DEP0055886DA - Material insbesondere zur Herstellung von Schuhkappen, Verarbeitung von aus diesem Material hergestellten Schuhkappen und Verfahren zur Herstellung des Materials - Google Patents

Material insbesondere zur Herstellung von Schuhkappen, Verarbeitung von aus diesem Material hergestellten Schuhkappen und Verfahren zur Herstellung des Materials

Info

Publication number
DEP0055886DA
DEP0055886DA DEP0055886DA DE P0055886D A DEP0055886D A DE P0055886DA DE P0055886D A DEP0055886D A DE P0055886DA
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
resins
caps
shoe
furthermore
manufacture
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Alfons Speyer Schmidt
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Individual
Original Assignee
Individual
Publication date

Links

Description

Bei der Herstellung von Schuhen werden vorgeformte, steife Kappen verwendet, die bei der Verarbeitung durch Einweichen schmiegsam gemacht und durch nachträgliches Trocknen wieder versteift werden. Das Austrocknen nimmt verhältnismässig viel Zeit in Anspruch, was sich insbesondere dadurch nachteilig auswirkt, dass die Leisten während der ganzen Trockenzeit im Schuh bleiben müssen und dadurch für den Fabrikationsbetrieb ein umfangreicher Leistenpark notwendig wird. Dazu kommt, dass die ständig wechselnde Mode immer wieder neue Leistenformen notwendig macht, weshalb die Investierung des Kapitals in Leisten die Fabrikationskosten stark erhöht. Man ist deshalb dazu übergegangen, Schuhe herzustellen, die nicht wie bisher über den Leisten gezwickt, sondern in gewendetem Zustand genäht werden. Diese Machart von Schuhwerk hat wiederum den Nachteil, dass die bisher übliche Form der Schuhkappe nicht benutzbar ist, weil sie zum Wenden zu steif ist und nur über dem Leisten ihre Passform bekommt.
Eine weitere Schwierigkeit des bisherigen Einarbeitens von Schuhkappen in den Schuhoberteil besteht darin, dass die Kappen mit Klebemitteln eingestrichen werden müssen, um eine innige Verbindung mit dem Aussenleder des Schuhes und dem Futter herzustellen. Neben der zeitraubenden und unangenehmen Verarbeitung besteht ein erheblicher Nachteil darin, dass leicht Klebeflecken entstehen, die das Schuhwerk unansehnlich machen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die geschilderten Nachteile zu beseitigen und ein Material zur Herstellung von Schuhkappen zu schaffen, das sich einfacher, rascher und besser verarbeiten lässt. Die Lösung dieser Aufgabe besteht erfindungsgemäss in einem Material zur Herstellung von Schuhkappen, das aus einem filzartigen Gebilde von Fasergut besteht, in welchem leicht schmelzbare organische Stoffe, beispielsweise künstliche oder natürliche Harze fein verteilt sind, die bei Wärmeeinwirkung schmelzen und nach Abkühlung das verfilzte Fasergut in ein steifes Kappenmaterial umwandeln.
Das Verarbeiten der aus dem neuen Material hergestellten Schuhkappen gestaltet sich sehr einfach. Mit besonderem Vorteil kann man die aus dem weichen und schmiegsamen Ausgangsmaterial ausgestanzten Schuhkappen in das Schuhoberteil einsteppen und das Schuhoberteil in an sich bekannter Weise mit den zwischen Futter und Oberleder befindlichen Kappen wenden. Zum Schluss werden die Kappen durch kurze Erwärmung vorzugsweise über einem Formbügeleisen versteift. Das die Versteifung bewirkende Erwärmen kann auch auf andere Weise erfolgen, z.B. durch Heissluft, Hochfrequenzheizung oder über einem Leisten in entsprechend geheizten Kammern.
Das neue Material wird vorzugsweise in der Weise hergestellt, dass man ein Fasergut, dessen einzelne Fasern sich leicht miteinander verfilzen und z.B. aus Scherwolle, Baumwolle, Reisswolle, Zellwolle, Zellulose, Holzschliff, Lederfasern oder ähnlichen Materialien bestehen, aufschwemmt, und die leicht schmelzbaren Körper in Lösung emulgiert und/oder pulverisiert der Aufschwemmung, gegebenenfalls unter Zusatz von natürlichen oder künstlichen Leimen oder anderen Klebern, beigefügt und die Masse siebt, presst und trocknet.
Als Versteifungsstoffe eignen sich organische oder anorganische Körper, die bei Wärme- oder Dampfeinwirkung schmelzen, nach dem Schmelzen aber bei normaler Temperatur das filzartige Fasergut versteifen.
Man kann alle härtbaren und nicht härtbaren Kunstharze verwenden, wie beispielsweise Phenolplaste, Aminoplaste, Glyptale, Alkydale, Melaminharze, Anilin-Aldehydharze, Proteinharze, ferner alle geeigneten Polymerisationskunstharze, wie Polyvinylharze, Polystyrolharze, Polyacrylsäureharze, Kumaronharze, ferner
Syperpolyamidharze, Polyäthylene, ferner natürliche Harze und Wachse wie Kopale, Schellack, Gummiarabacium, Guttapercha, Balata, Bernstein und ähnliche, ferner Stoffe wie Kolophonium, chlorierte Naphthaline, Silicone. Vorzugsweise setzt man den Kunstharzen Weichmacher zu.
Als sehr günstig hat es sich weiterhin erwiesen, der Filzdispersion Kleber oder Leime zuzusetzen, die mit den bei Wärme- und Dampfzufuhr fliessenden Harzstoffen einen festen Film bilden und sie mit den Faserstoffen verkleben.
Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass man die aufgeschlemmte Masse aus einen Gitterstoff aufträgt, der beispielsweise aus Strammin oder Jute bestehen kann, und der beim Trocknen mit verfilzt. Nach Ablaufen, Abpressen und Absaugen des Wassers wird der so entstandene Filz getrocknet. Beim Trocknen und Pressen haben sich auch Papiermaschinen bewährt.
Das neue Material eignet sich vorzüglich zum Herstellen von Kappen für Schuhe, weil es sehr schmiegsam ist und sich vor allem bei der Herstellung von Schuhen nach der sogenannten "California"-Machart durch seine Geschmeidigkeit auszeichnet. Die Versteifung erfolgt dadurch, dass das im Filz in Pulverform befindliche Harz durch Wärme verflüssigt wird und dadurch ein Verkleben der einzelnen Fasern das Fasergutes untereinander und ein Verkleben der Kappe mit dem Oberleder und dem Futter erfolgt. In manchen Fällen kann es zweckmässig sein, die Aussenseite des Kappenmaterials mit einem Klebefilm zu überziehen, um die Verbindung der Kappen mit dem Leder bei der Erwärmung zu gewährleisten.
Im Nachstehenden sind einige Ausführungsbeispiele erläutert, die die Zusammensetzung und die Herstellung des neuen Materials näher erläutern.
Beispiel 1
Zu hundert Teilen Wasser werden 5 Teile einer wässerigen, 60%igen Polyvinylazetatemulsion und 5 Teile pulverisiertes Polyvinylazetat mit einem Schmelzpunkt von etwa 85 Grad gegeben. Dieser Mischung werden 4 Teile Scherwolle und 4 Teile Zellstoff zugesetzt, worauf die ganze Mischung kräftig durchgerührt und dann mit einem Sieb wie bei der Herstellung von Büttenpapier ausgeschöpft und anschliessend zu einem Filz abgepresst und getrocknet wird.
Beispiel 2
Zu 100 Teilen Wasser werden 8 Teile einer 50%igen einen Weichmacher enthaltenden Polyvinylazetatemulsion und dieser Mischung 5 Teile härtbare pulverisierte Phenolharze beigegeben. Dieser Dispersion werden 10 Teile Lederfasern und 5 Teile Zellstoff beigefügt; die Aufschwemmung wird auf ein Sieb gegeben, gegautscht und getrocknet.
Beispiel 3
50 Teile Wasser werden mit 10 Teilen einer 60%igen Polyacrylsäureester-Emulsion, 8 Teilen pulverisierten Phenolharzen und 3 Teilen Zellwolle, 2 Teilen gemahlenem Altpapier und einem Teil Zellstoff gemischt. Die Mischung wird wie Papierbrei auf der Papiermaschine zu einer filzartigen Masse verarbeitet.
Beispiel 4
Die in Beispiel 3 beschriebene Mischung wird gleichmässig auf ein Gittergewebe aus Strammin bestehend (in einem anderen Falle aus Jute bestehend) gegossen und anschliessend mit diesem getrocknet. Die feinen Fasern verkleben mit der Unterlage und bilden mit ihr eine dünne reissfeste Fläche.
Beispiel 5
Aus den in den Beispielen 1 mit 4 angegebenen Mischungen wird die Harzdispersion durch Zugabe von 3 Gewichtsteilen einer 10%igen Aluminiumsulfat-Lösung auf 100 Gewichtsteile der Mischung ausgeflockt und auf den Faserstoff niedergeschlagen.

Claims (7)

1.) Material insbesondere zur Herstellung von Schuhkappen, dadurch gekennzeichnet, dass in einem filzartigen Gebilde von Fasergut leicht schmelzbare organische Stoffe, beispielsweise natürliche oder künstliche Harze, fein verteilt sind, die die Schmiegsamkeit des Materials zunächst nicht beeinträchtigen, die jedoch bei einer Wärmeeinwirkung schmelzen und nach Abkühlung das verfilzte Fasergut versteifen.
2.) Verarbeitung von Schuhkappen aus einem Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die aus dem Materials ausgestanzten Schuhkappen in weichem schmiegsamen Zustand in das Schuhoberteil eingesteppt, das Schuhoberteil gegebenenfalls in an sich bekannter Weise mit den zwischen Futter und Oberleder befindlichen Kappen gewendet wird, und dann die Kappen durch kurze Erwärmung, vorzugsweise über einem Formbügeleisen, versteift werden.
3.) Verfahren zur Herstellung eines Materials nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in einer aus verfilztem Fasergut bestehenden Faserstoffschicht pulverisierte, leicht schmelzbare Körper eingelagert werden, vorzugsweise in einem Fasergut wie Scherwolle, Baumwolle, Reisswolle, Zellwolle, Zellulose, Holzschliff, Lederfaser oder ähnliche Materialien aufgeschwemmt, die pulverisierten, leicht schmelzbaren Körper in Lösung emulgiert und/oder in Pulverform der Aufschwemmung beigefügt und anschliessend über einem Sieb zum Abtropfen gebracht werden, worauf die Masse gepresst und getrocknet wird.
4.) Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass man als schmelzbare Körper über 50 Grad C schmelzende, härtbare und nicht härtbare Kunstharze wie Phenoplaste, Aminoplaste, Glyptale, Alkydale, Melaminharze, Anilin-Adelhydharze, Proteinharze, ferner alle geeigneten Polymerisationskunstharze, wie Polystyrolharze, Polyacrylsäureharze, Kumaronharze, ferner Superpolyamidharze, Polyäthylene, ferner natürliche Harze und Wachse, wie Kopale, Schellack, Gummiarabicum, Guttapercha, Balate, Bernstein und ähnliche, ferner Stoffe wie Kolophonium, chlorierte Naphthaline, Silikone, mit und ohne Zusatz von Weichmachern, verwendet.
5.) Verfahren nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass man der leicht schmelzbare Stoffe enthaltenden Filzdispersion natürliche oder künstliche Leime oder andere Kleber zusetzt, vorzugsweise solche, die mit den schmelzbaren Körpern beim Erhitzen oder bei Dampfzufuhr einen Film bilden und die Harzstoffe mit den Faserstoffen verkleben.
6.) Verfahren nach Anspruch 3 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass man die Aufschwemmung auf einen Gitterstoff aufträgt, der beim Trocknen verfilzt.
7.) Verfahren nach Anspruch 3 - 6, dadurch gekennzeichnet, dass man die Aussenseiten des Kappenmaterials mit einem Klebefilm überzieht.

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE835393C (de) Verfahren zur Herstellung von Papier und anderen aus Fasermasse bestehenden Produkten
DEP0055886DA (de) Material insbesondere zur Herstellung von Schuhkappen, Verarbeitung von aus diesem Material hergestellten Schuhkappen und Verfahren zur Herstellung des Materials
US2255779A (en) Pile flocking
DE1619222A1 (de) Flexible Folienmaterialien
US2094868A (en) Molding compound
US3102836A (en) Sheet material comprising fibers and plastic particles
DE2006756A1 (de)
DE483735C (de) Verfahren zur Herstellung wasserdichter Stoffe ebenen oder auch wellenfoermigen Querschnitts
US2416888A (en) Method of manufacturing shoe soles and the like
DE676243C (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Brandsohlen
DE647912C (de) Verfahren zum Herstellen von Hausschuhwerk
DE460320C (de) Verfahren zur Herstellung von Schuhwerk
DE446945C (de) Verfahren zum Impraegnieren von Filzen mit Latex
DE737953C (de) Verfahren zur Herstellung von Lederersatzstoffen
DE2828509A1 (de) Versteifendes schuhinnenmaterial, dieses material aufweisender fersenbereich eines schuhes und verfahren zum versteifen des fersenbereichs von schuhen
AT119643B (de) Verfahren und Mittel zum Verbinden zweier oder mehrerer Lederschichten miteinander, insbesondere zur Herstellung von Schuhwerk.
AT48624B (de) Sämischleder-Imitation und Verfahren zur Herstellung derselben.
DE751173C (de) Verfahren zur Herstellung von Lederersatzstoffen
DE2434382C3 (de) Verfahren zur Herstellung eines steifelastischen, ein- oder mehrlagigen kunstharzimprägnierten Flächengebildes aus Fasern und seine Verwendung als Trägermaterial für Schleifmittel
AT65860B (de) Verfahren zur Herstellung von Plimsoll-Schuhen und ähnlichen Schuhen mit Ledersohle.
AT205887B (de) Biegsames Material zum Versteifen von Schuhkappen
DE7819462U1 (de) In Fersenform vorliegendes und den Fersenbereich bildendes, versteifendes Schuhinnenmaterial
AT80808B (de) Verfahren zum Leimen von Papier und Pappa.
DE560194C (de) Verfahren zum Verfestigen von Pelzfellen
DE1660035C3 (de) Schuhlederersatz