DEP0048886DA - Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Kunstseidekreppgarn - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von KunstseidekreppgarnInfo
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Description
Kreppgarne erfordern bekanntlich eine sehr starke Zwirnung von etwa 2.200 Umdrehungen auf den Meter. Außerdem muß der zum Verzwirnen kommende Faden geschlichtet sein, da ein ungeschlichteter Faden einerseits den beim Kreppzwirnen auftretenden starken Beanspruchungen nicht gewachsen ist und andererseits bei der Nachbehandlung im fertigen Stück kein einwandfreies Kreppgewebe liefert.
Zur Herstellung von Kunstseidekreppgarnen musste man bisher von fertiggestellter Kunstseide in Strähnform ausgehen, die in dieser Form geschlichtet wurde. Man hat auch bereits vorgeschlagen, die aus Spinnspulen befindliche Kunstseide nach erfolgter Nachbehandlung im Druckverfahren zu schlichten, doch ist eine gleichmässige und ausreichende Schlichtung des Fadens in diesem Zustande schwierig.
Gemäß der Erfindung gelingt es nun, Kunstseidekreppgarne unmittelbar in einem Arbeitsgang aus den frisch gesponnenen, noch sauren Faden herzustellen. Bei der neuen Arbeitsweise führt man den von einem frischen, noch sauren, feuchten Spinnwickel ablaufenden Faden mit geringer Abzugsgeschwindigkeit in aufsteigender Richtung durch Nachbehandlungseinrichtungen und leitet ihn anschliessend über eine Trockenvorrichtung unmittelbar der schnell laufenden Kreppzwirnmaschine zu. Als Spinnwickel kann man sowohl Spinnkuchen, wie auch frisch gesponnene Spulenwickel verwenden. Um die erforderliche starke Zwirnung zu erreichen, soll die Geschwindigkeit des laufenden Fadens bei einer Tourenzahl der Zwirnspindel von 7 - 20.000 Umdrehungen in der Minute zwischen 3 und 10 m in der Minute liegen.
Die Nachbehandlungseinrichtungen können aus Steilrinnen bestehen, denen die Behandlungsflüssigkeit am oberen Ende durch eine hier mündende Leitung zugeführt wird, während die Flüssigkeit am unteren Ende der Rinne in einen Sammeltrog abläuft. Der Faden wird dem herabfliessenden Flüssigkeitsstrahl von unten nach oben durch die Rinne entgegengeführt. Um ein glattes Ablaufen der Behandlungsflüssigkeit zu erreichen, ist die Rinne am unteren Ende vorteilhaft nach hinten abgebogen und läuft hier in ein Leitblech aus, welches die herabschiessende Flüssigkeit durch die Adhäsion nach hinten abführt. Die Steilrinnen sind vorteilhaft zu mehreren übereinander an einer gemeinsamen Wand angeordnet, hinter der sich die Zu- und Abführungs-
leitungen für die Behandlungsflüssigkeit befinden.
Über den Steilrinnen ist eine Abzugsrolle für den aufsteigenden Faden vorgesehen, die den fertig behandelten, nassen Faden der Trockenvorrichtung zuleitet. Die Trocknung kann in einfachster Weise durch Heißluft bewirkt werden. Für diesen Zweck dient eine einfache Metallröhre, die durch einen Heizmantel, in dem beispielsweise gespannter Dampf oder eine Heizflüssigkeit zirkuliert, auf die gewünschte Temperatur gebracht wird; ebenso kann die Trockenröhre natürlich auch elektrisch oder in sonstiger Weise beheizt werden. Bei der geringen Abzugsgeschwindigkeit des Fadens genügen bereits verhältnismässig kurze Trockenstrecken von etwa 1/4 - 1/2 m bei Temperaturen von wenig über 100°, um die gewünschte Fadentrocknung sicherzustellen, besonders wenn der Überschuß der an dem Faden anhaftenden Flüssigkeit vor dem Eintreten in die Trockenvorrichtung durch einen Abstreifer beseitigt wird. Das Abstreifen kann in einfachster Weise durch eine sog. pneumatische Abstreifvorrichtung erreicht werden, wobei der laufende Faden durch Aufblasen von Warmluft aus einer Blasdüse unter geringem Überdruck von der Hauptmenge der anhaftenden Flüssigkeit befreit wird. Zur Erhöhung der Blaswirkung kann der Faden an dieser Stelle von einem Schutzmantel umgeben sein.
Die Nachbehandlung des frischen, noch spinnfeuchten Fadens setzt sich in der Regel aus einer Entsäuerung, einer Entschweflung und einem Schlichtprozeß zusammen. Es werden also drei übereinander angeordnete Behandlungsrinnen angewendet, in deren erster der laufende aufsteigende Faden mit vorteilhaft warmem Wasser berieselt wird, während in der zweiten Rinne ein Entschweflungsbad folgt. Für die Entschweflung des laufenden Fadens hat sich die Verwendung einer verdünnten Alkalicarbonat-Lösung mit einem Gehalt von etwa 0,5% Natriumcarbonat unter Zusatz einer geringen Menge von Wasserstoffsuperoxyd (etwa 0,05% H(sub)2O(sub)2) als besonders günstig erwiesen. Bei der Umsetzung des auf der Fadenoberfläche haftenden kolloidalen Schwefels mit dem Oxydationsmittel entsteht lediglich Wasser neben geringen Mengen Schwefeldioxyd, welches durch das anwesende Alkali sogleich neutralisiert wird. Die Entschweflung lässt sich mit einem solchen Bad, welches zweckmässig auf höherer Temperatur von etwa 60° gehalten wird, sehr rasch und sicher bewerkstelligen. Eine Nachwäsche nach diesem Bad ist nicht erforderlich. Infolge der geringen Alkalikonzentration dieses Bades nimmt der Faden höchstens Spuren hiervon in das Schlichtbad mit, welche bei dem an sich meist schwach-alkalisch gehaltenen Schlichtmittel nicht stören.
Die dritte Rinnen wird dann mit einer bei der Kreppgarnherstellung üblichen Schlichte, beispielsweise einer Leinölschlichte unter Zusatz von Weichmachungsmitteln (sog. Softenings), gegebenenfalls unter Zusatz weiterer Pflanzenfette, beschickt.
Um den Entsäuerungsprozeß abzukürzen, kann man den frischen Spinnwickel in ein Wasserbad einstellen, aus dem der laufende Faden abgezogen wird. Das Einstellen des noch sauren Wickels in ein Wasserbad empfiehlt sich auch deswegen, weil bei der verhältnismässig geringen Abzugsgeschwindigkeit, mit der der Faden beim Kreppzwirnen der Zwirnspindel zugeführt werden muß, das Ablaufen des Fadens von dem Wickel längere Zeit dauert, wobei u.U. ein Auskristallisieren von Spinnbadsalzen oder ein Antrocknen des Fadens erfolgen kann, was bekanntlich zu Fadenbrüchen und einer Verschlechterung der Fadenqualität führt. Macht man das Wasser noch schwach alkalisch, so kann bereits hier eine derart weitgehende Entsäuerung des frischen Fadens stattfinden, daß sich die Anwendung einer besonderen Entsäuerungsrinne erübrigt. Die geringen, etwa am Faden nocht anhaftenden Säurespuren werden in dem Entschweflungsbad mit Sicherheit neutralisiert, so daß sich die Anzahl der Arbeitsgänge bei der Nachbehandlung auf zwei vermindert.
Es ist auch möglich, bei dem Verfahren gemäß der Erfindung auf eine Entschweflung überhaupt zu verzichten. Bekanntlich muß bei der Herstellung von Kreppgeweben das fertige Stück einer Nachbehandlung mit Alkali unterworfen werden, welches die Kreppschlichte aus dem Faden herauslöst und hierbei das sog. Einspringen des Kreppgewebes hervorruft, welches den besonderen Charakter dieser Gewebe bestimmt. Bei dieser, in der Regel in der Wärme stattfindenden Alkali-Nachbehandlung wird, zusammen mit der Schlichte, auch der auf dem Kunstseidefaden haftende Schwefel vollständig heruntergelöst. Der Faden braucht also bei dieser Arbeitsweise gegebenenfalls nur nach einer kurzen Vorwäsche mit der speziellen Kreppschlichte imprägniert zu werden. Verlegt man die Vorwäsche in das Einstellbad für den sauren Wickel, so kommt man gegebenenfalls sogar mit einer einzigen Nachbehandlungs-Operation aus.
Bei der geringen Abzugsgeschwindigkeit des Fadens, wie sie für die Kreppgarnherstellung kennzeichnend ist, kann die vorstehend beschriebene Nachbehandlungsrinne gegebenenfalls fortfallen. Es genügt, den mehr oder weniger senkrecht aufsteigenden laufenden Faden mit den Nachbehandlungsflüssigkeiten frei zu berieseln. Hierbei ist es lediglich erforderlich, für eine Ableitung der am Faden haftenden
Flüssigkeit zu sorgen. Wendet man ein Entsäuerungsbad aus warmem Wasser an, so kann dieses allerdings ruhig an dem Faden herablaufen und bereits zur Vorwäsche des sauren Fadens verwendet werden. Steht der frische Fadenwickel, wie vorstehend beschrieben, in einem Wasserbad, so kann das am Faden herabfliessende Waschwasser zur ständigen Erneuerung des im Spinnwickel-Behälter vorhandenen Wasservorrats dienen. Das gegebenenfalls anzuwendende Enmtschweflungsbad und insbesondere das Schlichtbad müssten allerdings seitlich vom Faden abgeleitet werden. Zu diesem Zweck ist unterhalb der Zuführungsstelle für die Behandlungsflüssigkeit am Faden ein schräg nach außen führender Stab angeordnet, an dem der aufsteigende Faden unter ganz geringer Reibung vorbeiläuft. Die am Faden herablaufende Flüssigkeit wird von dem Stab seitlich abgeführt und einem Auffangtrog zugeleitet. Von hier kann sie im Kreislauf, nach entsprechender Regenerierung, wieder zum Behandeln des laufenden Fadens dienen.
Das Absaugen der am Faden herabrieselnden Flüssigkeit entfällt, wenn man das Auftragen der Krepp-Präparation in bekannter Weise vornimmt, indem man den Faden über Walzen aus Glas oder Metall bzw. Kunststoff führt, die mit ihrem unteren Teil in einen Trog eintauchen, in welchem das Krepp-Präparations-Bad zirkuliert. Durch Regulieren der Drehzahl der Walzen und des Umschlingungswinkels kann man das Auftragen der Kreppschlichte wunschgemäß einstellen. Der Faden kann dann von hier aus direkt in die Trockenzone geleitet werden. Man kann ihn auch noch vor Passieren derselben, wie oben geschildert, pneumatisch entwässern.
Zur Schonung der meist leinölhaltigen Kreppschlichte ist es vorteilhaft, wenn die Temperatur der anschliessenden Trocknung nicht zu hoch gewählt wird. Dieses lässt sich jedoch bei der verhältnismäßig geringen Laufgeschwindigkeit des Fadens leicht erreichen.
Die erforderliche starke Zwirnung des Fadens kann auf jeder beliebigen Kreppzwirnmaschine erfolgen, beispielsweise auf Etagenzwirnmaschinen oder Ringzwirnmaschinen, am günstigsten unter Verwendung einer Doppeldrahtspindel, die eine entsprechend hohe Tourenzahl ermöglicht.
Claims (7)
1. Verfahren zum Herstellen von Kunstseidekreppgarn, dadurch gekennzeichnet, daß man den von einem frischen, noch sauren, feuchten Spinnwickel ablaufenden Faden mit geringer Abzugsgeschwindigkeit in aufsteigender Richtung durch Nachbehandlungseinrichtungen hindurch und anschliessend über eine Trockenvorrichtung unmittelbar der schnell laufenden Kreppzwirnspindel zuführt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man den Spinnwickel beim Abziehen des Fadens in ein zweckmässig schwach-alkalisches Wasserbad stellt.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Faden mit den Nachbehandlungsflüssigkeiten frei berieselt wird.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis, dadurch gekennzeichnet, daß die Nachbehandlungsbäder aus einem Wasserbad und einem Kreppschlichtebad bestehen.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Nachbehandlungsbäder aus einem Entschweflungsbad und einem Kreppschlichtebad bestehen.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Eintreten in die Trockenvorrichtung dem Faden die anhaftende Flüssigkeit durch pneumatische Abstreifung entzogen wird.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Nachbehandlungseinrichtungen aus Steilrinnen mit einer oberen Flüssigkeitszuführung und einer unteren Flüssigkeitsableitung bestehen, wobei die Rinnen vorteilhaft zu mehreren übereinander an einer Wand angeordnet sind.
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