DEP0045378DA - Brikettieren von entgasten Steinkohlen - Google Patents

Brikettieren von entgasten Steinkohlen

Info

Publication number
DEP0045378DA
DEP0045378DA DEP0045378DA DE P0045378D A DEP0045378D A DE P0045378DA DE P0045378D A DEP0045378D A DE P0045378DA
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
coke
coal
briquetting
coals
degassing
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Friedrich Dipl.-Ing. Hamburg Stief
Original Assignee
Hamburger Gaswerke GmbH, Hamburg
Publication date

Links

Description

Die Erfindung betrifft eine Weiterbildung des Verfahrens des Hauptpatents.
Im Hauptpatent ist ein Verfahren zur Entgasung von Steinkohlen beschrieben, durch das ein möglichst wenig stückfester Koks erzeugt wird, der "Kraftkoks" genannt werden kann und der anstelle der bisher verwendeten Steinkohlen als Brennstoff für industrielle Feuerungsanlagen - besonders bei den Kesseln von Kraftwerken - verwendet werden soll, und zwar als Kraftkoksgrus auf Wanderrosten und als Kraftkoksstaub bei Staubfeuerungen. Durch diese Erfindung wurde die Verwertung schlecht backender Steinkohlen durch weitgehende Entgasung und dann in Form eines mulligen, weichen, leicht mahlbaren Kokses als Brennstoff ermöglicht.
Es hat sich herausgestellt, daß der Vorschlag des Hauptpatents noch dadurch erweitert und ergänzt werden kann, daß man den so anfallenden Koks auch für andere Feuerungen anstelle der Steinkohlen verwenden kann. Hierzu wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, diesen Kraftkoks zu brikettieren.
Man hat zwar schon bei Steinkohlen, die man zunächst entgast hat, das Brikettieren des Kokses versucht, dies hat sich aber nicht einführen können. Beim Koksgrus, der aus backenden Steinkohlen bei der Hochtemperaturentgasung im diskontinuierlichen Betrieb anfällt, sind die Mengen sehr gering - etwa 5 bis 8% der durchgesetzten Kohle - und die Koksgrussubstanz ist im Vergleich mit Stückkoks reicher an Wasser und Asche, so daß diese Koksgrusbriketts nicht beliebt waren. Dies lag auch daran, daß in ihnen die Graphitmodifikation stark vorhanden war, die sich bei der Verwendung dieser Briketts wegen ihrer Reaktionsträgheit als sehr nachteilig erwies. Daher hat man vorgezogen, den Koksgrus als eine Art Brennstoffabfall unbrikettiert in industriellen Feuerungen zu verbrennen.
Auch bei der Steinkohlenschwelung versuchte man anfangs, den nicht gebackenen hohen Schwelkoksanteil zu brikettieren. Es zeigte sich aber bald, daß die Steinkohlenschwelung nur dann wirtschaftlich durchführbar war, wenn der Schwelkoks fast durchweg als Stückkoks anfiel. Die zur Steinkohlenschwelung verwendeten Oefen wurden daher dementsprechend gebaut. Auch die dabei anfallenden geringen Mengen Schwelkoksgrus wurden daher unbrikettiert in industriellen Feuerungen verbrannt.
Ueberraschenderweise hat sich nun gezeigt, daß man den nach dem Hauptpatent in möglichst wenig stückfester Form anfallenden Koks gut brikettieren kann und daß die erwähnten Nachteile der bekannten Brikettierungsversuche von Steinkohlen bei den so erzeugten Briketts nicht vorhanden sind. Die Erfindung besteht darin, daß der aus nicht oder schlecht backenden Steinkohlen nach deren möglichst vollständiger Entgasung - zweckmäßig in kontinuierlich arbeitenden Oefen bei Höchsttemperaturen bis zu etwa 1000° - erzeugte möglichst wenig stückfeste Koks brikettiert wird. Als schlecht oder nicht backende Steinkohlen kommen insbesondere jüngere Gaskohlen oder Gasflammkohlen in Betracht. Vorzugsweise wird erfindungsgemäß beim Brikettieren das aus dem beim Entgasen der Kohlen gewonnenen Teer stammende Pech als Bindemittel verwendet. Man kann indessen auch andere bekannte Bindemittel, z.B. Sulfitablauge, beim Brikettieren benutzen.
Die so erzeugten Kraftkoksbriketts zeichnen sich durch hohe Reaktionsfähigkeit bei der Verbrennung aus und bilden somit einen hochwertigen Brennstoff für die verschiedensten Zwecke. Entsprechend den verschiedenen Verwendungszwecken können diese Kraftkoksbriketts in verschiedenen Formen hergestellt werden.
Die Erfindung erweitert also die durch das Hauptpatent gegebene Möglichkeit der Steinkohlenentgasung und der Gewinnung eines optimalen entgasten Brennstoffs für die Industrie dahin, daß man auch einen sehr geeigneten Brennstoff, z.B. zur Vergasung in Generatorgas- und Wassergasanlagen, zur Verfeuerung in Haushaltöfen, in Zentralheizungen, in gewerblichen Feuerungsanlagen, unter Dampfkesseln von Fahrzeugen jeder Art, z.B. Schiffen, Lokomotiven, oder in Fahrzeuggeneratoren herstellen und verwenden kann.
Die Erfindung ermöglicht auch in besonders günstiger Weise die Anpassung an Marktschwankungen. Ist z.B. Sättigung des Haushaltsbedarfs mit entgastem Brennstoff vorhanden, dann braucht die vorhandene Kohle nicht oder nur zu einem Teil brikettiert zu werden. Der Kraftkoks wird dann überwiegend als mulliger Koks oder als Koksstaub in industriellen Feuerungen verwendet. Man kann auch das Brikettieren nur zeitweise vornehmen, wenn die Marktlage es erfordert.
Durch die Erfindung wird somit die gesamte Steinkohlenverfeuerung mit Ausnahme der nicht entgasungswürdigen Anthrazite, mager- und Eßkohlen, ausgeschaltet, und zwar nicht nur, wie das Hauptpatent es vorsieht, bei industriellen Feuerungen, sondern bei den übrigen, insbesondere auch den Feuerungen im Haushalt. Daher ermöglicht die Erfindung die Erzeugung von Gas- und Wertstoffen aus Steinkohlen in maximalen Mengen und in relativ besten Qualitäten. Zu dieser wirtschaftlich universellen Lösung der Auf- gabe optimaler Steinkohlenverwertung kommen noch andere Vorzüge der Erfindung, insbesondere die Befreiung von der Rußpflege, der Ausbau von Anlagen zur Wertstoffverarbeitung und damit die Kohleneinsparung durch Gasverwendung oder Leistungssteigerung.

Claims (2)

1 Verfahren zum Verarbeiten der nach Patent ... (Patentanmeldung p 26 216) entgasten Steinkohlen, dadurch gekennzeichnet, daß der wenig stückfeste Koks brikettiert wird.
2 Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das aus dem beim Entgasen der Kohlen gewonnenen Teer stammende Pech als Bindemittel verwendet wird.

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2749408A1 (de) Verfahren zur herstellung von formkoks
DEP0045378DA (de) Brikettieren von entgasten Steinkohlen
DE2741075A1 (de) Verfahren zur erzeugung von formkoks
DE551761C (de) Verfahren zur Erzeugung von stickstoffarmem Starkgas
DE3136163C2 (de)
DE476319C (de) Verfahren zum Herstellung von Briketten, insbesondere aus Brennstoffen sowie aus Feinerzen, Gichtstaub u. dgl. unter Verwendung eines Gemisches von Sulfitablauge und unorganischen Stoffen als Bindemittel
DE459653C (de) Verfahren und Ofen zur Herstellung eines Mischgases aus Steinkohlengas und anderen Gasen
DE424982C (de) Verfahren zum Herstellen eines stueckigen oder geformten Brennstoffes aus Koks
DE488500C (de) Erzeugung von grobstueckigem Koks aus Braunkohle
DE628481C (de) Verfahren zum Herstellen eines grossstueckigen Kokses aus einem brikettierten Gemisch von schlecht- oder nichtbackenden Kohlen
DE412755C (de) Verfahren zur Herstellung von Briketten aus kohlehaltigen Schlacken
DE671260C (de) Verfahren zur Nutzbarmachung der bei der Gewinnung von Steinkohle anfallenden Feinkohle
DE910060C (de) Verfahren zur Erzeugung von fuer Huettenprozesse geeigneten festen Erzkoksbriketten
DE861898C (de) Verfahren zur Wassergaserzeugung aus einer Mischung von Brennstoffen und Erzen
DE724640C (de) Verfahren zur Behandlung fertiger Braunkohlenbriketts, besonders fuer die Verschwelung oder Vergasung
DE597241C (de) Verfahren zum Herstellen von Koks aus Pechkohle
AT94220B (de) Für Gaserzeuger mit Teergewinnung bestimmter Entgasungseinbau.
AT91175B (de) Verfahren und Ofen zur Herstellung eines Mischgases aus Steinkohlengas und anderen Gasen.
AT83775B (de) Verfahren zum Betriebe von unmittelbarer Rostfeuerung mit getrennter Entgasung und Verbrennung.
AT82673B (de) Verfahren zum Verarbeiten von Torf mit gleichzeitiger Gewinnung von Nebenprodukten.
DE749875C (de) Verfahren zur Herstellung von fuer Verhuettungszwecke geeignetem Koks aus Braunkohle
DE418128C (de) Verfahren zur Herstellung von Briketten aus Feinkohle oder Anthrazitklein
AT65679B (de) Verfahren zur Herstellung von Briketts aus Koksklein für sich oder im Gemisch mit Holzabfall.
DE353552C (de) Verfahren zum Brikettieren von Brennstoffen mit geringem Bitumengehalt ohne fremde Bindemittel und von bitumenfreien Brennstoffen unter Zusatz eines Bindemittels durch Vorwaermen und Verpressen in erwaermten Formen
DE352297C (de) Verfahren zur Herstellung von Elektroden aus Braunkohle