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Bei Unterwind-Gaserzeugern wird der Winddruck entweder durch einen Flügelventilator oder aber durch ein Dampfstrahlgebläse erzeugt. Ist zur Erzeugung des Unterwindes nur ein Gebläse da und versagt dieses plötzlich, so wird durch den Überdruck im Gaserzeuger, welcher durch die lebhafte Verbrennung entsteht, das erzeugte Gas in die Windleitung zurückgedrückt ; es vermischt sich mit atmosphärischer Luft, entzündet sich an den glühenden Kohlen und es erfolgt eine heftige Explosion. Man hat deshalb bei Ventilatorbetrieb meist eine Reserve im Dampfstrahlgebläse und hat Einrichtungen getroffen, durch welche in demselben Augenblick, in dem der Winddruck plötzlich aussetzt, selbsttätig der Reservedruck einsetzt.
Vorbedingung der Sicherung gegen Explosion ist also die Reserve des zweiten Gebläses (Dampfstrahlgebläse).
Es ist üblich, den dem Ventilatorwind zur Lockerung der Asche auf dem Rost zugesetzten Dampf mit Druck unten in den Gaserzeuger einströmen zu lassen. Es genügt aber, den Wasserdampf ohne Spannung durch den Gebläsewind unter den Rost zu treiben. Zu diesem Zwecke braucht man ihn nicht einer regelrechten Dampfkesselanlage zu entnehmen, sondern man kann diesen Dampf von nur ganz niedrige Spannung durch Einlegen oder Einhängen von dampferzeugenden Wasserrohren an irgendeiner Stelle des Gaserzeugers nebenher und durch diesen selbst gewinnen.
Das mit Dampf betriebene Ersatzgebläse ist wenig erwünscht. Durch die Erfindung wird es entbehrlich. Das plötzliche Aussetzen des Druckes unter dem Rost bewirkt, wie bereits gesagt, ein Zurück treten des Gases und fast immer eine Explosion. Zur Sicherung gegen eine derartige Explosion genügt es, dass die Reserve nur so lange zur Wirkung kommt, bis die Bedienung des Gaserzeugers imstande ist, dem Gaserzeuger irgendwie auf andere Weise Luft zuzuführen. Das Einsetzen des Reservegebläses muss mit Sicherheit selbsttätig erfolgen, u. zw. nicht erst dann, wenn der Druck bereits vollständig aufgehört hat, sondern sofort, wenn eine Minderung des Druckes bis zu einem gewissen Grad erfolgt ist. Es muss also die Umstellung von Ventilatorwind zu Ersatzwind durch eine Einrichtung erfolgen, welche sehr einfach und zuverlässig ist.
Es handelt sich manchmal nur um kleine Störungen im Gebläse, beispielsweise um Durchschlagen einer Sicherung oder Warmlaufen eines Lagers. Wenn die Reserve 15 oder 20 Minuten lang zur Verfügung steht, wird diese Zeit wohl in der Mehrzahl der Fälle ausreichen, um das Gebläse wieder in regelrechten Gang zu bringen.
Auf der Erkenntnis, dass für die Wirksamkeit des Ersatzgebläses nur geringe Zeit erforderlich ist und auf der erwähnten Tatsache, dass man an dem Gaserzeugerrost keinen hochgespannten Dampf unter dem Gebläse zur Lockerung der Asche braucht, baut die Erfindung auf, indem eine andere Kraftquelle, welche vollständig unabhängig von jedem andern Betrieb des betreffenden Werkes ist, für die kurze Reserveleistung verwendet wird.
Der Druck des Gebläsewindes unter dem Generator beträgt gewöhnlich zwischen etwa 40 bis höchstens 100 mm Wassersäule. Es wird deshalb gemäss der Erfindung einem jeden Gaserzeuger oder mehreren ein Windkessel beigeordnet, der Luft von entsprechender Spannung enthält. Der Luftdruck in dem Windkessel kann durch eine an ihm angeschlossene kleine Luftpumpe erzeugt werden, für welche Handbetrieb ausreicht. Die Füllung des Windkessels kann auch aus einer Stahlflasche mit hochgespannter Luft erfolgen ; die Stahlflasche kann auch unmittelbar als Windkessel und die ausströmende Luft unter
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entsprechender Drosselung benutzt werden.
Diese gespannte Luft des Windkessels wird im Falle des Aussetzens des Gebläses in ähnlicher Weise wie bisher der Dampf des Dampfstrahlgebläses zur Wirkung gebracht. Der hohe Druck, den man im Windkessel anwenden kann und anderseits der im Vergleich dazu verhältnismässig niedrige Druck, der unten im Gaserzeuger notwendig ist, haben im Gefolge, dass die Abmessungen eines derartigen Kessels verhältnismässig klein ausfallen. Eine solche Vorrichtung kann ohne weiteres durch eine der bekannten Vorrichtungen in Gang gesetzt werden. Es ist z.
B. bekannt, in die Windleitung eine Klappe einzubauen, welche ausbalanziert ist und durch den Winddruck in einer ganz bestimmten Stellung gehalten wird ; sobald der Winddruck. unter ein-gewisses Mass sinkt, bewegt sich die Klappe und überträgt ihre Bewegung auf eine Einschaltvorrichtung des Dampfstrahlgebläses.
Die vorgeschlagene Ersatzgebläseanordnung ist einfach in Betrieb zu halten und könnte, da sie kalt bleibt, sogar durch die Verbindung mit dem Schwimmer eines Wasserstandsglases geregelt werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Ersatzgebläseanordnung für Gaserzeuger, dadurch gekennzeichnet, dassals Windquelledes Ersatzgebläses die gespannte Luft eines Windkessels dient.