DER0011769MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 27. Mai 1953 Bekanntgemacht am 14. Juni 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Bei Stahlgliederbändern mit ortsfesten Tragrollen oder ortsbeweglichen Laufrollen u. dgl. endlosen
Bändern mit Laschenketten als Zug- oder Tragorgane, die in geneigter Richtung fördern, sind
bereits Fangvorrichtungen bekannt. Neben den einfachen Fanghebeln, die durch Gegengewichte
oder Federkräfte die einzelnen Kettenbolzen bzw. Hülsen der Laschenkette bei Aufwärtsförderung
abtasten und beim Rückwärtslaufen in Sperrstellung gehen, sind noch Fangvorrichtungen bekannt,
die bei Kettenrissen und der unterschiedlichen Bewegung zwischen Ober- und Unterband infolge der
Relativbewegung zwischen einer Schraube und einer Mutter eine kegelförmige Bremsscheibe gegen
eine starre hohlkegelförmige Bremsscheibe pressen, um das Förderband anzuhalten. Hier wird zunächst
nur das gerissene Oberband abgefangen und erst dann das weiterlaufende Unterband festgebremst.
Das Weiterlaufen des Unterbandes genügt also schon, um im praktischen Betrieb die unangenehmsten
Störungen des Ineinanderfahrens zu verursachen. Vor allen Dingen kann das abgehende
Unterband in den zwei bis vier Umdrehungen, die für das Festbremsen der Bremsscheibe erforderlich
sind, bei schräg fördernden Bändern recht erhebliehe Geschwindigkeiten annehmen, so daß die auftretenden
Massenkräfte nicht mehr beherrschbar sind. Der gesteuerte Sperradmechanismus ist für
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den Bergbau zu kompliziert und damit recht störanfällig. Die Wirkung dieser Fangvorrichtung
beruht auf der unterschiedlichen Bewegung von Ober- und Unterband. Die Fangvorrichtung ist
nicht in der Lage, beide Bandtrume unmittelbar nach dem Kettenbruch anzuhalten, sondern sie
kann sogar ein bremsendes Weiterlaufen verursachen, wenn die Abstelleinrichtung zur Auslösung
des elektrischen Schalters aus irgendeinem
ίο Grunde aussetzt. Durch dieses bremsende Weiterlaufen
besteht die Gefahr, daß das eine Bandende über die Fangvorrichtung hinweggeht und nicht
mehr festgesetzt werden kann. Auch läßt sie sich nicht in abwärts gehenden Bändern verwenden.
Weiterhin sind Fangvorrichtungen bekannt, die bei Bandrissen nur das Oberband aufwärts fördernder
Bänder festhalten. Sie arbeiten in der Weise, daß beim Bewegen des Fördermittels in Förderrichtung
durch ein von der Laschenkette mitgenommenes Rad über ein Gestänge und ein
Bremsband die Fanghebel niedergehalten werden. Kehrt das Band seine aufwärts gehende Bewegung
um, so werden die Fanghebel in Sperrstellung gebracht. .
Mit dieser Fangvorrichtung können keine Bandrisse an abwärts fördernden Bändern abgefangen
werden.
Es wurde nun gefunden, daß die betrieblichen Erfordernisse erstens der sofortigen Wirksamkeit
im Ober- und Untertrum und zweitens der Verwendung für aufwärts und abwärts gehende
Förderung durch die erfindungsgemäße Fangvorrichtung erfüllt werden. Die erfindungsgemäße
Fangvorrichtung ist für schräg aufwärts bzw. abwärts fördernde Stahlgliederbänder mit Trag- oder
Laufrollen und Laschenketten anwendbar und ist dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Ober-
und Untertrum des Stahlgliederbandes in an sich bekannter Weise Kettenräder in die Laschenketten
des Ober- bzw. Untertrums eingreifen, die' über Bandfedern und Hebel an sich bekannte Fanghebel
bei Bruch der Laschenketten in der Weise betätigen, daß diese in die Laschenketten des Unter- bzw. des
Obertrums eingreifen. Die erfindungsgemäße Fangvorrichtung spricht nach etwa V8 Kettenradumdrehung
gegen den normalen Fördersinn an, zeichnet sich durch Einfachheit aus, wie sie im
Untertagebetrieb eines Steinkohlenbergwerks gefordert wird, und fängt sofort Ober- und Unterband
ab, ganz gleich, ob es sich um ein aufwärts oder abwärts förderndes Band handelt. Grundsätzlich
beruht das Auslösen der Fangvorrichtung nicht auf der unterschiedlichen Bewegung zwischen Ober-
und Unterband bereits bekannter Fangvorrichtungen, sondern das Ansprechen ist allein von dem
Bandtrum abhängig, in dem der Bandriß zu erwarten ist. Kann der Bandriß sbwohl im Ober- als
auch im Unterband auftreten, so findet je eine Fangvorrichtung, die durch Ober- bzw. Unterband
ausgelöst werden können, Aufstellung.
In der Zeichnung ist je ein Ausführungsbeispiel für aufwärts und abwärts gehende Förderung, teilweise
im Schnitt, schematisch dargestellt.
Abb. ι zeigt eine Gesamtseitenansicht mit auf-:
wärts gehender Förderung;
Abb. 2 gibt eine Gesamtseitenansicht mit abwärts gehender Förderung wieder, und
Abb. 3 stellt einen Querschnitt zur Abb. 1 längs der Schnittlinie A-B dar.
Mit ι und 2 sind der Ober- und Untertrum eines Stahlgliederbandes mit ortsbeweglichen Rollen, das
durch die Laschenketten 3 bewegt wird, bezeichnet. Am Band sind in gleichen Abständen Rollenhalter 4
mit Laufrollen 5 angebracht. Die Laufrollen bewegen sich im Obertrum über Schienein 6 und im
Untertrum über Winkelstähle 7. Die Laschenketten 3 des Obertrums setzen die Kettenräder 8
der Fangvorrichtung in Drehbewegung. Mit den Kettenrädern 8 sind die Trommeln 9 starr verbunden,
die jedoch auf den Achsen 10 drehbar gelagert sind. Auf den Trommeln 9 sind entsprechend
dem Trommeldurchmesser und Drehsinn gewickelte Bandfedern 11 angebracht. Diese Federn sind so
gewickelt, daß sie die Drehung der Kettenräder 8 mit den Trommeln 9 in Förderrichtung gestatten.
Bei Drehung der Kettenräder 8 und Trommeln 9 gegen die Förderrichtung halten die Bandfedern 11
die Trommeln 9 und damit die Kettenräder 8 fest, sobald das eine Ende 29 der beiden Bandfedern in
den Schlitzen 12 das gegenüberliegende Schlitzende erreicht haben. Dort finden die Bandfedern einen
Halt. Durch die Drehung gegen die normale FÖTderriehtung werden die Bügel 13 über die Bolzen
14 der Riegel 15 in die Ketten 3 des Untertrums 3
eingeschoben. Dadurch werden die Ketten 3 des Untertrums 2 an weiterer rückläufiger Bewegung
gehindert. Damit die Ketten 3 im Obertrum 1 nicht über die Zähne der Kettenräder 8 hinwegspringen
können, sind zu beiden Seiten Gleitführungen 16 angebracht. Ebenso erhalten die Ketten 3 des
Untertrums 2 auf jeder Bandseite eine Führung 17, die die Riegel 15 jederzeit gut einrasten lassen.
Die Führungen 16 und 17, die besondere Schleißleisten
27 besitzen, sind an den U-Stählen 18 befestigt. Diese sind mit den Tragböcken 19 zu einem
festen Gestell zusammengefügt, das im Betrieb besonders abzufangen ist.
Bei Abwärtsförderung werden die Fangvorrichtungen nach Abb. 2 im Gestell angeordnet. Die
Fangvorrichtungen werden um i8o° geschwenkt eingebaut, so daß die Kettenräder 8 mit den
Ketten 3 des Untertrums 21 in Eingriff kommen. Die Fangriegel 25 zeigen infolgedessen mit ihren
Spitzen nach oben. Solange der Obertrum 20 in Förderrichtung von oben nach unten läuft, bewegt
sich der Untertrum 21 selbstverständlich von unten nach oben. Bei auftretendem Kettenriß kehrt der
Untertrum 21 seine Laufrichtung um, d. h., die Kettenräder 22 bewegen über die Bügel 23 und
Bolzen 24 die Riegel 25 nach oben, die den Obertrum 20 festhalten.
Die Anschläge 26 begrenzen den Hub der Riegel
15 bzw. 25 und bilden gleichzeitig kräftige Führungen
für die Riegel. Die .Flachstahllaschen 28 verhindern ein Durchbiegen der Kettenführungen
16, 17 und der U-Stähle 18 nach oben und unten. Die
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Führungsrollen 30 gewährleisten ein sicheres Eingreifen der Riegel 15 bzw. 25 in die Laschenketten.
Falls die Tragkonstruktion eines Stahlgliederbandes mit Trag- oder Laufrollen es zuläßt, können
die beiden hier unabhängig voneinander arbeitenden Fangvorrichtungen zu beiden Seiten des Bandes
auf einer gemeinsamen Achse angeordnet werden. Die Fangvorrichtungen sind zweckmäßig immer
in der Nähe der Antriebe einzubauen, da erfahrungsgemäß die Bänder dort am häufigsten
reißen. Bei aufwärts fördernden Bändern wird das Band bei Kettenbrüchen und beim Aussetzen des
Antriebes abgefangen. Bei abwärts fördernden Bändern spricht die Fangvorrichtung nur bei
Kettenrissen an und tritt bei abwärts gerichteter Bewegung des Unterbandes in Tätigkeit. Hier muß
beim Aussetzen des Bandantriebes eine getrennt eingebaute Bremse ausgelöst werden, um ein Leerlaufen
des Bandes nach unten zu vermeiden.
Claims (2)
- Patentansprüche:i. Fangvorrichtung für schräg aufwärts bzw. abwärts fördernde Stahlgliederbänder mit Tragoder Laufrollen und Laschenketten, dadurch gekennzeichnet, daß in an sich bekannter Weise zwischen Ober- und Untertrum des Stahlgliederbandes Kettenräder (8 bzw. 22) in die Laschenketten (3) des Ober- und Untertrums eingreifen, die über Bandfedern (11) und Hebel (13) an sich bekannte Fanghebel (15 bzw. 25) bei Bruch der Laschenketten in der Weise betätigen, daß diese in die Laschenketten des Unter- bzw. des Obertrums eingreifen.
- 2. Fangvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bandfeder (11) auf einer mit dem Kettenrad (8 bzw. 22) fest verbundenen Trommel (9) so angeordnet ist, daß diese eine Bewegung des Kettenrades entsprechend der Förderrichtung zuläßt und den' Fanghebel (15 bzw. 25) vor einem Eingriff in die Laschenkette (3) zurückhält, während bei umgekehrter Bewegung des Förderers der Fanghebel über den Hebel (13) in die Laschenkette eingeklinkt und zugleich das Kettenrad arretiert wird.Angezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 861 979, 860 478.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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