Stoffe mit heissem Öl ist zwar an sich bereits bekannt. Bei den bekannten Verfahren erfolgt diese Behandlung jedoch erst, nachdem der Stoff in der bisherigen umständlichen Weise fertig ausgefärbt und fixiert worden ist. Die Behandlung mit heissem Öl erfolgt dabei nur zu dem Zweck, dem Stoff ein besseres Aussehen zu geben. Ebenso hat man auch schon den fertiggefärbten und fixierten Stoff nachträglich mit einer Salzlösung imprägniert und dann mit heissen Walzen nachbehandelt, um das Aussehen des Stoffes zu verbessern. Eine Abkürzung und Verbesserung des Färbeverfahrens ist jedoch bei diesen beiden vorbekannten Verfahren weder beabsichtigt noch erreicht worden.
Bezüglich der Entfernung des restlichen Fixiermittels hat die praktische Anwendung des Verfahrens inzwischen gezeigt, dass bei Verwendung des als besonders geeignet erprobten Mineralöles mit den Siedegrenzen von 160-220 C die Entfernung des restlichen Fixiermittels einfach durch Abquetschen und nachfolgendes Trocknen erfolgen kann. Etwa noch verbleibende kleine Ölreste sind jedenfalls nicht schädlich und wirken vielmehr ähnlich günstig wie das bisherige Ölen".
Bei Verwendung von heissem Wachs oder ähnlichen höher siedenden Kohlenwasserstoffen kann die Entfernung des restlichen Fixiermittels gegebenenfalls dadurch erfolgen, dass die Ware nach dem Abquetschen noch durch einen leichter siedenden erwärmten Kohlenwasserstoff hindurchgeführt wird, welcher als Lösungsmittel für den ersteren dient und ihn beim nachfolgenden Trocknen mitentfernt. Irgend welche Schwierigkeiten ergeben sich dabei nicht, im Gegenteil wird das Verfahren unter Benutzung von heissem Wachs als Fixiermittel inzwischen auch in der sogenannten Batik-Färberei mit grossem Erfolg benutzt.
Für die Zeugdruckerei, für den Handdruck, für den Spritzdruck, für die Schablonen- und Handmalerei ergibt sich folgender einfacher Arbeitsgang. Der Stoff oder das Gewebe wird in der gewöhnlichen Weise mit Farbstofflösung bedruckt und passiert dann am besten sofort eines der oben genannten Bäder, u. zw. zweckmässig ein auf 80 C. erhitztes Mineralölbad mit den Siedegrenzen von etwa 160-220 C.
Da die Fixierung der Farbstoffe dabei sofort, u. zw. in etwa 1 Minute vollständig erfolgt, ist es gleichgültig, ob der Stoff sich beim Ablegen berührt. Dann wird derselbe abgequetscht und zwecks Entfernung des restlichen Fixierungsmittels getrocknet, wobei das verdunstende Fixierungsmittel gegebenenfalls nach einem der bekannten Verfahren wiedergewonnen werden kann. Erforderlichenfalls kann der gefärbte Stoff dann noch gespült oder geseift werden.
Bei der Stückfärberei verwendet man am besten die Klotzmaschine. Die Ware passiert in der
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von 900 C bestehen kann, und worin der Stoff nur etwa 1 Minute verbleibt. Darauf wird abgequetscht, getrocknet und gegebenenfalls nachbehandelt. Bei hellen Farben und mittleren Farben wird bei Stapelware eine Nachbehandlung nicht nötig sein. Der Farbstoff wird bei richtiger Behandlung restlos fixiert und die entsprechend zugesetzte Verdickung gibt eine leichte Appretur.
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Ein besonderer Vorteil ergibt sich bei der Verarbeitung basischer Farbstoffe. Um letztere wasserecht oder waschecht zu machen, verfuhr man meist in der Weise, dass man das Gewebe mit Tannin vorbehandelte, dann ausfärbte und mit Brechweinstein nachbehandelte. In der Zeugdruckerei setzte man das Tannin der Druckfarbe zu, dämpfte, behandelte mit Brechweinstein nach und erzielte auf diese Weise die Bildung von Tanninlack, wodurch die basischen Farbstoffe erst wasserecht und zum Teil auch waschecht wurden.
Es hat sich nun ergeben, dass sich basische Farbstoffe sehr leicht ohne jede Vor-und Nachbehandlung wasserecht und waschecht fixieren lassen, wenn das zu behandelnde Gut mit Farbstofflösung geklotzt, abgequetscht, oder für Zeugdruck der Farbstoff aufgedruckt wird und dann der Stoff nach dem Verfahren gemäss vorliegender Erfindung fixiert wird. Die bisherige Nachbehandlung mit Brechweinstein wird dadurch überflüssig.
In entsprechender Weise lässt sich das neue Verfahren auch beim Ätzen von Farben anwenden.
Bisher war es üblich, Stoffe und Gewebe, die mit einer Ätze oder Buntätze bedruckt werden sollten, zuerst in der Flotte in bekannter Weise mit einem ätzbaren Farbstoff zu färben. Nach dem Färben wurde getrocknet, dann die Ätze oder Buntätze aufgedruckt und wieder getrocknet. Als letztes erfolgt die Fixierung der Ätze oder Buntätze im Dampfkasten oder Mather-Platt.
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PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Färben von Textilgut, Papier und ähnlichen Stoffen, dadurch gekennzeichnet, dass der Farbstoff zunächst in bekannter Weise mit einer Klotz-oder Druckmaschine aufgetragen und dann das so vorgefärbte Gut statt der bisherigen Behandlung im Dampfkasten mit heissem Öl oder heissem Wachs behandelt wird.