AT101950B - Verfahren zum künstlichen Altern von Bernstein. - Google Patents
Verfahren zum künstlichen Altern von Bernstein.Info
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Description
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Verfahren zum künstlichen Altern von Bernstein.
Der helle Bernstein nimmt im Verlauf von ein bis zwei Menschenaltern eine dunkle Farbe an.
Dieser"gealterte"Bernstein ist ein edleres Produkt, ein Umstand, der sich auch im Handelspreis ausdrückt. Daher hat man versucht, die gealterte Farbe auf anderem Wege zu erzielen. Die Versuche fielen jedoch negativ aus, was vor allem daran lag, dass man das Altern des Bernsteins für einen Oxydationsprozess hielt und diesen dann durch entsprechende Oxydationsmittel beschleunigen wollte. Behandelt man Bernstein aber mit Chloroform, so geht unter anderem auch dessen Farbstoff in Lösung. Fügt man ein Oxydationsmittel hinzu, wird derselbe aber nicht dunkler, sondern gebleicht. Ebenso verliert der
Bernstein seine Farbe selbst dann, wenn er mit den mildesten Oxydationsmitteln behandelt wird.
Es wurde nun gefunden, dass das Altern des Bernsteins durch Kondensations-bzw. Polymeri- ationsvorgänge bedingt wird, deren Reaktionsgeschwindigkeit durch Druck und Hitze erhöht wird, zumal unter Anwendung von Katalysatoren.
Was die Anwendung von Wärme und Drucii anbelangt, so wird dies in einem Autoklaven erreicht.
Wichtig ist dabei, dass im Innern desselben eine konstante Temperatur gleichmässig im ganzen Gefäss herrscht, da der Bernstein bei unregelmässiger und schwankender Erhitzung leicht Risse bekommt und einseitig gefärbt wird. Dies wird erzielt, indem man ihn auf Asbestpulver bettet oder auf dünne Drähte in einen Trockenschrank hängt, so dass er allseits von der erhitzten und eventuell unter Druck stehenden
Luft gleichmässig umspült wird : ferner ist-es vorteilhaft, den Ofen mit einem doppelten Asbestboden zu versehen.
Soll eine wolkige Struktur der Oberfläche erzielt werden, so wird erfindungsgemäss derart vor- gegangen, dass Bernsteinstücke mit Alkohol, Phenol oder Chloroform, überhaupt mit Mitteln organischer oder anorganischer Natur, welche die Bernsteinmasse angreifen, behandelt werden. Um die dadurch entstehende Wolkung noch kontrastreicher zu gestalten, kann man nachträglich noch mit Salzen behandeln.
Es dürfte sich dabei weniger um eine Verbindung des wenig aktiven Harzes mit denselben handeln als um eine katalytische Beinflussung der Reaktionsgeschwindigkeit, so zwar, dass um die Katalysatoren herum die Kondensationsbildung schneller vor sich geht, d. h. Wolken entstehen. Dafür, dass es sich bei diesem Prozess um Katalyse handelt, spricht auch der Umstand, dass dieser Alterungsprozess unter dem
Einfluss von ultraviolettem Licht beschleunigt wird.
Beispielsweise kann man, um die Struktur gleichmässig zu beeinflussen, den Bernstein, noch bevor er die Hochglanzpo1itur bekommen hat, mit 70-90% igen Alkohol behandeln und dann mit 4-10% iger Salzsäure, gegebenenfalls nur stellenweise, nachbehandeln, worauf die Stücke erhöhtem Druck und Tem- peraturen von über 1000 ausgesetzt werden.
Bei Verwendung von Salzen, wie Kochsalz, Pottasche, gelbem Blutlaugensalz, Kalziumoxalat wie auch anderen Substanzen organischer oder anorganischer Natur, auch in flüssiger Form oder Lösung (z. B. Ca-succinat in Wasser, Toluol), bleibt stets, auch nach Verdampfen der Flüssigkeit, die Stelle, wo , die Substanzen aufgetragen wurden, verschieden empfindlich gegenüber der Einwirkung von Wärme und
Druck. Dabei scheint die Art der Substanz praktisch weniger Einfluss zu besitzen.
Im allgemeinen kann man sagen, dass basische Salze gegen die neutralen oder sauren Salze anorganischer Natur und diese wieder gegen die organischen Salze in derselben Reihenfolge günstigere Wirkungen in bezug auf Kontrast ergeben und dass, insbesondere organische Substanzen eine um so stärkere Wirkung auf den Bernstein ausüben, je leichter löslich derselbe in ihnen ist.
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Was den Einfluss von Temperatur und Druck anbelangt, so wurde gefunden, dass man fast dasselbe Endprodukt erhält, wenn man harten, knochigen Bernstein bei Atmosphärendruck und 60-100'durch beiläufig 30 Stunden hindurch behandelt oder schwach wolkigen Bernstein von weicher Farbtönung bei 3-4 Atmosphären einer Temperatur von 150-200'durch annähernd 6 Stunden aussetzt.
Diese zwei
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Wolkung und Grundmasse steigert, während langsame, schonende Behandlung (geringer Druck, niedrige Temperatur) dem Bernstein einen gleichförmigeren Ton verleiht, so dass es möglich ist, durch Dosierung von Druck und Temperatur den Bernstein auf die gewünschte Nuance zu bringen.
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man sagen, dass die Wirkung der Flüssigkeiten in gasförmiger Gestalt beiläufig proportional ist der Stärke der Einwirkung der Flüssigkeiten (also ammoniakalische stärker-als salzsaure Dämpfe und diese wieder stärker wirkend als organische Gase).
Bei der Behandlung von Bernsteinstüeken mit dampf-oder gasförmigen Stoffen empfiehlt es sicle, die Düse, aus der dieselben austreten, zu bewegen, damit die Stücke gleichmässig gefärbt werden. Wird der Dampf so erzeugt, dass bloss ein Gefäss mit der zu verdampfenden Flüssigkeit in den Ofen gestellt wird, ist es vorteilhaft, die Masse zu bewegen. Das scheint vor allem beim Altern von pulverförmigen Bernsteinabfällen notwendig.
Differenzen in der Schattierung der zu behandelnden Stücke können ferner noch dadurch erzeugt werden, dass durch Umwickeln mit Asbest, der eventuell mit einer hochschmelzenden Substanz getränkt ist, eine teilweise Schirmwirkung erfolgt.
Die erfindungsgemäss hergestellten Produkte sind ebenso echt, wie das natürliche Material. Sie unterscheiden sich von ihm nur dadurch, dass sie zur Erzielung ihrer naturgetreuen Altfärbung anstatt zwei Menschenalter bloss wenige Stunden gebraucht haben.
Claims (1)
- PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zum künstlichen Altern von Bernstein mit Hilfe von Wärme, Druck und Wasserdampf dadurch gekennzeichnet ; dass Bernstein bei Gegenwart von katalytisch wirkenden Stoffen, wie Basen Säuren, Salzen, Gasen, organischen Substanzen oder Gemischen dieser Stoffe, behandelt wird.
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