Integriertes Verfahren zur Herstellung von Carbonyleisenpulver und von Kohlenwasserstoffen
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein integriertes Verfahren zur Herstellung von reinem Carbonyleisenpulver (CEP) durch Zersetzung von reinem Eisenpentacarbonyl (EPC) und von Kohlenwasserstoffen aus Synthesegas.
Die Herstellung von reinem Carbonyleisenpulver (CEP) durch Zersetzung von reinem Eisenpentacarbonyl (EPC) ist z. B. aus Ullmann's Encylopedia of Industrial Chemistry, Iron Compounds, E. Wildermuth, H. Stark et al., published online: 15 June 2000, (Wi- ley-VCH-Verlag), bekannt.
Hierzu werden Eisenpartikel unter hohem Druck und hohen Temperaturen zu Eisenpentacarbonyl (EPC, Fe(CO)s) umgesetzt. Die im Eisen enthaltenen Verunreinigungen werden bevorzugt auf der Stufe der Carbonyle z. T. destillativ entfernt und man erhält hochreines EPC. Diese Verbindung stellt den Prekursor für die im nachfolgenden Schritt ablaufende Zersetzung des EPC zu CEP dar. In diesem Schritt wird das EPC, z. B. in einen Fallzersetzer, unter hohen Temperaturen zu CEP zersetzt.
In nachgeschalteten Prozessschritten kann dieses primäre CEP zu einem Katalysator für die Fischer-Tropsch - Synthese verarbeitet werden. Die Weiterverarbeitung und die Eignung des Katalysators zur Herstellung von Kohlenwasserstoffen, insbesondere nie- deren Olefinen, aus Synthesegas (Fischer-Tropsch - Synthese) ist in den Patentanmeldungen EP 07112853.2 vom 20.07.2007 und EP 08156965.9 vom 27.05.2008 (beide BASF AG bzw. SE) beschrieben.
Es ist bekannt, dass Kohlenwasserstoffe aus Kohlenmonoxid (CO) und Wasserstoff (H2) an Metallkatalysatoren, z. B. Eisen- oder Kobalt-Katalysatoren, hergestellt werden können.
Weitere Eisenkatalysatoren für die Fischer-Tropsch - Synthese sind beschrieben in WO 2006/127261 A1 , Seite 2, Abschnitt [005] (Fällkatalysatoren) und loc. cit. Abschnitt [006] (Schmelzkatalysatoren).
Die Hauptnachteile bei der Herstellung von Eisen - Fischer-Tropsch - Katalysatoren, bzw. von Fällkatalysatoren im Allgemeinen, liegt in der energie- und arbeitsintensiven Herstellung und den anfallenden Abfallstoffen, die meist als umweltschädliche Stoffe eingestuft werden müssen.
Der vorliegenden Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, unter Umgehung von Nachteilen des Stands der Technik, ein verbessertes wirtschaftliches Verfahren zur Herstel-
lung von reinem Carbonyleisenpulver (CEP) und von Kohlenwasserstoffen aufzufinden. Das erstgenannte Verfahren sollte insbesondere die bei konventioneller Katalysatorherstellung anfallenden großen Stoffmengen an Abfallprodukten vermeiden. Insbesondere Salzfrachten und Waschwasser stellen Produktionsfaktoren dar, die eine aufwen- dige Nachbehandlung erfordern und unter Umständen kostenintensiv entsorgt werden müssen.
Das zweitgenannte Verfahren sollte einen Zugang zu kurzkettigen Kohlenwasserstoffen aus Synthesegas ermöglichen. In einer besonderen Ausführung sollte das Verfahren bevorzugt C2-C8 - Olefine (C2- bis C8 - Olefine), insbesondere C2-C4 - Olefine (C2- bis C4 - Olefine), besonders Ethen, Propen und 1 -Buten, liefern, bei gleichzeitig möglichst geringem Anfall von Methan, Kohlenstoffdioxid, Alkanen (z. B. C2-C4 - Alka- nen) und höheren Kohlenwasserstoffen, also Kohlenwasserstoffen mit fünf oder mehr C-Atomen, (C5+ Fraktion).
Erfindungsgemäß wurde u.a. erkannt:
Betrachtet man den Stoffkreislauf des Kohlenmonoxids (CO), kann die Herstellung des EPC und die anschließende Zersetzung zum CEP als Kreisprozess betrachtet werden, in dem ein Recycling des CO stattfindet. Im Vergleich zu alternativen Herstellmethoden, z. B. die Fällung von Eisenverbindungen, Kalzination und anschließende Reduk- tion zum metallischen Eisen, ist die Route über die Carbonylverbindung vor allem dadurch vorteilhaft, dass keine Abfallstoffe (wie Salze) und Abwässer anfallen. Vorteilhaft ist ein integriertes Verfahren, in dem Energie- und Stoffkreisläufe im Verbund so gekoppelt werden, dass ausgehend von Eisen bzw. Eisenoxid als Rohstoff über die Zwischenstufe des Carbonyleisenpulvers (CEP) ein eisen-basierter Katalysa- tor für chemische Umsetzungen, insbesondere für die Fischer-Tropsch - Synthese, hergestellt wird.
Demgemäß wurde ein integriertes Verfahren gefunden, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass in einer Anlage A reines Carbonyleisenpulver (CEP) durch Zerset- zung von reinem Eisenpentacarbonyl (EPC) hergestellt wird, bei der Zersetzung des EPC freiwerdendes Kohlenmonoxid (CO) zur Herstellung von weiterem CEP aus Eisen in Anlage A eingesetzt wird oder einer verbundenen Anlage B zur Herstellung von Synthesegas zugeführt wird oder einer verbundenen Anlage C zur Herstellung von Kohlenwasserstoffen aus Synthesegas zugeführt wird, und man das in Anlage A hergestellte CEP als Katalysator oder Katalysatorkomponente in einer verbundenen Anlage C zur Herstellung von Kohlenwasserstoffen aus Synthesegas aus Anlage B einsetzt.
Zum Verfahren zur Herstellung von reinem CEP in Anlage A:
Bei der Zersetzung von EPC handelt es sich bevorzugt um eine thermische Zersetzung von gasförmigem EPC.
Bevorzugt wird das nach der Zersetzung von EPC erhaltene CEP vor seiner Weiterverwendung mit Wasserstoff behandelt.
Diese Behandlung des CEP mit Wasserstoff erfolgt bevorzugt bei einer Temperatur im Bereich von 300 bis 600 0C. Durch diese Behandlung wird der Restgehalt an Kohlenstoff, Stickstoff und auch Sauerstoff im CEP erniedrigt. (DE 528 463 C1 , 1927).
Der verwendete Wasserstoff stammt bevorzugt aus einer verbundenen Anlage B zur Herstellung von Synthesegas.
Das zur Herstellung von CEP eingesetzte Eisen wird bevorzugt zuvor mit Wasserstoff behandelt.
Diese Behandlung des Eisens mit Wasserstoff erfolgt bevorzugt bei einer Temperatur im Bereich von 300 bis 1000 0C.
Durch diese Behandlung wird insbesondere der Sauerstoffgehalt des Eisens gesenkt. Der verwendete Wasserstoff stammt bevorzugt aus einer verbundenen Anlage B zur
Herstellung von Synthesegas.
Das zur Herstellung von reinem CEP verwendete EPC wird bevorzugt zuvor durch Destillation aufgereinigt. Durch diese Destillation werden Verunreinigungen, wie Übergangsmetalle, insbesondere Ni und Cr, in Form ihrer Carbonylverbindungen entfernt.
Zur Herstellung von weiterem EPC zusätzlich benötigtes CO stammt bevorzugt aus einer verbundenen Anlage B zur Herstellung von Synthesegas.
Das verfahrensgemäß in Anlage A hergestellte reine Carbonyleisenpulver (CEP), weist bevorzugt folgende Charakteristika auf:
Das CEP besteht aus sphärischen Primärpartikeln, deren Durchmesser bevorzugt im
Bereich von > 1 bis 50 μm liegt. Die Primärpartikel können agglomeriert sein.
Zu den Verfahren in den Anlagen B und C zur Herstellung von Kohlenwasserstoffen durch Umsetzung von Kohlenmonoxid mit Wasserstoff (also von Synthesegas):
Das benötigte Synthesegas wird bevorzugt in Anlage B nach allgemein bekannten Ver- fahren (wie z. B. beschrieben in Weissermel et al., Industrial Organic Chemistry, Wiley- VCH, Weinheim, 2003, Seiten 15 bis 24), wie beispielsweise durch Umsetzung von Kohle oder Methan mit Wasserdampf, oder durch partielle Oxidation von Methan hergestellt. Als Primärenergieträger zur Herstellung von Synthesegas eignet sich neben Kohle und Erdgas auch Biomasse. Vorzugsweise weist das Synthesegas ein Molverhältnis von Kohlenmonoxid zu Wasserstoff im Bereich von 3 : 1 bis 1 : 3 auf. Besonders bevorzugt wird in Anlage C ein
Synthesegas eingesetzt, das ein Mischungs-Molverhältnis von Kohlenmonoxid zu Wasserstoff im Bereich von 2 : 1 bis 1 : 2 aufweist.
In einer besonderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen integrierten Verfahrens enthält das Synthesegas Kohlendioxid (CO2). Der Gehalt an CO2 liegt bevorzugt im Bereich von 1 bis 50 Gew.-%.
In einer besonderen Ausgestaltung wird in Anlage B das Synthesegas durch Kohlevergasung hergestellt. Solche Verfahren sind z. B. auch in Nexant Inc. / Chem Systems PERP 03/04-S4 - Developments in Syngas Technology, 2005, Seiten 10/11 bzw. 58 - 63 beschrieben.
Die durch die Kohlevergasung herstellbaren Synthesegase besitzen ein Molverhältnis von Kohlenmonoxid zu Wasserstoff im Bereich von 2,36 bis 0,4, besonders im Bereich von 2 bis 0,6, insbesondere im Bereich von 1 ,5 bis 0,8.
Im Verfahren zur Herstellung von Kohlenwasserstoffen in Anlage C anfallender, verbrauchter Katalysator wird, bevorzugt nach einer Behandlung mit Wasserstoff wie oben beschrieben, bevorzugt als zusätzliche Eisenquelle zur Herstellung von Carbonyleisen- pulver (CEP) in Anlage A eingesetzt.
Besonders vorteilhaft ist erfindungsgemäß die Herstellung von CEP in Anlage A, eingesetzt als Katalysator oder Katalysatorkomponente in einer verbundenen Anlage C zur Herstellung von Kohlenwasserstoffen, verbunden mit einem CO-Recycling Prozess unter Einbindung einer Anlage B zur Herstellung von Synthesegas, und Kopplung an einen Eisenkreislauf durch Rückführung des verbrauchten Katalysators aus Anlage C in Anlage A.
Schematisch sind bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen integrierten Verfahrens (Verbund) in Abbildung 1 dargestellt.
Einzelne Schritte in Abbildung 1 können wie folgt - ausgehend von „verbrauchter Katalysator (eisenhaltig)" - als eine bevorzugte Ausführungsform dargestellt werden:
1 ) Eisenoxid wird mit Eisen (Fe) oder Eisenoxid (letztere jeweils stammend aus ver- brauchtem Katalysator aus Anlage C) gemischt und reduziert. Der Reduktionswasserstoff stammt aus der Synthesegasanlage B. Nicht verbrauchter Wasserstoff kann in die Synthesegasanlage B zurückgespeist werden oder direkt der Fischer- Tropsch - Anlage C zur Herstellung von Kohlenwasserstoffen zugeführt werden.
2) Das anfallende metallische Eisen wird mit CO aus der Synthesegasanlage B in Anlage A zu EPC umgesetzt.
3) Das EPC wird in Anlage A zu CEP zersetzt und das freiwerdende CO wird der Synthesegasanlage B, der Fischer-Tropsch - Anlage C oder wieder der EPC-Synthese in Anlage A zugeführt. Die letzte genannte Alternative entspricht einem direkten CO-Recycling.
4) Das CEP aus Anlage A wird in Folgeschritten zu dem Eisen - Fischer-Tropsch - Katalysator verarbeitet und in der Fischer-Tropsch - Anlage C zur Synthese von Kohlenwasserstoffen eingesetzt. Zusätzlich kann das CEP nach Extern vermarktet werden.
5) Der Ausbaukatalysator aus Anlage C wird durch den „Katalysatorkreislauf" der Synthese von metallischem Eisen (Schritt 1 ) zur EPC-Herstellung wieder zugeführt.
Aufgrund der erfindungsgemäßen Verknüpfung der einzelnen Prozessschritte ergeben sich bevorzugt sowohl für das eingesetzte Kohlenmonoxid als auch für das Eisen nahezu geschlossene Stoffkreisläufe. Der so entstehende Verbund ermöglicht somit eine umweit- und ressourcen-schonende Produktion von Eisen-basierten Katalysatoren.
Weiteres zum Verfahren in der Anlage C zur Herstellung von Kohlenwasserstoffen durch Umsetzung von Synthesegas:
Im Verfahren in Anlage C zur Herstellung von Kohlenwasserstoffen, bevorzugt Olefi- nen, durch Umsetzung von Kohlenmonoxid mit Wasserstoff in Gegenwart eines CEP- haltigen Heterogenkatalysators wird bevorzugt ein Carbonyleisenpulver (CEP) mit sphärischen Primärpartikeln einsetzt.
Der Anteil an sphärischen Primärpartikeln im Carbonyleisenpulver beträgt bevorzugt > 90 Gew.-%, besonders > 95 Gew.-%, ganz besonders > 98 Gew.-%.
Die sphärischen Primärpartikel weisen bevorzugt einen Durchmesser im Bereich von 0,01 bis 250 μm, besonders im Bereich von 0,1 bis 200 μm, ganz besonders im Bereich von 0,5 bis 150 μm, weiter besonders im Bereich von 0,7 bis 100 μm, weiter besonders im Bereich von 1 bis 70 μm, besonders bevorzugt im Bereich von 1 ,5 bis 50 μm, auf.
Der Eisengehalt der sphärischen Primärpartikel beträgt bevorzugt > 97 Gew.-%, besonders > 99 Gew.-%, insbesondere > 99,5 Gew.-%, jeweils berechnet ohne ggf. vorhandene Promotoren.
Bevorzugt sind die sphärischen Primärpartikel frei von Poren.
Das bevorzugte Carbonyleisenpulver zeichnet sich im Besonderen dadurch aus, dass es neben den sphärischen Primärpartikeln keine fadenförmigen Primärpartikel, insbesondere nicht die in DE 29 19 921 A1 und .Fachberichte für Oberflächentechnik, Juli/August 1970, Seiten 145 bis 150, offenbarten Eisenwhisker, enthält.
Die Abbildungen 2 bis 4 zeigen SEM-Aufnahmen von bevorzugt eingesetztem Carbonyleisenpulver mit sphärischen Primärpartikeln.
Im Verfahren einsetzbares Carbonyleisenpulver mit sphärischen Primärpartikeln ist z. B. unter der Bezeichnung „Carbonyleisenpulver CN" von BASF AG bzw. jetzt BASF SE, D-67056 Ludwigshafen, erhältlich.
Das Carbonyleisenpulver, insbesondere mit sphärischen Primärpartikeln, wird durch thermische Zersetzung von gasförmigem Eisenpentacarbonyl (EPC, Fe[COJs), welches besonders durch Destillation zuvor aufgereinigt wurde, erhalten.
Die sphärischen Primärpartikel können teilweise, z. B. zu 25 bis 95 Gew.-%, agglomeriert sein.
Bevorzugt wird das so erhaltene Produkt nachbehandelt durch Reduktion mit Wasserstoff.
Bereits ohne jegliche Zusätze zeigt das Carbonyleisenpulver eine vorteilhafte katalyti- sche Wirkung.
Das Carbonyleisenpulver kann zur Steigerung der katalytischen Wirkung mit einem Promotor oder mehreren Promotoren dotiert sein.
Promotoren in Eisenkatalysatoren für Fischer-Tropsch - Synthesen sind z. B. be- schrieben in M. Janardanarao, Ind. Eng. Chem. Res. 1990, 29, Seiten 1735 bis 1753, oder CD. Frohning et al. in „Chemierohstoffe aus Kohle", 1977, Seiten 219 bis 299. Als geeignete Promotoren können die Katalysatoren z. B. eines oder mehrere der Elemente Vanadium, Kupfer, Nickel, Kobalt, Mangan, Chrom, Zink, Silber, Gold, Kalium, Calcium, Natrium, Lithium, Caesium, Platin, Palladium, Ruthenium, Schwefel, Chlor, jeweils in elementarer Form oder in ionischer Form, enthalten.
Die Dotierung des Carbonyleisenpulvers beträgt insgesamt (d.h. in Summe, wenn mehrere Promotoren) bevorzugt im Bereich von 0,01 bis 30 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,01 bis 20 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt 0,1 bis 15 Gew.-%, z. B. 0,2 bis 10 Gew.-%, besonders 0,3 bis 8 Gew.-%, jeweils bezogen auf Eisen.
In einer besonderen Ausgestaltung des Verfahrens ist das Carbonyleisenpulver mit Kaliumionen und/oder Natriumionen als Promotor dotiert.
Besonders bevorzugt ist das Carbonyleisenpulver in einer Ausgestaltung mit insgesamt im Bereich von 0,01 bis 10 Gew.-%, bevorzugt 0,1 bis 5 Gew.-%, an Kaliumionen und/oder Natriumionen (jeweils bezogen auf Eisen) dotiert.
Das Aufbringen der genannten Promotoren kann z. B. durch Imprägnierung des Car- bonyleisenpulvers mit wässrigen Salzlösungen der genannten Metalle, vorzugsweise Carbonaten, Chloriden, Nitraten oder Oxiden, erfolgen.
Weiterhin können die als Promotor wirkenden Elemente durch thermische Zersetzung der entsprechenden gasförmigen Carbonylverbindungen, z. B. Kupfer-, Cobalt- oder Nickelcarbonyle, während der Carbonyleisenpulver-Herstellung aufgebracht werden.
Das Carbonyleisenpulver kann in einer weiteren Ausgestaltung des Katalysators auf Trägermaterialien aufgebracht sein. Bevorzugte Trägermaterialien sind TiO2, SiO2, AI2O3, Zeolite, Kohlenstoff (C).
Im Verfahren zur Herstellung von Kohlenwasserstoffen, insbesondere Olefinen, kann das, ggf. dotierte und ggf. geträgerte, Carbonyleisenpulver in Form von Pellets einge- setzt werden.
Die Pellets werden durch dem Fachmann bekannte Methoden erhalten. Bevorzugte Formen der Pellets sind Tabletten und Ringe.
Die Pellets können vor ihrem Einsatz im Verfahren auch wieder zerkleinert werden, z. B. durch Mahlung.
Die Katalysatoren können vor ihrem Einsatz im Verfahren durch Behandlung mit Wasserstoff und/oder Kohlenmonoxid bei erhöhter Temperatur, insbesondere bei Tempera- turen oberhalb von 3000C, in einen syntheseaktiveren Zustand überführt werden. Diese zusätzliche Aktivierung ist jedoch nicht unbedingt erforderlich.
Das Verfahren zur Herstellung von Kohlenwasserstoffen, insbesondere Olefinen, wird bevorzugt bei einer Temperatur im Bereich von 200 bis 500 0C, besonders 300 bis 400 0C, durchgeführt.
Der Absolutdruck liegt bevorzugt im Bereich von 1 bis 100 bar, besonders 5 bis 50 bar.
Die GHSV (Gas Hourly Space Velocity) liegt bevorzugt im Bereich von 100 bis 10000, besonders bevorzugt 300 bis 5000, Volumenteile Feed-Strom pro Volumenteil Katalysator und Stunde (l/l»h).
Bevorzugte Reaktoren zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens sind: Wirbelschichtreaktor, Festbettreaktor, Suspensionsreaktor.
Im Wirbelschicht- und Suspensionsreaktor wird der Katalysator bevorzugt in Pulver- form eingesetzt. Das Pulver können die Primärpartikel des Carbonyleisenpulvers sein, aber auch Agglomerationen davon.
Das Pulver kann auch erhalten werden durch Mahlung von zuvor hergestellten Pellets.
Im Festbettreaktor wird der Katalysator als Formkörper, bevorzugt in Form von Pellets, eingesetzt.
Der Einsatz solcher Reaktoren für die Fischer-Tropsch - Synthese ist z. B. beschrieben in CD. Frohning et al. in „Chemierohstoffe aus Kohle", 1977, Seiten 219 bis 299, oder B.H. Davis, Topics in Catalysis, 2005, 32 (3-4), Seiten 143 bis 168.
Bevorzugt werden in Anlage C als Kohlenwasserstoffe C2-C8 - Olefine, insbesondere C2-C4 - Olefine, darunter besonders Ethen, Propen und 1 -Buten, hergestellt.
Das Verfahren zur Herstellung von insbesondere Olefinen liefert ein Produktgemisch enthaltend Olefine mit einer Olefin-Kohlenstoff-Selektivität, insbesondere einer α- Olefin-Kohlenstoff-Selektivität, für den C2-C4 - Bereich von bevorzugt mindestens 30 %, z. B. im Bereich von 30 bis 45 %. Bei der Selektivitätsangabe wird gebildetes Kohlendioxid nicht berücksichtigt (d.h. exklusive CO2).
In einer besonderen Ausführungsform erhält man ein Produktgemisch enthaltend Olefine mit einer Olefin-Kohlenstoff-Selektivität für den C2-C4 - Bereich von mindestens 30 %, wobei von diesen mindestens 30 % wiederum mindestens 90 % auf Ethen, Propen, 1 -Buten entfallen. Bei der Selektivitätsangabe wird gebildetes Kohlendioxid nicht berücksichtigt (d.h. exklusive CO2).
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform erhält man ein Produktgemisch enthaltend Olefine mit einer Olefin-Kohlenstoff-Selektivität für den C2-C4 - Bereich von mindestens 40 %, z. B. im Bereich von 40 bis 45 %, wobei von diesen mindestens 40 % wiederum mindestens 90 % auf Ethen, Propen, 1 -Buten entfallen. Bei der Selektivitätsangabe wird gebildetes Kohlendioxid nicht berücksichtigt (d.h. exklusive CO2).
Die erhaltenen Olefine werden z. B. in Verfahren zur Herstellung von Polyolefinen, Epoxiden, Oxoprodukten, Acrylnitrilen, Acrolein, Styrol eingesetzt. Siehe auch: Weis- sermel et al., Industrial Organic Chemistry, Wiley-VCH, Weinheim, 2003, Seiten 145 bis 192 und 267 bis 312.
Abbildung 1 :
Schematische Darstellung von bevorzugten Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen integrierten Verfahrens [Verbund von Synthesegas - Anlage (B), Fischer-Tropsch - Anlage (C), CEP - Anlage (A)].
Abbildungen 2 bis 4:
Im Verfahren zur Herstellung von Kohlenwasserstoffen, insbesondere Olefinen, in Anlage C bevorzugt eingesetztes Carbonyleisenpulver (CEP) mit sphärischen Primärpartikeln.