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Verfahren und Einrichtung zum symmetrischen Verseilen von elektrischen Leitung- adern.
Bei der Verseilung von elektrischen Leitungsadern, besonders von den sogenannten für Fern- sprechzwecke gebräuchlichen Viererleitungen, zum Kabel, ist es von Wichtigkeit. den Adern und Adergruppen eine zu ihrer Verseilungsachse symmetrische Lage im Kabel zu geben, weil, wie die Erfahrung gezeigt hat, hiedurch das Nebensprechen und die störende Einwirkung der Frdströme auf die Sprechkreise vermindert werden.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass dieses Ziel in einfacher und sicherer Weise dann erreicht wird, wenn die bei der Verseilung auf die einzelnen Adern wirkende Zugspannung für jede Ader die gleiche Grösse hat.
Bei dem bereits bekannten Verfahren, die mit Bremsscheiben versehenen Ablaufhaspel der Adern bei der Verseilung durch ein mittels Federkraft beliebig stark angespanntes Bremsband od. dgl. zu bremsen, ist dies nicht der Fall ; denn selbst wenn hiebei das Spannen der Federn mit der grösstmöglichen Sorgfalt und Gleichmässigkeit erfolgt, so bleibt doch die Stärke der Bremsung der Haspel und damit die Grösse der auf die einzelnen Adern wirkenden Zugkräfte unbestimmt, weil hiefür auch der jeweilige Zustand der gegeneinander schleifende Bremsfläche massgebend ist, der beispielsweise infolge Abnutzung des Bremsbandes oder unter dem Einfluss von Feuchtigkeit oder dorthin gelangtem Öl gewissen Ver- änderungen unterworfen ist.
Das erwähnte Verfahren kann daher lediglieh zur Straffhaltung der Adern dienen, um deren sonst eintretendes Schlagen zu vermeiden, nicht aber zur Abgleichung der bei der Verseilung an den Adern angreifenden Zugkräfte auf den gleichen Wert.
Zu letzterem Zwecke werden nun gemäss der Erfindung Vorrichtungen benutzt, die gestatten, diese Zugkräfte während der Verseilung zu messen und hinsichtlich ihrer Grösse zu verändern. Von diesen Vorrichtungen, die beispielsweise als Dynamometer od. dgl. ausgeführt sein können, wird je eine mit einer Ader oder deren Ablaufhaspel in geeigneter Weise in Verbindung gebracht. Im Falle der Verbindung mit letzterem eignet sich als Mess- und Einstellvorrichtung gemäss der weiteren Erfindung im einfachsten Falle ein Pronyscher Zaum.
Die Zeichnung veranschaulicht eine beispielsweise Ausfühiungsform, u. zw. Fig. 1 eine Seitenund Fig. 2 eine Oberansicht. Der zur Verminderung der Reibung in Kugellagern laufende Haspel a trägt auf der einen Flanschseite eine Bremsscheibe b. Diese kann auch getrennt von dem Haspel gelagert sein, muss aber dann- durch einen Mitnehmer mit ihm verbunden sein, so dass ihre Tourenzahl zwangsläufig stets die gleiche wie die des Haspels ist. Gegen die Bremsscheibe b können die Bremsbacken c durch Verstellen der Schraube d mehr oder weniger stark angepresst werden. Eine Mitbewegung dieser Bremsbacken beim Drehen des Haspels und der Bremsscheibe wird durch einen Hebelarm t verhÜtet, der gegen die Feder g anschlägt und am Ende den über einer Skala spielenden Zeiger h trägt.
Die durch den Druck
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die Ader wirkenden Zugspannung, die an der Skala abgelesen und durch Verstellen der Schraube d ver- ändert werden kann. Sind nun erfindungsgemäss die verschiedenen Haspel der miteinander zu verseilenden Adern je mit einer derartigen Vorrichtung versehen, so lässt sich für jede einzelne Ader die auf sie wirkende Zugspannung an der Skala der ihr zugeordneten Einstellvorrichtung ablesen, durch Verstellen der Schraube d auf den gewünschten einheitlichen und geeigneten Wert einstellen und auf diesem halten.
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Die beschriebene Vorrichtung besitzt noch den Nachteil dass bei unveränderter Einstellung der Schraube deiner Einstellvorrichtung mit dem bei der Verseilung fortschreitenden Entleeren des Haspels ein allmähliches Anwachsen der auf die Ader wirkenden Zugkraft stattfindet. Gemäss der weiteren Erfindung wird dieses unerwünschte Anwachsen dadurch vermieden, dass die Stärke der durch das Schleifen der Bremsbacken hervorgerufenen Bremsung des Haspels durch eine geeignete Vorrichtung selbsttätig in dem Masse vermindert wird, wie die Bewicklung des Haspels abnimmt. Eine hiezu geeignete Vorrichtung ist Gegenstand der weiteren Erfindung und in einer beispielsweisen Ausführungsform in der Zeichnung mitveranschaulieht.
Der um die Achse m drehbare Kniehebel ! mit gegeneinander versetzten Armen trägt an dem einen Ende eine Rolle i, die mittels einer Feder gegen die äussersten Windungen des Haspels a angedrückt wird. Am andern Ende des Kniehebels greift in einem weiteren Drehpunkt ein Gestänge n an, dessen bei Abnahme der Bewicklung des Haspels und entsprechendem Nachrücken der
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kann die Aderspannung bis zum völligen Entleeren des Haspels konstant gehalten werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum symmetrischen Verseilen von elektrischen Adern, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugspannung jeder Ader durch eine geeignete Mess- und Einstellvorrichwng überwacht und auf einen bestimmten für alle Adern gleichen Wert eingestellt und auf diesem gehalten wird.