DEP0045378DA - Brikettieren von entgasten Steinkohlen - Google Patents
Brikettieren von entgasten SteinkohlenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Weiterbildung des Verfahrens des Hauptpatents.
Im Hauptpatent ist ein Verfahren zur Entgasung von Steinkohlen beschrieben, durch das ein möglichst wenig stückfester Koks erzeugt wird, der "Kraftkoks" genannt werden kann und der anstelle der bisher verwendeten Steinkohlen als Brennstoff für industrielle Feuerungsanlagen - besonders bei den Kesseln von Kraftwerken - verwendet werden soll, und zwar als Kraftkoksgrus auf Wanderrosten und als Kraftkoksstaub bei Staubfeuerungen. Durch diese Erfindung wurde die Verwertung schlecht backender Steinkohlen durch weitgehende Entgasung und dann in Form eines mulligen, weichen, leicht mahlbaren Kokses als Brennstoff ermöglicht.
Es hat sich herausgestellt, daß der Vorschlag des Hauptpatents noch dadurch erweitert und ergänzt werden kann, daß man den so anfallenden Koks auch für andere Feuerungen anstelle der Steinkohlen verwenden kann. Hierzu wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, diesen Kraftkoks zu brikettieren.
Man hat zwar schon bei Steinkohlen, die man zunächst entgast hat, das Brikettieren des Kokses versucht, dies hat sich aber nicht einführen können. Beim Koksgrus, der aus backenden Steinkohlen bei der Hochtemperaturentgasung im diskontinuierlichen Betrieb anfällt, sind die Mengen sehr gering - etwa 5 bis 8% der durchgesetzten Kohle - und die Koksgrussubstanz ist im Vergleich
mit Stückkoks reicher an Wasser und Asche, so daß diese Koksgrusbriketts nicht beliebt waren. Dies lag auch daran, daß in ihnen die Graphitmodifikation stark vorhanden war, die sich bei der Verwendung dieser Briketts wegen ihrer Reaktionsträgheit als sehr nachteilig erwies. Daher hat man vorgezogen, den Koksgrus als eine Art Brennstoffabfall unbrikettiert in industriellen Feuerungen zu verbrennen.
Auch bei der Steinkohlenschwelung versuchte man anfangs, den nicht gebackenen hohen Schwelkoksanteil zu brikettieren. Es zeigte sich aber bald, daß die Steinkohlenschwelung nur dann wirtschaftlich durchführbar war, wenn der Schwelkoks fast durchweg als Stückkoks anfiel. Die zur Steinkohlenschwelung verwendeten Oefen wurden daher dementsprechend gebaut. Auch die dabei anfallenden geringen Mengen Schwelkoksgrus wurden daher unbrikettiert in industriellen Feuerungen verbrannt.
Ueberraschenderweise hat sich nun gezeigt, daß man den nach dem Hauptpatent in möglichst wenig stückfester Form anfallenden Koks gut brikettieren kann und daß die erwähnten Nachteile der bekannten Brikettierungsversuche von Steinkohlen bei den so erzeugten Briketts nicht vorhanden sind. Die Erfindung besteht darin, daß der aus nicht oder schlecht backenden Steinkohlen nach deren möglichst vollständiger Entgasung - zweckmäßig in kontinuierlich arbeitenden Oefen bei Höchsttemperaturen bis zu etwa 1000° - erzeugte möglichst wenig stückfeste Koks brikettiert wird. Als schlecht oder nicht backende Steinkohlen kommen insbesondere jüngere Gaskohlen oder Gasflammkohlen in Betracht. Vorzugsweise wird erfindungsgemäß beim Brikettieren das aus dem beim Entgasen der Kohlen gewonnenen Teer stammende Pech als Bindemittel verwendet. Man kann indessen auch andere bekannte Bindemittel, z.B. Sulfitablauge, beim Brikettieren benutzen.
Die so erzeugten Kraftkoksbriketts zeichnen sich durch hohe Reaktionsfähigkeit bei der Verbrennung aus und bilden somit einen hochwertigen Brennstoff für die verschiedensten Zwecke. Entsprechend den verschiedenen Verwendungszwecken können diese Kraftkoksbriketts in verschiedenen Formen hergestellt werden.
Die Erfindung erweitert also die durch das Hauptpatent gegebene Möglichkeit der Steinkohlenentgasung und der Gewinnung eines optimalen entgasten Brennstoffs für die Industrie dahin, daß man auch einen sehr geeigneten Brennstoff, z.B. zur Vergasung in Generatorgas- und Wassergasanlagen, zur Verfeuerung in Haushaltöfen, in Zentralheizungen, in gewerblichen Feuerungsanlagen, unter Dampfkesseln von Fahrzeugen jeder Art, z.B. Schiffen, Lokomotiven, oder in Fahrzeuggeneratoren herstellen und verwenden kann.
Die Erfindung ermöglicht auch in besonders günstiger Weise die Anpassung an Marktschwankungen. Ist z.B. Sättigung des Haushaltsbedarfs mit entgastem Brennstoff vorhanden, dann braucht die vorhandene Kohle nicht oder nur zu einem Teil brikettiert zu werden. Der Kraftkoks wird dann überwiegend als mulliger Koks oder als Koksstaub in industriellen Feuerungen verwendet. Man kann auch das Brikettieren nur zeitweise vornehmen, wenn die Marktlage es erfordert.
Durch die Erfindung wird somit die gesamte Steinkohlenverfeuerung mit Ausnahme der nicht entgasungswürdigen Anthrazite, mager- und Eßkohlen, ausgeschaltet, und zwar nicht nur, wie das Hauptpatent es vorsieht, bei industriellen Feuerungen, sondern bei den übrigen, insbesondere auch den Feuerungen im Haushalt. Daher ermöglicht die Erfindung die Erzeugung von Gas- und Wertstoffen aus Steinkohlen in maximalen Mengen und in relativ besten Qualitäten. Zu dieser wirtschaftlich universellen Lösung der Auf-
gabe optimaler Steinkohlenverwertung kommen noch andere Vorzüge der Erfindung, insbesondere die Befreiung von der Rußpflege, der Ausbau von Anlagen zur Wertstoffverarbeitung und damit die Kohleneinsparung durch Gasverwendung oder Leistungssteigerung.
Claims (2)
1 Verfahren zum Verarbeiten der nach Patent ... (Patentanmeldung p 26 216) entgasten Steinkohlen, dadurch gekennzeichnet, daß der wenig stückfeste Koks brikettiert wird.
2 Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das aus dem beim Entgasen der Kohlen gewonnenen Teer stammende Pech als Bindemittel verwendet wird.
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