Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Waschen von Zylindern an Druckmaschinen, bei
dem durch ein Andrückelement als Teil einer Wascheinrichtung ein Waschtuch periodisch an
die Mantelfläche des zu waschenden Zylinders angestellt wird, wobei der Waschtuchvorschub
realisiert wird, indem das Andrückelement nach Aufnahme des Schmutzes durch das
Waschtuch zurückgezogen, das Waschtuch einen diskreten Schritt weiter gefördert und das
Andrückelement mit dem Waschtuch wieder an den Zylinder angestellt wird. Befindet sich
eine Unebenheit auf der Mantelfläche des Zylinders, wird das Waschtuch in diesem Bereich
abgehoben.
Aus der DE 38 41 260 A1 ist ein Verfahren zum Reinigen von Druckzylindern bekannt. Beim
Waschvorgang wird der Hauptteil der Wascheinrichtung, also das Element zum Andrücken
des Waschtuches an den zu reinigenden Zylinder, durch Druckluftzylinder in Richtung
Druckzylinder geschoben und an diesen angedrückt. Dabei wird das Waschtuch durch Lösungsmittel
befeuchtet und nimmt den an der Mantelfläche des Zylinders haftenden Schmutz
auf.
Nachdem die Aufnahmefähigkeit des Waschtuches an dieser Stelle erschöpft ist, wird der
Hauptteil der Wascheinrichtung durch die Druckluftzylinder etwas zurückgeführt und das
Waschtuch wird von einem automatischen Aufwickelmechanismus ein Stück aufgewickelt, so
dass ein sauberes Stück Waschtuch zur Anlage kommt.
Durch die Druckluftzylinder wird nunmehr das Waschtuch wieder an die Mantelfläche des zu
reinigenden Zylinders geführt und der Waschvorgang fortgesetzt.
Diese Lösung hat den Nachteil, dass immer nur die Kontaktzone des Waschtuches mit dem zu
reinigenden Zylinder in Berührung kommt. Der Schmutz wird streifenförmig aufgenommen,
das heißt, zwischen den Streifen verbleibt nahezu ungenutztes Waschtuch.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren zum Vorschub des Waschtuches zu entwickeln,
durch das das Waschtuch besser ausgenutzt wird.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des 1. und des 3. Anspruchs gelöst.
Der Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung besteht darin, dass nunmehr ein nahezu kontinuierlicher
Vorschub des Waschtuches erfolgen kann. Das Waschtuch kann dadurch mehr
Schmutz aufnehmen. Die Zylinder werden besser gereinigt, was zu einer Verkürzung der
Waschzeit führt.
Die Erfindung soll nachfolgend an Hand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert werden.
Die Zeichnungen hierzu haben folgende Bedeutung:
- Figur 1:
- Schematische Darstellung einer Wascheinrichtung mit der erfindungsgemäßen
Lösung
- Figur 2:
- Ausführungsvariante mit Verspannung durch eine Schraubenfeder (Detaildarstellung)
- Figur 3:
- Weg-Zeit-Diagramm zur Darstellung der Bewegung des Andrückelementes
bei Zylindern ohne Unebenheiten (wie z.B. Greiferkanäle)
- Figur 4:
- Weg-Zeit-Diagramm zur Darstellung der Bewegung des Andrückelementes
bei Zylindern mit Unebenheiten
Wie aus der Figur 1 ersichtlich ist, besteht die Wascheinrichtung zum Durchführen des erfindungsgemäßen
Verfahrens im Wesentlichen aus einer Vorratsrolle 1, einer Aufnahmerolle 3
und einem Waschtuch 4, das über ein Andrückelement 2 gegen die Mantelfläche eines zu waschenden
Zylinders 7 gedrückt wird.
Die Vorratsrolle 1 besteht aus einer Spindel 11, auf die ein Vorratswickel 12 aufgewickelt
ist. Die Aufnahmerolle 3 mit ihrer Spindel 31 dient zur Aufnahme des von der Vorratsrolle 2
abgezogenen Waschtuches 4. Das Waschtuch 4 wird auf der Spindel 31 zu einem Aufnahmewickel
32 aufgewickelt.
Die Vorratsrolle 1 und die Aufnahmerolle 3 sind in den Seitenwänden 51 des Gestells 5 gelagert.
Die Spindeln 11; 31 werden je nach Bedarf durch einen nicht dargestellten Motor angetrieben,
wobei der Motor vorzugsweise innerhalb einer der beiden Spindeln 11, 31 angeordnet
ist.
Weiterhin ist im Gestell 5 ein Sprührohrträger 52 vorgesehen, der ein Sprührohr 6 trägt. Das
Waschtuch 4 wird über die dem Zylinder 7 zugewandte Seite des Andrückelementes 2 geführt.
Das Andrückelement 2 besteht aus einem Einspannelement 21, in das eine Gummimembran
22 fest eingespannt und über eine Luftzuführung 23 mit Druckluft beaufschlagbar
ist.
Wie aus den Figuren 1 und 2 ersichtlich, steht das Einspannelement 21 des Andrückelementes
2 im ständigen Kontakt mit einer Schaltwelle 9. Die Schaltwelle 9 ist in den beiden Seitenwänden
51 des Gestells 5 der Wascheinrichtung gelagert. An ihren beiden Enden, außerhalb
des Bereichs des Andrückelementes 2, ist die Schaltwelle 9 mit Zahnrädern 82 versehen,
in die je eine Zahnstange 81 eingreift. Die Zahnstange 81 ist mit der Kolbenstange 83 eines
Pneumatikzylinders 84 verbunden.
Der ständige Kontakt zwischen der Schaltwelle 9 und dem Einspannelement 21 kann, wie in
Figur 2 gezeigt, durch Verspannung des Einspannelement 21 mittels Schraubenfedern 122
erreicht werden. Dabei wird das Einspannelement 21 in einer Führung 53 geführt. Nicht dargestellt
ist, dass das Einspannelement 21 auch seitlich im Gestell 5 der Wascheinrichtung geführt
wird. Die Schraubenfedern 122 sind gegen das Gestell 5 mit Muttern 123 verspannt, was
eine stufenlose Verstellung des Grades der Verspannung ermöglicht.
Zur Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Einrichtung:
Während des Waschvorganges wird nun das Waschtuch 4 von dem Vorratswickel 12 abgezogen
und zur Bildung des Aufnahmewickels 32 auf die Spindel 31 aufgewickelt. Das Waschtuch
4 wird über die dem Zylinder 7 zugewandte Seite eines Andrückelementes 2 geführt.
Das Andrückelement 2 ist mit Druckluft beaufschlagbar, so dass dadurch die Gummimembran
22 in Richtung des zu reinigenden Zylinders 7 verlagert wird und so das Waschtuch 4
gegen den Zylinder 7 drückt. Das Waschtuch 4 kann vorher über das Sprührohr 6 befeuchtet
werden.
Bei der in Figur 2 dargestellten Lage ist das Einspannelement 21 an den zu reinigenden Zylinder
7 angestellt. Dabei befindet sich die Schaltwelle 9 in einer Lage, bei der die hohe
Rast 92 der Schaltwelle 9 Kontakt mit dem Einspannelement 21 hat. Wird nun der Pneumatikzylinder
84 betätigt, so verdreht die Kolbenstange 83 mit der Zahnstange 81 das Zahnrad
82 (siehe hierzu Figur 1) in Richtung des in Figur 2 eingetragenen Pfeiles. Das hat zur
Folge, dass die Schaltwelle 9 um ihre Achse gedreht wird. Dadurch kommt die Abflachung 91
zur Anlage, so dass das Einspannelement 21 infolge der Federkraft der Schraubenfedern 122
von der Mantelfläche des zu waschenden Zylinders 7 in der Führung 53 zurückgezogen wird.
Wird die Kolbenstange 83 in die Gegenrichtung betätigt, so wird das Zahnrad 82 und mit diesem
die Schaltwelle 9 in die entgegengesetzte Richtung (entgegen des in der Figur 2 eingetragenen
Pfeiles) verdreht. Damit kommt wieder die hohe Rast 92 zum Einsatz, so dass das Einspannelement
21 wieder in Richtung des zu waschenden Zylinders bewegt und damit die
Gummimembran 22 an dessen Mantelfläche angestellt wird.
Diese Einrichtung ermöglicht es, während eines Zylinderumlaufes mehrmals das Andrückelement
2 von der Mantelfläche des zu reinigenden Zylinders 7 abzustellen, den Vorschub des
Waschtuches 4 durchzuführen und anschließend das Andrückelement 2 wieder zum Zylinder
7 zu führen. Dazu wird der Pneumatikzylinder 84 durch ein Ventilsystem so angesteuert,
daß diese kurzen Schaltzeiten entstehen.
In der Figur 3 wird die Bewegung des Andrückelementes 2 dargestellt. Dabei wird das Andrückelement
nur so weit von der Mantelfläche des Zylinders 7 abgehoben, bis der Anpreßdruck
des Waschtuches 4 einen derart niedrigen Wert erreicht, das das Weiterrücken des
Waschtuches 4 mit angemessenem niedrigen Kraftaufwand möglich wird. Die Darstellung
dieser Bewegung in den Figuren 3 und 4 entspricht nicht dem realen Kurvenverlauf, da Anlauf- und Auslaufkurven hier vernachlässigt wurden.
Die Anzahl der oben beschriebenen Operationen hängt von den technologischen Gegebenheiten,
also vom Verschmutzungsgrad der zu waschenden Zylinder, von der Waschgeschwindigkeit,
von der Qualität des Waschtuches 4 und anderem ab. Mitunter kann ein Waschtuchvorschub
pro Zylinderumdrehung ausreichend sein. In der Regel erfolgen jedoch so viel Operationen
pro Zylinderumdrehung, dass ein nahezu kontinuierlicher Waschtuchvorschub erfolgen
kann. Die Berührungen des Waschtuches 4 mit dem Zylinder 7 erscheinen dann als vibrierend.
In der Figur 4 wird die Bewegung des Andrückelementes 2 in dem Fall gezeigt, dass Unebenheiten,
wie z.B. Greiferkanäle oder vorstehende Greiferrücken an der Oberfläche des zu waschenden
Zylinders vorhanden sind. Dort ist es erforderlich, das Andrückelement 2 mit dem
Waschtuch 4 von der Mantelfläche des Zylinders 7 abzuheben. In der Figur 4 ist das durch
den Bereich A gekennzeichnet. Während dieser Bewegung kann dann der Waschtuchvorschub
erfolgen. Dabei wird über ein Ventilsystem der Pneumatikzylinder 84 angesteuert.
Wie in der Figur 4 gezeigt, wird der Waschtuchvorschub bei Passieren der Unebenheit und
mindesten einmal im Verlauf einer Zylinderumdrehung während des Waschens der Mantelfläche
des Zylinders 7 durchgeführt. Die Anzahl der Operationen richtet sich, wie oben beschrieben,
wiederum nach den technologischen Gegebenheiten. Es ist aber auch möglich, den
Waschtuchvorschub nur beim Passieren der Unebenheit durchzuführen.
Für das erfindungsgemäße Verfahren ist die oben beschriebene Einrichtung nicht zwingend
erforderlich. Das kurzzeitige Abheben des Waschtuches 4 kann auch durch andere, hier nicht
beschriebene Einrichtungen, wie z.B. durch Hubmagnete, erreicht werden.
Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen
- 1
- Vorratsrolle
- 11
- Spindel
- 12
- Vorratswickel
- 2
- Andrückelement
- 21
- Einspannelement
- 22
- Gummimembran
- 23
- Luftzuführung
- 3
- Aufnahmerolle
- 31
- Spindel
- 32
- Aufnahmewickel
- 4
- Waschtuch
- 5
- Gestell
- 51
- Seitenwände
- 52
- Sprührohrträger
- 53
- Führung
- 6
- Sprührohr
- 7
- Zylinder
- 81
- Zahnstange
- 82
- Zahnrad
- 83
- Kolbenstange
- 84
- Pneumatikzylinder
- 9
- Schaltwelle
- 91
- Abflachung
- 92
- hohe Rast
- 112
- formschlüssiges Verbindungselement
- 121
- Verspannung
- 122
- Schraubenfeder
- 123
- Mutter
- A
- Bereich des Greiferdurchganges
- s
- Weg
- t
- Zeit