DEV0005990MA - - Google Patents

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DEV0005990MA
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Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 27. Juni 1953 Bfekanmtgemacht am 26. April 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Polykondensationsprodukten aus Methylen-bis-chlorpropionsäureamid. Diese Verbindung der Formel
Cl; CH2 -CH2 -CO -NH -CH2 ·
NH-CO-CH2-CH2-Cl
die man auch als (N, N'-Bis-[/?-chlorpropionyl]-methylendiamin) bezeichnen kann, ist bekanntermaßen durch eine Reaktion in der Gasphase aus Acrylsäurenitril, Formaldehyd, Wasserdampf und Chlorwasserstoff bei Temperaturen, bis zu 4000 leicht zugänglich. Sie besitzt einen scharfen Schmelzpunkt von 1980. Behandelt man diese Verbindung mit einer wäßrigen, Natriumbicarbonatlösung bei Temperaturen von 60 bis ioo°, vorzugsweise von 80 bis ioo°, so bildet sich kurzfristig unter Natriumchloridabscheidung ein Zwischenprodukt. Es ist möglich, dieses Zwischenprodukt zu isolieren, so daß es als Pulver mit einem Schmelzpunkt von i66° anfällt. Es ist aber sehr unbeständig und verändert bereits nach kurzer Zeit seinen Schmelzpunkt und wird schließlich unschmelzbar. Will man das Zwischenprodukt nicht isolieren, so engt man die Reaktionsmischung unter gleichzeitigem Einleiten eines Stickstoffstromes allmählich durch Erwärmen, zweckmäßig im Vakuum, ein und trennt die dabei ausfallenden anorganischen Salze ab. Zum Schluß wird eine inerte organische Flüssigkeit, wie z. B. Dioxan oder Tetrahydrofuran, zugegeben und weiter bei mäßiger Temperatur eingeengt. Dabei bildet sich
609 507/305
: V 5990 IVb/39c
ein Kondensationsprodukt in Form einer gallertartigen Masse, welche nach dem Erkalten zu einer durchsichtigen festen Masse erstarrt. Diese durchsichtige, feste und biegsame Masse ist in den übliehen Lösungsmitteln schwer löslich. Lediglich Dimethylformamid vermag dieses Kondensationsprodukt zu lösen. Es ist gegen kochende konzentrierte Salzsäure sowie gegen Natronlauge beständig. Die aus diesem Kondensationsprodukt
ίο hergestellten Filme haben einen Erweichungspunkt von 1300 und sind insbesondere wegen ihrer Säure- und Alkalifestigkeit besonders wertvolle Produkte.
Es lassen sich aus diesen Kondensationsprodukten
. auch andere plastische Massen, wie z. B. Bänder, herstellen.
Beispiel
Man läßt 50 g Methylen-bis-chlorpropionsäureamid, 40 g Natriumcarbonat (reinst) und 500 g destilliertes Wasser in einem Dreihalskolben von wenigstens 2 1 Inhalt aufeinander einwirken. Es wird so weit erhitzt, daß in der Reaktionsmischung eine Temperatur von etwa 900 aufrechterhalten bleibt. Nach etwa 15 Minuten entweicht unter gleichzeitiger Schaumbildung ein farbloses Gas. Nach weiteren 15 Minuten ist die Reaktionsmischung klar gelöst. Man läßt nunmehr das Rührwerk laufen und hält die gleiche Temperatur' etwa 8 Stunden lang. Nach dieser Zeit wird von einem braunen Rückstand, der meist anorganische Bestandteile enthält, abfiltriert, das Filtrat in der Wärme unter Einleiten eines Stickstoffstromes eingeengt. Dieses Filtrat wird nach kurzer Zeit trübe und erscheint milchig. Während des Einengens, das in einem Zeitraum von etwa 4 Stunden durchgeführt wird, ist nochmals ein starkes Schäumen zu beobachten. Man kühlt die Reaktionsmischung auf Eis stark ab und filtriert von einem geringen anorganischen Rückstand nochmals ab. Das Filtrat wird nun im Vakuum eingeengt, wobei Natriumchlorid sich ausscheidet. Nach raschem Absaugen versetzt man das Filtrat mit Dioxan und erwärmt bei mäßiger Temperatur unter Einengung nochmals so lange, bis die Lösung zu einer gelatinösen Masse langsam erstarrt. Nach Abkühlen ergibt sich eine durchsichtige, feste und biegsame Masse, die z. B. in Dimethylformamid löslich ist. Diese Lösung läßt sich zu Filmen ausgießen, welche einen Erweichungspunkt von etwa 1300 besitzen.

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Verfahren zur Herstellung von Polykondensationsprodukten, dadurch gekennzeichnet, daß man Methylen-bis-chlorpropionsäureamid der Formel
    Cl -CH2- CH2 -CO-NH- CH2 ■
    NH-CO-CH9
    CH2-Cl
    mit einer wäßrigen Natriumbicarbonatlösung bei Temperaturen von 60 bis ioo°, vorzugsweise von 80 bis ioo°, behandelt, die von anorganischen Bestandteilen abfiltrierte und unter Einleiten eines Stickstoff stromes, zweckmäßig im Vakuum, eingeengte Lösung mit einer inerten organischen Flüssigkeit versetzt und diese Reaktionsmischung dann unter Einengen bei mäßiger Temperatur bis zur Bildung einer gelatinösen Masse erwärmt.

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