DEV0009850MA - - Google Patents

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DEV0009850MA
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silica gel
cellulose wadding
cellulose
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Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 20. März 1939 Bekanntgemacht am 24, Mai 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Gegenstand des Patents 710 790 ist die Verwendung oberflächenaktiver Aktivkohle oder Kieselgel enthaltender Zellstoffwatte als Verbandstoff und für medizinische und sanitäre Zwecke. Gegenstand der vorliegenden Anmeldung ist zunächst das Verfahren zur Herstellung oberflächenaktiver Zellstoffwatte, ferner Erweiterungen in der Anwendungskombination. Als Träger der oberflächenaktiven Eigenschaften kommen im wesentlichen Kieselgel und aktive Kohle in Betracht. Die neuerdings für Adsorptionszwecke verwandte Bleicherde ist von untergeordneter Bedeutung. Aktive Kohle sowohl als auch Kieselgel besitzen, wie Versuche an der Papiermaschine gezeigt haben, eine verschwindend geringe Neigung, sich bei der Zellstoffwattefabrikation in das dünne Zellstoffvlies einzulagern. Aus schwarz erscheinendem Papierbrei geht ein schneeweißes Vlies hervor. Die Kohlensuspension geht fast restlos in den Durchlauf (Langsiebmaschine). Die Verwendung von papierchemischen Mittlern hat keinerlei Einfluß auf dieses Ergebnis. Es würde auch eine weitgehende elektrische Umladung der Kohle, die eine Bindung an die Faser begünstigen könnte, die aktiven Eigenschaften der Kohle zerstören.
Es wurde nun gefunden, daß es einen kritischen Grad der Sättigung des Papierbreies an aktiver Kohle oder Kieselgel gibt, überhalb dessen die An-
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Claims (8)

  1. V 9850 IYaI30 ί
    lagerung zunehmend besser erfolgt. Allerdings ist auch hier der Verlust erheblich. Aber während bei einem Kohlezusatz von το'/» ein schneeweißes Zellstoffwattevlies entsteht, die Menge der eingelagerten Kohle also nur ganz verschwindend gering sein kann, ist bei einem Zusatz von ΐοοΎο Kohle, also einem Gehalt von So0Zo eine etwa 15% Kohle enthaltende Zellstoffwatte zu gewinnen. Durch Rückverwendung des Durchlaufes im engsten Kreislauf läßt sich mit den zur Zeit bekannten technischen Mitteln ein äußerlich vollständig verlustfreies Verfahren entwickeln. Diese Rückverwendung kann erfolgen durch Filterung (Adgofilter) oder durch Verwendung des Durchlaufes als Spritzwasser, wofür es neuerdings eine turbomechanische Konstruktion gibt. Dadurch : fällt die Notwendigkeit der Verwendung von Frischwasser aus, das dann lediglich für die Waschung der Tücher benötigt wird, und zwar in einer Menge, die dem Verdampfungsverlust an der Trockentrommel entspricht. Dieses Verfahren gibt also die Möglichkeit, im allerengsten Kreislauf und bei hohen Konzentrationen eine Kohleeinlagerung (Kieselgeleinlagerung) bis zu 40% zu erzielen.
    .25 Dem vorbeschriebenen Verfahren haftet jedoch trotz Ausschaltung äußerer Verluste ein innerer Verlust an. Dieses ist der Verlust an Aktivität. Die Kohle erleidet im Verlaufe dieses. Verfahrens eine Aktivitätseinbuße von 30 bis 40%. Es wurde daher nach einer anderen Methode gesucht, die solche A^erluste vermeidet. Diese wurde erfindungsgemäß in nachfolgend beschriebenem Verfahren gefunden. Das durch das Obertuch von der Papierbahn abgenommene Vlies wird durch das Untertuch der Trockentrommel zugeführt. In diesem Abschnitt ist das Vlies noch vollständig naß und geeignet für den Zusatz von Kohle oder Kieselgel. Ungeeignet ist es im Moment der erfolgten Trocknung. Erfindungsgemäß wird nun das Zellstoffvlies unmittelbar nach seinem Eintritt in den Trockenzylinder durch eine mit Preßluft betriebene Düsenbatterie mit· einer wäßrigen Aufschwemmung von Aktivkohle oder Kieselgel bespritzt. Die allerfeinst zerstäubte nasse Kohle lagert sich in das Vlies ein, wobei der Spritzwinkel ausgeprobt werden muß, und liegt nach erfolgter Trocknung und Kreppung fest in die Zellstoffwatte eingebettet. Auf diesem Wege kann man leicht 30 bis' 50% Aktivkohle oder Kieselgel enthaltene Zellstoffwatte herstellen. Ein Verlust
    So an Aktivität hat sich nicht ermitteln lassen, so daß dieses Verfahren als besonders geeignet gelten muß für die Herstellung oberflächenaktiver Zellstoffwatte.
    Um das Zellstoffvlies besonders aufnahmebereit zu machen für die aufzuspritzende Kohle oder Kieselgelsuspension, kann man dem Papierbrei im Holländer Kieselgur zusetzen, in der gereinigten, verglühten oder aber in der technischen Form. Durch den Kieselgurzusatz wird die Saugfähigkeit der Zellstoffwatte unter Einsparung von Zellstoff bedeutend erhöht. Bei diesem Verfahren kann ähnlich wie in dem anfangs beschriebenen Verfahren zur Einlagerung von Aktivkohle oder Kieselgel in dem gleichen Überschußverfahren mit engster Rückverwertung verlustfrei gearbeitet werden, da ja ein Aktivitätsverlust als innerer Verlust in Wegfall kommt, also der Prozeß eine reine Stoffverwertung verfolgt. Die so veränderte stoffliche Beschaffenheit der Zellstoffbahn bietet für die Einlagerung von aktiver Kohle oder Kieselgel besonders gute Voraussetzungen, wobei es empfehlenswert ist, die Korngröße der Aktivkohle oder des Kieselgels möglichst fein zu wählen. Zur besseren Bindung kann etwas Bolus zugesetzt werden.
    In der Weiterverarbeitung der Zellstoffwatte, die auf diesem Wege als Kohlezellstoffwatte oder Kieselgelzellstoffwatte gewonnen wurde, können diese beiden Zellstoffwatten gemeinsam verwendet werden unter Berücksichtigung folgender Richtlinien. Die Adsorptionseigenarten der aktiven Kohle sind andere als die des Kieselgels. Während Aktivkohle vorwiegend Kohlenwasserstoffe und andere zähe Verbindungen adsorbiert, sind die Adsorptionseigenschaften des Kieselgels an die Wasserlöslichkeit gebunden. So adsorbiert Kieselgel Dämpfe, besonders nahe dem Taupunkte, also auch Geruchsstoffe, soweit sie in Wasser löslich sind. Wie schon erwähnt, kann natürlich auch als weiterer oberflächenaktiver Stoff Bleicherde Anwendung finden, so wie jeder andere zur Zeit noch unbekannte oberflächenaktive Körper gemäß seiner aktiven Eigenschaften. Die gute geruchbindende Wirkung der Bleicherde macht sie ohne weiteres für sanitäre Zwecke verwendbar.
    Da nun die Kohlezellstoffwatte nicht nur ein schwarzes Aussehen hat, sondern auch in ganzgeringem Maße abfärbt, ist es empfehlenswert, sie mit Kieselgelzellstoffwatte zu umschichten. Man hat dadurch zugleich den Vorteil der Kombination verschiedener Adsorptionsbreiten. Will man in der Zusammenfassung verschiedener Adsorptionseigenschaften weitergehen, so kann man die Kohlezellstoffwatte auf der einen Seife mit Kieselgelzeilstoffwatte, auf der anderen Seite mit Bleicherdezellstoffwatte umhüllen, oder irgendwelche andere Kombinationen in der Zusammenschichtung wählen.
    Schließlich können die für die Umhüllung verwendeten Garne mit Kieselgel versponnen sein.
    Es kann die Zellstoffwatte auch aus geschlossenen Blättern aufgebaut sein, was z. B. für die Verwendung als auswechselbares Schweißblatt oder Einlegesohlen (bei Schweißfüßen), schließlich auch bei technischer Anwendung, z. B. zur geruchsdichten, aber luftdurchlässigen Umhüllung usw. von Wichtigkeit sein kann.
    ■Patentansprüche:
    i. Verfahren zur Herstellung oberflächenaktiver Zellstoffwatte nach Patent 710 790 unter Zusatz oberflächenaktiver Stoffe, wie Aktivkohle oder Kieselgel oder Bleicherde, während des Herstellungsverfahrens der. Zeil- ., stoffwatte, dadurch gekennzeichnet, daß diese in so hoher Konzentration dem Papierbrei zugesetzt werden, daß im Gange dieses Über-Schußverfahrens eine wesentliche Einlagerung
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    in das Zellstoffvlies erfolgt unter engster Rückverwendung des Durchlaufes..
  2. 2. Verfahren zur Herstellung oberflächenaktiver Zellstoffwatte unter Zusatz oberflächenaktiver Stoffe, wie Aktivkohle oder Kieselgel oder Bleicherde, während des Herstellungsverfahrens der Zellstoffwatte, dadurch gekennzeichnet, daß diese Stoffe als Aufschwemmung in bekannten Spritzverfahren am Trockenzylinder auf das Vlies zerstäubt werden.
  3. : 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufspritzung der Suspension im Eintrittsabschnitt des Trockenzylinders erfolgt, insbesondere unmittelbar nach Emtreffen des Zellstoffvlieses am Trockenzylinder.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufspritzung entweder senkrecht zur Vliesbahn oder abdrehend hiervon der Vliesbewegung entgegen erfolgt, so daß . Vlie'sbewegung und Spritzbewegung gegeneinanderprallen.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die in Suspension gebrachten Stoffe in sehr fein vermahlenem Zustande verwendet werden.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß verschiedene Aktivstoffe, z. B. Aktivkohle und Kieselgel, in Mischung miteinander verwendet werden.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der aufgespritzten Suspension neutrale Bindemittel, wie Bolus, zugesetzt werden.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Bespritzung verwendete Zellstoffwatte im gleichen Fabrikationsgange im Überschußverfahren nach Anspruch ι mit Kieselgur beschwert wird, daß die hierzu verwendete Kieselgurerde in ihrer sogenannten technischen Verwendungsform oder aber in gereinigter, insbesondere in verglühter Form zugesetzt wird.
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