DEV0000432MA - Verfahren zur Herstellung von endständigen aliphatischen Nitrilcarbonsäureamiden - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von endständigen aliphatischen Nitrilcarbonsäureamiden

Info

Publication number
DEV0000432MA
DEV0000432MA DEV0000432MA DE V0000432M A DEV0000432M A DE V0000432MA DE V0000432M A DEV0000432M A DE V0000432MA
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
carboxamides
preparation
nitrile
ammonia
amide
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Ewald Dr. Köthen Dietzel
Kurt Dr. Berlin Gieseler
Original Assignee
Vereinigte Glanzstoff-Fabriken AG, Wuppertal
Publication date

Links

Description

Die Herstellung langkettiger aliphatischer Verbindungen mit endständigen funktionellen Gruppen ist von besonderer Bedeutung geworden. Ihre Gewinnung stößt bei nicht gleichartigen Endgruppen auf mannigfache Schwierigkeiten. Während z.B. die Herstellung von Dicarbonsäuren und ihren Derivaten verhältnismäßig einfach gelingt, ist die Gewinnung von Aminosäuren viel schwieriger.
Es wurde nun gefunden, dass man endständige aliphatische Nitrilcarbonsäureamide in wirtschaftlicher Ausbeute erhält, wenn man Dicarbonsäurediamide bei Temperaturen oberhalb 250° in Gegenwart von Ammoniak partiell entwässert. Man kann dabei so verfahren, dass man geschmolzenes, aus Dicarbonsäuren und Ammoniak hergestelltes Diamid unter Einleiten von Ammoniak solange auf z.B. 290-300° erhitzt, bis sich ein Mol Wasser als Ammoniakwasser abgespalten hat. Das Einleiten von Ammoniak begünstigt den Wassertransport, wirkt der Spaltung des Amids in Säuren und Ammoniak durch das abgespaltene Wasser entgegen und rührt die Schmelze durch, so dass örtliche Überhitzungen durch die Beheizung des Reaktionsgefäßes vermieden werden. Da sich bei der hohen Temperatur auch Ammoniak abspaltet und freie Säure zurückgebildet wird, leitet man Ammoniak auch noch nach Beendigung der Wasserabspaltung beim Abkühlen ein und hält die Temperatur noch eine Zeit lang über 200°, bis die gebildeten Säuren wieder in die Amide umgewandelt sind. Vorteilhaft ist es auch, das Ammoniak vorher zu trocknen und als Wärmeüberträger zu verwenden; es kann nach dem Abscheiden des Wassers, Trocknen und Wiederaufheizen im Kreislauf geführt werden.
Zur Erhöhung der Ausbeute an Nitrilamid ist es vorteilhaft, die Abspaltung von weniger als ein Mol Wasser vorzunehmen, sofern man nicht das als Nebenprodukt anfallende Dinitril ebenfalls gewinnen will. Durch Umlösen des Reaktionsgemisches aus einem geeigneten Lösungsmittel, wie Wasser, Alkohol, Benzol und dgl. wird das Nitrilamid rein isoliert. Das nicht umgesetzte Diamid verbleibt als unlöslicher oder schwer löslicher Rückstand und kann erneut verwendet werden. Wenn gleichzeitig Dinitril als Nebenprodukt gewonnen werden soll, ist es vorteilhafter, mit Benzol oder Toluol anzurühren und den Rückstand mit Alkohol, Wasser, Benzol oder Toluol umzulösen bzw. zu extrahieren. Aus der dinitrilhaltigen Lösung lässt man das Nitrilamid auskristallisieren, trennt das Lösungsmittel durch Destillation ab und destilliert das Dinitril im Vakuum ab. Im Rückstand verbleibt Nitrilamid, das durch Umkristallisation gereinigt werden kann.
Man kann Nitrilamid auch durch Destillation abtrennen bzw. reinigen. Es siedet oberhalb der Dinitrilfraktion. Bei gutem Vakuum destilliert es entsprechend tief und unzersetzt über.
Man erhält nach dem beschriebenen Verfahren Nitrilamid in hoher Ausbeute und in guter Reinheit. Infolge seiner beiden reaktionsfähigen Endgruppen ist es ein wertvolles Zwischenprodukt.
Beispiel:
In einem Reaktionsgefäß werden 400 g Adipinsäure geschmolzen und unter Einleiten von Ammoniak in Adipinsäurediamid umgewandelt. Die Temperatur wird dabei nur wenig über dem Klarpunkt der Schmelze gehalten. Die Entwässerung wird über eine Kolonne vorgenommen. Ist die Amidbildung beendet, steigert man die Temperatur schnell auf 290-300° und treibt unter weiterem Einleiten von Ammoniak Wasser ab, bis etwa die theoretische Menge an Ammoniakwasser abgeschieden ist.
Das Reaktionsprodukt wird nach dem Abkühlen mit 200 ccm Toluol angerührt und abgenutscht. Es verbleiben 215 g Nutschgut, die mit Toluol extrahiert werden. Man erhält aus dem Extrakt 64,5 g Nitrilamid; 150 g Extraktionsrückstand sind nicht umgesetztes Adipinsäurediamid (F. = 215°), das erneut eingesetzt werden kann.
Aus dem Nutschöl kristallisieren beim Stehen 48,2 g Nitrilamid aus. Nach Abdestillieren des Tolouls wird Adipinsäuredinitril von oben gelöstem, restlichen Nitrilamid durch Vakuumdestillation getrennt. Man erhält insgesamt 153 g Nitrilamid (F. = 60-66°), entsprechend 87% der Theorie, und 32,8 g Adipinsäuredinitril als Nebenprodukt. Durch Umkristallisieren aus Methylalkohol erhält man reines Nitrilvaleriansäureamid vom
F. = 66,5°.

Claims (1)

  1. Verfahren zur Herstellung von endständigen aliphatischen Nitrilcarbonsäureamiden, dadurch gekennzeichnet, dass man Diamide aliphatischer Dicarbonsäuren partiell entwässert und das entstandene Nitrilamid durch Extraktion oder Destillation abtrennt.

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE69124306T2 (de) Herstellung von Acetaminophen
DEV0000432MA (de) Verfahren zur Herstellung von endständigen aliphatischen Nitrilcarbonsäureamiden
DE1939867C3 (de) Verfahren zur Herstellung von 4-Ureido-hexahydropyrimidin-2-on
DE2239799C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Nitrilen
DE942864C (de) Verfahren zur Herstellung von Acylaminocarbonsaeureestern
DE1139828B (de) Verfahren zur Herstellung der Ammoniumsalze aromatischer Carbonsaeuren
CH484070A (de) Verfahren zur Herstellung basisch substituierter Phenylacetonitrile
DE505323C (de) Verfahren zur Darstellung von N-Oxyaethylderivaten des 2, 4-Diamino-1-oxybenzols und seiner Derivate
DE869639C (de) Verfahren zur Herstellung von aromatischen Oxycarbonsaeureamiden
DE881795C (de) Verfahren zur Herstellung von Cholinabkoemmlingen
DE930686C (de) Verfahren zur Herstellung von Dehydracetsaeure
AT201578B (de) Verfahren zur Herstellung von Lactamen
AT233546B (de) Verfahren zur Herstellung der Trichloräthylolamide chlorierter Essigsäuren
DE1159962B (de) Verfahren zur Herstellung von 4-Methyl-6-isobutenyl-pyron-(2)
AT204564B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen stickstoffhaltigen organischen Phosphorverbindungen
AT200577B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen in 3-Stellung durch Kohlenwasserstoffreste mit zusammen 2-10 Kohlenstoffatomen disubstituierten 2-Amino-4-oxo-3,4-dihydro-(bzw. 3,4,5,6-tetrahydro-)-pyridenen
DE887815C (de) Verfahren zur Herstellung von disubstituierten Carbonsaeurediamiden
EP0083105B1 (de) Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von 3-Aminocrotonsäureamid
AT209324B (de) Verfahren zur Gewinnung von leichtlöslichem, niedrigpolymerem Paraformaldehyd
DE2750661A1 (de) Verfahren zur herstellung von 3,4,6-trichlorphthalimid
DD273062A1 (de) Verfahren zur herstellung von hydroxybenzoesaeure(chinoxalin-2-ylmethyl)-ethern und -estern
CH363333A (de) Verfahren zur Herstellung von Dinitrilen
CH238329A (de) Verfahren zur Herstellung einer neuen Base.
CH249041A (de) Verfahren zur Darstellung eines basischen Esters einer 1-Aryl-cycloalkyl-1-carbonsäure.
CH314209A (de) Verfahren zur Herstellung eines quaternären Ammoniumsalzes