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Glasblasemaschine.
Die Erfindung bezieht sich auf Glasblasemasehinen, bei welchen das in einer Vorform geblasene Arbeitsstück zur Überführung in die Fertigform in der Längsrichtung der Maschine verschoben und um eine wagrechte Achse gedreht wird. Bekannte Maschinen dieser Art haben eine Reihe nachteiliger Eigenschaften : sie arbeiten langsam ; für jede Maschine ist eine verhältnismässig grosse Anzahl von Bedienungsleuten erforderlich ; sie unterliegen einer ausserordentlich raschen Abnutzung ; beim Anhalten der Maschine werden die Werkstücke verschoben ; die Bedienungsleute sind nicht imstande, die Werkstücke mit der nötigen Geschwindigkeit weiterzubringen ; vor der Fertigstellung des Arbeitsstückes muss das Kiilbel von Hand aus bewegt werden.
Diese Nachteile werden durch die den Gegenstand der Erfindung bildende Maschine, zu deren Bedienung selbst beim Vorhandensein einer Mehrzahl von Maschineneinheiten nur ein einziger Mann erforderlich ist, vermieden.
In der Zeichnung ist eine Ausführungsform'des. Erfindungsgegenstandes veranschaulicht. Fig. 1 ist eine Seitenansicht der Maschine, bei der verschiedene Luftleitungen fortgelassen sind und die Teile sich in der Ruhelage der Maschine befinden. Fig. 2 ist die Draufsicht auf eine aus drei Einheiten bestehende Maschine, bei der zwei Einheiten fortgelassen sind. Fig. 3 ist ein Teilschnitt nach Linie 3-3 der Fig. 2, der die zum Gestalten eines Külbels dienenden Teile veranschaulicht. Fig. 4 ist ein Teilschnitt nach Linie 3-3, der die Teile zum Fertigen zeigt und Fig. 5 Horizontalschnitt hiezu, der die Stellung der Teile unmittelbar nach Abgabe der fertigen Flasche an die Rutsche darstellt.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand an einer Flaschenblasmaschine veranschaulicht, die aus drei Einheiten besteht. Da diese Einheiten einander völlig gleichen, ist nur eine davon veranschaulich und beschrieben.
Im Gestell A ist für jede Maschineneinheit eine Schraubenspindel 30 senkrecht verstellbar angeordnet, die eine Platte 31 trägt. Auf dieser ist eine zweite Platte 32 drehbar befestigt, zu deren Einstellung eine Stellschraube 33 dient. Auf der Platte 32 ist ein Schlitten 34 geführt, der mit einem Einguss 35 versehen ist und einen Blaskopf 36 und einen Zylinder B trägt. Der Blaskopf 36 besteht aus einem Zylinder M mit einem Kolben37 (Fig. 3), dessen hohle Kolbenstange 38 oben und unten aus dem Zylinder M herausragt. Das untere Ende der Stange 38 trägt einen Kopf 39 mit einem Hohlraum 40, der an seiner Unterseite mit einer Bohrung 41 versehen ist. In der Bohrung 41 liegt ein Ventil 42, das durch ein an seinem oberen Ende angebrachtes Stabkreuz 43 gehalten wird.
Es ist so gestaltet, dass bei seiner tiefsten Stellung Luft durch die Bohrung 41 hindurchstreichen kann. Der Kolben 37 wird normalerweise durch eine Feder 44 in seiner Höchstlage gehalten.
Im Zylinder B befindet sich ein Kolben 45, dessen aus dem Zylinder hervorstehende Kolbenstange 46 eine Schneidevorrichtung 47 (Schere oder Messer) trägt, die mit einem an dem Schlitten 34 an der dem Zylinder B gegenüberliegenden Seite des Eingusses 35 befestigten Messer 48 zusammenwirken kann.
In dem Zylinder B ist eine auf den Kolben 45 einwirkende Feder 49 angeordnet. Auf der Platte 32 liegt achsgleich mit dem Zylinder B ein zweiter Zylinder 0, in dem ein Kolben 50 mit einer aus dem Zylinder 0 hervorragenden und mit dem Zylinder B fest verbundenen Kolbenstange bl angeordnet ist. Diese Teile dienen zur Verschiebung des Schlittens 34 samt den von diesem getragenen Organen.
Auf dem Gestell A sitzt eine Külbelform 52, die zum Einguss 35 achs gleich liegt, wenn sieh der Schlitten 34 in seiner normalen Stellung befindet (Fig. 1). Die Form ist nach einer parallel zur Längsrichtung der Maschine liegenden Ebene geteilt und besitzt an der dem Zylinder B zugekehrten Seite ein Scharnier. Das Öffnen und Schliessen der Form 52 wird durch einen Luftmotor bewirkt, der aus einem Zylinder D und einem Kolben 53 besteht, der mit Teilen der Form 52 verbunden ist.
Das Gestell A ist mit einer senkrechten Öffnung 54 versehen, die achsgleich zur Form 52 liegt.
Unter dieser ist gleichachsig mit ihr ein Zylinder E angebracht, dessen Kolben 55 eine oben aus dem Zylinder herausragende Kolbenstange 56 hat. Die Kolbenstange 56 trägt an ihrem oberen Ende einen Kolben 57, 61, 62 zur Bildung der Korköffnung.
Im Gestell A ist ferner eine Schraubenspindel 63 senkrecht verstellbar angebracht, die an ihrem oberen Ende eine Platte 64 trägt. In einer Maschine mit drei Einheiten sind drei derartige Spindeln für die Stützung der Platte 64 vorhanden. Auf der Platte 64 ist eine geteilte Blasform 65 angeordnet, deren Scharnier nach derselben Seite wie jenes der Form 52 gerichtet ist und die durch einen Luftmotor F in die Offen-und Schliesslage überführt werden kann. An das hintere Ende seines Zylinders F ist eine Leitung 69 angeschlossen.
Am Gestell A ist eine-quergerichtete Stange 70 (Fig. 2 und 4) einstellbar gelagert, auf der ein Zylinder G schwingbar befestigt ist. In diesem Zylinder befindet sich ein Kolben 71 mit einer Kolben-
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von einer an dem Zylinder G befestigten Platte 75 getragen, auf der Kolbenstange 72 ist zwischen dem Zylinder G und der Anschlagplatte 74 ein in der Nut 75 geführter Ritzel 76 angebracht. Der Zylinder G trägt mittels eines Querrahmens (Fig. 2) eine Stange mit einem Kolben 77. auf dem ein Zylinder H gleitet.
Der Zylinder ist mit einer Zahnstange 78 versehen, die mit dem Ritzel 76 zusammenwirkt. Die Kolbenstange 72 trägt an ihrem äusseren Ende einen Halsring 79, der aus zwei im Grundriss halbkreisförmigen Teilen 80 und 81 (Fig. 5) besteht. Der Teil 81 ist mit parallelen Führungsstangen 82, 83 fest verbunden. die mit Spiel durch den Teil 80 hindurchgeführt und von Federn 84 umgeben sind. Diese Federn halten den Teil 81 in richtiger Entfernung vom Teil 80, der mit der Kolbenstange 72 fest verbunden ist. Wird der Kolben 71 weitmöglichst in den Zylinder C hineinbewegt, so stossen die Stangen 82, 83 auf die An- schlagplatte 74 und drücken den Teil 81 vom Teil 80 ab, so dass'das vom Ringe 79 gehaltene Werkstück freigegeben wird.
An dem hinteren Ende des Zylinder. ; 0 sitzt achsgleich mit diesem ein anderer Zylinder J mit einem Kolben 85, der eine durch die aneinanderliegenden Enden der Zylinder J, G hindurch und in letzteren hineinragende Kolbenstange 86 hat. Die Begrenzung der Bewegung des Kolbens 85 in der einen Richtung kann mittels einer Stellschraube 87, die am Aussenende des Zylinders H sitzt, geändert werden. Am Gestell A ist unter dem Zylinder G rechtwinklig zu diesem ein Zylinder K befestigt, dessen Kolben 88 durch eine Kolbenstange 89 mit dem Zylinder G verbunden ist. Durch Hin-und Herbewegung des Kolbens 88 kann das freie Ende des Zylinders G gehoben und gesenkt werden. Die Aufwärtsbewegung des Zylinders G ist durch eine Stellschraube 90 begrenzt, die in einer über den Zylinder G reichenden Brücke 91 gelagert ist.
An einem Ständer 92 des Gestelles A ist mittels eines verstellbaren Verbindungsstückes 93 ein nach unten gerichteter Zylinder L angebracht, in dem ein durchbohrter Kolben mit einer hohlen Kolben-
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wöhnlich geschlossenes Kugelventil 98, das sich bei Auftreffen auf einen Widerstand öffnet. Der Zylinder L und die von diesem getragenen Teile bilden den Blaskopf der Blasform. Die dem Zylinder L zugeführte Luft, die seinen Kolben nach unten schiebt, wird auch zum Blasen der fertigen Flasche verwendet.
Auf dem Gestell A ist für jede Maschineneinheit eine schräge Rutsche 101 vorgesehen, die zum Weiterleiten der fertiggestellten Flaschen auf einer Fördervorrichtung dient. In einer Maschine aus mehreren Einheiten ist nur eine Fördervorrichtung in Form einer in sich geschlossenen Kette 102 vorgesehen, die über im Gestell A gelagerte Kettenräder 103 geht. Eines dieser Kettenräder ist mit einer Welle 104 verbunden, auf der ein Sperrad 105 fest sitzt (Fig. 2), und ein Arm 106 lose gelagert ist. Letzterer trägt an einem Ende eine Klinke 107, die mit dem Rade 105 zusammenwirkt, und wird von einem Luftmotor Z in Schwingung versetzt, so dass die Fördereinrichtung eine absatzweise Bewegung ausführt.
Sie ist nur mit der einen Maschineneinheit verbunden, d. h. sie wird einmal in Bewegung gesetzt, nachdem alle Maschineneinheiten ein fertiges Arbeitsstück abgeliefert haben.
Zur Steuervorrichtung für die einzelnen Arbeitsorgane der Maschine gehören auf einer Stange HJ,
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Feder 117 zusammengepresst werden, so dass eine etwaige Abnutzung selbsttätig ausgeglichen wird.
Im Gestell A ruht ferner drehbar eine senkrechte Welle 133, auf der ein Schneckenrad 1, 37 lose sitzt, das mit ihr durch eine Kupplungseinrichtung 145 bei Zuleitung von Druckluft durch das vom Zylinder B ausgehende Rohr 151 verbunden werden kann. Die Drehung des Schneckenrades 137 wird durch eine Schnecke 140 bewirkt. Auf der Welle 133 ist oberhalb des Schneckenrades 137 eine Anzahl
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die Schieber D', C', M', E', G', H', F', L', K'und J'nacheinander in richtiger Reihenfolge betätigen.
Die Luftzuführung erfolgt durch ein Rohr 143, das durch Zweigleitungen mit den Schiebern verbunden ist.
Am Gestell A ist ferner ein Ventil 149 (Fig. 1) befestigt, das den Luftzutritt zum hinteren Ende des Zylinders B für die Steuerung der Schneidvorrichtung 47 regelt. Das Ventil 149 ist für gewöhnlich geschlossen und kann mittels eines Griffes 150 geöffnet werden, der sich in der Weise über den Schlitten 34 hinzieht, dass er zum Öffnen des Ventiles 149 durch das Gewicht der Pfeife des Glasbläsers niedergedrückt werden kann, nachdem die erforderliche Glasmenge durch den Einlass 35 in die Maschine gelaufen ist. Aus dem Zylinder B kann die Luft wieder ausgelassen werden, damit der Kolben 45 unter der Wirkung der Feder 49 in seine Normalstellung zurückkehrt. Zweckmässig wird das Ventil 149 so gebaut, dass die Luft aus dem Zylinder H austritt, wenn sich das Ventil in seiner Normalstellung befindet.
Bei der Arbeit der Maschine lässt der Glasbläser das flüssige Glas von der Pfeife durch den Einlass 35 in die Form 52 fallen. Dann drückt er mit der Pfeife auf den Griff 150, der nunmehr Luft in den Zylinder B eintreten lässt, wodurch die Schneidvorrichtung 47 in Gang gesetzt wird und das Glas abschneidet. Zur selben Zeit tritt Luft durch die Leitung 151, in den Zylinder 145 und kuppelt die Welle 233 mit dem dauernd umlaufenden Schneckenrad 137. Die Steuerwelle la'3 beginnt nun umzulaufen, wobei der Steuerarm 02 den Schieber 0'betätigt und dadurch Zu-und Abfuhr von Luft zu und aus dem Zylinder 0 bewirkt, so dass der Kolben 50 den Schlitten B4 in der Richtung gegen den Zylinder C bewegt und der Blaskopf, 36 über die Form 52 gelangt (Fig. 3).
Dann wirkt der Steuerarm M2 auf den Schieber M'ein,
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wodurch Luft zum oberen Ende des Zylinders M geführt und der Kopf. 39 auf die Form 52 niedergedrückt wird. Zugleich mit der Zufuhr von Luft zum oberen Ende des Zylinders J1 tritt Luft auch durch eine andere Leitung in die hohle Kolbenstange 3S ein, wodurch der Hals und die Korköffllung des Rohlings fertiggeblasen wird. Nunmehr wirkt der Steuerarm E2 auf den Schieber E'ein, wodurch Luft in das obere Ende des Zylinders E geleitet und aus dessen unterem Ende herausgelassen wird.
Hiedurch wird der Kolben 55 abwärtsbewegt und der Korköffnungsbildner aus seiner Arbeitsstellung am Halsring 79 zurückgezogen. Während dieser Abwärtsbewegung des Kolbens 55 wird die Luftzuführung zur Stange- ? unterbrochen und das Abwärtsblasen in die Külbelform beendigt. Nun tritt Luft durch eine Zweigleitung in die Öffnung 54 und bläst nach oben in die Form 52 hinein, wodurch der Boden des Werkstückes fertiggemacht wird, das nunmehr vom Halsring sicher gehalten wird. Der Vorgang des Aufwärtsblasens wird, beendet, wenn der Steuerarm E2 nicht mehr auf den Schieber E'einwirkt.
Nunmehr hört der Steuerarm D2 auch auf, auf den Schieber D'einzuwirken und der Kolben z wird so bewegt, dass er die Form 52 öffnet.
Jetzt wirkt der Steuerarm G2 auf den Schieber G'ein, wodurch der Kolben 71 in der Weise bewegt wird dass er das Werkstück unmittelbar über die Blasform 65 bringt, wie in Fig. 4 dargestellt ist. Diese Stellung des Kolbens ist bestimmt durch dessen Auftreffen auf die Stange 86, wobei die Luft noch im vorderen Ende des Zylinders G verbleibt. Dann wirkt der Steuerarm H2 auf den Schieber H'ein, wodurch Luft in das hintere Ende des Zylinders H geleitet und dieser Zylinder in seiner Längsrichtung. verschoben wird, so dass die Zahnstange 78 mit dem Ritzel 76 zusammenwirkt und die Kolbenstange 72 um 180 gedreht wird.
Jetzt wirkt der Steuerarm F2 auf den Sehieber F'ein, wodurch Luft in das hintere Ende des Zylinders F eingeführt und aus dessen vorderem Ende herausgelassen wird, so dass der Kolben 66 bewegt wird und die Blasform 65 schliesst. Zur selben Zeit tritt Luft aus dem Zylinder F und die Leitung69 zum Zylinder Z der Fördervorrichtung. Dann wirkt der Steuerarm T, auf den Schieber L'ein, wobei Luft in das obere Ende des Zylinders L geleitet wird und den Kolben 94 niederdrückt, der die Haube 98 auf die Blasform 65 aufsetzen lässt. Hiebei wird das Ventil geöffnet, wodurch das Fertigblasen der Flasche erfolgen kann. Nach der für diesen Blasvorgang erforderlichen Zeit hört der Steuerarm L2 auf, mit dem Schieber L'zusammenzuarbeiten.
Dann wird Luft aus dem oberen Ende des Zylinders L herausgelassen und in dessen unteres Ende eingeführt, wodurch dessen Kolben und die mit diesem verbundenen Teile in ihre Anfangsstellung zurückgeführt werden. Nunmehr hört auch die Einwirkung des Steuerarmes auf den Schieber F'auf, so dass sieh die Form 65 öffnet. Dann beginnt die Einwirkung des Steuerarmes KI auf den Schieber K', wobei Luft in das untere Ende des Zylinders J eingeleitet wird. Hiedurch werden der Kolben 88 und der Zylinder G so hoch angehoben, wie es der der üblichen Höhlung im Flaschenboden entsprechenden Erhöhung im Boden der Blasform entspricht. Während sich die Teile in dieser Lage befinden, wirkt der Steuerarm J2 auf den Schieber J'ein, wodurch Luft aus dem Zylinder J heraus-
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entfernt werden.
Auf diese Weise wird die fertige Flasche freigegeben, so dass sie in die Rutsche 101 gelangt, die sie dem darunter befindlichen Behälter 109 der Fördervorrichtung zuführt. Nach Beendigung
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gedreht und auf seinen Platz am Boden der Külbelform zurückgeführt wird. Dann schliesst sich die Rohlingsform um den Halsring, der Korköffnungsbildner kehrt in seine Arbeitslage am Halsringe zurück. der Schlitten 34 wird so bewegt, dass er den Einguss 35 unmittelbar über die Rohlingsform führt (Fig. 1).
Die Steuerwelle hat jetzt eine volle Umdrehung vollendet und wird von dem Schneckenrad 1 : J7 selbsttätig entkuppelt, so dass alle Teile für den nächsten Arbeitsgang bereit sind.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Glasblasemaschine, bei welcher die Vorform und die Fertigform zum Blasen in entgegengesetzten Richtungen angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Formen , 65 und die Ablegevorrichtung (101) für die fertigen Arbeitsstücke in derselben Ebene angeordnet sind und der drehbare Träger (72) des Halshalters ('79) der Arbeitsstücke in dieser Ebene absatzweise verschiebbar ist.